Kurztrip nach London

London

27.04.2017 – 30.04.2017

Bei unseren Planungen zum Sommerurlaub fiel uns auf, dass zwar Elli bereits in London gewesen war, diese Stadt aber bisher an mir total vorbei gegangen war. Als dann noch der Brexit beschlossene Sache war, machte ich mich daran, ein verlängertes Wochenende in London zu planen und Elli damit zu überraschen. Schnell war ein möglicher Zeitraum und über ein Reisebüro auch Flug und Unterkunft gefunden. Beim Buchen der Reise merkte ich erst einmal, wie lange ich das nicht mehr getan hatte. Alles lief papierlos über ein App. Hier waren auch die Reisedaten hinterlegt.

Im Vorfeld hatten wir uns bereits über den London Pass informiert. Mit ihm erhält man kostenlosen Eintritt in viele Sehenswürdigkeiten. Und in Kombination mit der Oyster Card, kann man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Zeitnah zum Reiseantritt erwarben wir ihn im Internet und er wurde uns nach Hause geleifert, so dass man sich vorher schon mit ihm vertraut machen konnte.

Los ging es dann am Donnerstag, dem 27. April. Der Flug ging ab Hannover und war zunächst für 07:30 Uhr geplant. Kurze Zeit vorher wurde der Flug auf 07:00 Uhr vorverlegt und nach den Reisehinweisen sollten wir uns zwei Stunden vorher zum Checkin einfinden. Sönke musste also früh aufstehen und fuhr uns um 04:30 Uhr zum Flughafen Hannover, wo wir pünktlich um 05:00 Uhr eintrafen. Nur das Checkin-Personal war noch nicht da, also erst einmal einen Kaffee im Terminal B.

Kurze Zeit später ging es dann auch los. Mit unserem Handgepäck waren wir schnell eingecheckt und begaben uns über die Sicherheitskontrolle in den Abflugbereich. Auf dem Weg zu unserem Gate machte ich noch einen kurzen Stopp im Duty-Free-Shop. Eigentlich wollte ich Zigaretten kaufen, konnte dies aber nicht, da unser Flug nach Großbritannien ging und man keine zollfreien Zigaretten einführen durfte. Dies erschloss sich uns nicht, wurde aber zu einem späteren Zeitpunkt aufgeklärt.

Von hier an lief alles glatt. Flug nach London ohne besondere Vorkommnisse. Im Anflug auf London-Heathrow kreisten wir einmal über der Stadt und konnten bereits einen ersten flüchtigen Blich auf die Tower Bridge werfen. Nach der Landung ging es zum Terminal 5. Hier angekommen nutzte ich den ersten Geldautomaten, um Englische Pfund zu ziehen. Man hat sich derart an den Euro als länderübergreifendes Zahlungsmittel in Europa gewöhnt, dass man ganz vergisst, dass in Großbritannien noch Pfund die gängige Währung ist.

Im Terminal mussten wir uns einmal kurz orientieren, bis wir den Weg zur U-Bahn zu finden. Mit der Piccadilly-Line ging es dann in die Stadt. Mit jeder Station füllte sich die Bahn und, da wir mit Gepäck unterwegs waren, fragten wir uns, wie wir es beim Aussteigen zu den Türen schaffen sollten. Bereits jetzt fiel uns auf, dass jede Station zeitnah angesagt wurde und vor jedem halt der Satz „Mind the Gap between the train and the platform“ aus dem Lautsprecher drang. Gerade die Ansage der Stationen machte die Fahrt wesentlich angenehmer. An der Station Hammersmith stiegen wir dann aus. Der Ausstieg war nicht das befürchtete Problem, da sich die U-Bahn merklich leerte.

In der Station folgten wir den Hinweisen zum Ausgang und mussten vor Verlassen des U-Bahn-Bereichs erst noch einmal unsere Fahrkarte durchziehen, um einen Ausgang zu öffnen. Es folgte erst einmal eine Einkaufspassage bevor wir ins Freie traten. Mittlerweile war es 09.00 Uhr morgens (die Zeitumstellung hatte uns einen Vorteil verschafft) und es herrschte reger Fußgänger- und Fahrzeugverkehr. Dazwischen wir mit unseren Koffern und einer Karte auf der Suche nach der richtigen Richtung zu unserem Hotel. Nach kurzer Zeit hatten wir den Bogen raus und kamen unserem Hotel näher. Kurze Zeit später standen wir vor dem Novotel London West – Shortlands, Ecke Talgarth Road. Jetzt gab es nur noch das Problem den Eingang in den Hotelkomplex zu finden. Aber auch das gelang uns letztlich und es folgte ein freundlicher Checkin. Leider konnten wir uns Zimmer noch nicht beziehen, aber die Koffer wurden gelagert, so dass wir direkt wieder zurück zur U-Bahn-Station Hammersmith gehen konnten, um unser Sightseeing zu starten.

Jetzt, ohne hinderliches Gepäck, fanden wir einen schnelleren Weg zur Station. Dort angekommen gönnten wir uns erst einmal einen Kaffee und einen kleinen Snack und beugten uns über die Karte, um unseren Start zu besprechen.

Als dies erledigt war, ging es wieder in die U-Bahn. Diesmal wählten wir die District-Line in Richtung Upminster und stiegen an der Victoria Station aus. Raus aus der Station und los ging es.

Zunächst ging es auf die Victoria Street. Nach wenigen Metern der erste Stopp, damit Elli sich die Westminster Cathedral anschauen konnte. Danach ging es weiter zur Westminster Abbey. Hier angekommen, warteten vielleicht 20 Leute auf den Einlass. Als wir später vorbeischauten, waren es eher 2000. Schnell war der London Pass gezückt und wir durften hinein. Hier erhielten wir erst einmal einen Audioguide und machten uns dann an die Besichtigung.

Nachdem die Westminster Abbey zu unserer Zufriedenheit begangen war, ging es zum Westminster Palace und natürlich Big Ben.

Nach diversen Fotos aus unterschiedlichen Winkeln folgten wir der Westminster Bridge aufs andere Themse-Ufer. Hier machten wir einen kurzen Stopp am London Eye, dem legendären Riesenrad.

Danach ging es wieder auf die andere Themseseite und es ging über das Embankment in Richtung Trafalgar Square. Da es mittlerweile Mittag war, machten wir erst einmal einen kurzen Halt für einen Snack. Wir fanden einen Sandwichladen Pret-a-Manger direkt am Trafalgar Square, wo wir uns ein Sandwich und ein Kaffee gönnten. So gestärkt ging es dann weiter über den St.- James’es-Park zum Buckingham Palace und Victoria Memorial. Auch hier hatten wir Glück, da die Anzahl der Touristen übersichtlich war.

Von hier aus ging es dann zurück zur Victoria Station und wir fuhren mit der U-Bahn zurück zum Hotel. Für den ersten Tag hatten wir genug Eindrücke gesammelt und wollten im Hotel noch etwas relaxen, bevor es zum Abendessen ging. Im Hotel angekommen erhielten wir unser Zimmer in der 4. Etage. Alles sehr ordentlich und wirklich geräumig. Um die Zeit zu überbrücken ging es erst einmal in die Lobby, wo wir uns ein Bier gönnten, das nicht wirklich günstig war. Danach machten wir uns auf den Weg die nähere Umgebung zu erkunden. Während wir so durch die Straßen bummelten, fand ich einen Tabakshop und wollte Zigaretten kaufen. Nachdem ich eine gängige Marke gewählt hatte, nannte mir den Verkäufer den Preis – 11 englische Pfund, etwas unter 13 Euro. Ich dachte erst, er wolle mich neppen. Als er mir die anderen Preise nannte, stellte ich fest, dass dem nicht so war. Freundlich verzichtete ich auf den Erwerb von Zigaretten.

Auf unserer Erkundungstour hatten wir bereits ein Lokal fürs Abendessen ins Auge gefasst. Das Honest, ein kleiner Burgerladen, machten einen guten Eindruck. Als wir eintrafen, bekamen wir auch noch einen Tisch. Die Speisekarte– eine Kreidetafel an der Wand – war übersichtlich. Es gab sieben verschiedene Burger und eine kleine Auswahl an Getränken. Schnell hatten wir gewählt und unmittelbar nachdem die Getränke auf dem Tisch standen, kam auch schon der Burger.

Der war wirklich gut und eine ausreichende Portion, so dass wir gesättigt in unser Hotel zurückkehrten und ins Bett fielen.

Der nächste Morgen startete mit dem Frühstück im Hotel. Das Frühstücksbüffet war gut und reichhaltig und wir stärkten uns für einen weiteren Tag Sightseeing. Wieder ging es zur U-Bahn-Station Hammersmith. Wieder fanden wir einen neuen, kürzeren Weg. Wieder ging es mit der District-Line in Richtung Upmister. Diesmal fuhren wir jedoch bis zum Tower Hill, da der Tower of London unsere erste Station werden sollte.

Um 09.00 Uhr trafen wir am Tower Hill ein und machten uns gleich auf den Weg zum Eingang vom Tower of London. Hier machte sich wieder der London Pass bemerkbar, da wir einen eigenen Eingang hatten und nicht noch Eintrittskarten kaufen musste. Es wäre allerdings auch nicht so schlimm gewesen, da nicht sonderlich viel los war. Schnell waren wir drinnen und machten uns auf den Weg in Richtung Kronjuwelen. Auch hier keine Wartezeit, keine Schlange, kein Gedränge. Sogar an den Kronjuwelen selbst durften wir verweilen und wurden nicht einfach über das Förderband nach draußen verfrachtet. Danach erkundeten wir noch jeden Winkel des Tower of London, einem wirklich imposanten Bauwerk.

Vom Tower aus ging es zur Tower Bridge.

Auch hier hatten wir ein Zugangsticket und fuhren mit dem Fahrstuhl in den oberen Bereich. Hier kann man über einen Glasboden wandeln. Der wurde natürlich auch genutzt, um spektakuläre Fotos zu machen.

Nachdem wird die Tower Bridge besichtigt hatten, ging es wieder zum Eingangsbereich des Tower of London. Von hier wollten wir eine Themsefahrt machen, die ebenfalls im London Pass enthalten war. Zuvor stand aber noch eine Stärkung auf dem Programm, da es mittlerweile bereits wieder Mittagszeit war. Und wir fanden natürlich einen Pret-a-Manger, in dem wir uns wieder Sandwich und Getränke gönnten. Nach dem Essen holten wir unsere Tickets für die Themsefahrt ab und hatten Glück, da ein Schiff kurz vor dem Ablegen war. Obwohl es mittlerweile etwas kühler und bewölkt war, gönnten wir uns einen Platz auf dem Oberdeck, um die schöne Aussicht auf London zu genießen. Es ging die Themse hinauf bis zum Westminster Palace und wir konnten noch einmal die Gebäude sehen, die wir am Vortag von der Straße aus schon imposant gefunden hatten.

Vom Westminster Palace aus ging es am Embankment entlang bis Blackfriars. Von hier aus gelangt man zur Millenium Bridge und kann fußläufig auf die andere Themseseite wechseln. Unmittelbar neben der Brücke trifft man auf das Shakespeare’s Globe, einem Nachbau des Originals. Auch diese Besichtigung ließen wir uns nicht entgehen. Es war eine geführte Tour in Englisch, so dass nicht alle lustigen Anekdoten für uns verständlich waren. Insgesamt aber doch wirklich sehenswert und informativ.

Wieder zurück in der City of London, ging es zur Saint Paul’s Cathedral. Auch hier gab es wieder einen Audioguide, mit dem man die Kirche besichtigen konnte. Während Elli, noch voller Kraft, sogar die Kuppel besichtigte, machte ich es mir im Hauptschiff gemütlich und ließ die Kirche auf mich wirken. Bevor es wieder nach draußen ging, besichtigten wir noch die Krypta mit den Gräbern von Lord Nelson’s, Wellingtons und Sir Christopher Wren. Von der Queen Anne Statue ging es dann auf die Fleet Street. Nach dem Royal Cort of Justice ging es dann auf die Strand und von dort, am Somerset House vorbei, zur U-Bahn-Station Temple. Hier ging es wieder in die U-Bahn und zurück nach Hammersmith.

Nach dem obligatorischem Bier in der Lobby des Hotels ging es dann wieder auf die Suche nach einem Lokal für das Abendessen. Wieder wurde wir in der Nähe fündig und probierten Rangrez, einen iniisches Restaurant, aus. Unsere anfängliche Skepsis wurde nicht bestätigt. Das Essen war gut und reichhaltig. Lediglich das Sitzen ist etwas gewöhnungsbedürftig gewesen. Aufgrund der geringen Größe des Lokals sitzt man fast am Tisch des Nachbarn mit. Nach dem Essen machen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang in östliche Richtung, finden aber nichts interessantes mehr und ziehen uns deshalb ins Hotel zurück.

Der nächste Tag, ein Samstag, startete natürlich wieder mit dem Frühstück. Mittlerweile hatte sich das Hotel gut gefüllt und alle Tische waren gut besetzt. Nach dem Frühstück ging es mit der U-Bahn bis zur Station Monument, wo wir den heutigen Tag starten wollten. Es war erst kurz nach acht Uhr als wir dort eintrafen und wir mussten feststellen, dass die Besteigung des Monuments erst ab 10 Uhr möglich war. Gleiches galt für die Golden Hind auf der anderen Themseseite, die wir danach aufsuchten. Es blieb in beiden Fällen also bei Besichtigungen von außen. Als nächstens machten wir uns zum historischem Borough Market auf. Hier hatten wir Glück. Die meisten Händler hatten ihre Stände bereits aufgebaut und wir bummelten durch den Markt.

Danach stand die Besichtigung der Southwark Cathedral auf dem Programm. Nachdem diese abgeschlossen war, ging es von South Bank, am Themseufer entlang erneut in Richtung Tower Bridge. Hier angekommen nutzten wir die Sonnenstrahlen, um einige freundlichere Fotos der Brücke zu fertigen.

Als das erledigt war, machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle am Tower Hill. Hier hielten die Sightseeing Busse, bei denen wir auch eine freie Nutzung aufgrund des London Passes hatten. Während ich nich an der Haltestelle schlau machte, suchte Elli die Toilette auf. Es dauerte und dauerte, bis sie wiederkam. Als sie dann erschien, konnten wir gerade noch in einen Bus mit unserer Tour hüpfen. Beim Einstieg wollte keiner Fahrkarten sehen oder gar ausstellen. Ein Blick auf den London pass schien zu genüge. Wir fanden noch einen Platz auf dem Oberdeck des Doppeldeckerbusses und genossen die längste Sightseeing-Fahrt durch London. Die wurde allerdings derart lang, dass Elli die Toilette aufsuchen musste, sich aber keine Gelegenheit bei einem Stopp ergab. Als wir dann auch noch in der Charing Cross Road in einen Stau kamen, nutzten wir den nächsten Halt, um auszusteigen. Keine schlechte Idee, da wir direkt in Soho landeten und den Stadtteil auf uns wirken lassen konnten. Außerdem hatten wir verschiedenste Möglichkeiten, ein Mittagsessen zu uns zu nehmen.

Nach einem kurzen Abstecher zum St. Martin’s Theatre, in dem die Mausefalle aufgeführt wird, ging es auf den Leicester Square.

Hier ließ sich Elli erst einmal mit einem Bobby fotografieren, bevor es dann weiter zum Piccadilly Circus ging. Unsere Vorstellung zu diesem Platz war eigentlich eher die eines Kreisverkehrs, so dass wir überrascht waren, als wir auf diese überfüllte Kreuzungskonstruktion trafen. Letztlich machten wir uns nach einem Fotostopp wieder auf den Weg und es ging über die Regent Street zur Horse Guards Parade. Hier bekamen wir noch etwas vom Wachwechsel mit und Elli erhielt die Gelegenheit sich mit den Pferden fotografieren zu lassen.

Es folgte der Gang zu Downing Street, die aber nicht begehbar ist, so dass wir lediglich die Sicherungseinrichtungen betrachten konnten.

Danach hatten wir nunmehr die Pflicht unserer Sightseeingtour erledigt und versuchten es noch einmal am Westminster Palace. Da die Besichtigung aber nicht im London Pass enthalten war, ersparten wir uns dieses, nachdem wir die Ticketpreise gesehen hatten. Stattdessen wandelten wir noch etwas durch den Victoria Tower Gardens South, der nach der Hektik um den Westminster Palace absolut beruhigend wirkt. Derart entspannt ging es in Richtung U-Bahn-Station. Hierbei konnten wir noch einmal einen Blick auf die Menschenmassen werfen, die sich für die Westminster Abbey anstellten und den kompletten umliegenden Bereich belegten.

In der U-Bahn entschlossen wir uns kurzfristig noch einmal in South Kensington auszusteigen, um uns die in der Nähe befindlichen Museen anzuschauen. Eigentlich war nur eine Besichtigung von außen angedacht, aber am Natural History Museum wurden einfach reingewunken und nutzten einen Blick in das Naturhistorische Museum. Augenscheinlich war Tag der offenen Tür, den es war derart überfüllt, dass man kaum Platz zum Gehen hatte. Das waren uns eindeutig zu viele Menschen, um in Ruhe ein Museum zu besichtigen, so dass wir es wieder verließen. Durch die schmucken Straßen mit ihren kleinen Reihenhäusern ging es dann wieder zur U-Bahn-Station und wir nahmen unseren Rückweg wieder auf.

Im Hotel ging es dann nach einer erfrischenden Dusche in die Lobby. Mittlerweile war diese sehr gut gefüllt und augenscheinlich fanden sich in dem Hotel nun diverse Grüppchen, die eine Art Junggesellinnenabschied feierten und entsprechend kostümiert waren. Wir ließen uns davon nicht stören und genossen unser Bier und unsere Chips. Danach ging es zum Abendessen. da wir keine große Lust auf Experimente hatte, suchten wir erneut das Honest auf. Wir genossen das Essen und zogen uns dann ins Hotel zurück, da wir am nächsten Morgen aufgrund des anstehenden Rückfluges früh aufstehen mussten. Der Rückflug startete zwar erst um 08.00 Uhr, in London Heathrow musste man jedoch drei Stunden vorher anwesend sein.

Gegen 04:00 Uhr weckte uns die Rezeption. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten ging es zur Rezeption. Das Checkout war schnell erledigt und wir erhielten noch unsere Box mit dem Frühstück. Danach ging es durch das noch schlafende London zur U-Bahn. Kaum dort angekommen kam auch schon die U-Bahn in Richtung Terminal 5. Wir dachten, dass wir um diese Zeit relativ allein fahren würden, täuschten uns aber. Die U-Bahn war gut gefüllt mit Partygängern in unterschiedlichsten Stimmungslagen. Letztlich sorgten diese mit ihrem Verhalten für eine recht kurzweilige Fährt.

Am Terminal 5 angekommen ging es in die Abflughalle. Hier orientierten wir uns und entdeckten einige Computerterminals, an denen man das Checkin für den Flug selbst vornehmen konnte. Schnell war das erledigt und wir hatten unsere Boardingpässe. Danach ging es zur Sicherheitskontrolle, die wir auch problemlos absolvierten. Nach etwas weniger als einer halben Stunde war alles erledigt und wir hatten noch zweieinhalb Stunden bis zum Abflug. Diese Zeit verbrachten wir mit dem Frühstück und einem Bummel durch den riesigen Abflugbereich. Nachdem der Flug aufgerufen wurde, ging alles recht zügig. Schnell hatten wir einen Platz im Transferbus und konnten unseren Platz im Flugzeug beziehen. Ein letzter Blick nach dem Start auf London und um 09.30 Uhr folgte der Landeanflug auf Hannover. Von hier ging es dann mit der S-Bahn nach Hause.

Tunesien zum Entspannen

Mahdia / Tunesien

(10.05.-24.05.2004)

Kurz vor der Einschulung von Sönke wollten wir noch einmal in den Urlaub fliegen.
In einem Hildesheimer Reisebüro erkundigten wir uns nach möglichen Zielen in der Vorsaison. Unter den Zielen war auch Tunesien. Da uns der erste Aufenthalt in 1999 noch in guter Erinnerung war und das Angebot für diesen zweiwöchigen Urlaub auch gut war, beschlossen wir nach Mahdia zu fliegen.

Der Abflug war diesmal ab Paderborn. Olli Müller brachte uns bereits am Vortag dorthin. Wir hatten uns vorab in ein Hotel eingemietet, da der Abflug am nächsten Morgen bereits um 6:00 Uhr morgens war.
Den Nachmittag verbrachten wir in Paderborn. Am Abend bestellten wir uns noch ein Taxi und ließen uns dann am nächsten Morgen zeitgerecht durch den Hotelservice wecken.
Nachdem mit dem Taxi alles geklappt hatte, ging es dann im Flughafen genauso reibungslos weiter.
Unser Zielflughafen war wieder Monastir. Von dort ging es mit dem Bus zum Hotel, wo wir bereits gegen 10:00 Uhr eintrafen.

Das Hotel war das RIU El Mansour in Mahdia. Natürlich lag es direkt am Strand und etwa 3 Kilometer außerhalb von Mahdia. (Lage)
Wir hatten einen Bungalow gemietet, der im Südteil der Hotelanlage lag. Er war zentral zum Pool und zum Speisesaal und auch der Weg zum Strand war nicht allzu lang.

Nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet hatten, erkundeten wir die Hotelanlage und waren mit dem Angebot zufrieden.

Während des Urlaubs stellten wir schnell fest, dass es für den Strand doch noch etwas zu kalt war, sodass wir uns dort eher selten aufhielten.

Zumeist lagen wir windgeschützt am Poolbereich.

Während Sönke sich die Zeit im Kids-Club vertrieb und hier u.a. Bekanntschaften mit Frederike knüpfte, fand sich für uns Erwachsene auch eine Gruppe.

Wir lernten Mike, Mona, Daniel und Ivi kennen. Da zur Vorsaison die Hotelbelegung noch nicht erschöpfend war und wir fast identische Interessen hatten, verbrachten wir viel Zeit miteinander.

Neben den häufigen Fahrten nach Mahdia, die durch die Bimmelbahn, die direkt vor Hotel hielt, gut realisiert werden konnten, verbrachten wir auch die Abende zusammen.
Hier nutzten wir meist das hoteleigene Angebot. Das war auch okay. Es bestand neben Theater-, bzw. Musicalaufführungen aus Auftritten von Fakiren und, als besonderes Highlight, der Minidisco, für die Kleinen unter uns.

Die ging dann allerdings immer ansatzlos in die Tanzveranstaltung für die Älteren über.

Da alles in dem Hotel inklusive war, musste man sich über das Abendprogramm keine großen Gedanken machen.

Aber auch die Besuche in Mahdia waren sehenswert. Neben dem Bummel über die Märkte und Basare, sowie durch die Gassen der Altstadt, war auch der Besuch des alten Stadttors und der Moschee angesagt.

Außerdem gab es noch die große Festung, Bordj el-Kebir genannt, zu besichtigen.

Einen weiteren Tag verbrachten wir, indem wir eine sogenannte Piratenfahrt mitmachten.
Auf einem nachgebauten Segelschiff, natürlich mit Motorantrieb, ging es die Küste entlang. Hierbei konnte man mal einen Blick von der Seeseite aus auf die Hotelanlagen werfen.

Während der Fahrt wurden einige lustige Spielchen veranstaltet. Außerdem gab es natürlich etwas zu essen und Getränke.

Das Ende der Fahrt fand im Hafen statt. Hier hatte ein Verwandter des Kapitäns gerade ein neues Cafe aufgemacht, das wir unbedingt besuchen sollten. Wir gönnten uns diesen Besuch und wurden nicht enttäuscht. Gemeinsam mit den Hafenarbeitern saß man in gemütlicher Atmosphäre beisammen und wurde freundlich und ausgesprochen günstig bedient.

Ein weiterer Tagesausflug führte uns nach El Jem. Die Idee hierzu kam uns beim Beachvolleyball. Der Animateur, mit dem wir uns sehr gut verstanden, schwärmte vom Kolosseum in El Jem. Außerdem empfahl er uns, dort einfach mit einem Taxi hinzufahren. Für wenig Geld konnte man einen Taxifahrer den ganzen Nachmittag buchen und so den Tag in El Jem verbringen.
Über die Hotelrezeption bestellten wir uns dann einen vertrauenswürdigen Taxifahrer und handelten mit ihm den Preis für die 7 Personen aus. Für das Großraumtaxi bezahlten wir umgerechnet 20 Euro für die 50 km lange Tour in Richtung Osten.
Die Fahrt dorthin dauerte etwas über eine Stunde und wir wurden durch den Taxifahrer direkt am Kolosseum abgesetzt. Hier ging es dann, nach einem kurzen Bummel durch die Reihen der Souvenierhändler, ins Kolosseum.
Ebenso wie die Bauwerke in Pula und Rom ist dieses sehr gut erhalten.

Zusätzlich ist dieses aber komplett begehbar. Es gab keine abgesperrten Bereiche und man konnte seinen Weg frei wählen, sodass wir einige Stunden brauchten, bis wir das Monument erschöpfend besichtigt hatten.

Danach ging es in ein Cafe in der Nähe, das einem Verwandten des Taxifahrers gehörte. Auch hier wurden wir ausgesprochen freundlich mit Tee und kalten Getränken bedient. Auch einen kleinen Snack ließen wir uns nicht entgehen.

Hiernach brachte uns der Taxifahrer dann wohlbehalten in die Hotelanlage zurück und erhielt von uns  noch ein adäquates Trinkgeld für seine freundlichen Dienste.

Elli machte dann noch einen Ausflug ohne uns Männer. Sie buchte über das Hotel eine Bustour nach Tunis und Karthago. Bereits früh am Morgen ging es für sie mit dem klimatisierten Bus los, während Sönke und ich uns noch einmal umdrehten und weiter schliefen.
Während wir den Tag am Strand und Pool verbrachten, besuchte Elli die antiken Stätten in Karthago. Danach stand ein Besuch eines Basars in Tunis mit Mittagessen auf dem Programm, bevor es dann zurück zum Hotel ging. Hier traf sie am frühen Abend erschöpft wieder ein.

Alles in allem gingen die 14 Tage Urlaub schnell vorbei. Unsere lustige Truppe löste sich auch langsam auf, da die Abreisedaten der einzelnen immer näher rückten.

Unser Rückflug ging erst am frühen Nachmittag, sodass wir am frühen Morgen aus dem Zimmer ausziehen mussten, aber nicht viel Wartezeit bis zum Bustransfer hatten.
In Paderborn angekommen, wurden wir wieder abgeholt und waren bereits am frühen Abend wieder zurück in Harsum.

Florida zu Dritt

Florida (USA) 2003

Im Mai ging’s dann mit Sönke das erste Mal nach Amerika.

Abflug war in Hannover. Von dort ging es über Amsterdam nach Miami.

Dort angekommen war erstmal die Verleihstation des Mietwagens angesagt.
Kleine Probleme machte der Kindersitz. Der erste Sitz ließ sich nicht befestigen, der Zweite war vollgekotzt. Beim Drittten hat es dann geklappt und weiter ging es in Richtung vorgebuchtem Motel in Miami Beach.
Auf der Anfahrt über die völlig überlastete Collins Avenue kam es dann noch zu einem Auffahrunfall mit einigen amerikanischen Party-Teenagern. Die waren ganz begeistert, dass die Abwickelung ohne Polizei erfolgte. War ja auch kein Schaden am Wagen.

Am nächsten Tag wollten wir uns dann erstmal Urlaub gönnen. Es ging Richtung Key West.
Ein Motel, das El Patio, war schnell gefunden und erstmal an den Pool legen.
Danach dann Sightseeing, die üblichen Punkte Sloopy Joes, Most Southern Point, Sundown etc.

Am darauffolgenden Tag ging es die Keys wieder hoch. Wir machten Station im „Theatre of the sea„. War einfach toll und familiär, besonders das Schwimmen mit den Fischen in der künstlichen Lagune.

Unser Motel fanden wir in Homestead. Das Abendessen nahmen wir in einer Bar zu uns. Während unseres Aufenthaltes sendete ein Radiosender live aus der Bar.

Es führte uns dann in die Everglades. Einmal bis Flamingo City und dann nach Fort Myers. Dort haben wir das Edison Haus besichtigt und ein bisschen am Pool relaxt.

Der nächste Stopp war dann Treasure Island. Dort haben wir mit dem Trade Wind Motel eine tolle Unterkunft direkt am Strand gefunden.
Wir haben da einige Tage Station gemacht und die Sehenswürdigkeiten der Gegend besucht. Dazu gehörten ‚the pier‘ (St. Petersburg), Ybor City (Tampa) und das Aquarium (Tampa).
Von Treasure Island ging es dann zur Verwandtschaft nach Beverly Hill (Fla.). Die Adresse haben wir auch tatsächlich wiedergefunden.

Zusammen mit Ursel haben wir einige Tage verbracht und wiederum den Homosassa Springs Wild State Park besucht.

Sönke war übrigens am Pool des Rentnerparadieses der uneingeschränkte König. Nur einmal hat es Mecker gegeben, weil er zu schnell zur Toilette gerannt ist. Die weit über 80 Jahre alte Kitty hat ihn dann gescholten – auf Englisch. Gut, dass Sönke kein Wort verstanden hat.

Nach viel Trennungsschmerz kam dann der Abschied und wir fuhren in Richtung Orlando weiter. Hier stand das Disney Resort auf dem Programm.

Nach Magic Kingdom und Animal Kingdom hatten wir aber erstmal genug von Vergnügungsparks.

Wir fuhren Richtung Norden nach St. Augustine.
Die Motelsuche in St. Augustine Beach gestaltete sich zunächst etwas kompliziert, war aber dann doch von Erfolg gekrönt, so dass wir einige Tage am Strand verbringen konnten.
Schön war, dass wir den Sunset Grill, den wir bereits von unserem ersten Floridatrip kannten, immer noch vorfanden.

Von St. Augustine Beach ging es dann die Küste entlang nach Cocoa. Hier stand die Besichtigung vom Kennedy Space Center auf dem Programm. Sönke fand es toll dort.

Nachdem wir unseren Urlaubsplan noch einmal gecheckt hatten, stellten wir fest, dass noch ausreichend Luft vorhanden ist und wir fuhren erneut nach Orlando. Diesmal stand Seaworld an.

Highlight hier war sicherlich das Streicheln der Delphine und die Orca-Show mit Shamu.

Der Besuch war aber dann wirklich der letzte Park auf der Tour.
Abends gings dann noch in Richtung Disney Downtown Area mit einem Abendessen im dortigen Planet Hollywood.

An der Atlantikküste ging es zurück in Richtung Miami.
In Fort Lauderdale überraschte uns dann auch erstmals Regen. Kurz und heftig gingen sintflutartige Regengüsse runter.

Jetzt war nur noch Sightseeing in Miami angesagt. Neben dem Bayside Marketplace, Downtown und Key Biscane, haben wir noch das Planetarium im Museum of science besucht.

Am Abend ging es dann zurück in Richtung Deutschland.
Nach der Rückgabe des Mietwagens folgte noch eine kurze Wartezeit im Flughafen. Hier musste übrigens selbst Sönke seine Schuhe in Größe 23 zum Durchleuchten abgeben.

Von Amsterdam, wo wir in den Morgenstunden ankamen, ging es dann mit einem Zubringerflug nach Hannover und dann hatten wir es geschafft – drei Wochen Florida lagen hinter uns.

Winterurlaub in Ägypten

Hurghada – Ägypten
(03.11. – 17.11.2000)

Im Jahr 2000 weilte die Expo in Hannover.
Aus diesem Grund gab es für mich eine Urlaubssperre und der Jahresurlaub musste in die kalte Jahreszeit verlegt werden.
Da es auch Olli so erging, beschlossen wir mit den Familien gemeinsam im November in Richtung Sonne zu fliegen. Mit Ägypten war schnell ein Ziel gefunden, das uns allen zusagte. Für die Kinder gab’s Meer und Strand und für den Rest auch noch ein bisschen Kultur.

Mit Hapag Lloyd ging es nach Hurghada am Roten Meer. Unser Hotel war das Quality Royal Palace. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zimmervergabe und dem Essen war es dann auch okay. Unser Abendessen bestand an diesem Abend aus einem kalten Vorspeisenteller, da man nicht mit unserer Ankunft gerechnet hatte – und bezahlen sollten wir ihn auch noch.

Unsere Zimmer lagen im ersten Stock und vom Balkon aus konnte man das Meer sehen. Das Zimmer von Olli und Birgit lag auf der gegenüberliegenden Wegseite, da sie ein Familienzimmer erhalten hatten, während wir lediglich ein Zustellbett erhielten.

Der Tagesablauf war eigentlich immer der Gleiche. Morgens zum reichhaltigen Frühstücksbüffet und dann an den Strand.

Die Kinder fanden es klasse. Jeden Tag wurden neue Kreationen von Sandburgen gebaut. Über die obligatorischen Pyramiden bis zu Krokodilen.

Aber auch das obligatorische Strandkamel durfte an unserem Hotel nicht fehlen und tauchte in regelässigen Abständen immer wieder auf.
Birgit bekam dann zum Zwecke der Kundenwerbung einen kostenlosen Aufstieg mit dem Kamel, den wir für sie aushandelten.

Ansonsten hätte man von der Hotelanlage aus auch noch surfen können. Die Mädels probierten das einmal, aber leider – oder Gott sei Dank – war nicht ausreichend Wind dafür vorhanden, so dass Schnorcheln und Sandspiele als Zeitvertreib übrig blieben.

Abends war dann ebenfalls Büffet angesagt. Man musste sich allerdings Anstellen bis der Speisesaal geöffnet wurde. Danach ging die Schlacht am kalten Büffet los. Die Osteuropäer luden sich hierbei ihre Teller über Gebühr voll … und aßen noch nicht einmal alles auf, so dass für den Rest teilweise nur leere Platten bleiben.
Einziges Manko des Hotels war die Einlasskontrolle. Zunächst dachten wir, dass dies aus Sicherheitsgründen geschehen würde. Weit gefehlt. Es wurde kontrolliert, ob Lebensmittel und Getränke ‚eingeführt‘ werden, da man ja alles überteuert im Hotel kaufen sollte. Hier hatten wir allerdings den eindeutigen Vorteil der Kinderkarre, die nicht einmal kontrolliert wurde, und der blonden Kinder, die man ausgesprochen süß fand, so dass wir einiges ins Hotel ’schmuggeln‘ konnten.

Im Nahbereich des Hotels gab es wenig zu erkunden. Einige kleine Läden, ein Duty-Free-Shop (der einzige Laden in dem man Alkohol kaufen konnte) und noch mehr Hotels.
Außerdem gab es ein paar vereinzelte Stände, an denen man von Einheimischen Obst kaufen konnte, das im Hotel auch nicht immer vorrätig war.

Dies alles führte dazu, dass wir einen Ausflug nach Hurghada selbst machten. Dazu stoppten wir einfach ein Taxi an der Straße und handelten den Fahrpreis aus. Also Kinderkarre aufs Dach und los ging es. Alle Bedenken bezüglich der Befestigung der Karre wurden durch den Fahrer abgetan. Die Fahrt selbst war eigentlich nicht lang und führte die Hotelstraße entlang. Zur Geschwindigkeitsbegrenzung waren Betonschwellen in die Fahrbahn eingelassen. Nach einer dieser Schwellen, die unser Fahrer mit erstaunlicher Ignoranz behandelte, blickten wir zurück und sahen noch, wie sich die Karre auf der Straße überschlug. Wir haben sie dann eingesammelt und mit dem Fahrer den Schaden am Rohrgestell in Augenschein genommen. Der sah darin kein Problem und fuhr uns in eine Fahrradwerkstatt, wo das gute Stück auf seine Kosten repariert wurde.

Während der Reparatur gingen wir über den Basar und schauten uns die Sehenswürdigkeiten an. Zum Abschluss noch ein Eis von McDonald’s, die auch den Weg nach Hurghada gefunden hatten und zurück ging es ins Hotel.

Ein weiterer Tagesausflug war die obligatorische Schnorcheltour im Roten Meer.
Hierzu buchten wir die Tour auf einem Boot, das uns an unserem Strandabschnitt abholte.
Es gab dann drei Stopps zum Schnorcheln, wobei wir uns in der Kinderbetreuung immer abwechselten, da die Drei nicht mit ins Wasser durften. Dies galt jedenfalls für die beiden ersten Tauchgänge.

Die Tauchgänge selbst waren schon klasse. Die Fischwelt einfach toll und das, obwohl sie mittlerweile auch in dieser Region rückgängig ist.
Nach den ersten beiden Tauchgängen gab es auf dem Schiff ein Mittagsessen. In der Schiffskombüse wurde Reis gemacht und Fisch gebraten. Dazu wurde ein Kaltgetränk gereicht.
Der dritte Tauchgang war auf einer Sandbank mit einem flachen Riff. Wir wurden im knietiefen Wasser abgesetzt und konnten eine gewisse Zeit bleiben. Hier konnten die Kinder im Sand spielen und selbst ins Wasser gehen.
Als dann der Zeitpunkt der Rückkehr gekommen war, hatte die Flut eingesetzt und das Schiff war nicht mehr zu Fuß zu erreichen. Also wurden die Kinder auf die Schultern gesetzt und zum Boot zurück geschwommen.
Danach war dann auch dieses Abenteuer beendet.

Der nächste Tagesausflug fand dann zweigeteilt statt. Es war eine Bustour nach Luxor und ins Tal der Könige. Da die Tour sehr früh startete, Abfahrt war um 05:00 Uhr morgens, und bis in die späten Abendstunde andauerte, fuhren zunächst Elli und Birgit und zum nächsten Termin Olli und ich. Für die Kleinen war die Tour zu anstrengend.
Wie gesagt ging es morgens um 05:00 Uhr los. Der Bus fuhr verschiedene Hotels an und sammelte Gäste ein. Danach ging es zu einem zentralen Treffpunkt, an dem sich alle Busse zu einem bewachten Konvoi trafen. Insgesamt waren es circa 50 Busse, die die Fahrt zusammen antraten. Auf der gesamten Fahrt durch die Wüste in Richtung Nil gab es nur eine kurze Pause an einer Raststation.

Am Nil angekommen ging es dann durch fruchtbarere Regionen weiter in Richtung Süden bis nach Luxor.
Dort wurde zunächst eine Teppichknüpferei besucht. Dieser Besuch erinnerte stark an eine Verkaufsveranstaltung. Danach gab’s ein gemeinsames Mittagessen und wir wurden im Anschluss an der Tempelanlage von Karnak abgesetzt.
Hier war eine kleine Führung im Eintrittspreis inbegriffen. Nach der Führung hatten wir noch etwas Zeit die Anlage selbstständig zu erkunden.
Nachdem wir uns alle wieder im Bus versammelt hatten, ging es weiter auf die andere Nilseite.
Hier machten wir den nächsten Stopp am Palast der Hatschupset.

Eine imposante Anlage mit deren Rekonstruktion die Ägypter immer noch nicht fertig sind.
Allein die freigegebenen Ebenen des Tempels waren den Besuch wert.

Weiter ging es danach zum Tal der Könige.

Hier mussten wir, nach Erwerb der Eintrittskarten, noch eine kurze Fahrt mit einer Bimmelbahn machen, bis wir im eigentlichen Tal der Könige waren.
Die einzelnen Grabkammern sind nicht alle gleichzeitig geöffnet, sondern nur eine gewisse Anzahl, um deren Verfall so gering wie möglich zu halten.
Mit unserer Eintrittskarte konnten wir drei Grabkammern besichtigen.

Nach zwei Grabkammern hatten wir jedoch erstmal genug. Zum einen musste man für den Einlass anstehen und bewegte sich danach im Gänsemarsch durch die Grabkammer. Außerdem war die Luft in den Grabanlagen schrecklich.
Die Grabkammern selbst waren sehenswert.
Wir gingen dann noch zum Grab des Tutenchamun. Dieses war jedoch zum Zeitpunkt unseres Besuches geschlossen.

Olli und ich machten uns dann zu Fuß auf den Rückweg zum Bus. Dort angekommen gab es einen kleinen Snack, der uns für die Rückfahrt stärken sollte.
Im Hotel angekommen verzichteten wir auf Grund unserer Erfahrungen vom Ankunftsabend auf ein weiteres Essen und gingen nur noch ins Bett.

Weitere Tagesausflüge machten wir in den zwei Wochen nicht mehr.

Wir verbrachten die Zeit hauptsächlich mit relaxen.

Bevor es mit dem Flieger zurückging, gönnten wir uns noch ein Essen in einem einheimischen Restaurant, das in der Nähe der Hotelanlage lag. Das Restaurant trug  den Namen ‚Ballermann‘, was aber zu diesem Zeitpunkt nicht zutreffend war, da das Essen gut war und die Stimmung freundlich.

Zurück in Deutschland warf uns dann das nasskalte November-Wetter zurück.

Erster Urlaub mit Kind

Skanes / Tunesien (07.06.1999 – 15.06.1999)

Es sollte der erste richtige Urlaub mit Sönke werden. Sönke stand kurz vor seinem 2. Geburtstag und war daher noch frei, so dass die Reise zu diesem um einiges günstiger ausfiel, als einen Monat später.
Wir informierten uns im Tui-Center Hildesheim über mögliche Reiseziele und kamen schnell auf Tunesien, da der Sandstrand uns und auch Sönke sehr ansprach. Da Sönke mitfuhr, war uns die Tui als Reiseveranstalter wegen ihrer Verlässlichkeit sehr willkommen.

So ging es dann am 07.06.2009, um 07:40 Uhr, ab dem Flughafen Hannover los.
Sitzplätze und Gepäckabgabe hatte ich schon durch die Möglichkeit des Vorab-Checkins am Vorabend erledigt, so dass uns unser Nachbar Karl-Heinz nur noch eine Stunde vorher am Flughafen absetzen musste.
Dort angekommen, stellten wir schnell fest, dass Elli ohne Reisedokument unterwegs war. Das würde die Einreise in Tunesien als schwierig gestalten. Also schnell wieder in Harsum angerufen und Karl-Heinz machte sich sofort wieder auf den weg. Diesmal mit den Pässen.
In Rekordzeit traf er trotz Berufsverkehr am Terminal C ein. Elli erwartete ihn schon draußen, während Sönke und ich bereits im Wartebereich sitzen mussten.
Als Elli zu uns stieß, waren wir alle sichtlich erleichtert. Besonders, da auch Sönkes Kinderausweis mit dabei war. Wie wir später feststellten, hätte er ohne diesen in Tunesien ebenfalls nicht einreisen dürfen.

Der Flug gestaltete sich problemlos. Besonders Sönke, für den es der erste Flug war, stellte kein Problem dar. Obwohl wir eigentlich kein Anrecht auf einen Sitzplatz für ihn hatten, wurde ihm trotzdem ein Platz zur Verfügung gestellt und zudem erhielt auch er ein volles Frühstücksmenü.
Nach knapp 2 Stunden Flugzeit landeten wir in Monastir. Vom Flughafen erfolgte ein kurzer Bustransfer bis zur Rezeption des Residence Club Skanes, das an der Hauptstraße zwischen Sousse und Monastir liegt.

Die Rezeption wirkte pompös gestaltet. Die Clubanlage selbst war mit ihren Bungalows schön konzeptioniert und angelegt.
Unmittelbar nach unserem Eintreffen erhielten wir bereits unseren Bungalow, der nur wenige Minuten vom Pool und der Hauptanlage entfernt war. Der Weg zum Strand war auch nicht besonders lang.
Das Zimmer selbst war ordentlich und zweckmäßig eingerichtet. Das Kinderbett war auch bereits aufgestellt.
Den Rest des Tages verbrachten wir damit, die nähere Umgebung zu erkunden.
Den gang mit dem Buggy nutzte Sönke erstmal um seinen Schlaf nachzuholen.
Schnell stellten wir bei dem Spaziergang fest, dass hier lediglich die Hotelanlage vorhanden war.
Es gab also keine Einkaufsmöglichkeiten, was auch nicht weiter schlimm war.
Gebucht hatten wir sogenannte Halbpension Plus, d.h. reguläre Halbpension plus die einheimischen Getränke und Mineralwasser kostenlos. Also ‚all-inklusive‘-light.
Dies sollte sich noch als Vorteil erweisen, da Sönke sich die komplette Woche über von Mineralwasser, Orangen und Weißbrot ernährte. Jeder andere Menüvorschlag wurde von ihm rigoros zurückgewiesen.

Die tage selbst gestalteten sich in der Woche sehr ruhig. Tagsüber waren wir zunächst am Strand, wo wir Sandburgen bauten und versuchten Sönke davon zu überzeugen, dass ihm die Wellen nichts tun. Er blieb aber standhaft und verweigerte jegliche Kontaktaufnahme mit dem Meer.
Auch das Bauen von Sandburgen in Nähe der Wellenlinie brachte uns in dieser Hinsicht nicht voran.
Nach dem Mittagsschlaf ging es dann an den Kinderpool. Hier gab es einige Gleichaltrige, mit denen er herumtoben konnte.
Abends setzten wir uns dann auf die Terrasse des Restaurantbereichs und genossen das kalt-warme Büffet.
Danach spielten die Kinder noch im Atriumbereich des Haupthauses, bevor es für sie ins Bett ging, während wir Eltern uns im Barbereich aufhielten.

Bei unserem ersten Aufenthalt im Barbereich passierte uns dann auch folgende Panne. Der Strom auf dem Zimmer wird mit dem Schlüsselanhänger freigeschaltet, indem man diesen in einen dafür passenden Schlitz einschiebt.
das taten wir auch, schlossen das Babyphon an und Elli ging vor, um die Reichweite zu testen. Als sie feststellte, dass der Barbereich in Reichweite lag, nahm ich den Schlüssel und kam nach. Es herrschte herrliche Ruhe auf unserem Zimmer. Kein Wunder, da das Babyphon nur mit Strom funtioniert und ich diesen ausgeschaltet hatte. Gott sei Dank war unser Aufenthalt nicht lange und Sönke schlief tief und fest.
Für die darauffolgenden Abende nahmen wir den Schlüsselanhänger einfach ab und konnten nun auch verfolgen, was im Zimmer passiert.

Während unseres einwöchigen Aufenthaltes machten wir zwei Kurzausflüge.
Der erste ging mit dem Abenteuer ‚öffentlicher Bus‘ von der Haltestelle vor der Hotelanlage nach Monastir.
Hier besuchten wir die Moscheeanlage und den Hafen.
Zu mehr hatten wir auf Grund der hohen Temperaturen keine Lust.
Für den zweiten Ausflug nutzten wir ebenfalls den Bus. Diesmal ging es in die andere Richtung nach Sousse.
Hier erkundeten wir die Altstadt, den Palastbereich und den Bazar.
Gewöhnungsbedürftig während dieser Trips war, dass jeder die blonden Haare berühren wollte und dies auch zumeist tat. Aus Höflichkeit ließen wir dies zumeist geschehen. Sönke interessierte das eigentlich überhaupt nicht.

Unser Rückflug ging dann am späten Nachmittag. Bereits bis Mittag mussten wir das Zimmer geräumt haben, was auch verständlich war, da die neuen Gäste bereits eintrafen.
Wir konnten dann unsere Koffer unterstellen und uns trotzdem in der Hotelanlage aufhalten und bekamen auch noch die Mahlzeit und Getränke. Zum Duschen gab es eine Möglichkeit in einem Schwimmbad des Hotels, die wir dann auch nutzten.

Der Rückflug selbst war etwas länger als der Hinflug, verlief aber ebenfalls problemlos. Auch hier erhielt Sönke einen eigenen Sitzplatz, nachdem ich ihn kurzfristig auf den Schoß nehmen musste, da uns nicht klar war, ob der dritte Platz in unserer Reihe frei bleibt.

Relaxen in der Türkei

Tekirova 1996

Im Jahr 1996 ging es das erste Mal in die Türkei.
Es war eine Last-Minute-Reise mit einem sogenannten Glückshotel, d.h. es war seine Hotelkategorie bekannt, aber was letztlich dabei herauskam, war dem Zufall überlassen.
Wir landeten letztendlich in dem kleinen Familienhotel Eser in Tekirova.

Der Flug ging ab Hannover mit Pegasus-Airlines nach Antalya.

Dort angekommen ging es mit dem Bus zum Hotel.

Beim Aussteigen dachten wir erst einmal, dass es ein Irrtum sein muss, da der Ort sich uns bis dahin noch nicht gezeigt hatte und das Hotel eher wie eine Ferienpension aussah.

Als wir dann unser Zimmer erhielten, waren wir aber bereits von dem Hotel positiv überrascht. Die Zimmer waren groß und geräumig und vor allen Dingen sauber.
Das erste Zimmer gefiel uns jedoch nicht hundertprozentig, da es im Erdgeschoss lag und direkt zum Pool und zur Bar wies.

Nachdem wir kurz an der Rezeption vorgesprochen hatten, erhielten wir ein Zimmer in der ersten Etage mit Balkon zum Meer.

Der Urlaub war als pure Entspannung geplant und so gestaltete er sich auch.
Die meiste zeit lagen wir am Pool und genossen das wunderbare Wetter.
Eher selten nahmen wir den Gang von 15 Minuten zum Strand auf uns. Besonders, da der schönste Bereich des Kiesstrandes von einem Hotel belegt war. Wir nahmen zwar einige Male das Angebot des fremden Hotels einfach in Anspruch, waren uns aber bewusst, dass wenn wir angesprochen werden, uns zurückziehen müssen.

Abends bummelten wir über die Einkaufsstraße von Tekirova, wo unser jeder Händler auf einen Tee einlud, damit wir in sein Geschäft kamen.
Auch dieses Angebot nutzten wir leidlich, wobei wir am Ende des Urlaubs auch zu dem Goldhändler unseres Vertrauens gingen und einige Stücke erwarben. Der Preis für Gold war in der Türkei dann doch wesentlich erschwinglicher wie in Deutschland.

Die meiste Zeit verbrachten wir jedoch am Pool.

Elli allerdings verbrachte nach einigen Tagen auch viel Zeit in der Nähe der sanitären Einrichtungen, da sie sich eine Magenverstimmung eingehandelt hatte. Nach Erwerb eines Medikaments und einer eintägigen Behandlung ging es ihr aber wieder besser und auch sie genoss dann den Urlaub.

Am Pool lernten wir dann Anna und Adam kennen, die aus Braunschweig kamen und etwas jünger als wir waren. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und machten auch zwei Tagesausflüge zusammen.
Der erste Ausflug bedurfte etwas Planung, da wir ihn mit dem Motorroller machen wollten.
Auf dem Weg zur örtlichen Disko kamen wir an einem Verleiher vorbei. Neben dem Genuss von Raki und Tee machten wir auch einen Deal über das Leihen von zwei Rollern.
Auf die erforderlichen Fahrerlaubnisse befragt, gab er lediglich an, dass die in der Türkei nicht kontrolliert werden. Auch Schutzhelme wurden nicht mit verliehen. Das war auch irgendwie uncool.

Am nächsten Tag holten wir morgens die Roller ab und starten in Richtung Westen die Küste entlang.
Hier gab es eine kleine Bucht bei Olympos, die mit dem Pkw nicht zu erreichen war und für ihren wunderschönen Strand bekannt war.

Als wir nach einem kurzen Fußmarsch die Bucht erreicht hatten, genossen wir die Ruhe und das klare Wasser.
Nach dem kurzen Badeaufenthalt und einem Mittagssnack in einem nahen Bauernrestaurant ging es dann in die andere Richtung bis nach Kemer. In Kemer besuchten wir kurz die Strandpromenade und stellten fest, dass wir es in Tekirova eigentlich wirklich gut erwischt hatten.
Danach ging es dann nach Phaselis weiter. Hier wandelten wir alle zusammen durch die antiken Ruinen der alten Hafenstadt.

Nach dem Besuch der antiken Stätten ging es dann mit dem Roller zurück zum Verleiher.
Noch kurz ein Getränkestopp in der Nähe einer Moschee an der Hauptstraße und dann waren wieder zurück.
Damit war unsere Abenteuerlust auch gestillt. Adam hatte jedoch erst Lust bekommt und unterlag jetzt dem Adrenalinrausch. Bis zu unserer Abfahrt versuchte er mich immer wieder davon zu überzeugen Wasserski, Jetski oder Fallschirmgleiten zu machen. Ich blieb jedoch standhaft.

Ein Highlight des Aufenthaltes in Tekirova war noch der Besuch des kleinen Restaurants nebenan. Der Koch machte eine herrliche Mettpfanne mit Paprika und Peperoni, die wir während des Urlaubs mehrfach genossen.

Das lag allerdings auch leider daran, dass das Essen unseres Hotels sehr wechselhaft war. Nicht immer erfüllte es unsere Ansprüche. Insbesondere das Frühstücksbüffet war schlecht, da es immer wieder das Gleiche war.

Am Abend unserer Abfahrt setzten wir uns dann noch bis zum Eintreffen des Busses an die Bar und genossen das ein oder andere Getränk zusammen. Da der Bus erst gegen 23:00 Uhr erschien, hatten wir dafür viel Zeit.
Auf dem Flughafen in Antalya zögerte sich unser Abflug dann noch etwas heraus, da wir erst die Abfertigung der schwer bewachten El-Al Maschine aus Israel abwarten mussten. Da es sich aber um einen türkischen Flughafen handelte, war Rauchen an keinem Ort ein Problem.

Nach einem ereignislosen Rückflug kamen wir in der Nacht in Hannover an und gönnten uns ein Taxi zu unserer Wohnung in der Redenstraße.

Adam und Anna haben wir dann noch einige Male wieder getroffen, um gemeinsame Erinnerungen auszutauschen.

Rundtour durch den Südwesten der U.S.A.

Kalifornien (USA)

Samstag, 24. Juni 1995
Um Mitternacht ging es in Hannover mit dem Pkw in Richtung Frankfurt los. Lars hatte sich bereit erklärt, uns nach Frankfurt zu fahren.

Dort trafen wir gegen 04:00 Uhr morgens ein und hatten noch ungefähr zwei Stunden Zeit bis unser Flug ging. Diesmal hatten wir einen Flug über Italien gebucht. Der startete dann auch pünktlich um 07:40 Uhr und wir trafen um 09:25 Uhr in Mailand-Lignate ein. Von dort sollte ein Bustransfer nach Mailand-Malpese erfolgen, wo der Flug nach Los Angeles ging.
Für diesen Bustransfer war eine Zeitspanne von knapp 4 Stunden eingeplant. Um es vorweg zu nehmen, hat Allitalia es geschafft, diese Zeitspanne voll auszuschöpfen. Der Bus sollte um 11:15 Uhr abfahren und hatte eine angedachte Fahrzeit von circa 45 Minuten. Der geplante Abflug war 13:15 Uhr, so dass eigentlich noch ausreichend Zeit für einen Mittagssnack und Einchecken war.

Tatsächlich fuhr der Bus dann aber erst um 12:45 Uhr ab.
Die Nerven der Wartenden waren zum zerreißen gespannt – nur das Servicepersonal nahm es mit südländischer Gelassenheit. Vor der Abfahrt musste der Busfahrer dann erst noch einmal die Fahrkarten kontrollieren und Geld wechseln. Dann ging es in den Mailänder Verkehr. Um 12:55 Uhr hatten wir es dann zum Einchecken ans Gate geschafft. Dort erwartete man uns jedoch nicht hektisch, sondern sagte uns lediglich, dass die Verspätung bereits in den Abflug mit eingeplant ist und der Abflug dem Entsprechend auch auf 13:40 Uhr verschoben ist. Damit hatten wir dann doch noch Zeit für einen Kaffee gewonnen, denn tatsächlich hob der Flieger erst um 15:00 Uhr ab.
Die ersten 15 Stunden unserer Reise nach Kalifornien lagen hinter uns und wir hatten noch nicht einmal den europäischen Kontinent verlassen. War nicht auch Kolumbus ein Italiener? Wie hat der jemals den amerikanischen Kontinent erreicht?
Um 17:10 Uhr Ortszeit landeten wir dann in Los Angeles.
Noch kurz den Mietwagen in Empfang nehmen – einen Ford Tracer Mercury mit einem Tachometerstand von 10194 Meilen. Vergleichbar mit einem Ford Escort in Europa.
Dann ging es auf Motelsuche. Wir wollten nicht zu lange suchen, aber auch nicht ein teures Hotel in Flughafennähe nehmen, so dass wir erstmal etwas abseits vom Flughafen suchten. Fündig wurden wir dann am Century Boulevard. Das Sea Breeze Inn für 35 Dollar die Nacht war okay.
Noch ein kurzes Abendessen bei Burger King und dann ins Bett.
Gegen halb Fünf – mitten in der Nacht – will dann Elli unbedingt die Klimaanlage umstellen. Nach einigem Rumgefummel klappt das dann auch.

Sonntag, 25. Juni 1995
Bereits um 07:00 Uhr morgens waren wir wach. Das Wetter war zunächst nicht so toll – lediglich 15 Grad Celsius und bedeckt.
Nach einem kurzen Frühstück ging es dann erstmal nach Venice Beach.

Da das Wetter sich nicht besserte, blieb es beim Sightseeing am leeren Strand. Danach ging es über den Highway 1 nach Norden.

Am Vormittag trafen wir dann in Santa Barbara ein und machten erstmal einen Bummel durch die Stadt. Von dort aus fuhren wir dann nach San Luis Obispo, ein schöne Stadt im spanischen Stil, weiter. Dort gönnten wir uns ebenfalls einen Stadtbummel.

Diesmal aber bei wolkenlosem Himmel und angenehmen 25 Grad Celsius.
Übernachten wollten wir unbedingt in Morro Bay an der Küste, da uns dieser Ort bei unserem ersten Besuch so gut gefallen hatte.
Diesmal gestaltete dich die Zimmersuche hier etwas schwieriger, da der Ort immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Touristen wird.

Nach einem Abendessen in Margie’s Diner und einem Besuch der Küste, wo man den Fischottern beim Muscheltauchen zuschauen kann, ging es dann zurück zum Motel.
Das Wetter hatte sich mittlerweile wieder bedeckt und es waren unangenehme 15 Grad Celsius.

Montag, 26. Juni 1995
Wieder sind wir gegen 07:00 Uhr aufgestanden. Gegen 08:00 Uhr hatten wir dann gefrühstückt und traten die Weiterfahrt an.
Nach circa einer Stunde Fahrt mussten wir das erste Mal tanken.
Der Tacho stand auf 10427 Meilen und wir mussten 5,69 Gallonen nachfüllen. Das Ganze kostete uns 7 $. Das entspricht 372 Kilometer mit 21 Litern und einem Durchschnittsverbrauch von ungefähr 5,6 Litern auf 100 Kilometern.
Danach ging es weiter auf dem Highway bis zum Leuchtturm Piedras Blanco und dann dem Julia Pfeiffer Burns National Park, wo wir eine kleine Mittagspause machten.

Gegen Nachmittag waren wir dann am Point Lobos National Park, der mittlerweile 6,50 $ Eintritt kostete, die wir aber investierten, um Seelöwen und Fischotter zu sehen. Für Wale war wieder nicht die richtige Jahreszeit.

Es ging dann weiter bis nach Monterey, wo wir für knapp 43 $ die im California Motel an der Fremont Street unterkamen.
Danach ging es dann noch zum Sightseeing nach Monterey. Dort besonders zum Old Fisherman’s Wharf, der alten Hafenanlage mit Handelshaus und Verwaltungsgebäude.

Den Abend verbrachten wir am Motel und aßen im nahegelegenen Restaurant ‚Grandma’s kitchen‘.

Dienstag, 27. Juni 1995
Nachdem wir gegen halb acht aufgestanden waren, frühstückten wir auch in ‚Grandma’s kitchen‘. Danach ging es weiter in Richtung San Francisco. Wir fuhren weiter den Highway 1 entlang und nahmen einen zweiten Kaffee in Santa Cruz zu uns.

Den nächsten Stopp machten wir am Strand von Scott Creek, der zwischen der Half Moon Bay im Norden und Santa Cruz im Süden liegt.
Am frühen Nachmittag trafen wir in San Francisco ein. Die frühe Ankunft nutzten wir, um die Golden Gate Bridge in Richtung Norden zu überqueren und von der Nordseite ein paar Fotos zu schießen.

Danach suchten wir uns eine Unterkunft und entschieden uns wieder für das Surf Motel in der Lombard Street.
Von hier aus ging es in Richtung Downtown und Chinatown, wo wir uns bis zum frühen Abend aufhielten.
Unser Abendessen nahmen wir im ‚New Great Wall‘, einem chinesischem Restaurant in Chinatown zu uns.
Als das erledigt war, wandten wir uns der Rückfahrt zu. Diesmal sollte es mit dem öffentlichen Bus zurück zum Motel gehen. Nachdem wir die entstprechende Linie Nr. 30 gefunden hatten, stiegen wir an der Haltestelle Broadway ein und fuhren bis zur Chestnut Street. Das Ganze kostete 1 $ pro Person. Der Fahrer war dann auch noch so nett, uns Bescheid zu sagen, als es für uns besonders günstig war auszusteigen, da die Chestnut Street eine Nebenstraße der Lombard Street ist und wir nicht wussten, auf welcher Höhe das Motel liegt.
Den restlichen Abend haben wir dann im Motel verbracht und die ersten Ansichtskarten geschrieben.

Mittwoch, 28. Juni 1995
Bereits am nächsten Morgen verließen wir San Francisco wieder. Von unserem ersten Aufenthalt drei Jahre zuvor hatten wir bereits genug Sightseeing in der Stadt gemacht.
Nach einem reichhaltigen Frühstück im International House of Pancake ging es weiter auf dem Highway 1 in Richtung Norden.
Erstmals schien bereits morgens die Sonne. Trotzdem war es noch europäisch kühl am Morgen.
Auf dem alten Highway 1 ging es dann bis Bodega Bay, wo wir am Vormittag eintrafen. Zunächst suchten wir das Schulhaus aus dem Film „Die Vögel“ und fuhren danach zum Hafen.

Es war schon verwunderlich, wie der Eindruck aus dem Film nicht mit der Realität übereinstimmte. Nachdem wir alles gesehen hatten, nahmen wir in einem Restaurant am Highway noch einen klassischen Burger und fuhren dann über Sebastopol, Santa Rosa und die Trinity Road nach Oakville. An dieser Strecke hat man einen wunderbaren Blick ins Napa Valley.
Nach dem Napa Valley ging es in Richtung Highway 80 und weiter bis Sacramento.
Hier fanden wir nach einigem Suchen das Americana Motel an der H-Street, Ecke 15th Street – heute ein Clarion Motel.
Das Motel kostete uns nur 34 Dollar die Nacht und lag sehr zentral.
Wir konnten Downtown und den Old Sacramento District problemlos zu Fuß erkunden. Auf dem Weg dorthin lagen auch das Capital und einige Einkaufszentren, die wir auch gleich mitnahmen.
Der Old Sacramento District stellte sich für uns wie im Wilden Westen dar.

Autos waren aus diesem Bereich verbannt. Auf dem Fluss lagen Raddampfer und es standen überall die alten Gebäude. Es war wirklich schön durch diesen Bereich zu bummeln. Hier verbrachten wir wirklich einen schönen Abend.

Donnerstag, 29. Juni 1995
Am nächsten Morgen lachte uns bereits um halb acht die Sonne kräftig an.
Nach dem Frühstück und einem Tankstopp ging es dann in Richtung der legendären Goldgräberroute, dem Highway 49. Zunächst ging es über den Highway 80 bis nach Auburn. Hier sind wir, nach Besichtigung des Court House und der Old City in die Route eingestiegen.
Schnell kamen wir zum North Fork des American Rivers und zu Sutter’s Mill, einer Wassermühle, die durch den Goldrausch und die dortigen Goldfunde bekannt wurde.
Am Nachmittag ging es dann auf Highway 49 in Richtung Süden weiter. Die Fahrt gestaltete sich etwas schleppend, da nahezu ständig Holz-Trucks vor uns fuhren, die man auf diesem Highway schlecht überholen konnte,
Gegen 18:00 Uhr trafen wir dann in Sonora ein. Hier brauchten wir nicht lange nach einem Motel suchen, da uns beiden klar war, dass wir unbedingt wieder im Gunnhouse Hotel übernachten wollten.

Für knapp 50 US-Dollar erhielten wir auch ein gemütliches Zimmer in der 1. Etage mit Blick auf die Hauptstraße.
Abends ging es dann zu Wilma’s Cafe and flying pig Saloon an der Washington Street. Einer besten BBQ-Läden, die wir bis dahin gefunden hatten. Wir gönnten uns an diesem Abend Spare Ribs satt.
Auf dem Rückweg zum Motel schauten wir noch kurz in eine Sportsbar an der Washington Street rein. Danach ging es in der Hotelbar mit Bier und Strawberry Daiquiri weiter.

Freitag, 30. Juni 1995
Elli fing den Tag um 08:00 Uhr mit einigen Bahnen im Swimmingpool des Motels an. Danach gingen wir zum Frühstück zu Wilma’s, bevor wir nach Mariposa weiterfuhren.
Auf der Strecke dorthin haben wir netten Plausch mit einigen Roadworkern, die den Highway 49 sanierten und uns zum passieren des Gegenverkehrs anhielten.
Von Oakhurst aus ging es dann über den Highway 41 bis nach Fresno und von dort nach einem Tankstopp in Richtung Kings Canyon National Park.
An der Einfahrt zum Kings Canyon National Park stellten wir fest, dass die Zeit für den kompletten Park nicht reichte. Wir fuhren ein Stück in den Canyon hinein und wendeten dann, um uns dem nächsten Park, dem Sequoia National Park zuzuwenden.

Nach einem kurzen Stopp im Visitor Center stellten wir fest, dass die Sequioa-Bäume (=Riesenmammutbäume), die nach General Lee oder General Grant etc. benannt sind, an dem Highway liegen und nicht zu Fuß abgeschritten werden müssen.
So fuhren wir von nationalem Naturmonument zu Naturmonument und konnten jeweils in unmittelbarer Nähe parken.
Nachdem wir einige der Bäume bewundert hatten, setzten wir unsere Fahrt in Richtung Süden fort und wurden kurz vor dem Lodgepole jäh durch geparkte Autos am Fahrbahnrand gestoppt. Auch uns erfasste die Neugier und wir konnten unseren ersten (und bisher einzigen) Braunbären in freier Natur sehen, der sich nicht weit von uns auf einer Wiese herumtrollte.

Schnell eine Fotosession abgezogen, dann kam auch schon ein Parkranger und schickte alle weiter. Vermutlich, damit der Bär seine Ruhe hat.
Danach folgte ein kurzer Abstecher in den Kings Canyon, den wir allerdings nicht bis zum Ende abfahren konnten, da uns einfach die Zeit fehlte.

Hier fanden wir dann auch mitten im Sommer noch etwas Schnee vor, was wir schnell mit einem Selbstauslöserporträt dokumentierten.

Im weiteren Verlauf kreuzten wir dann mehrfach den Kaweah River, der es mir mit seiner Wildheit echt angetan hatte, so dass ich einige Fotos davon machte. Vielleicht war es auch das ein oder andere Foto zuviel, aber egal.
Wir fuhren an diesem Tag noch bis Visalia, wo wir gegen 19:15 Uhr ins Mooney Motel, 2120 S. Mooney Boulevard, eincheckten. Mit knapp 30 US-Dollar übrigens eins der günstigsten Motels dieses Urlaubs.

Samstag, 01. Juli 1995
Bereits gegen 07:00 Uhr morgens standen wir wieder auf und starten gegen halb acht auf unsere weitere Fahrt.
Über den Highway 99, an Bakersfield vorbei, ging es in die Los Angeles Area. Hierbei ging es durch die Anbaugebiete in Kalifornien, wo riesige Felder mit Orangen- und Weinanbau den Ausblick dominierten.

Die Los Angeles Area war allerdings nicht das Ziel unserer Reise sondern es ging weiter bis nach Palm Springs.
Hier trafen wir gegen 14:00 Uhr ein und mieteten uns in das Dessert Rose Inn wieder ein.
Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, um einmal so richtig zu relaxen und Sonne zu tanken.
Abends ging es dann nach Downtown, um etwas zu essen.
Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse, u.a. mit Telefonaten nach Florida zu Ursel und Otto.

Sonntag, 02. Juli 1995
Wieder sind wir gegen halb acht aufgestanden. Nach einem Breakfast bei Bäker’s ging es in Richtung Arizona weiter.
Wir folgten dem schier endlosen Asphaltband des Highway 95 in Richtung Phoenix.

Auf den knapp 300 Meilen hielten wir nur an dem einen oder anderen Schnellimbiss, um uns mit kühlen Getränken zu versorgen. Da es sehr heiß wurde, nutzten wir zumeist das Refill-Angebot, um so viel Flüssigkeit wie möglich aufzunehmen.

Gegen 15:00 Uhr trafen wir in Phoenix ein. Die Motelsuche gestaltete sich hier nicht so komfortabel wie in anderen Städten. Wir hatten zwar die obligatorischen Bonushefte unterwegs gesammelt, wurden aber nicht richtig fündig. So kam es, dass wir am Ende in einem Holiday Inn abstiegen. Diesen Komfort nicht unbedingt gewohnt, nutzten wir alle sich bietenden Vergünstigungen aus. Dadurch relativierte sich im Nachhinein die nicht gerade günstige Übernachtungsgebühr.
Abends gingen wir dann ins örtliche Planet Hollywood zum Essen.
Es war unser erster Aufenthalt in einem Planet Hollywood und dem entsprechend waren wir von der Atmosphäre beeindruckt.

Montag, 03. Juli 1995
Wir haben dann richtig ausgeschlafen und sind erst gegen 08:15 Uhr aufgestanden. Das Frühstück war im Preis mit drin und es gab Gravy und Biskuit.
Schnell nach dem Frühstück noch getankt und weiter ging es über den Highway 10 in Richtung Tucson.
Auf dem Weg dorthin lag das Casa Grande Ruins National Monument, das wir noch besichtigten.
Im Vergleich zu unserem Tourstart waren die Temperaturen mittlerweile ins Unangenehme übergegangen. So hatten wir beim Besichtigen der Ruinen etwa 40 Grad Celsius im Schatten – und Schatten gab es verhältnismäßig wenig. Lediglich die Kakteen spendeten etwas von diesem.

Bereits gegen 13:00 Uhr trafen wir in Tucson ein. Nach einer kurzen Suche fanden wir das Highland Tower Motel an der Oracle Road, Ecke Grant Road.
Nachdem wir unser Zimmer erhalten hatten, machten wir uns auf den Weg nach Tombstone.
Hier angekommen, stellten wir schnell fest, das alles auf Nepp beruhte. Die Geschichte um Wyatt Earp wurde leidlich ausgeschlachtet und für alles musste man Eintritt zahlen. Uns wunderte, dass wir keine Gebühr für das Fotografieren zahlen sollten.
Nachdem wir alle wichtigen Stätten wenigstens äußerlich in Augenschein genommen hatten, suchten wir noch den Friedhof auf, an dem McLaury und Clanton begraben wurden.

Danach ging es zurück nach Tucson.
Hier suchten wir uns nach einem kurzen Besuch des Pool etwas zum Abendessen.
Wir fanden in der Nähe das Village Inn an der Oracle Street. Beim Betreten fielen uns die fielen Polizeiwagen vor

der Tür auf. Als wir dann eingetreten waren, sahen wir den Grund. An einem langem Tisch saßen diverse Polizeibeamte der Tucson Police, Highway Patrol und DUI (=Drug Unit Influence) beim Essen.
Unsere Erfahrung sagte uns, dass das Essen somit in diesem Lokal gut sein musste und wir genossen es.
Danach ging es mit dem Auto ins Motel zurück.

Dienstag, 04. Juli 1995 (Independence day)
Der nächste Tag war der amerikanische Feiertag – Independence Day.
Trotz allem sind wir wieder um halb acht aufgestanden. Frühstück nahmen wir bei Peppy Lou’s zu uns, ein kleines Restaurant an der Grant Road, Höhe Oracle Street.
Nach dem Frühstück ging es erstmal ins Arizona-Sonora Desert Museum, westlich vorn Tucson, um einen näheren Einblick in die Wüstenlandschaft zu erhalten. Hier war Elli etwas genervt über die amerikanischen Kinder, die alles mit viel Geschrei erledigten – und die Eltern hielt sie damals für unvernünftig. Mittlerweile hat sich das alles etwas gewandelt.

Zum Mittag ging es dann in Tucson Convention Center, wo man sehen konnte, wie die Bewohner von Tucson den Unabhängigkeitstag feiern. Neben verschiedenen Essständen und Ausstellungsflächen, gab es natürlich auch eine kleine Parade und Musikdarbietungen.
Gegen 14:00 Uhr waren wir dann wieder im Motel zurück und machten es uns am Pool gemütlich.
Um 17:00 Uhr hatten wir dann genug Sonne getankt und machten uns auf unserem Zimmer gerade Gedanken, wie wir den restlichen Tag verbringen, als es an der Tür klopfte.
Es war Pete, ein weiterer Motelbewohner, der uns zum Barbecue am Pool einlud. Wir setzten uns dann mit ihm und seiner Frau Guinever zusammen und fingen an zu grillen. Entgegen unserer mitteleuropäischer Grillpraxis wurde hier erstmal alles auf den Grill gelegt und dann in Alufolie eingeschlagen und warm gehalten.

Dabei wurde natürlich Bier getrunken und über alles Mögliche gequatscht. So erfuhren wir dann auch, dass Pete als Vorarbeiter in den Kupferminen bei Tucson arbeitet. Seine Frau Guinever ist bei der Coast Guard in San Diego stationiert, so dass sie auch nur eine Wochenendbeziehung pflegten.
Später kam dann noch Pete’s Arbeitskollege Jim mit seiner Ehefrau Vivian dazu. Jim kam eigentlich aus dem östlichen Texas und hat dort eine „Baum“-Ranch. Lediglich in der Saison kommt er in die Kupferminen nach Tucson.
So saßen wir bis spät in den Abend zusammen und genossen dann mit den anderen Motelbewohnern das Feuerwerk anlässlich des Feiertages. Hierbei schafften sie es tatsächlich ihren A-Mountain in Brand zu setzen, so dass die Feuerwehr noch auf den Berg ausrücken musste. Auch das konnten wir von unserem Motel aus wunderbar verfolgen.
Später erfuhren wir dann vom Motelbesitzer, dass es einen halben Block die Straße hoch ebenfalls gebrannt hatte.
Nach diesem gemütlichen Beisammensein ging es dann spät abends ins Bett.

Mittwoch, 05. Juli 1995
Trotz des langen Abends sind wir um 07:15 Uhr bereits wieder aufgestanden. Nach einem Frühstück bei Peppy Lou’s und dem obligatorischem Tanken ging es in Richtung Westen weiter.
Über den Highway 86 ging es noch einmal auf einem schnurgeraden Asphaltband durch die Wüstenlandschaft Arizonas.
Danach folgten wir dem Highway 85 mit einem kurzen Abstecher in das Organ Pipe Cactus National Monument, wo es wirklich monumentale Kakteengebilde zu betrachten gab.

Dem Highway 85 folgten wir dann bis zur Interstate 8, die uns nach Yuma bringen sollte.

Mittag nahmen wir in Gila Bend zu uns, bevor wir gegen halb drei Yuma erreichten. Dort kamen wir im Hacienda Motel unter, in das wir uns für zwei Nächte einquartierten.

Donnerstag, 06. Juli 1995
Diesmal schliefen wir mal richtig aus und stiegen erst gegen halb neun aus dem Bett.
Nach dem Frühstück besichtigten wir das Yuma Territorial Prison State Historic Park.
Gegen Mittag ging es dann nach Mexico. Die paar Meilen bis zum Grenzübergang an der Andrade Road waren schnell zurückgelegt.

Am Grenzübergang konnten wir unseren Mietwagen auf einem Parkplatz abstellen und den Übergang zu Fuß überschreiten.
Unmittelbar hinter der Grenze liegt die mexikanische Stadt Algodones.
Die Zeit der mexikanischen Siesta nutzten wir dann, um durch Algodones zu bummeln.

Viel Sehenswertes gab es nicht. Die Stadt zeichnet sich durch ihre dentalen Dienste, nämlich ein Überangebot an Zahnärzten, aus, die den Amerikanern billig die Zähne machen.
Nach einem kurzen Snack bei Carl’s Jr. trafen wir am frühen Nachmittag wieder am Motel ein.
Im Motelzimmer stellte Elli dann fest, dass ihre Immigrationcard fehlte. Der Schnipsel, der bei der Ausreise wieder abzugeben ist, war wohl aus ihrem Reisepass gefallen.
Als er nach langem und hektischem Suchen nicht wieder auftauchte, fuhren wir wieder zum Grenzübergang, um uns dort Hilfe zu holen.
Hier löste man das Problem recht unbürokratisch. Elli reiste einfach noch einmal ein und erhielt einen neuen Schnipsel.
Danach ging es ins Motel zurück und wir legten uns ruhigen Gewissens an den Pool. Gegen 18.00 Uhr erschien dann auf einmal der Motelbetreiber an unserem Zimmer. Zu unserem Erstaunen hatte er die verlorene Immigrationcard gefunden und gab sie uns. Jetzt hatte Elli zwei. Machte auch nichts. Sie gab bei der Ausreise einfach beide ab.

Freitag, 07. Juli 1995
Gegen 08.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben nebenan gefrühstückt. Am heutigen Tag sollte es in Richtung San Diego weitergehen.

Dort kamen wir gegen halb zwei an – unterbrochen lediglich durch einen der unzähligen Stopps, um Obst zu kaufen – und fanden das EZ8-Motel in der Old Town Area. Einziger, aber kaum wahrnehmbarer Mangel war, dass es in einem Highwaykreuz am Pacific Highway lag.
Den Nachmittag nutzten wir, um uns San Diego anzuschauen. Zunächst besuchten wir die Old Town San Diego, der nur wenige Meter vom Motel entfernt war.

Danach ging es nach Coronado. Hier besuchten wir noch einmal das Hotel del Coronado.

Zum Abendessen ging es ins Planet Hollywood in San Diego und gegen 21.00 Uhr waren wir am Motel zurück.

Samstag, 08. Juli 1995
Gegen 08.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben entgegen unseren sonstigen Gewohnheiten erstmal den Fernseher angemacht. Es wurde live das Wimbledon-Finale der Damen zwischen Steffi Graf und Arantxa Sanchez übertragen. Steffi Graf siegte in drei Sätzen mit 4:6, 6:1 und 7:5.
Danach ging es gegen halb elf weiter in Richtung Carlsbad. Da es uns aber an der Pazifikküste zu kalt war, beschlossen wir zunächst in Landesinnere zu fahren. Aus dem eigentlich angedachten Ziel Palm Springs wurde dann jedoch Barstow.
Nachdem wir den San Bernadino National Forest durchquert hatten, kamen wir nach Victorville. Hier gönnten wir uns etwas Entspannung bei einer Partie Minigolf. Elli konnte mir hier eine vernichtende Niederlage beibringen, auf die ich nicht näher eingehen möchte.
Nach einem kurzen Einkauf ging es dann die letzten Meilen bis nach Barstow weiter.

Wir quartierten uns in El Rancho Motel in Barstow ein, das an der legendären Route 66 liegt. Im Jahr 2006 brannte das Motel leider aus.
Wir beabsichtigten drei Nächte in dem Motel zu bleiben. Zum einen um uns richtig zu entspannen und dann noch, um die Umgebung zu erkunden.

Sonntag, 09. Juli 1995
Gegen halb acht sind wir aufgestanden und haben in Coco’s Family Bakery gefrühstückt.
Danach gönnten wir uns das Wimbledon-Finale der Herren Boris Becker gegen Pete Sampras. Boris Becker unterlag in vier Sätzen.
Gegen 10.45 Uhr traten wir unsere Fahrt zur Calico Ghosttown an.

Im Gegensatz zu Bodie ist hier alles kommerziell und für die Touristen aufgearbeitet.

Trotzdem waren es einige entspannende Stunden.
Nach dem Besuch nahmen wir dann einen Snack bei Burger King und verbrachten den Nachmittag am Pool.
Das Abendessen gönnten wir uns bei Sizzler’s ein wunderbares Steak mit allem Drum und Dran.

Montag, 10. Juli 1995
Gegen halb acht klopft es an der Tür. Ein Mädchen fragt uns „Do you know a guy named Mark.“ Damit wussten wir gar nichts anzufangen.
Gegen halb neun sind wir dann aufgestanden. Das Wetter war leicht bewölkt und 79 Grad Fahrenheit. Das entspricht etwa 26 Grad Celsius und das am frühen Vormittag.
Es versprach ein heißer Tag zu werden und das erfüllte sich dann auch.
Zunächst gaben wir erstmal die letzten Postkarten am Postamt in Barstow auf. Verwunderlich war, dass hier das Porto nach Europa um 10 Cent günstiger war als bisher.
Danach gab es ein Frühstück bei Carvous an Main Street.
Nun sollte es zum Calico Early Main Site gehen. Diese Fundstätte von archäologischen Funden hatte jedoch leider geschlossen.
Auf der Rückfahrt hielten wir dann im Dessert Information Center, um uns über Öffnungszeiten zu informieren. Leider kamen wir dort nicht weiter. Auf Grund von aktuellen Ausgrabungen war das Gebiet geschlossen.
Wir fuhren daraufhin zum Motel zurück und haben den Rest des Tages gegammelt.
Am frühen Abend bummelten wir dann noch mal durch Barstow. Wir besuchten besonders die Antiquitätengeschäfte, da Elli immer noch einen Eierbecher für ihre Sammlung suchte. Leider wurden wir nicht fündig.
Nach einem Abendessen ging es dann zurück ins Motel.

Dienstag, 11. Juli 1995
Um kurz nach 07.00 Uhr sind wir bereits aufgestanden.
Nach einem Frühstück bei Coco’s Family Bakery ging es auf den Highway in Richtung Los Angeles.

Nach einem Fotostopp in den San Gabriel Mountains ging es dann Downtown L.A.
Zum Übernachten  fanden wir ein Backpackers Motel, das Adventurer All Suite Motel, 4200 West Century Boulevard, im Stadtteil Inglewood.
Das Motel war nicht sonderlich sauber und ruhig, dafür aber verkehrsgünstig gelegen und billig.

Vom Motel aus fuhren wir zweimal zum Flughafen, um unsere genauen Flugdaten abzuklären und unsere Sitzplätze zu reservieren. Letztlich klappte dies jedoch nicht im Flughafen, sondern nur über eine Servicenummer. Da lief es dann aber problemlos.
Danach gingen wir an die Pool und gönnten uns nebenbei einen Sekt von der Bar.
Zum Abendessen bleiben wir im Motel und bestellten dort Hamburger. Tatsächlich war es nur ein Stück Mett zwischen zwei Toastscheiben. Geschmeckt hat es auch noch wirklich ätzend.
Als wir dann gegen 21.00 Uhr zum Zimmer zurückkehrten, stellten wir fest, dass auch noch die Klimaanlage ausgefallen war, so dass wir ins Nachbarzimmer (Nr. 255) wechseln mussten.

Mittwoch, 12. Juli 1995
Gegen halb acht sind wir aufgestanden. Nach unseren gestrigen Erfahrungen mit dem Motelrestaurant wählten wir ein Lokal um die Ecke herum zum Frühstück aus.
Danach ging es dann zu den Universal Studios.
Seit unserem letzten Besuch vor drei Jahren gab es einige neue Events. So zum Beispiel zu den Themen Backdraft, Beetlejuice und Back to the Future.
Diesmal nutzten wir auch die Zeit, um die einzelnen Tiershows zu besuchen. Insgesamt war es wieder ein runder Tag in dieser Art Vergnügungspark.

Danach machten wir noch einen Abstecher zum Sunset Boulevard. In der Nähe unseres Hotels aus dem Jahr 1992 fanden wir ein Einkaufszentrum mit einem kleinen chinesischen Lokal, wo wir das Abendessen zu uns nehmen wollten.
Ich bestellte mir ein Menü Szechuan-Art und Elli nahm etwas mit Gemüse. Elli’s Essen war gut und entsprach auch den europäischen Ansprüchen. Mit meinem Essen hatte ich etwas Probleme. Es war knallrot und bestand aus einer Mischung aus Erdbeeren und Chili. So schmeckte es auch. Auf der Zunge war es erst süß und dann scharf. Gar nicht mein Geschmack. Ich durfte mich dann zum Ausgleich an Elli’s Essen mit gütlich tun, damit ich satt wurde.

Donnerstag, 13. Juli 1995
Den letzten Tag wollten wir in Ruhe verbringen und standen erst gegen 09.00 Uhr auf. Dann ging es wieder zum Frühstück um die Ecke.
Den Vormittag verbrachten wir am Pool.
Gegen 14.00 Uhr brachen wir dann noch mal zu einer Shoppingtour auf.
Zunächst ging es zum Beverly Center in West Hollywood und La Canuerga in Hollywood.
Am Nachmittag fuhren wir dann noch nach Pasadena, um dort die Old Town zu besichtigen.
Gegen 19.00 Uhr kehrten wir ins Motel zurück.
Nach einem Abendessen ging es dann ins Bett.

Freitag, 14. Juli 1995
Nach dem Aufstehen und dem Frühstück verbrachten wir den Vormittag noch mit etwas Sightseeing.
Es ging zunächst zum Ports o‘ call Village am Hafen von Los Angeles.
Nach einem ausgiebigen Bummel dort fuhren wir noch die Küste entlang bis Huntington Beach.

Hier fand Elli dann in einem Antiquitätengeschäft endlich einen Eierbecher. Er war zwar nicht für die handelsüblichen Eier, sondern für Straußeneier konzipiert, aber das war egal.
Am späten Nachmittag ging es dann zum Flughafen. Wir gaben den Mietwagen ab, nachdem wir ihn noch einmal vollgetankt hatten, und wurden vom Autovermieter zum Terminal gefahren.
Nach dem Einchecken ging es pünktlich wieder zurück in Richtung Europa.

Samstag 15. Juli 1995
Auf Grund der Zeitverschiebung kamen wir am späten Vormittag in Rom an.
Der Flughafen Leonardo da Vinci war diesmal unser Umsteigeflughafen. Hier gestalte sich alles etwas besser als in Mailand. Dies lag zum einen daran, dass alles in einem Flughafen war, aber auch weil die Zeiten größtenteils eingehalten wurden.

Die mehrere Stunden Wartezeit bis zum Anschlussflug verbrachten wir im Terminal. Danach ging es mit einem kleinen Düsenjet nach Frankfurt in Deutschland, wo wir am späten Nachmittag ankamen.
Hier holte uns dann Lars ab und wir fuhren auf direkten Weg nach Duderstadt, wo die Oma Edith’s Geburtstagsfeier anstand, bei der wir gegen 21.00 Uhr eintrafen.

Last-Minute nach Florida

Florida / USA 1993

Im Frühjahr 1993 tat sich uns recht kurzfristig die Möglichkeit eines gemeinsamen Jahresurlaubs auf, da Elli mit ihrem Studiensemester noch nicht startete und ich noch meinen Resturlaub nehmen musste,
Kurzentschlossen machten wir uns auf dem Weg zum hannoveraner Flughafen, um geeignete Last-Minute-Tripps zu suchen. Hierbei fiel uns ein günstiger Flug nach Florida ins Auge und wir buchten ihn dann recht auch.

Gestartet wurde diesmal in Köln-Bonn. Mein Bruder Jens brachte uns dorthin, so dass wir Parkgebühren sparen konnten und, was noch viel wichtiger war, den Rückflug verkürzen konnten, da wir dann in Berlin-Schönefeld aussteigen konnten. Dies war möglich, weil es sich bei der Flugverbindung um einen Linienflug von TowerAir handelte, der in den USA startete und zunächst in Berlin landete. Von dort ging es dann nach Köln und wieder zurück in die Staaten.

Der Flug gestaltete sich grundsätzlich problemlos. Einziges Manko war die Sitzplatzzuteilung. Die von uns gebuchten Plätze, direkt vorm Notausgang wegen der Beinfreiheit, wurden uns durch das Flugpersonal wieder abgenommen, da sie dort ihre Schlafnische einrichteten.
Durch diese Schlafphasen ließ auch der Service während des Fluges zu wünschen übrig.

Am frühen Abend kamen wir dann in Miami an und suchten uns, nachdem wir den Mietwagen erhalten hatten, erstmal ein Motel.

Der nächste Morgen, ein Sonntag, fing recht ruhig an.
Wir fuhren erstmal nach Fort Lauderdale und schlenderten etwas durch die menschenleere Stadt.

Von dort ging es über Daytona Beach weiter nach St. Augustine Beach, das wir uns als erstes Tagesziel unserer Reise ausgesucht hatten, um gleich richtig in Urlaubsstimmung zu kommen.

Hier fanden wir schnell ein Motel, obwohl sich in den letzten Jahren eine Menge verändert hatte. Lediglich der Sunset Grill schien unverändert die Zeit überdauert zu haben.
Den darauffolgenden Tag verbrachten wir mit Ausflügen nach Jacksonville und ins Hinterland von St. Augustine.

Nach den Tagen in St. Augustine ging es einmal quer durch Florida in Richtung Golfküste.
Ein Argument, das für die Reise gesprochen hatte, war der Besuch bei Ursel und Otto in Beverly Hills.
Diesmal sollte es ein Überraschungsbesuch werden, da wir den beiden bisher nichts von unseren Plänen erzählt hatten.
Nachdem wir über die kleineren Highways durch Land gefahren waren und in Beverly Hills ankamen, stellten wir fest, dass sich auch hier einiges verändert hatte.
Uns fiel die Orientierung recht schwer, so dass wir in einem Einkaufszentrum erstmal nach dem Weg fragen mussten. Den Vorteil eines Navigytionssystems gab es zu dieser Zeit noch nicht.
In der Straße angekommen, hatten wir das nächste Problem. Welches Haus war es? Die Hausnummer, die wir hatten, war augenscheinlich falsch. Wir fragten dann erst einmal eine Anwohnerin nach einem Telefonbuch, um dort nachzuschlagen. Danach ging die Suche weiter bis wir vor der richtigen Tür standen.
Elli klingelte und wir waren etwas aufgeregt, wie man uns empfangen würde. Als dann Ursel die Tür öffnete, war ihre überraschte Reaktion mit den Worten begleitet „oh my god, I got a heart attack.“
Danach fielen wir uns alle erstmal in die Arme.

Am gleichen Abend ging es dann erst einmal zum Krebsessen. Otto fuhr uns, weil wir die Strecke nie wiedergefunden hätten.

In dem gemütlichen Restaurant an der Golfküste machten wir uns dann über die Meeresfrüchte und Nudelgerichte her.

Nach den geselligen Tagen, in denen wir natürlich auch wieder nach in den Wildlife Park nach Homosassa Sprigs fuhren, ging es dann für uns an der Golfküste weiter in Richtung Süden.

Zunächst fuhren wir nur bis St. Petersburg und besichtigten die Stadt und insbesondere „The Pier“.
Ein Motel fanden wir auf Treasure Island, nicht weit von der Stadt entfernt.

Unser nächster Stopp war auf Empfehlung on Otto in Fort Myers eingeplant. Hier fanden wir ein schnuckeliges Motel mit eigenem Hafen und Pool direkt an der Golfküste.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit einem Sonnenbad am Pool und dem Besuch des Edison Hauses.

Am Abend zog dann ein Sturm auf, der sich an unserem Motel besonders bemerkbar machte. Der angepflanzte Bambus und die Palmen schlugen auf Grund des starken Windes immer wieder gegen das Gebäude, so dass wir regelmässig wch wurden.
Letztendlich blieb der Sturm aber folgenlos und am nächsten Morgen war wieder wunderbares Frühjahreswetter.

Jetzt sollte es über den Highway 41 zu den Everglades weitergehen.

Nach einem kurzen Stopp am kleinsten Posthaus der Vereinigten Staaten, an dem wir natürlich erstmal wieder vorbei gefahren waren, ging es zum Parkeingang des Everglades National Park.

Auch hier stellten wir den Vergleich zu den vorangegangenen Jahren an und stellten schnell fest, dass die Everglades unter den Hurricanes arg gelitten hatten.
Ein groteil der hochwüchsigen Pflanzen war durch die Hurricanes zerstört worden und befand sich erst wieder in der Wachstumsphase.
Trotzem war es ein sehenswerter Aufenthalt, da das wetter nicht zu heiß war und dadurch auch längere Wanderpfade angenehm waren.
Einzig die Mücken waren bereits da und machten einem das Leben schwer.

Auf dem Weg aus dem Park heraus sahen wir dann auch unseren ersten Alligator in freier Wildbahn. Er lag am Ufer eines Kanals und genoss die Sonnenstrahlen.

Von den Everglades aus ging es dann über Coral Gables nach Miami, wo wir uns im Motel einbuchten.

Nun stand erst einmal Sightseeing Miami auf dem Programm.
Neben der Besichtigung der Bounty,

des Bayside Market Place und Downtown Miami, besuchten wir auch das Polizeimuseum.

Hier stiften wir dann unsere extra mitgebrachten Hoheitsabzeichen für das Museum.
Essen nahmen wir in den üblichen Schnellrestaurants zu uns.

Von Miami aus ging es dann noch einmal weiter nach Süden.
Die letzten Tage vor dem Abflug wollten wir auf den Keys verbringen.
Da wir aber nicht die teuren Motel in Key West wählen wollten, nahmen wir uns lieber ein Zimmer auf Islamorada.

Von hier fuhren wir dann einen Tagesauflug runter nach Key West.
Über den Highway 1 ging es nach Süden, parallel zum alten Highway 1, der in Teilen noch steht.

In Key West grasten wir dann erneut die üblichen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel Sloppy Joe’s Bar, The Most Southern Point und das Aquarium ab.

Aber auch der Bummel durch die Straßen mit Besichtigung der alten Wohnhäuser durfte nicht fehlen.

Am Abend ging es dann zurück zum Motel.

Ein letzter Tagesauflug führte uns noch nach Key Biscayne, wo zu diesem Zeitpunkt gerade ein WTA-Tennis-Turnier mit den damaligen Topspielerinnen Steffi Graf, Arantxa Sanchez-Viccario, Monica Selez und Gabriella Sabatini statt fand.

Dann ging es zum Flughafen, um den Rückflug anzutreten.
Nachdem wir den Mietwagen zurück gegeben hatten, erfuhren wir im Flughafen erst einmal, dass sich unsere Wartezeit um zwei Stunden verzögerte, da der Flug Verspätung hatte.
Uns blieb nichts anderes zu tun, als zu warten. Da sich Mobiltelefone zu dieser Zeit auch noch nicht durchgesetzt hatten, konnten wir unseren Abholer auch nicht informieren, so dass auch er in Deutschland am Flughafen warten musste.

Ansonsten gestaltete sich der Rückflug problemlos. Auch das vorzeitige Aussteigen in Berlin-Schönefeld klappte wunderbar, so dass Jens dann doch nicht allzulange auf uns Warten musste.
Das einzig Gewöhnungsbedürftige war die Umstellung auf den Verkehr in Deutschland. Die schnelle und aggressive Fahrweise war man einfach nicht mehr gewohnt, so dass ich auch zunächst Jens weiter am Steuer ließ, um mir das nicht anzutun.

U.S.A. – die Westküste

Kalifornien 1992

Der zweite Trip in die Vereinigten Staaten sollte nach Kalifornien gehen.
Zusammen mit Michael „Lothar“ Standke und Katrin Krause sollte dieser Urlaub in Angriff genommen werden.
Nach einer gemeinsamen Planungsphase ging es dann im Mai 1992 los.

Samstag, 23.05.1992

Morgens um 06:20 Uhr fuhr unser Zug in Richtung Frankfurt / Main. Von dort ging es mit United Airlines zunächst nach Washington, wo die Immigration erfolgte.
Hier gab es die ersten leichten Probleme. Nach dem Anstehen wurde durch den Einwanderungsbeamten festgestellt, dass Michael die falsche Immigrationkarte ausgefüllt hatte.
Eine daraus resultierende Diskussion brachte den Beamten derart auf, dass er zu Michael lediglich sagte „go behind the line“. Damit musste er sich erneut anstellen, um in die USA einzureisen.

Aber auch das wurde geschafft und es gab im Flughafenrestaurant dass erste Bier auf amerikanischem Boden. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter in Richtung San Francisco. Schon damals ein Nichtraucherflug.
Gegen 19:30 Uhr Ortszeit kamen wir dann in San Francisco an. Damit belief sich die Reisezeit auf ungefähr 21 Stunden.
Damit jedoch nicht genug mussten wir noch unseren Mietwagen in Empfang nehmen. Der Autoverleih war direkt im Flughafen. Man bat uns zu warten. Nach einer relativ langen Wartezeit, die Schlange der Wartenden hatte sich mittlerweile komplett abgebaut, fragten wir mal dezent nach.

Die Antwort entsprach nicht unseren Erwartungen. Das Reisebüro hatte den Mietwagen ab Los Angeles gebucht und nicht San Francisco, wo wir ankamen. Wie es dazu kam, konnte nie geklärt werden. Auf jeden Fall war man gerade dabei den Transfer des Mietwagens nach San Francisco zu organisieren.
Da dies einige Stunden in Anspruch nehmen würde – und wir diese Zeit nicht verschwenden wollten – einigten wir uns auf einem Minivan als Ersatzfahrzeug. Am nächsten Morgen sollte dann an einer Car Rental Station das Fahrzeug getauscht werden.
Jetzt ging es nur noch auf Motelsuche. Da es mittlerweile stockfinster war, beschränkten wir uns auf die Motels in Flughafennähe und fanden ein HoJo-Motel (Economy Inn), 701 Airport Boulevard, South San Francisco.
Noch einen Drink aus dem Automaten und dann ging’s ins Bett.

Sonntag, 24.05.1992

Früh geht’s aus dem Bett. Ich erkunde erst mal die Gegend und treffe lediglich auf einige Jugendliche, die Basketball spielen. Ansonsten ist es an diesem Sonntagmorgen ausgesprochen ruhig.

Nachdem auch der Rest aus dem Bett ist, gönnen wir uns das Continental Breakfast (Hefestück und Kaffee) des Motels. Danach geht es erst mal zum Autoverleih.

Dazu müssen wir Downtown San Francisco. Mittlerweile haben wir den Minivan schon lieb gewonnen, da wir alles problemlos unterbekommen.

Dem entsprechend sieht auch unser Deal mit dem Autovermieter aus. Wir behalten den Minivan und lassen die zweite Rückbank da, weil kein Mietwagen in unserer gebuchten Klasse zur Verfügung steht. Vorab muss man feststellen, dass es unser Schaden nicht gewesen ist.

Nachdem das erledigt ist, fahren wir erst mal ein Motel suchen. Das Surf-Motel an der Lombard Street (US 101) sollte es dann sein.
Von dort aus starten wir zum Sightseeing. Zunächst geht es zum Fishermans Wharf. Dort genießen wir den Blick auf die Gefängnisinsel Alcatraz und die Seelöwen.

Weiter geht es durch das Hafenareal. Dort telefonieren wir mit daheim. Zum Ersten um unsere glückliche Ankunft mitzuteilen und dann um das Ergebnis des Pokalfinales zu erfragen. Nach langem Hin und Her erfuhren wir, dass Hannover 96 im Elfmeterschießen den Pokal geholt hat. Damit war der Tag gerettet.
Nun noch die Lombard Street, Coit Tower und Alamo Square.

Danach wurde der Pkw wurde und es ging ab jetzt traditionell mit der CableCar in Richtung Downtown.

Nach einem kurzen Bummel durch die Hochhäuser ging es weiter nach Chinatown.
Dort suchten wir uns natürlich ein chinesisches Lokal für ein Abendessen.

Nach dem guten und reichhaltigen Essen ging es dann wieder ins Motel.

Montag, 25.05.1992

Der Tag fing im „International House of Pancakes“, kurz IHOP, mit einem Frühstück an.
Danach stand die Golden Gate Bridge auf dem Programm. Nach gefühlten 100 Fotos und dem ersten Giftshop des Urlaubs ging es dann über die Brücke nach Norden.

Unser Weg führte uns über den Highway 101. Erstmals wurden wir mit den langen Distanzen konfrontiert. Wir bemerkten bereits jetzt, dass wir unsere geplante Route nicht einhalten konnten, da es einfach nicht möglich war, die Strecken in der berechneten Zeit zu fahren.

Zunächst suchten wir die Parks mit den Redwoods (Küstenmammutbäume) aus. Der Besuch war von Allerlei Peinlichkeiten begleitet. Zunächst einmal wussten wir nicht, wie breit unser Mietwagen ist und ob er durch den Drive-Through-Baum passt. Das hat allerdings letztendlich geklappt.

Danach folgte ein Fotoshooting auf einer Wiese, bei dem Michael nach hinten vom Zaun fiel. Warum dies geschah, konnte bis heute nicht geklärt werden. Alkohol war auf jeden Fall nicht im Spiel.
Nachdem wir diese Besichtigungstour abgeschlossen hatten, suchten wir bereits in der nächsten größeren Ortschaft eine Unterkunft. Gefunden haben wir das Maple Leaf Motel in Fortuna.

Abends dann noch bei einem Getränk im Freien kurzes Brainstorming über die weitere Route und der Entschluss dies zu modifizieren.

Dienstag, 26.05.1992

Gemäß unserem Beschluss ging es nicht weiter nach Norden. Wir nahmen den Highway 36 in Richtung Osten um zum Lassen Volcanic National Park zu gelangen.
In Redding dann erster Kontakt zu typischem amerikanischem Fastfood – Burger so groß wie Teller. Für ein Mittagessen sehr reichlich.

Danach ging es über den Highway 44 weiter bis zum Lassen Volcanic National Park. Bis zum Parkeingang war die Fahrt recht eintönig, danach wechselte aber die Landschaft. Mit einmal kam sogar Schnee dazu.

Am Bumpass Hell wollten wir dann etwas Wandern. Besucher, die wir dort trafen, rieten uns jedoch davon ab. Grund dafür war wohl unser ungeeignetes Schuhwerk und der Schnee.
Stattdessen machten wir in Sulphur Works, den Schwefelquellen einen Stopp.
Jetzt ging es wieder auf Motelsuche. Das Problem war, dass es auf unserer weiteren Strecke auf dem Highway 89 kaum Motels gab. Erfolg hatten wir dann in Greenville. Ein Glücksgriff – und nicht der einzige – wie sich zeigte.
Im Ort wurden wir auf ein Motel etwas außerhalb der Stadt hingewiesen. Auf Grund der Beschreibung war es auch einfach zu finden. Es war die Oak Grove Motor Lodge. Sie bestand aus mehreren Cottages.

Auf dem Weg zur Rezeption ein Schild ‚Basset Crossing‘, was später durch die Hunde der Besitzerin erklärt wurde.
Wir nahmen ein komplettes Cottage und genossen es auf der Veranda zu sitzen – bis uns die Mücken überfielen.
Trotzdem war es einfach genial dort.

Mittwoch, 27.05.1992

Frühstück in Greenville.

Wieder in dem familiären Restaurant, in dem wir bereits zu Abend gegessen hatten.
Der Ort selbst wurde nun auch durch uns in Augenschein genommen. Eine alte Postkutschenstation, die dem Ort sein Flair gibt.
Von Greenville ging es dann weiter über den Highway 89 zum Lake Tahoe.

Am Ostufer ging es entlang bis zur Emerald Bay. Nach einem kurzen Stopp dort, fuhren wir nach South Lake Tahoe. Dort gab es erst mal etwas zum Mittag und eine Runde Adventure-Minigolf zur Entspannung.
Von South Lake Tahoe fuhren wir den Highway 50 bis Diamond City. Dort bogen wir auf den Highway 49, die Goldgräberroute ab.
Am Highway, den wir bis Sonora folgten, gab es viele Orte, die im alten amerikanischen Stil gebaut und erhalten waren.
In Sonora fanden wir zum Übernachten das Gunn-House an der Washington Street. Ein Motel im Westernstil mit Veranda und allem was dazu gehört.

Auch die Innenausstattung war in dem Stil gehalten – wirklich gemütlich.

Donnerstag, 28.05.1992

Am Morgen ging es nach einem reichhaltigen Frühstück weiter in Richtung Yosemite National Park.

Über den Highway 120 und Highway 140 ging es bis zum Yosemite Village.

am Merced River

Über den Highway 120 ging es dann durch den kompletten Park und an der Westseite heraus.
Hier folgte ein kurzer Stopp am Mono Lake, ein alkalischer Salzsee, und die Weiterfahrt in Richtung Bodie State Historic Park. Bei Bodie handelt es sich um eine sogenannte Geisterstadt. Die Anfahrt über den Highway 167 führte uns nicht direkt an Ziel. Einmal mussten wir noch abbiegen und diese Straße verwandelte sich mit Eingang des Parks in einen Feldweg, der der damaligen Infrastruktur entsprechen dürfte.
Bodie selbst war sehr interessant.

Es war tatsächlich in seinem Ursprungszustand belassen worden und nicht, wie andere Geisterstädte z.B. Calico, zur Touristenattraktion mutiert.
Von Bodie ging es dann noch bis Independece ins dortige Grand Motel.

Freitag, 29.05.1992

Für den heutigen Tag stand das Death Valley und Las Vegas auf dem Programm.
Durch die Wüste näherten wir uns Death Valley über den Highway 190.

Canyon am Highway 190

Im Death Valley selbst ging es dann zunächst zu den Sand Dunes. Hier konnten wir am Himmel einen Tarnkappenbomber beobachten, der wahrscheinlich vom Nevada Test Center gestartet war.
Dann ging es weiter nach Bad Water und dem Devil’s Golf Course, der Salzwüste mit dem niedrigsten Punkt in den Vereinigten Staaten.

Devil’s Golf Course mit Blick auf Badwater

Hier wurden die Touristenbusse nur so ausgespuckt, so dass es unmöglich war, einen ruhigen Augenblick für sich zu haben.
Es ging dann erst mal wieder zurück nach Furnace Creek, wo wir uns noch das Visitor Center des Nationalparks anschauten und nach einem kurzen Snack die Weiterfahrt in Richtung Las Vegas antraten.
Die weitere Fahrt führte uns über den Highway 127 in Richtung Nevada.

Mit Passieren der Bundesgrenze wurde es der Highway 373 und diesem folgten wir durch die Wüste bis Armagosa Valley. Von dort ging es auf dem Highway 95 bis nach Las Vegas.
Nach einer kurzen Suche hatten wir dort in den frühen Abendstunden das King 8 Motel, 3330 West Tropicana Avenue, als Unterkunft gebucht.
Von hier war es nicht weit ins eigentliche Spielerparadies am Las Vegas Boulevard. Den Hinweg legten wir zu Fuß zurück und gönnten uns auf dem Weg noch ein Abendessen.
Der Abend war dann geprägt von der Besichtigung der verschiedenen Hotels. Unsere Spielsucht hatten wir Gott sei Dank in Grenzen halten können und investierten jeder lediglich ein paar Dollars in den Automaten. Die Hotelshows, insbesondere die an den Straßen, und die Hotels als solche, faszinierten uns viel mehr.
Der Rückweg gestaltete sich dann sehr komfortabel. Ein Hotel-Shuttle, von einem Hotel mit dem wir nichts zu tun hatten, musste zum Flughafen und setzte uns auf dem Weg dahin an unserem Motel ab.
Eine sehr freundliche und kostenfreie Alternative.
Nach einem Drink in der Motelhalle, kostenfrei wenn man einen Quarter in den Spielautomaten steckt, ging es dann ins Bett.

Samstag, 30.05.1992

Nach dem Frühstück ging es erst einmal mit dem Mietwagen Downtown Las Vegas. Ein kurzer Blick auf den Pioneer Club und die wesentlichen Sehenswürdigkeiten waren unseres Erachtens abgearbeitet.

Weiter ging es nun zum Hoover-Damm. Hier verläuft die Bundesgrenze nach Arizona mitten auf dem Damm. Wir stoppten kurz und besichtigten dieses imposante Bauwerk.
Danach ging es dann zügig weiter, da noch einige Meilen auf dem Programm standen. Als Ziel hatten wir uns einen Besuch am Grand Canyon und die Rückfahrt zu einem Motel gesetzt.
Bereits auf der Anfahrt über die Interstate 40 stellten wir fest, dass es ein zu hoch gestecktes Ziel war. Trotz höherem Tempolimit zog sich die Strecke wie Kaugummi, so dass wir erst kurz vor der Dämmerung am Canyon View Visitor Center ankamen.

Wir hatten gerade noch Zeit den Ausblick von Hopi Point, Yavapai Point und Yaki Point zu genießen. Dann ging es noch zum Desert View, um einen Blick in die Painted Desert zu werfen.
Auf dem Rückweg wurde es dann auch schon dunkel und ein Gewitter zog auf.
Das Gewitter hing über der Wüste und wir fuhren direkt in die Richtung. Es war schon ein überwältigender Ausblick, als die Blitze in der Landschaft niedergingen.
Übernachtet haben wir dann in Williams, im gleichnamigen Williams Motel am Highway 64.
Nach einem Abendessen im urigen Restaurant nebenan ging es dann ins Bett, geschafft von dem langen Tag.

Sonntag, 31.05.1992

Früh ging es nach einem reichhaltigen Frühstück weiter. Auch für heute war eine relativ lange Fahretappe geplant. Unser Tagesziel war Palm Springs. Und um es vorweg zu nehmen – diesmal schafften wir es.
Zunächst ging es wieder über die Interstate 40 in Richtung Kalifornien. Von dieser ging es in Needles ab auf den Highway 95, dem wir nach Süden folgten. In Vidal Junktion, einem Ort bestehend aus Tankstelle, Restaurant und einer Zollstation, ging es dann über den Highway 62 weiter.
Hier kam dann so richtiges Highway-Feeling auf. Ein langgezogenes Straßenband durch die Wüste ohne große Kurven und Besiedlung.

Allerdings waren auch Tankstellen und Restaurants Mangelware.
Einziges Highlight der Fahrt war ein Fahrzeug mit Blaulicht, welches sich von hinten näherte und uns veranlasste, den Tempomaten zu drosseln. Tatsächlich war es ein Parkranger, der auch bald abbog.
Als uns der Hunger übermannte, hielten wir krampfhaft Ausschau nach einem Restaurant und wurden auch nach einiger Zeit fündig.
Völlig für sich stand dort eine Bar, deren Toiletten in einem separaten Gebäude auf dem Hof waren.

Der Ort nannte sich Rice.

Die Speisekarte war zu dieser Zeit übersichtlich, so dass es bei Hot Dogs blieb. Da jegliche weitere Bebauung fehlte, machten wir uns Gedanken, wie sich der Laden hielt. Die Besitzerin half uns bei der Beantwortung. In der Nähe findet sich ein Ausbildungslager des Marine-Corps. Wenn die dort befindlichen Soldaten Freizeit habe, nehmen sie den Weg auf sich und füllen das Lokal.
Nach dem Stopp ging es dann weiter und kurze Zeit später bogen wir bei Twentynine Palms in den Joshua Tree National Park ab.

Über die Viewpoints Jumbo Rocks, Key View und Hidden Valley ging es einmal quer durch Park, der durch seine Yuccaart, die Joshua Trees, bekannt geworden ist.
Hiernach ging es weiter nach Palm Springs, wo wir Übernachten wollten.
Wir fanden das Desert Rose Inn am Palm Canyon Drive. Das sonnige Wetter nutzten wir, um noch einmal schnell in Pool zu springen. Danach ging es in Richtung Downtown Palm Springs, um etwas zu Abend zu essen.
Von dort zurück, setzten wir uns noch auf ein Bier auf unsere Terrasse und genossen die warme Wüstenluft und die Stimmung durch den beleuchteten Pool. Außerdem führten wir noch ein Telefonat mit Otto und Ursel in Florida, die sichtlich überrascht waren, als wir uns aus Kalifornien meldeten.

Montag, 01.06.1992

Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Pazifikküste. Wir mieteten uns im Economy Inn of America, 751 Raintree Drive, Carlsbad, ein.
Der Kontakt mit der Rezeption gestaltete sich hier sehr freundlich, da wir schnell bemerkten, dass beide Seiten deutsch sprachen. Nachdem die üblichen Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht waren, bezogen wir unsere Zimmer in der dritten Etage. Das Motel war sehr ansprechend. Sehr saubere Zimmer, Klimaanlage, Eiscrusher auf dem Gang und einen Pool im Innenhof, so dass wir beschlossen, hier einige Tage zu bleiben.
Den Nachmittag verbrachten wir dann auch am Pool und entspannten uns.
Zu damaligen Zeit war das Legoland und alle weiteren Attraktionen noch nicht vorhanden, so dass wir nicht mehr Auswahl hatten – und auch nicht benötigten.

Dienstag, 02.06.1992

Der Dienstag stand dann wieder im Zeichen von Sightseeing.
Zunächst machten wir San Diego unsicher. Hier starteten wir mit der neuen Horton Plaza Shopping Mall am Broadway in San Diego.
Danach ging es Downtown San Diego zu Fuß bis zum Bahnhof und Hafen.
Nach dem Besuch von Downtown San Diego fuhren wir auf die vorgelagerte Halbinsel Coronado. Dazu ging es zunächst über die San Diego Coronado Bay Bridge in schwindelerregender Höhe über den Hafen.
Geparkt haben wir dann in einer Seitenstraße in Nähe des Hotel del Coronado. Das Hotel war uns dann auch einen Besuch wert, da hier der Film ‚Manche mögens heiß‘ mit Marilyn Monroe gedreht wurde.

Angenehm war, dass sich man sich im Hotel relativ frei bewegen konnte. Im Untergeschoss war sogar eine Ausstellung zu dem Film aufgebaut, die man kostenfrei besichtigen konnte.
Der Besuch der Hotelterrasse war auch möglich, wie wir nach einigen Bedenken feststellten. Wir nutzten dies und tranken etwas. Dabei fielen uns die vielen Marineflieger auf, die vom nahegelegenen Stützpunkt über uns hinweg starteten.
Nach der Pause machten wir noch einen Bummel am Pazifikstrand und beschlossen dann einen Abstecher nach Mexico zu versuchen.
Wir fuhren dazu zunächst  die knapp 15 Meilen über den San Diego Freeway in Richtung Süden. Kurz vor der eigentlichen Grenze fuhren wir auf einen Parkplatz. Hier machte ich mich auf, um bei den Transferbussen nach Tijuana die Einreisebestimmungen zu erfragen.
Irgendwie wurde ich zunächst nicht richtig verstanden. Der Fahrer sagte mit lediglich „You’re an american citizen. You can go wherever you want.“ Ich machte ihm dann klar, dass ich ein deutscher Tourist bin und erklärte mir dann, dass das keinen Unterschied macht.

Wir buchten also einen Bustransfer nach Tijuana. Die Grenze, die furchteinflößender ausgebaut war als die innerdeutsche Grenze, passierten wir dann auch ohne Probleme und der Wechsel in die Dritte Welt war augenscheinlich.
In Tijuana hielt dann der Busfahrer an irgendeiner Straße und erklärte uns, dass die Fahrt hier endet und er auf uns warten würde.

Nach einigen Verhaltenstipps durch den Fahrer gingen wir dann an der Straße entlang in Richtung Zentrum.
Bereits am Eingang der Fußgängerzone konnten wir einen polizeilichen Einsatz anlässlich einer hilflosen Person beobachten, der nicht unseren Erfahrungen entsprach. Auch die zahllosen Blumenkinder, die versuchten ihre Waren an uns zu verkaufen, nervten uns auf Dauer, so dass wir den Besuch so kurz wie möglich gestalteten.
Interessant war noch eine Besonderheit, die zeigte sich beim Überqueren einer Kreuzung. Zum Einen gibt es in Mexico auf diagonal verlaufenden Überwege, die uns bis dahin noch nicht untergekommen waren. Weiterhin bemerkten wir einen Polizisten auf der Kreuzungsmitte. Er war jedoch nicht mit der Verkehrsregelung betraut, sondern führte eine Verkehrskontrolle durch. Mit einem schwarzen Mäppchen wies er scheinbar wahllos auf Autofahrer und schickte sie in eine Nebenstraße. Dort standen weitere Polizisten, die dann abkassierten – für welches Delikt auch immer.
Nachdem wir unseren Bus wiedergefunden hatten, ging es zurück in Richtung USA. Diesmal fuhr uns der Bus jedoch nicht über die Grenze, sondern wir mussten vorher aussteigen und den Weg zu Fuß bewältigen. Beim Betreten der Grenzstation fiel uns auf, dass diese durch schwerbewaffnete Soldaten gesichert war. Nach dem Vorzeigen unserer deutschen Pässe konnten wir jedoch problemlos passieren.
Jetzt hatten wir nur noch ein Problem. Ich wollte unbedingt einen Stempel über die Reisebewegungen nach Mexico in meinen Pass haben.
Dazu fragte ich mich bei den Grenzbeamten durch und wurde schließlich an die Fahrzeugeinreise verwiesen. Hier turnte ich zwischen den Pkw herum bis mir sowohl die amerikanische, wie auch die mexikanische Seite einen Stempel gegeben hatten.
Danach ging es erschöpft ins Motel zurück und wir ließen den Tag ausklingen.

Mittwoch, 03.06.1992

Nach den Erlebnissen vom Vortag wollten wir den heutigen Tag etwas ruhiger gestalten und fuhren vormittags an einen ruhigen öffentlichen Strand bei Encinitas.

Hier legten wir uns einige Stunden in die Sonne und genossen diese. Leider hatten wir die Intensität der Sonne etwas unterschätzt, so dass wir uns alle einen leichten Sonnenbrand holten. Den Nachmittag am Pool verbrachten wir daher lieber im Schatten.
Am Abend fuhren wir dann noch mal nach Carlsbad rein, um nach einem kurzen Bummel durch die beschauliche Stadt, ein Abendessen zu uns zu nehmen.

Donnerstag, 04.06.1992

Es stand wieder ein Reisetag an. Diesmal ging es auf dem schnellsten Weg die knapp 100 Meilen nach Los Angeles.
Bereits am späten Nachmittag konnten wir uns ein Motel suchen und fanden das Hallmark Hotel direkt am Sunset Boulevard in Hollywood.
Die Zimmer waren okay, so dass wir unsere Rechung, die wir vorab entrichten mussten, bezahlen konnten. Da ich diesmal mit bezahlen dran war, gab ich meine Kreditkarte ab. Der Deskman zog sie derart schwundvoll durch den Kartenleser, dass er vermutlich den Magnetstreifen beschädigte. Auf jeden Fall teilte er mir mit, dass die Karte nicht akzeptiert wird. Ein sehr bescheidenes Gefühl im ersten Augenblick. Ich nahm die Karte wieder an mich und Elli bezahlte erst einmal. Bei einer späteren Nutzung funktionierte die Karte übrigens wieder problemlos.

Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, ging es erstmal ans Sightseeing.

Katrins große Stunde war nun gekommen. Chinese Theatre, Walk of fame, Rodeo Drive und eine Fahrt durch Beverly Hills, stimmten sie ausgesprochen glücklich.

Den Abend verbrachten wir getrennt, da Michael und Katrin etwas zu feiern hatten. Außerdem hatten sie keine Lust ein Baseballspiel zu besuchen, was bei mir und Elli auf dem Programm stand. Wir schauten uns das Major League Baseball Spiel der L.A. Dodgers gegen die Cincinnati Reds im Dodgersstadium an. Die Dodgers gewannen übrigens mit 7 zu 4 nach zuvor zwei verlorenen Spielen.
Insgesamt war es ein toller Event, wenn es sich auch zeitlich sehr in die Länge zog. Die Heimfahrt traten wir an, als es bereits Dunkel geworden war und die Orientierung fiel uns etwas schwer.
Als es gar nicht mehr richtig ging, sah ich am Rand einen Streifenwagen der Polizei stehen und wollte nach dem Weg fragen. Zunächst wurde ich schroff darauf hingewiesen bis zum Ende der Kontrolle auf der anderen Straßenseite zu bleiben – verständlich -, danach beantwortete mir man freundlich meine Frage.
Tatsächlich waren wir nur eine Querstraße südlich gelandet, so dass wir nach kurzer Zeit vollkommen erledigt im Hotel ankamen.

Freitag, 05.06.1992

Ein weiterer Tag Los in Angeles stand auf dem Programm. Nach einem frühen Breakfast wollten wir die Universal Studios Hollywood besuchen.
Wir waren auf einen warmen, sonnigen Tag eingestellt, der sich leider nicht in Gänze erfüllte. Zusätzlich empfanden wir durch unsere Sonnenbrände die Temperaturen als unnatürlich kalt. Dennoch erfreute uns der Parkbesuch. In Deutschland war ein derartiger Park zu dieser Zeit noch nicht existent und selbst die Fahrradfahrt mit E.T. schien uns etwas Besonderes.

Auch die Tanz- und Musikdarbietungen waren interessant. Besonders erfreute Elli der Auftritt der Blues Brothers.

Abends, als wir dann endgültig durchgefroren waren und der Park schloss, machten wir uns auf dem Heimweg zum Motel.

Samstag, 06.06.1992

Auch den Samstag hatten wir noch für Los Angeles eingeplant.
Wir machten den ganzen Tag Sightseeing.
So besuchten wir Downtown Los Angeles und den El Pueblo de Los Angeles State Historic Park.
Danach ging es zum George C. Page Museum und dem Exposition Park. Hier konnte man fossile Funde bewundern, die in den nahen Teergruben gemacht wurden.

Nach diesem Teil ging es in Richtung Hafen von Los Angeles. Hier stand der Besuch der Queen Mary an. Keiner von uns hatte jedoch Lust das Schiff selbst zu besichtigen, so dass es bei einem Fotoshooting von außen blieb.

Hiernach machten wir uns auf die Suche nach dem legendären Hollywood Sign. Der Standort des Zeichens war uns bekannt und gesehen hatten wir es auf der Anfahrt zu den Universal Studios auch schon, nur einen guten Fotostandpunkt konnten wir nicht ausmachen. So kam es, dass wir einige Zeit durch die Straßen unterhalb des Hollywood Sign fuhren, bis wir endlich die erhoffte Perspektive für ein gutes Foto gefunden hatten.
Danach war der Tag auch schon vorbei und wir verbrachten die restlichen Stunden in einem nahmen Shopping-Center mit einem Abendessen und dem Einkaufen der Mitbringsel.

Sonntag, 07.06.1992

Nun ging es endlich weiter. In Los Angeles hatten wir auch genug gesehen, so dass wir die Fahrt in Richtung Norden antraten.
Zunächst ging es durch Malibu auf den Highway 1, der uns an der Pazifikküste entlang führte.
In Santa Barbara machten wir einen Stopp zum Sightseeing. Nach einem gemeinsamen Besuch am Pier, trennten wir uns erforschten die Stadt getrennt.
Elli und ich fanden eine niedliche Kaffeebar, wo es Kaffee satt gab und man auf herrlichen Kunstlederhockern am Tresen sitzen konnte.

Nachdem wir uns dann wieder gesammelt hatten, ging es die Küste entlang weiter. Recht kurzfristig entschieden wir uns für Morro Bay als Etappenziel.
Im Nachhinein ein lohnender Stopp, da die ruhige Hafenstadt am Pazifik ausgesprochen idyllisch und zu dieser Zeit touristisch unberührt war. Am Hafen konnte man den Fischottern beim Muscheltauchen zuschauen und der Berg in der Hafendurchfahrt war imposant anzusehen.
Für die Übernachtung fanden wir das Sundown Motel in der Main Street.

Montag, 08.06.1992

Weiter ging es auf dem Highway 1 an der Pazifikküste entlang.
Zunächst stand ein kurzer Stopp am Hearst Castle an, dem exklusiven Bau des Zeitungsverlegers Hearst aus dem Jahr 1920.
Danach ging es über Big Sur und dem Julia Pfeiffer Burns State Park nach Point Lobos weiter.

Am Point Lobos State Park machten wir einen Trail mit, um die Seelöwen und Fischotter zu beobachten. Das Whale watching war leider auf Grund der Jahreszeit nicht möglich. Dennoch war es ein interessanter Park.

Hiernach ging es weiter auf den 17 Miles Scenic Drive. Laut Reiseführer gab es hier die ‚Lonely Cypress‘ zu bewundern, die für sich allein auf einem Felsvorsprung steht.

Die Straße selbst führt durch diverse Golfplätze, so dass man sich nicht wundern musste, dass hier die Golfwagen Vorfahrt genießen.
Übernachtet haben wir dann im Quality Inn in der Dunes Road in Marina. Hier genossen wir den warmen Spa im Innenhof des Motels. Bedauerlicher Nachteil des Aufenthalts war, dass meine Fotokamera zu Schaden kam, als sie beim Entladen des Mietwagens aus der nicht ganz geschlossenen Fototasche fiel.
Gott sei Dank konnte der Film gerettet werden und die beschädigte Bodenplatte flickte ich notdürftig mit Klebeband.

Dienstag, 09.06.1992

Der Tag startete nach dem Frühstück mit einem Besuch bei einem Fotofachgeschäft. Leider war die beschädigte Bodenplatte nicht zu erhalten, so dass wir den Ersatz auf San Francisco verschoben, das wir als letztes Ziel unserer Rundfahrt auserkoren hatten.
Mit dem Mietwagen ging es konsequent über den Highway 1 weiter in Richtung. Erst in der San Francisco Area wechselten wir, um unsere Fahrt in Richtung Motel fortzusetzen.
Um die letzten Tage nicht mehr umziehen zu müssen und am Abflugtag nah am Flughafen zu sein, wählten wir erneut das Economy Inn an der Airport Avenue als unsere Unterkunft aus.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit einer Fahrt nach Downtown, wo ich dann zu allem Übel noch ein Parkticket kassierte.
Auf der Rückfahrt versuchten wir dieses gleich im angegebenen Gerichtsgebäude zu bezahlen. Beim Betreten des Gebäudes kam sich vor als würde man Fort Knox betreten. Schusssicheres Glas, Metalldetektoren, überall Wachpersonal. Nachdem ich mich in einer Reihe angestellt hatte, konnte ich das Verwarngeld entrichten und wir machten uns auf den Rückweg zum Motel.

Mittwoch, 10.06.1992

Für den heutigen Tag standen einige Besichtigungsziele in der Bay Area an.
So ging es zunächst über die Oakland Bridge und die San Francisco Bay nach Oakland, wo wir versuchten die Alameda Naval Base zu besichtigen. Leider war dies zu dieser Zeit nicht möglich. Wir fuhren daraufhin nach Downtown Oakland. Eine wesentlich nüchterne und saubere Stadt wie San Francisco.
In der City entdeckten wir einen Eingang zur BART (Bay Area Rapid Transit), der Untergrundbahn von San Francisco. Sie verbindet San Francisco mit Oakland und führt unter der San Francisco Bay durch. Diesen Event wollten Michael und ich uns nicht entgehen lassen und kauften kurzfristig zwei Tickets für Hin- und Rückfahrt. Es war schon ein bedrückendes Gefühl die Zeit in der Bahn, dennoch aber auch ei großartiges Erlebnis.
Zurück bei den Mädels ging es dann zum Golden Gate Park in San Francisco. Dieser Park im Zentrum von San Francisco ist sogar größer als der Central Park in New York. Wir besuchten den Teil mit dem japanischen Garten und genossen die Ruhe mitten in der Stadt.
Danach ging es dann wieder ins Motel zurück.

Donnerstag, 11.06.1992

Der letzte Tag in Californien stand an.
Wir verbrachten ihn der zweckmäßigkeitshalber in San Francisco und besuchten zunächst Presidio mit dem Army Museum.
Danach ging es zum Fort Meyers, um eine andere Perspektive auf die Golden Gate Bridge zu haben.
Von dort machten wir einen Abstecher zum Strand von San Francisco.

Da es hier aber sehr windig war und man sich auf dem Strand kaum aufhalten konnte ohne einzusanden, entschlossen wir uns zum Abschluss einen beschaulichen Zoobesuch zu machen.
Zum San Francisco Zoo war es nicht weit und wir verbrachten den restlichen Tag dort.
Den Abend verbrachten wir dann noch bei einem gemeinsamen Bier im Motel.

Freitag, 12.06.1992

Bereits um 07:20 Uhr Ortszeit startete der Rückflug von San Francisco aus. Dem Entsprechend mussten wir früh raus und fuhren nach dem Continental Breakfast zum Flughafen. Hier gaben wir ohne größere Probleme unseren Mietwagen ab und checkten für den Rückflug ein.
Ohne Probleme ging es nach Washington D.C., wo wir gegen 13:50 Uhr ankamen. Unser Anschlussflug startete um 17:30 Uhr. Ein Direktflug nach Frankfurt am Main.

Samstag, 13.06.1992

Auf Grund der Zeitverschiebung kamen wir gegen 07:15 Uhr morgens in Frankfurt am Main an.
Der nächste ICE nach Hannover ging dann um 09:11 Uhr ab dem Hauptbahnhof Frankfurt. Da wir für die Rückfahrt keine Sitzplatzreservierung hatten, mussten wir in dem überfüllten Zug mit Gangplätzen vorlieb nehmen. Wenig Verständnis hierfür brachten die Zugbegleiter uns entgegen, die sich auch noch über die Überfüllung und die fehlende Gangfreiheit beschwerten – als wenn dies unser Problem wäre.
Gegen 11:30 Uhr kamen wir dann wohlbehalten und völlig erschöpft am Hauptbahnhof in Hannover an.
Elli und ich nutzten die Üstra um nach Hause zu gelangen, wohingegen Michael und Katrin sich abholen ließen.

Damit war der erste Trip nach Kalifornien beendet.
Im Abschluss an der Urlaub trafen wir uns noch mehrmals um die Dias auszutauschen und unsere Erinnerungen an den Urlaub aufzufrischen.

Auf den Kanarischen Inseln

Teneriffa

(13.06.1991 – 04.07.1991)

Den Sommerurlaub 1991 planten wir zusammen mit Uwe ‚Zausel‘ Becker, seiner Frau Andrea und seiner zweijährigen Tochter Janina.
Als Ziel hatten wir uns Teneriffa ausgeschaut. Jeder buchte für sich. Wir hatten die Anlage Bungamerica über die TUI gebucht.
Der Flug ging für uns zusammen mit Hapag Lloyd ab Hannover. Nach etwas über 4 Stunden Flug landeten wir auf dem Flughafen Tenerife Sur. Wie bereits der Name sagt, liegt der Flughafen im Süden der Insel.
Danach ging es mit dem Bus über die Autobahn nach Playa de las Americas, wo die Touristen an den einzelnen Hotel-, bzw. Bungalowanlagen ausgespuckt wurden.
Wir bekamen zwar mit, wo die Rezeption von Uwe’s Bungalowanlage lag, aber wie nah der Bungalow letztendlich lag, war uns bis dahin nicht bekannt.
Tatsächlich lag er nur einmal über die Av. Republica de Panama, an der unser Bungalow lag, hinüber.

Im Gegensatz zu den Beckers hatten wir mit unserem Bungalow Glück.
Wir fingen unseren Urlaub nicht mit der Beseitigung von Kakerlaken an und hatten zwei Pools in der Anlage – wovon leider nur einer in Betrieb war. Der zweite wurde gerade renoviert.
Auch hatten wir keine Baustelle gegenüber unserer Terrasse. Dies hing vielleicht damit zusammen, dass wir eine Wohnung in der ersten Etage hatten.
Alles in allem war die Anlage zufriedenstellend. Die 5 Gehminuten zum Strand waren akzeptabel und auch der Weg zum Pool war okay.
Restaurants und Einkaufsgelegenheit gab es in der näheren Umgegend genug.

Die Tage in Playa de las Americas verbrachten wir entweder am Poll oder am Strand. Abends machten wir den ein oder anderen Bummel über die Strandpromenade entweder nach Los Cristianos oder zum Hafen von las Americas.
Gekocht haben wir abends eher selten. Zumeist sind wir in eines der zahlreichen Restaurants in Strandnähe gegangen und haben dort gegessen.
Die Restaurants zeichneten sich damals durch günstige Preise und ihr Angebot aus. Bis zur Mittagszeit gab’s eher englische Kost – baked beans und eggs – danach kamen die deutschen Speisevorschläge – Schnitzel mit Pommes -. Spanisch konnte man eigentlich nirgends essen und ein Fischrestaurant mussten wir richtig suchen.

Während unseres Aufenthaltes machten wir auch einige Ausflüge auf der Insel.
Am Anfang stand eine Tour mit dem öffentlichen Bus nach Las Galletas zur Ferienanlage Ten-Bel, in der Andrea früher mal Urlaub gemacht hatte und die sie unbedingt noch einmal sehen wollte.
Insgesamt war dies auf Grund der Art des Fortbewegungsmittels eine anstrengende Tour, die aber durch den Küstenblick mit den Klippen entlohnt wurde. Lediglich die Wartezeit an der Bushaltestelle, ohne jeglichen Sonnenschutz, ließ hinterher alles Gesehene in den Hintergrund treten.

Nach diesem Kapitel entschlossen wir uns einen Mietwagen zu nehmen. Für wenig Geld erhielten wir einen roten Citroen AX.
In diesem quetschen wir uns dann alle Fünf rein, um die erste gemeinsame Fahrt nach Masca im Norden der Insel anzutreten. Das Bergdorf im Nordwesten der Insel ist über eine serpentinenreiche Straße zu erreichen. Während der Fahrt durch die Serpentinen musste sich Janina übergeben, was man letztlich meiner Fahrweise zuschrieb, woraufhin Uwe das Steuer übernahm.
Masca selbst war ein wunderbar verschlafenes Bergdorf, wie man es sich vorstellt. Als Lokal wählten wir ‚El Guanche‘ aus, wo wir eine Tomatenplatte erhielten und uns damit für den Rückweg stärkten.
Nach dem Bummel durch das Dorf mit seinen Natursteinhäusern ging es dann wieder zurück.

Die nächste Tour fand dann nur noch in Begleitung von Uwe statt. Janina und Andrea verweigerten die Teilnahme an den Fahrten über die serpentinenreichen Strecken.
Über die Südautobahn ging es nach Santa Cruz de Tenerife, der Hauptstadt von Tenriffa.
Nachdem wir uns bei der Touristeninformation mit einem Führer zu den Sehenswürdigkeiten versorgt hatten, ging es los.
Neben den Plaza de Weyler, Plaza de Espana und dem Plaza de Principe ging es über die Calle de Castillo bis zur Kirche Iglesia de la Conception. Zum Abschluss besuchten wir den Markt und den wunderschönen Sandstrand am Playa de las Teresitas.
Danach ging es über die Südautobahn wieder zurück.

Ein weiterer Ausflug führte uns natürlich zum Pico del Teide, dem höchsten Berg Teneriffas. Zunächst ging es dazu mit dem Pkw über Villaflor in den Nationalpark Teide.
Kurz vor der Bergstation zum eigentlichen Aufstieg gibt es noch die Gesteinformationen Roque Cinchado, wohin wir einen Abstecher machten.
Danach ging zur Gondelstation. Vorher zogen wir uns noch festes Schuhwerk und lange Hosen an, um die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten.
Nach einer kurzen Phase des Anstehens ging es mit der Seilbahn los.
Sie führt von der Basisstation auf 2.356 Meter bis auf 3.555 Meter über dem Meeresspiegel, etwa 200 Höhenmeter unterhalb des Teide-Gipfels. Die Strecke von 2,482 Kilometern und 1.199 Meter Höhenunterschied bewältigt die Seilbahn in rund acht Minuten. Die Kabinen haben eine Kapazität von bis zu 38 Personen.
Nach der kurzen Fahrt ging es die letzten 200 Meter in ausgetretenen Steinpfaden zum Gipfel. Auf Grund der dünnen Luft musste man häufiger Mal Pause machen.
Einige Zeit brauchten wir bis wir es dann doch geschafft hatten und den herrlichen Ausblick vom Gipfel des Vulkans genießen konnten.
Nach einer kurzen Rast ging es dann wieder an den Abstieg, der sich nicht unbedingt leichter gestaltete, da die beiden Verkehrsströme aufeinandertrafen und sich gegenseitig behinderten.
Nach der Fahrt mit der Seilbahn blieb dann nur noch die Heimfahrt mit dem Pkw.

Der nächste Ausflug war an die Nordküste Teneriffas. Elli und ich fuhren ins Orotava-Tal und nach Puerto de la Cruz.
Dazu ging es zunächst wieder durch den Nationalpark Teide. Nachdem wir die Nordhänge erreicht hatten und die Serpentinen in Richtung Küste fuhren, änderte sich die Vegetation zusehends. Es wurde grüner und auch die Luftfeuchtigkeit und Bewölkung stieg an.
Nach einem Besuch des Botanischen Gartens in La Orotava ging es weiter nach Puerto de la Cruz. Hier bummelten wir an der Strandpromenade entlang.
Von dort aus ging es zum Mirador Humboldt, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Bananenplantagen im Orotava-Tal hat.
Als letztes stand dann Punta de Hidalgo im Anagagebirge auf dem Programm. Hier hat man einen herrlichen Blick auf den tosenden Atlantik, der sich an der Steinküste bricht.
Sehenswert sind auch die Zwillingsberge, die unmittelbar an der Atlantikküste liegen.

Eine weitere Tour, die wir machten galt wieder hauptsächlich der Nordküste.
Zunächst ging es über Los Gigantes, wo wir die Klippen der Westküste bewunderten.
Von dort ging es weiter nach Icod de los Vinos, wo es einen berühmten Drachenbaum zu bewundern gibt.
Von Icod de los Vinos ging es noch einmal über die nördliche Route ins Anagagebirge. Diesmal ging es bis zum Örtchen Taganana im äußersten Nordosten der Insel.
Von dort aus ging es dann über San Cristobal de la Laguna, am alten internationalem Flughafen vorbei in Richtung La Esperanza. Wir folgten der Landstraße über Güimar und Granadilla de Abona bis nach Playa de las Americas zurück.
Unterwegs gelang es uns dann tatsächlich eine typisch kanarische Mahlzeit einzunehmen. Wir haben uns dazu einfach ein Lokal gesucht, wo viele Lkw vor geparkt waren. Hier erhielten wir, was wir so lange gesucht hatten. Uns es war auch noch gut und günstig.

Damit hatte sich die Mietzeit für den Leihwagen auch dem Ende genähert und wir konnten die Insel nicht weiter erkunden, obwohl es sicherlich noch einige schöne Ecken gegeben hätte.

Nach zwei Wochen war der Urlaub dann vorbei und es ging zurück in Richtung Hannover.