Rundtour durch den Südwesten der U.S.A.

Kalifornien (USA)

Samstag, 24. Juni 1995
Um Mitternacht ging es in Hannover mit dem Pkw in Richtung Frankfurt los. Lars hatte sich bereit erklärt, uns nach Frankfurt zu fahren.

Dort trafen wir gegen 04:00 Uhr morgens ein und hatten noch ungefähr zwei Stunden Zeit bis unser Flug ging. Diesmal hatten wir einen Flug über Italien gebucht. Der startete dann auch pünktlich um 07:40 Uhr und wir trafen um 09:25 Uhr in Mailand-Lignate ein. Von dort sollte ein Bustransfer nach Mailand-Malpese erfolgen, wo der Flug nach Los Angeles ging.
Für diesen Bustransfer war eine Zeitspanne von knapp 4 Stunden eingeplant. Um es vorweg zu nehmen, hat Allitalia es geschafft, diese Zeitspanne voll auszuschöpfen. Der Bus sollte um 11:15 Uhr abfahren und hatte eine angedachte Fahrzeit von circa 45 Minuten. Der geplante Abflug war 13:15 Uhr, so dass eigentlich noch ausreichend Zeit für einen Mittagssnack und Einchecken war.

Tatsächlich fuhr der Bus dann aber erst um 12:45 Uhr ab.
Die Nerven der Wartenden waren zum zerreißen gespannt – nur das Servicepersonal nahm es mit südländischer Gelassenheit. Vor der Abfahrt musste der Busfahrer dann erst noch einmal die Fahrkarten kontrollieren und Geld wechseln. Dann ging es in den Mailänder Verkehr. Um 12:55 Uhr hatten wir es dann zum Einchecken ans Gate geschafft. Dort erwartete man uns jedoch nicht hektisch, sondern sagte uns lediglich, dass die Verspätung bereits in den Abflug mit eingeplant ist und der Abflug dem Entsprechend auch auf 13:40 Uhr verschoben ist. Damit hatten wir dann doch noch Zeit für einen Kaffee gewonnen, denn tatsächlich hob der Flieger erst um 15:00 Uhr ab.
Die ersten 15 Stunden unserer Reise nach Kalifornien lagen hinter uns und wir hatten noch nicht einmal den europäischen Kontinent verlassen. War nicht auch Kolumbus ein Italiener? Wie hat der jemals den amerikanischen Kontinent erreicht?
Um 17:10 Uhr Ortszeit landeten wir dann in Los Angeles.
Noch kurz den Mietwagen in Empfang nehmen – einen Ford Tracer Mercury mit einem Tachometerstand von 10194 Meilen. Vergleichbar mit einem Ford Escort in Europa.
Dann ging es auf Motelsuche. Wir wollten nicht zu lange suchen, aber auch nicht ein teures Hotel in Flughafennähe nehmen, so dass wir erstmal etwas abseits vom Flughafen suchten. Fündig wurden wir dann am Century Boulevard. Das Sea Breeze Inn für 35 Dollar die Nacht war okay.
Noch ein kurzes Abendessen bei Burger King und dann ins Bett.
Gegen halb Fünf – mitten in der Nacht – will dann Elli unbedingt die Klimaanlage umstellen. Nach einigem Rumgefummel klappt das dann auch.

Sonntag, 25. Juni 1995
Bereits um 07:00 Uhr morgens waren wir wach. Das Wetter war zunächst nicht so toll – lediglich 15 Grad Celsius und bedeckt.
Nach einem kurzen Frühstück ging es dann erstmal nach Venice Beach.

Da das Wetter sich nicht besserte, blieb es beim Sightseeing am leeren Strand. Danach ging es über den Highway 1 nach Norden.

Am Vormittag trafen wir dann in Santa Barbara ein und machten erstmal einen Bummel durch die Stadt. Von dort aus fuhren wir dann nach San Luis Obispo, ein schöne Stadt im spanischen Stil, weiter. Dort gönnten wir uns ebenfalls einen Stadtbummel.

Diesmal aber bei wolkenlosem Himmel und angenehmen 25 Grad Celsius.
Übernachten wollten wir unbedingt in Morro Bay an der Küste, da uns dieser Ort bei unserem ersten Besuch so gut gefallen hatte.
Diesmal gestaltete dich die Zimmersuche hier etwas schwieriger, da der Ort immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Touristen wird.

Nach einem Abendessen in Margie’s Diner und einem Besuch der Küste, wo man den Fischottern beim Muscheltauchen zuschauen kann, ging es dann zurück zum Motel.
Das Wetter hatte sich mittlerweile wieder bedeckt und es waren unangenehme 15 Grad Celsius.

Montag, 26. Juni 1995
Wieder sind wir gegen 07:00 Uhr aufgestanden. Gegen 08:00 Uhr hatten wir dann gefrühstückt und traten die Weiterfahrt an.
Nach circa einer Stunde Fahrt mussten wir das erste Mal tanken.
Der Tacho stand auf 10427 Meilen und wir mussten 5,69 Gallonen nachfüllen. Das Ganze kostete uns 7 $. Das entspricht 372 Kilometer mit 21 Litern und einem Durchschnittsverbrauch von ungefähr 5,6 Litern auf 100 Kilometern.
Danach ging es weiter auf dem Highway bis zum Leuchtturm Piedras Blanco und dann dem Julia Pfeiffer Burns National Park, wo wir eine kleine Mittagspause machten.

Gegen Nachmittag waren wir dann am Point Lobos National Park, der mittlerweile 6,50 $ Eintritt kostete, die wir aber investierten, um Seelöwen und Fischotter zu sehen. Für Wale war wieder nicht die richtige Jahreszeit.

Es ging dann weiter bis nach Monterey, wo wir für knapp 43 $ die im California Motel an der Fremont Street unterkamen.
Danach ging es dann noch zum Sightseeing nach Monterey. Dort besonders zum Old Fisherman’s Wharf, der alten Hafenanlage mit Handelshaus und Verwaltungsgebäude.

Den Abend verbrachten wir am Motel und aßen im nahegelegenen Restaurant ‚Grandma’s kitchen‘.

Dienstag, 27. Juni 1995
Nachdem wir gegen halb acht aufgestanden waren, frühstückten wir auch in ‚Grandma’s kitchen‘. Danach ging es weiter in Richtung San Francisco. Wir fuhren weiter den Highway 1 entlang und nahmen einen zweiten Kaffee in Santa Cruz zu uns.

Den nächsten Stopp machten wir am Strand von Scott Creek, der zwischen der Half Moon Bay im Norden und Santa Cruz im Süden liegt.
Am frühen Nachmittag trafen wir in San Francisco ein. Die frühe Ankunft nutzten wir, um die Golden Gate Bridge in Richtung Norden zu überqueren und von der Nordseite ein paar Fotos zu schießen.

Danach suchten wir uns eine Unterkunft und entschieden uns wieder für das Surf Motel in der Lombard Street.
Von hier aus ging es in Richtung Downtown und Chinatown, wo wir uns bis zum frühen Abend aufhielten.
Unser Abendessen nahmen wir im ‚New Great Wall‘, einem chinesischem Restaurant in Chinatown zu uns.
Als das erledigt war, wandten wir uns der Rückfahrt zu. Diesmal sollte es mit dem öffentlichen Bus zurück zum Motel gehen. Nachdem wir die entstprechende Linie Nr. 30 gefunden hatten, stiegen wir an der Haltestelle Broadway ein und fuhren bis zur Chestnut Street. Das Ganze kostete 1 $ pro Person. Der Fahrer war dann auch noch so nett, uns Bescheid zu sagen, als es für uns besonders günstig war auszusteigen, da die Chestnut Street eine Nebenstraße der Lombard Street ist und wir nicht wussten, auf welcher Höhe das Motel liegt.
Den restlichen Abend haben wir dann im Motel verbracht und die ersten Ansichtskarten geschrieben.

Mittwoch, 28. Juni 1995
Bereits am nächsten Morgen verließen wir San Francisco wieder. Von unserem ersten Aufenthalt drei Jahre zuvor hatten wir bereits genug Sightseeing in der Stadt gemacht.
Nach einem reichhaltigen Frühstück im International House of Pancake ging es weiter auf dem Highway 1 in Richtung Norden.
Erstmals schien bereits morgens die Sonne. Trotzdem war es noch europäisch kühl am Morgen.
Auf dem alten Highway 1 ging es dann bis Bodega Bay, wo wir am Vormittag eintrafen. Zunächst suchten wir das Schulhaus aus dem Film „Die Vögel“ und fuhren danach zum Hafen.

Es war schon verwunderlich, wie der Eindruck aus dem Film nicht mit der Realität übereinstimmte. Nachdem wir alles gesehen hatten, nahmen wir in einem Restaurant am Highway noch einen klassischen Burger und fuhren dann über Sebastopol, Santa Rosa und die Trinity Road nach Oakville. An dieser Strecke hat man einen wunderbaren Blick ins Napa Valley.
Nach dem Napa Valley ging es in Richtung Highway 80 und weiter bis Sacramento.
Hier fanden wir nach einigem Suchen das Americana Motel an der H-Street, Ecke 15th Street – heute ein Clarion Motel.
Das Motel kostete uns nur 34 Dollar die Nacht und lag sehr zentral.
Wir konnten Downtown und den Old Sacramento District problemlos zu Fuß erkunden. Auf dem Weg dorthin lagen auch das Capital und einige Einkaufszentren, die wir auch gleich mitnahmen.
Der Old Sacramento District stellte sich für uns wie im Wilden Westen dar.

Autos waren aus diesem Bereich verbannt. Auf dem Fluss lagen Raddampfer und es standen überall die alten Gebäude. Es war wirklich schön durch diesen Bereich zu bummeln. Hier verbrachten wir wirklich einen schönen Abend.

Donnerstag, 29. Juni 1995
Am nächsten Morgen lachte uns bereits um halb acht die Sonne kräftig an.
Nach dem Frühstück und einem Tankstopp ging es dann in Richtung der legendären Goldgräberroute, dem Highway 49. Zunächst ging es über den Highway 80 bis nach Auburn. Hier sind wir, nach Besichtigung des Court House und der Old City in die Route eingestiegen.
Schnell kamen wir zum North Fork des American Rivers und zu Sutter’s Mill, einer Wassermühle, die durch den Goldrausch und die dortigen Goldfunde bekannt wurde.
Am Nachmittag ging es dann auf Highway 49 in Richtung Süden weiter. Die Fahrt gestaltete sich etwas schleppend, da nahezu ständig Holz-Trucks vor uns fuhren, die man auf diesem Highway schlecht überholen konnte,
Gegen 18:00 Uhr trafen wir dann in Sonora ein. Hier brauchten wir nicht lange nach einem Motel suchen, da uns beiden klar war, dass wir unbedingt wieder im Gunnhouse Hotel übernachten wollten.

Für knapp 50 US-Dollar erhielten wir auch ein gemütliches Zimmer in der 1. Etage mit Blick auf die Hauptstraße.
Abends ging es dann zu Wilma’s Cafe and flying pig Saloon an der Washington Street. Einer besten BBQ-Läden, die wir bis dahin gefunden hatten. Wir gönnten uns an diesem Abend Spare Ribs satt.
Auf dem Rückweg zum Motel schauten wir noch kurz in eine Sportsbar an der Washington Street rein. Danach ging es in der Hotelbar mit Bier und Strawberry Daiquiri weiter.

Freitag, 30. Juni 1995
Elli fing den Tag um 08:00 Uhr mit einigen Bahnen im Swimmingpool des Motels an. Danach gingen wir zum Frühstück zu Wilma’s, bevor wir nach Mariposa weiterfuhren.
Auf der Strecke dorthin haben wir netten Plausch mit einigen Roadworkern, die den Highway 49 sanierten und uns zum passieren des Gegenverkehrs anhielten.
Von Oakhurst aus ging es dann über den Highway 41 bis nach Fresno und von dort nach einem Tankstopp in Richtung Kings Canyon National Park.
An der Einfahrt zum Kings Canyon National Park stellten wir fest, dass die Zeit für den kompletten Park nicht reichte. Wir fuhren ein Stück in den Canyon hinein und wendeten dann, um uns dem nächsten Park, dem Sequoia National Park zuzuwenden.

Nach einem kurzen Stopp im Visitor Center stellten wir fest, dass die Sequioa-Bäume (=Riesenmammutbäume), die nach General Lee oder General Grant etc. benannt sind, an dem Highway liegen und nicht zu Fuß abgeschritten werden müssen.
So fuhren wir von nationalem Naturmonument zu Naturmonument und konnten jeweils in unmittelbarer Nähe parken.
Nachdem wir einige der Bäume bewundert hatten, setzten wir unsere Fahrt in Richtung Süden fort und wurden kurz vor dem Lodgepole jäh durch geparkte Autos am Fahrbahnrand gestoppt. Auch uns erfasste die Neugier und wir konnten unseren ersten (und bisher einzigen) Braunbären in freier Natur sehen, der sich nicht weit von uns auf einer Wiese herumtrollte.

Schnell eine Fotosession abgezogen, dann kam auch schon ein Parkranger und schickte alle weiter. Vermutlich, damit der Bär seine Ruhe hat.
Danach folgte ein kurzer Abstecher in den Kings Canyon, den wir allerdings nicht bis zum Ende abfahren konnten, da uns einfach die Zeit fehlte.

Hier fanden wir dann auch mitten im Sommer noch etwas Schnee vor, was wir schnell mit einem Selbstauslöserporträt dokumentierten.

Im weiteren Verlauf kreuzten wir dann mehrfach den Kaweah River, der es mir mit seiner Wildheit echt angetan hatte, so dass ich einige Fotos davon machte. Vielleicht war es auch das ein oder andere Foto zuviel, aber egal.
Wir fuhren an diesem Tag noch bis Visalia, wo wir gegen 19:15 Uhr ins Mooney Motel, 2120 S. Mooney Boulevard, eincheckten. Mit knapp 30 US-Dollar übrigens eins der günstigsten Motels dieses Urlaubs.

Samstag, 01. Juli 1995
Bereits gegen 07:00 Uhr morgens standen wir wieder auf und starten gegen halb acht auf unsere weitere Fahrt.
Über den Highway 99, an Bakersfield vorbei, ging es in die Los Angeles Area. Hierbei ging es durch die Anbaugebiete in Kalifornien, wo riesige Felder mit Orangen- und Weinanbau den Ausblick dominierten.

Die Los Angeles Area war allerdings nicht das Ziel unserer Reise sondern es ging weiter bis nach Palm Springs.
Hier trafen wir gegen 14:00 Uhr ein und mieteten uns in das Dessert Rose Inn wieder ein.
Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, um einmal so richtig zu relaxen und Sonne zu tanken.
Abends ging es dann nach Downtown, um etwas zu essen.
Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse, u.a. mit Telefonaten nach Florida zu Ursel und Otto.

Sonntag, 02. Juli 1995
Wieder sind wir gegen halb acht aufgestanden. Nach einem Breakfast bei Bäker’s ging es in Richtung Arizona weiter.
Wir folgten dem schier endlosen Asphaltband des Highway 95 in Richtung Phoenix.

Auf den knapp 300 Meilen hielten wir nur an dem einen oder anderen Schnellimbiss, um uns mit kühlen Getränken zu versorgen. Da es sehr heiß wurde, nutzten wir zumeist das Refill-Angebot, um so viel Flüssigkeit wie möglich aufzunehmen.

Gegen 15:00 Uhr trafen wir in Phoenix ein. Die Motelsuche gestaltete sich hier nicht so komfortabel wie in anderen Städten. Wir hatten zwar die obligatorischen Bonushefte unterwegs gesammelt, wurden aber nicht richtig fündig. So kam es, dass wir am Ende in einem Holiday Inn abstiegen. Diesen Komfort nicht unbedingt gewohnt, nutzten wir alle sich bietenden Vergünstigungen aus. Dadurch relativierte sich im Nachhinein die nicht gerade günstige Übernachtungsgebühr.
Abends gingen wir dann ins örtliche Planet Hollywood zum Essen.
Es war unser erster Aufenthalt in einem Planet Hollywood und dem entsprechend waren wir von der Atmosphäre beeindruckt.

Montag, 03. Juli 1995
Wir haben dann richtig ausgeschlafen und sind erst gegen 08:15 Uhr aufgestanden. Das Frühstück war im Preis mit drin und es gab Gravy und Biskuit.
Schnell nach dem Frühstück noch getankt und weiter ging es über den Highway 10 in Richtung Tucson.
Auf dem Weg dorthin lag das Casa Grande Ruins National Monument, das wir noch besichtigten.
Im Vergleich zu unserem Tourstart waren die Temperaturen mittlerweile ins Unangenehme übergegangen. So hatten wir beim Besichtigen der Ruinen etwa 40 Grad Celsius im Schatten – und Schatten gab es verhältnismäßig wenig. Lediglich die Kakteen spendeten etwas von diesem.

Bereits gegen 13:00 Uhr trafen wir in Tucson ein. Nach einer kurzen Suche fanden wir das Highland Tower Motel an der Oracle Road, Ecke Grant Road.
Nachdem wir unser Zimmer erhalten hatten, machten wir uns auf den Weg nach Tombstone.
Hier angekommen, stellten wir schnell fest, das alles auf Nepp beruhte. Die Geschichte um Wyatt Earp wurde leidlich ausgeschlachtet und für alles musste man Eintritt zahlen. Uns wunderte, dass wir keine Gebühr für das Fotografieren zahlen sollten.
Nachdem wir alle wichtigen Stätten wenigstens äußerlich in Augenschein genommen hatten, suchten wir noch den Friedhof auf, an dem McLaury und Clanton begraben wurden.

Danach ging es zurück nach Tucson.
Hier suchten wir uns nach einem kurzen Besuch des Pool etwas zum Abendessen.
Wir fanden in der Nähe das Village Inn an der Oracle Street. Beim Betreten fielen uns die fielen Polizeiwagen vor

der Tür auf. Als wir dann eingetreten waren, sahen wir den Grund. An einem langem Tisch saßen diverse Polizeibeamte der Tucson Police, Highway Patrol und DUI (=Drug Unit Influence) beim Essen.
Unsere Erfahrung sagte uns, dass das Essen somit in diesem Lokal gut sein musste und wir genossen es.
Danach ging es mit dem Auto ins Motel zurück.

Dienstag, 04. Juli 1995 (Independence day)
Der nächste Tag war der amerikanische Feiertag – Independence Day.
Trotz allem sind wir wieder um halb acht aufgestanden. Frühstück nahmen wir bei Peppy Lou’s zu uns, ein kleines Restaurant an der Grant Road, Höhe Oracle Street.
Nach dem Frühstück ging es erstmal ins Arizona-Sonora Desert Museum, westlich vorn Tucson, um einen näheren Einblick in die Wüstenlandschaft zu erhalten. Hier war Elli etwas genervt über die amerikanischen Kinder, die alles mit viel Geschrei erledigten – und die Eltern hielt sie damals für unvernünftig. Mittlerweile hat sich das alles etwas gewandelt.

Zum Mittag ging es dann in Tucson Convention Center, wo man sehen konnte, wie die Bewohner von Tucson den Unabhängigkeitstag feiern. Neben verschiedenen Essständen und Ausstellungsflächen, gab es natürlich auch eine kleine Parade und Musikdarbietungen.
Gegen 14:00 Uhr waren wir dann wieder im Motel zurück und machten es uns am Pool gemütlich.
Um 17:00 Uhr hatten wir dann genug Sonne getankt und machten uns auf unserem Zimmer gerade Gedanken, wie wir den restlichen Tag verbringen, als es an der Tür klopfte.
Es war Pete, ein weiterer Motelbewohner, der uns zum Barbecue am Pool einlud. Wir setzten uns dann mit ihm und seiner Frau Guinever zusammen und fingen an zu grillen. Entgegen unserer mitteleuropäischer Grillpraxis wurde hier erstmal alles auf den Grill gelegt und dann in Alufolie eingeschlagen und warm gehalten.

Dabei wurde natürlich Bier getrunken und über alles Mögliche gequatscht. So erfuhren wir dann auch, dass Pete als Vorarbeiter in den Kupferminen bei Tucson arbeitet. Seine Frau Guinever ist bei der Coast Guard in San Diego stationiert, so dass sie auch nur eine Wochenendbeziehung pflegten.
Später kam dann noch Pete’s Arbeitskollege Jim mit seiner Ehefrau Vivian dazu. Jim kam eigentlich aus dem östlichen Texas und hat dort eine „Baum“-Ranch. Lediglich in der Saison kommt er in die Kupferminen nach Tucson.
So saßen wir bis spät in den Abend zusammen und genossen dann mit den anderen Motelbewohnern das Feuerwerk anlässlich des Feiertages. Hierbei schafften sie es tatsächlich ihren A-Mountain in Brand zu setzen, so dass die Feuerwehr noch auf den Berg ausrücken musste. Auch das konnten wir von unserem Motel aus wunderbar verfolgen.
Später erfuhren wir dann vom Motelbesitzer, dass es einen halben Block die Straße hoch ebenfalls gebrannt hatte.
Nach diesem gemütlichen Beisammensein ging es dann spät abends ins Bett.

Mittwoch, 05. Juli 1995
Trotz des langen Abends sind wir um 07:15 Uhr bereits wieder aufgestanden. Nach einem Frühstück bei Peppy Lou’s und dem obligatorischem Tanken ging es in Richtung Westen weiter.
Über den Highway 86 ging es noch einmal auf einem schnurgeraden Asphaltband durch die Wüstenlandschaft Arizonas.
Danach folgten wir dem Highway 85 mit einem kurzen Abstecher in das Organ Pipe Cactus National Monument, wo es wirklich monumentale Kakteengebilde zu betrachten gab.

Dem Highway 85 folgten wir dann bis zur Interstate 8, die uns nach Yuma bringen sollte.

Mittag nahmen wir in Gila Bend zu uns, bevor wir gegen halb drei Yuma erreichten. Dort kamen wir im Hacienda Motel unter, in das wir uns für zwei Nächte einquartierten.

Donnerstag, 06. Juli 1995
Diesmal schliefen wir mal richtig aus und stiegen erst gegen halb neun aus dem Bett.
Nach dem Frühstück besichtigten wir das Yuma Territorial Prison State Historic Park.
Gegen Mittag ging es dann nach Mexico. Die paar Meilen bis zum Grenzübergang an der Andrade Road waren schnell zurückgelegt.

Am Grenzübergang konnten wir unseren Mietwagen auf einem Parkplatz abstellen und den Übergang zu Fuß überschreiten.
Unmittelbar hinter der Grenze liegt die mexikanische Stadt Algodones.
Die Zeit der mexikanischen Siesta nutzten wir dann, um durch Algodones zu bummeln.

Viel Sehenswertes gab es nicht. Die Stadt zeichnet sich durch ihre dentalen Dienste, nämlich ein Überangebot an Zahnärzten, aus, die den Amerikanern billig die Zähne machen.
Nach einem kurzen Snack bei Carl’s Jr. trafen wir am frühen Nachmittag wieder am Motel ein.
Im Motelzimmer stellte Elli dann fest, dass ihre Immigrationcard fehlte. Der Schnipsel, der bei der Ausreise wieder abzugeben ist, war wohl aus ihrem Reisepass gefallen.
Als er nach langem und hektischem Suchen nicht wieder auftauchte, fuhren wir wieder zum Grenzübergang, um uns dort Hilfe zu holen.
Hier löste man das Problem recht unbürokratisch. Elli reiste einfach noch einmal ein und erhielt einen neuen Schnipsel.
Danach ging es ins Motel zurück und wir legten uns ruhigen Gewissens an den Pool. Gegen 18.00 Uhr erschien dann auf einmal der Motelbetreiber an unserem Zimmer. Zu unserem Erstaunen hatte er die verlorene Immigrationcard gefunden und gab sie uns. Jetzt hatte Elli zwei. Machte auch nichts. Sie gab bei der Ausreise einfach beide ab.

Freitag, 07. Juli 1995
Gegen 08.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben nebenan gefrühstückt. Am heutigen Tag sollte es in Richtung San Diego weitergehen.

Dort kamen wir gegen halb zwei an – unterbrochen lediglich durch einen der unzähligen Stopps, um Obst zu kaufen – und fanden das EZ8-Motel in der Old Town Area. Einziger, aber kaum wahrnehmbarer Mangel war, dass es in einem Highwaykreuz am Pacific Highway lag.
Den Nachmittag nutzten wir, um uns San Diego anzuschauen. Zunächst besuchten wir die Old Town San Diego, der nur wenige Meter vom Motel entfernt war.

Danach ging es nach Coronado. Hier besuchten wir noch einmal das Hotel del Coronado.

Zum Abendessen ging es ins Planet Hollywood in San Diego und gegen 21.00 Uhr waren wir am Motel zurück.

Samstag, 08. Juli 1995
Gegen 08.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben entgegen unseren sonstigen Gewohnheiten erstmal den Fernseher angemacht. Es wurde live das Wimbledon-Finale der Damen zwischen Steffi Graf und Arantxa Sanchez übertragen. Steffi Graf siegte in drei Sätzen mit 4:6, 6:1 und 7:5.
Danach ging es gegen halb elf weiter in Richtung Carlsbad. Da es uns aber an der Pazifikküste zu kalt war, beschlossen wir zunächst in Landesinnere zu fahren. Aus dem eigentlich angedachten Ziel Palm Springs wurde dann jedoch Barstow.
Nachdem wir den San Bernadino National Forest durchquert hatten, kamen wir nach Victorville. Hier gönnten wir uns etwas Entspannung bei einer Partie Minigolf. Elli konnte mir hier eine vernichtende Niederlage beibringen, auf die ich nicht näher eingehen möchte.
Nach einem kurzen Einkauf ging es dann die letzten Meilen bis nach Barstow weiter.

Wir quartierten uns in El Rancho Motel in Barstow ein, das an der legendären Route 66 liegt. Im Jahr 2006 brannte das Motel leider aus.
Wir beabsichtigten drei Nächte in dem Motel zu bleiben. Zum einen um uns richtig zu entspannen und dann noch, um die Umgebung zu erkunden.

Sonntag, 09. Juli 1995
Gegen halb acht sind wir aufgestanden und haben in Coco’s Family Bakery gefrühstückt.
Danach gönnten wir uns das Wimbledon-Finale der Herren Boris Becker gegen Pete Sampras. Boris Becker unterlag in vier Sätzen.
Gegen 10.45 Uhr traten wir unsere Fahrt zur Calico Ghosttown an.

Im Gegensatz zu Bodie ist hier alles kommerziell und für die Touristen aufgearbeitet.

Trotzdem waren es einige entspannende Stunden.
Nach dem Besuch nahmen wir dann einen Snack bei Burger King und verbrachten den Nachmittag am Pool.
Das Abendessen gönnten wir uns bei Sizzler’s ein wunderbares Steak mit allem Drum und Dran.

Montag, 10. Juli 1995
Gegen halb acht klopft es an der Tür. Ein Mädchen fragt uns „Do you know a guy named Mark.“ Damit wussten wir gar nichts anzufangen.
Gegen halb neun sind wir dann aufgestanden. Das Wetter war leicht bewölkt und 79 Grad Fahrenheit. Das entspricht etwa 26 Grad Celsius und das am frühen Vormittag.
Es versprach ein heißer Tag zu werden und das erfüllte sich dann auch.
Zunächst gaben wir erstmal die letzten Postkarten am Postamt in Barstow auf. Verwunderlich war, dass hier das Porto nach Europa um 10 Cent günstiger war als bisher.
Danach gab es ein Frühstück bei Carvous an Main Street.
Nun sollte es zum Calico Early Main Site gehen. Diese Fundstätte von archäologischen Funden hatte jedoch leider geschlossen.
Auf der Rückfahrt hielten wir dann im Dessert Information Center, um uns über Öffnungszeiten zu informieren. Leider kamen wir dort nicht weiter. Auf Grund von aktuellen Ausgrabungen war das Gebiet geschlossen.
Wir fuhren daraufhin zum Motel zurück und haben den Rest des Tages gegammelt.
Am frühen Abend bummelten wir dann noch mal durch Barstow. Wir besuchten besonders die Antiquitätengeschäfte, da Elli immer noch einen Eierbecher für ihre Sammlung suchte. Leider wurden wir nicht fündig.
Nach einem Abendessen ging es dann zurück ins Motel.

Dienstag, 11. Juli 1995
Um kurz nach 07.00 Uhr sind wir bereits aufgestanden.
Nach einem Frühstück bei Coco’s Family Bakery ging es auf den Highway in Richtung Los Angeles.

Nach einem Fotostopp in den San Gabriel Mountains ging es dann Downtown L.A.
Zum Übernachten  fanden wir ein Backpackers Motel, das Adventurer All Suite Motel, 4200 West Century Boulevard, im Stadtteil Inglewood.
Das Motel war nicht sonderlich sauber und ruhig, dafür aber verkehrsgünstig gelegen und billig.

Vom Motel aus fuhren wir zweimal zum Flughafen, um unsere genauen Flugdaten abzuklären und unsere Sitzplätze zu reservieren. Letztlich klappte dies jedoch nicht im Flughafen, sondern nur über eine Servicenummer. Da lief es dann aber problemlos.
Danach gingen wir an die Pool und gönnten uns nebenbei einen Sekt von der Bar.
Zum Abendessen bleiben wir im Motel und bestellten dort Hamburger. Tatsächlich war es nur ein Stück Mett zwischen zwei Toastscheiben. Geschmeckt hat es auch noch wirklich ätzend.
Als wir dann gegen 21.00 Uhr zum Zimmer zurückkehrten, stellten wir fest, dass auch noch die Klimaanlage ausgefallen war, so dass wir ins Nachbarzimmer (Nr. 255) wechseln mussten.

Mittwoch, 12. Juli 1995
Gegen halb acht sind wir aufgestanden. Nach unseren gestrigen Erfahrungen mit dem Motelrestaurant wählten wir ein Lokal um die Ecke herum zum Frühstück aus.
Danach ging es dann zu den Universal Studios.
Seit unserem letzten Besuch vor drei Jahren gab es einige neue Events. So zum Beispiel zu den Themen Backdraft, Beetlejuice und Back to the Future.
Diesmal nutzten wir auch die Zeit, um die einzelnen Tiershows zu besuchen. Insgesamt war es wieder ein runder Tag in dieser Art Vergnügungspark.

Danach machten wir noch einen Abstecher zum Sunset Boulevard. In der Nähe unseres Hotels aus dem Jahr 1992 fanden wir ein Einkaufszentrum mit einem kleinen chinesischen Lokal, wo wir das Abendessen zu uns nehmen wollten.
Ich bestellte mir ein Menü Szechuan-Art und Elli nahm etwas mit Gemüse. Elli’s Essen war gut und entsprach auch den europäischen Ansprüchen. Mit meinem Essen hatte ich etwas Probleme. Es war knallrot und bestand aus einer Mischung aus Erdbeeren und Chili. So schmeckte es auch. Auf der Zunge war es erst süß und dann scharf. Gar nicht mein Geschmack. Ich durfte mich dann zum Ausgleich an Elli’s Essen mit gütlich tun, damit ich satt wurde.

Donnerstag, 13. Juli 1995
Den letzten Tag wollten wir in Ruhe verbringen und standen erst gegen 09.00 Uhr auf. Dann ging es wieder zum Frühstück um die Ecke.
Den Vormittag verbrachten wir am Pool.
Gegen 14.00 Uhr brachen wir dann noch mal zu einer Shoppingtour auf.
Zunächst ging es zum Beverly Center in West Hollywood und La Canuerga in Hollywood.
Am Nachmittag fuhren wir dann noch nach Pasadena, um dort die Old Town zu besichtigen.
Gegen 19.00 Uhr kehrten wir ins Motel zurück.
Nach einem Abendessen ging es dann ins Bett.

Freitag, 14. Juli 1995
Nach dem Aufstehen und dem Frühstück verbrachten wir den Vormittag noch mit etwas Sightseeing.
Es ging zunächst zum Ports o‘ call Village am Hafen von Los Angeles.
Nach einem ausgiebigen Bummel dort fuhren wir noch die Küste entlang bis Huntington Beach.

Hier fand Elli dann in einem Antiquitätengeschäft endlich einen Eierbecher. Er war zwar nicht für die handelsüblichen Eier, sondern für Straußeneier konzipiert, aber das war egal.
Am späten Nachmittag ging es dann zum Flughafen. Wir gaben den Mietwagen ab, nachdem wir ihn noch einmal vollgetankt hatten, und wurden vom Autovermieter zum Terminal gefahren.
Nach dem Einchecken ging es pünktlich wieder zurück in Richtung Europa.

Samstag 15. Juli 1995
Auf Grund der Zeitverschiebung kamen wir am späten Vormittag in Rom an.
Der Flughafen Leonardo da Vinci war diesmal unser Umsteigeflughafen. Hier gestalte sich alles etwas besser als in Mailand. Dies lag zum einen daran, dass alles in einem Flughafen war, aber auch weil die Zeiten größtenteils eingehalten wurden.

Die mehrere Stunden Wartezeit bis zum Anschlussflug verbrachten wir im Terminal. Danach ging es mit einem kleinen Düsenjet nach Frankfurt in Deutschland, wo wir am späten Nachmittag ankamen.
Hier holte uns dann Lars ab und wir fuhren auf direkten Weg nach Duderstadt, wo die Oma Edith’s Geburtstagsfeier anstand, bei der wir gegen 21.00 Uhr eintrafen.

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