U.S.A. – die Westküste

Kalifornien 1992

Der zweite Trip in die Vereinigten Staaten sollte nach Kalifornien gehen.
Zusammen mit Michael „Lothar“ Standke und Katrin Krause sollte dieser Urlaub in Angriff genommen werden.
Nach einer gemeinsamen Planungsphase ging es dann im Mai 1992 los.

Samstag, 23.05.1992

Morgens um 06:20 Uhr fuhr unser Zug in Richtung Frankfurt / Main. Von dort ging es mit United Airlines zunächst nach Washington, wo die Immigration erfolgte.
Hier gab es die ersten leichten Probleme. Nach dem Anstehen wurde durch den Einwanderungsbeamten festgestellt, dass Michael die falsche Immigrationkarte ausgefüllt hatte.
Eine daraus resultierende Diskussion brachte den Beamten derart auf, dass er zu Michael lediglich sagte „go behind the line“. Damit musste er sich erneut anstellen, um in die USA einzureisen.

Aber auch das wurde geschafft und es gab im Flughafenrestaurant dass erste Bier auf amerikanischem Boden. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter in Richtung San Francisco. Schon damals ein Nichtraucherflug.
Gegen 19:30 Uhr Ortszeit kamen wir dann in San Francisco an. Damit belief sich die Reisezeit auf ungefähr 21 Stunden.
Damit jedoch nicht genug mussten wir noch unseren Mietwagen in Empfang nehmen. Der Autoverleih war direkt im Flughafen. Man bat uns zu warten. Nach einer relativ langen Wartezeit, die Schlange der Wartenden hatte sich mittlerweile komplett abgebaut, fragten wir mal dezent nach.

Die Antwort entsprach nicht unseren Erwartungen. Das Reisebüro hatte den Mietwagen ab Los Angeles gebucht und nicht San Francisco, wo wir ankamen. Wie es dazu kam, konnte nie geklärt werden. Auf jeden Fall war man gerade dabei den Transfer des Mietwagens nach San Francisco zu organisieren.
Da dies einige Stunden in Anspruch nehmen würde – und wir diese Zeit nicht verschwenden wollten – einigten wir uns auf einem Minivan als Ersatzfahrzeug. Am nächsten Morgen sollte dann an einer Car Rental Station das Fahrzeug getauscht werden.
Jetzt ging es nur noch auf Motelsuche. Da es mittlerweile stockfinster war, beschränkten wir uns auf die Motels in Flughafennähe und fanden ein HoJo-Motel (Economy Inn), 701 Airport Boulevard, South San Francisco.
Noch einen Drink aus dem Automaten und dann ging’s ins Bett.

Sonntag, 24.05.1992

Früh geht’s aus dem Bett. Ich erkunde erst mal die Gegend und treffe lediglich auf einige Jugendliche, die Basketball spielen. Ansonsten ist es an diesem Sonntagmorgen ausgesprochen ruhig.

Nachdem auch der Rest aus dem Bett ist, gönnen wir uns das Continental Breakfast (Hefestück und Kaffee) des Motels. Danach geht es erst mal zum Autoverleih.

Dazu müssen wir Downtown San Francisco. Mittlerweile haben wir den Minivan schon lieb gewonnen, da wir alles problemlos unterbekommen.

Dem entsprechend sieht auch unser Deal mit dem Autovermieter aus. Wir behalten den Minivan und lassen die zweite Rückbank da, weil kein Mietwagen in unserer gebuchten Klasse zur Verfügung steht. Vorab muss man feststellen, dass es unser Schaden nicht gewesen ist.

Nachdem das erledigt ist, fahren wir erst mal ein Motel suchen. Das Surf-Motel an der Lombard Street (US 101) sollte es dann sein.
Von dort aus starten wir zum Sightseeing. Zunächst geht es zum Fishermans Wharf. Dort genießen wir den Blick auf die Gefängnisinsel Alcatraz und die Seelöwen.

Weiter geht es durch das Hafenareal. Dort telefonieren wir mit daheim. Zum Ersten um unsere glückliche Ankunft mitzuteilen und dann um das Ergebnis des Pokalfinales zu erfragen. Nach langem Hin und Her erfuhren wir, dass Hannover 96 im Elfmeterschießen den Pokal geholt hat. Damit war der Tag gerettet.
Nun noch die Lombard Street, Coit Tower und Alamo Square.

Danach wurde der Pkw wurde und es ging ab jetzt traditionell mit der CableCar in Richtung Downtown.

Nach einem kurzen Bummel durch die Hochhäuser ging es weiter nach Chinatown.
Dort suchten wir uns natürlich ein chinesisches Lokal für ein Abendessen.

Nach dem guten und reichhaltigen Essen ging es dann wieder ins Motel.

Montag, 25.05.1992

Der Tag fing im „International House of Pancakes“, kurz IHOP, mit einem Frühstück an.
Danach stand die Golden Gate Bridge auf dem Programm. Nach gefühlten 100 Fotos und dem ersten Giftshop des Urlaubs ging es dann über die Brücke nach Norden.

Unser Weg führte uns über den Highway 101. Erstmals wurden wir mit den langen Distanzen konfrontiert. Wir bemerkten bereits jetzt, dass wir unsere geplante Route nicht einhalten konnten, da es einfach nicht möglich war, die Strecken in der berechneten Zeit zu fahren.

Zunächst suchten wir die Parks mit den Redwoods (Küstenmammutbäume) aus. Der Besuch war von Allerlei Peinlichkeiten begleitet. Zunächst einmal wussten wir nicht, wie breit unser Mietwagen ist und ob er durch den Drive-Through-Baum passt. Das hat allerdings letztendlich geklappt.

Danach folgte ein Fotoshooting auf einer Wiese, bei dem Michael nach hinten vom Zaun fiel. Warum dies geschah, konnte bis heute nicht geklärt werden. Alkohol war auf jeden Fall nicht im Spiel.
Nachdem wir diese Besichtigungstour abgeschlossen hatten, suchten wir bereits in der nächsten größeren Ortschaft eine Unterkunft. Gefunden haben wir das Maple Leaf Motel in Fortuna.

Abends dann noch bei einem Getränk im Freien kurzes Brainstorming über die weitere Route und der Entschluss dies zu modifizieren.

Dienstag, 26.05.1992

Gemäß unserem Beschluss ging es nicht weiter nach Norden. Wir nahmen den Highway 36 in Richtung Osten um zum Lassen Volcanic National Park zu gelangen.
In Redding dann erster Kontakt zu typischem amerikanischem Fastfood – Burger so groß wie Teller. Für ein Mittagessen sehr reichlich.

Danach ging es über den Highway 44 weiter bis zum Lassen Volcanic National Park. Bis zum Parkeingang war die Fahrt recht eintönig, danach wechselte aber die Landschaft. Mit einmal kam sogar Schnee dazu.

Am Bumpass Hell wollten wir dann etwas Wandern. Besucher, die wir dort trafen, rieten uns jedoch davon ab. Grund dafür war wohl unser ungeeignetes Schuhwerk und der Schnee.
Stattdessen machten wir in Sulphur Works, den Schwefelquellen einen Stopp.
Jetzt ging es wieder auf Motelsuche. Das Problem war, dass es auf unserer weiteren Strecke auf dem Highway 89 kaum Motels gab. Erfolg hatten wir dann in Greenville. Ein Glücksgriff – und nicht der einzige – wie sich zeigte.
Im Ort wurden wir auf ein Motel etwas außerhalb der Stadt hingewiesen. Auf Grund der Beschreibung war es auch einfach zu finden. Es war die Oak Grove Motor Lodge. Sie bestand aus mehreren Cottages.

Auf dem Weg zur Rezeption ein Schild ‚Basset Crossing‘, was später durch die Hunde der Besitzerin erklärt wurde.
Wir nahmen ein komplettes Cottage und genossen es auf der Veranda zu sitzen – bis uns die Mücken überfielen.
Trotzdem war es einfach genial dort.

Mittwoch, 27.05.1992

Frühstück in Greenville.

Wieder in dem familiären Restaurant, in dem wir bereits zu Abend gegessen hatten.
Der Ort selbst wurde nun auch durch uns in Augenschein genommen. Eine alte Postkutschenstation, die dem Ort sein Flair gibt.
Von Greenville ging es dann weiter über den Highway 89 zum Lake Tahoe.

Am Ostufer ging es entlang bis zur Emerald Bay. Nach einem kurzen Stopp dort, fuhren wir nach South Lake Tahoe. Dort gab es erst mal etwas zum Mittag und eine Runde Adventure-Minigolf zur Entspannung.
Von South Lake Tahoe fuhren wir den Highway 50 bis Diamond City. Dort bogen wir auf den Highway 49, die Goldgräberroute ab.
Am Highway, den wir bis Sonora folgten, gab es viele Orte, die im alten amerikanischen Stil gebaut und erhalten waren.
In Sonora fanden wir zum Übernachten das Gunn-House an der Washington Street. Ein Motel im Westernstil mit Veranda und allem was dazu gehört.

Auch die Innenausstattung war in dem Stil gehalten – wirklich gemütlich.

Donnerstag, 28.05.1992

Am Morgen ging es nach einem reichhaltigen Frühstück weiter in Richtung Yosemite National Park.

Über den Highway 120 und Highway 140 ging es bis zum Yosemite Village.

am Merced River

Über den Highway 120 ging es dann durch den kompletten Park und an der Westseite heraus.
Hier folgte ein kurzer Stopp am Mono Lake, ein alkalischer Salzsee, und die Weiterfahrt in Richtung Bodie State Historic Park. Bei Bodie handelt es sich um eine sogenannte Geisterstadt. Die Anfahrt über den Highway 167 führte uns nicht direkt an Ziel. Einmal mussten wir noch abbiegen und diese Straße verwandelte sich mit Eingang des Parks in einen Feldweg, der der damaligen Infrastruktur entsprechen dürfte.
Bodie selbst war sehr interessant.

Es war tatsächlich in seinem Ursprungszustand belassen worden und nicht, wie andere Geisterstädte z.B. Calico, zur Touristenattraktion mutiert.
Von Bodie ging es dann noch bis Independece ins dortige Grand Motel.

Freitag, 29.05.1992

Für den heutigen Tag stand das Death Valley und Las Vegas auf dem Programm.
Durch die Wüste näherten wir uns Death Valley über den Highway 190.

Canyon am Highway 190

Im Death Valley selbst ging es dann zunächst zu den Sand Dunes. Hier konnten wir am Himmel einen Tarnkappenbomber beobachten, der wahrscheinlich vom Nevada Test Center gestartet war.
Dann ging es weiter nach Bad Water und dem Devil’s Golf Course, der Salzwüste mit dem niedrigsten Punkt in den Vereinigten Staaten.

Devil’s Golf Course mit Blick auf Badwater

Hier wurden die Touristenbusse nur so ausgespuckt, so dass es unmöglich war, einen ruhigen Augenblick für sich zu haben.
Es ging dann erst mal wieder zurück nach Furnace Creek, wo wir uns noch das Visitor Center des Nationalparks anschauten und nach einem kurzen Snack die Weiterfahrt in Richtung Las Vegas antraten.
Die weitere Fahrt führte uns über den Highway 127 in Richtung Nevada.

Mit Passieren der Bundesgrenze wurde es der Highway 373 und diesem folgten wir durch die Wüste bis Armagosa Valley. Von dort ging es auf dem Highway 95 bis nach Las Vegas.
Nach einer kurzen Suche hatten wir dort in den frühen Abendstunden das King 8 Motel, 3330 West Tropicana Avenue, als Unterkunft gebucht.
Von hier war es nicht weit ins eigentliche Spielerparadies am Las Vegas Boulevard. Den Hinweg legten wir zu Fuß zurück und gönnten uns auf dem Weg noch ein Abendessen.
Der Abend war dann geprägt von der Besichtigung der verschiedenen Hotels. Unsere Spielsucht hatten wir Gott sei Dank in Grenzen halten können und investierten jeder lediglich ein paar Dollars in den Automaten. Die Hotelshows, insbesondere die an den Straßen, und die Hotels als solche, faszinierten uns viel mehr.
Der Rückweg gestaltete sich dann sehr komfortabel. Ein Hotel-Shuttle, von einem Hotel mit dem wir nichts zu tun hatten, musste zum Flughafen und setzte uns auf dem Weg dahin an unserem Motel ab.
Eine sehr freundliche und kostenfreie Alternative.
Nach einem Drink in der Motelhalle, kostenfrei wenn man einen Quarter in den Spielautomaten steckt, ging es dann ins Bett.

Samstag, 30.05.1992

Nach dem Frühstück ging es erst einmal mit dem Mietwagen Downtown Las Vegas. Ein kurzer Blick auf den Pioneer Club und die wesentlichen Sehenswürdigkeiten waren unseres Erachtens abgearbeitet.

Weiter ging es nun zum Hoover-Damm. Hier verläuft die Bundesgrenze nach Arizona mitten auf dem Damm. Wir stoppten kurz und besichtigten dieses imposante Bauwerk.
Danach ging es dann zügig weiter, da noch einige Meilen auf dem Programm standen. Als Ziel hatten wir uns einen Besuch am Grand Canyon und die Rückfahrt zu einem Motel gesetzt.
Bereits auf der Anfahrt über die Interstate 40 stellten wir fest, dass es ein zu hoch gestecktes Ziel war. Trotz höherem Tempolimit zog sich die Strecke wie Kaugummi, so dass wir erst kurz vor der Dämmerung am Canyon View Visitor Center ankamen.

Wir hatten gerade noch Zeit den Ausblick von Hopi Point, Yavapai Point und Yaki Point zu genießen. Dann ging es noch zum Desert View, um einen Blick in die Painted Desert zu werfen.
Auf dem Rückweg wurde es dann auch schon dunkel und ein Gewitter zog auf.
Das Gewitter hing über der Wüste und wir fuhren direkt in die Richtung. Es war schon ein überwältigender Ausblick, als die Blitze in der Landschaft niedergingen.
Übernachtet haben wir dann in Williams, im gleichnamigen Williams Motel am Highway 64.
Nach einem Abendessen im urigen Restaurant nebenan ging es dann ins Bett, geschafft von dem langen Tag.

Sonntag, 31.05.1992

Früh ging es nach einem reichhaltigen Frühstück weiter. Auch für heute war eine relativ lange Fahretappe geplant. Unser Tagesziel war Palm Springs. Und um es vorweg zu nehmen – diesmal schafften wir es.
Zunächst ging es wieder über die Interstate 40 in Richtung Kalifornien. Von dieser ging es in Needles ab auf den Highway 95, dem wir nach Süden folgten. In Vidal Junktion, einem Ort bestehend aus Tankstelle, Restaurant und einer Zollstation, ging es dann über den Highway 62 weiter.
Hier kam dann so richtiges Highway-Feeling auf. Ein langgezogenes Straßenband durch die Wüste ohne große Kurven und Besiedlung.

Allerdings waren auch Tankstellen und Restaurants Mangelware.
Einziges Highlight der Fahrt war ein Fahrzeug mit Blaulicht, welches sich von hinten näherte und uns veranlasste, den Tempomaten zu drosseln. Tatsächlich war es ein Parkranger, der auch bald abbog.
Als uns der Hunger übermannte, hielten wir krampfhaft Ausschau nach einem Restaurant und wurden auch nach einiger Zeit fündig.
Völlig für sich stand dort eine Bar, deren Toiletten in einem separaten Gebäude auf dem Hof waren.

Der Ort nannte sich Rice.

Die Speisekarte war zu dieser Zeit übersichtlich, so dass es bei Hot Dogs blieb. Da jegliche weitere Bebauung fehlte, machten wir uns Gedanken, wie sich der Laden hielt. Die Besitzerin half uns bei der Beantwortung. In der Nähe findet sich ein Ausbildungslager des Marine-Corps. Wenn die dort befindlichen Soldaten Freizeit habe, nehmen sie den Weg auf sich und füllen das Lokal.
Nach dem Stopp ging es dann weiter und kurze Zeit später bogen wir bei Twentynine Palms in den Joshua Tree National Park ab.

Über die Viewpoints Jumbo Rocks, Key View und Hidden Valley ging es einmal quer durch Park, der durch seine Yuccaart, die Joshua Trees, bekannt geworden ist.
Hiernach ging es weiter nach Palm Springs, wo wir Übernachten wollten.
Wir fanden das Desert Rose Inn am Palm Canyon Drive. Das sonnige Wetter nutzten wir, um noch einmal schnell in Pool zu springen. Danach ging es in Richtung Downtown Palm Springs, um etwas zu Abend zu essen.
Von dort zurück, setzten wir uns noch auf ein Bier auf unsere Terrasse und genossen die warme Wüstenluft und die Stimmung durch den beleuchteten Pool. Außerdem führten wir noch ein Telefonat mit Otto und Ursel in Florida, die sichtlich überrascht waren, als wir uns aus Kalifornien meldeten.

Montag, 01.06.1992

Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Pazifikküste. Wir mieteten uns im Economy Inn of America, 751 Raintree Drive, Carlsbad, ein.
Der Kontakt mit der Rezeption gestaltete sich hier sehr freundlich, da wir schnell bemerkten, dass beide Seiten deutsch sprachen. Nachdem die üblichen Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht waren, bezogen wir unsere Zimmer in der dritten Etage. Das Motel war sehr ansprechend. Sehr saubere Zimmer, Klimaanlage, Eiscrusher auf dem Gang und einen Pool im Innenhof, so dass wir beschlossen, hier einige Tage zu bleiben.
Den Nachmittag verbrachten wir dann auch am Pool und entspannten uns.
Zu damaligen Zeit war das Legoland und alle weiteren Attraktionen noch nicht vorhanden, so dass wir nicht mehr Auswahl hatten – und auch nicht benötigten.

Dienstag, 02.06.1992

Der Dienstag stand dann wieder im Zeichen von Sightseeing.
Zunächst machten wir San Diego unsicher. Hier starteten wir mit der neuen Horton Plaza Shopping Mall am Broadway in San Diego.
Danach ging es Downtown San Diego zu Fuß bis zum Bahnhof und Hafen.
Nach dem Besuch von Downtown San Diego fuhren wir auf die vorgelagerte Halbinsel Coronado. Dazu ging es zunächst über die San Diego Coronado Bay Bridge in schwindelerregender Höhe über den Hafen.
Geparkt haben wir dann in einer Seitenstraße in Nähe des Hotel del Coronado. Das Hotel war uns dann auch einen Besuch wert, da hier der Film ‚Manche mögens heiß‘ mit Marilyn Monroe gedreht wurde.

Angenehm war, dass sich man sich im Hotel relativ frei bewegen konnte. Im Untergeschoss war sogar eine Ausstellung zu dem Film aufgebaut, die man kostenfrei besichtigen konnte.
Der Besuch der Hotelterrasse war auch möglich, wie wir nach einigen Bedenken feststellten. Wir nutzten dies und tranken etwas. Dabei fielen uns die vielen Marineflieger auf, die vom nahegelegenen Stützpunkt über uns hinweg starteten.
Nach der Pause machten wir noch einen Bummel am Pazifikstrand und beschlossen dann einen Abstecher nach Mexico zu versuchen.
Wir fuhren dazu zunächst  die knapp 15 Meilen über den San Diego Freeway in Richtung Süden. Kurz vor der eigentlichen Grenze fuhren wir auf einen Parkplatz. Hier machte ich mich auf, um bei den Transferbussen nach Tijuana die Einreisebestimmungen zu erfragen.
Irgendwie wurde ich zunächst nicht richtig verstanden. Der Fahrer sagte mit lediglich „You’re an american citizen. You can go wherever you want.“ Ich machte ihm dann klar, dass ich ein deutscher Tourist bin und erklärte mir dann, dass das keinen Unterschied macht.

Wir buchten also einen Bustransfer nach Tijuana. Die Grenze, die furchteinflößender ausgebaut war als die innerdeutsche Grenze, passierten wir dann auch ohne Probleme und der Wechsel in die Dritte Welt war augenscheinlich.
In Tijuana hielt dann der Busfahrer an irgendeiner Straße und erklärte uns, dass die Fahrt hier endet und er auf uns warten würde.

Nach einigen Verhaltenstipps durch den Fahrer gingen wir dann an der Straße entlang in Richtung Zentrum.
Bereits am Eingang der Fußgängerzone konnten wir einen polizeilichen Einsatz anlässlich einer hilflosen Person beobachten, der nicht unseren Erfahrungen entsprach. Auch die zahllosen Blumenkinder, die versuchten ihre Waren an uns zu verkaufen, nervten uns auf Dauer, so dass wir den Besuch so kurz wie möglich gestalteten.
Interessant war noch eine Besonderheit, die zeigte sich beim Überqueren einer Kreuzung. Zum Einen gibt es in Mexico auf diagonal verlaufenden Überwege, die uns bis dahin noch nicht untergekommen waren. Weiterhin bemerkten wir einen Polizisten auf der Kreuzungsmitte. Er war jedoch nicht mit der Verkehrsregelung betraut, sondern führte eine Verkehrskontrolle durch. Mit einem schwarzen Mäppchen wies er scheinbar wahllos auf Autofahrer und schickte sie in eine Nebenstraße. Dort standen weitere Polizisten, die dann abkassierten – für welches Delikt auch immer.
Nachdem wir unseren Bus wiedergefunden hatten, ging es zurück in Richtung USA. Diesmal fuhr uns der Bus jedoch nicht über die Grenze, sondern wir mussten vorher aussteigen und den Weg zu Fuß bewältigen. Beim Betreten der Grenzstation fiel uns auf, dass diese durch schwerbewaffnete Soldaten gesichert war. Nach dem Vorzeigen unserer deutschen Pässe konnten wir jedoch problemlos passieren.
Jetzt hatten wir nur noch ein Problem. Ich wollte unbedingt einen Stempel über die Reisebewegungen nach Mexico in meinen Pass haben.
Dazu fragte ich mich bei den Grenzbeamten durch und wurde schließlich an die Fahrzeugeinreise verwiesen. Hier turnte ich zwischen den Pkw herum bis mir sowohl die amerikanische, wie auch die mexikanische Seite einen Stempel gegeben hatten.
Danach ging es erschöpft ins Motel zurück und wir ließen den Tag ausklingen.

Mittwoch, 03.06.1992

Nach den Erlebnissen vom Vortag wollten wir den heutigen Tag etwas ruhiger gestalten und fuhren vormittags an einen ruhigen öffentlichen Strand bei Encinitas.

Hier legten wir uns einige Stunden in die Sonne und genossen diese. Leider hatten wir die Intensität der Sonne etwas unterschätzt, so dass wir uns alle einen leichten Sonnenbrand holten. Den Nachmittag am Pool verbrachten wir daher lieber im Schatten.
Am Abend fuhren wir dann noch mal nach Carlsbad rein, um nach einem kurzen Bummel durch die beschauliche Stadt, ein Abendessen zu uns zu nehmen.

Donnerstag, 04.06.1992

Es stand wieder ein Reisetag an. Diesmal ging es auf dem schnellsten Weg die knapp 100 Meilen nach Los Angeles.
Bereits am späten Nachmittag konnten wir uns ein Motel suchen und fanden das Hallmark Hotel direkt am Sunset Boulevard in Hollywood.
Die Zimmer waren okay, so dass wir unsere Rechung, die wir vorab entrichten mussten, bezahlen konnten. Da ich diesmal mit bezahlen dran war, gab ich meine Kreditkarte ab. Der Deskman zog sie derart schwundvoll durch den Kartenleser, dass er vermutlich den Magnetstreifen beschädigte. Auf jeden Fall teilte er mir mit, dass die Karte nicht akzeptiert wird. Ein sehr bescheidenes Gefühl im ersten Augenblick. Ich nahm die Karte wieder an mich und Elli bezahlte erst einmal. Bei einer späteren Nutzung funktionierte die Karte übrigens wieder problemlos.

Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, ging es erstmal ans Sightseeing.

Katrins große Stunde war nun gekommen. Chinese Theatre, Walk of fame, Rodeo Drive und eine Fahrt durch Beverly Hills, stimmten sie ausgesprochen glücklich.

Den Abend verbrachten wir getrennt, da Michael und Katrin etwas zu feiern hatten. Außerdem hatten sie keine Lust ein Baseballspiel zu besuchen, was bei mir und Elli auf dem Programm stand. Wir schauten uns das Major League Baseball Spiel der L.A. Dodgers gegen die Cincinnati Reds im Dodgersstadium an. Die Dodgers gewannen übrigens mit 7 zu 4 nach zuvor zwei verlorenen Spielen.
Insgesamt war es ein toller Event, wenn es sich auch zeitlich sehr in die Länge zog. Die Heimfahrt traten wir an, als es bereits Dunkel geworden war und die Orientierung fiel uns etwas schwer.
Als es gar nicht mehr richtig ging, sah ich am Rand einen Streifenwagen der Polizei stehen und wollte nach dem Weg fragen. Zunächst wurde ich schroff darauf hingewiesen bis zum Ende der Kontrolle auf der anderen Straßenseite zu bleiben – verständlich -, danach beantwortete mir man freundlich meine Frage.
Tatsächlich waren wir nur eine Querstraße südlich gelandet, so dass wir nach kurzer Zeit vollkommen erledigt im Hotel ankamen.

Freitag, 05.06.1992

Ein weiterer Tag Los in Angeles stand auf dem Programm. Nach einem frühen Breakfast wollten wir die Universal Studios Hollywood besuchen.
Wir waren auf einen warmen, sonnigen Tag eingestellt, der sich leider nicht in Gänze erfüllte. Zusätzlich empfanden wir durch unsere Sonnenbrände die Temperaturen als unnatürlich kalt. Dennoch erfreute uns der Parkbesuch. In Deutschland war ein derartiger Park zu dieser Zeit noch nicht existent und selbst die Fahrradfahrt mit E.T. schien uns etwas Besonderes.

Auch die Tanz- und Musikdarbietungen waren interessant. Besonders erfreute Elli der Auftritt der Blues Brothers.

Abends, als wir dann endgültig durchgefroren waren und der Park schloss, machten wir uns auf dem Heimweg zum Motel.

Samstag, 06.06.1992

Auch den Samstag hatten wir noch für Los Angeles eingeplant.
Wir machten den ganzen Tag Sightseeing.
So besuchten wir Downtown Los Angeles und den El Pueblo de Los Angeles State Historic Park.
Danach ging es zum George C. Page Museum und dem Exposition Park. Hier konnte man fossile Funde bewundern, die in den nahen Teergruben gemacht wurden.

Nach diesem Teil ging es in Richtung Hafen von Los Angeles. Hier stand der Besuch der Queen Mary an. Keiner von uns hatte jedoch Lust das Schiff selbst zu besichtigen, so dass es bei einem Fotoshooting von außen blieb.

Hiernach machten wir uns auf die Suche nach dem legendären Hollywood Sign. Der Standort des Zeichens war uns bekannt und gesehen hatten wir es auf der Anfahrt zu den Universal Studios auch schon, nur einen guten Fotostandpunkt konnten wir nicht ausmachen. So kam es, dass wir einige Zeit durch die Straßen unterhalb des Hollywood Sign fuhren, bis wir endlich die erhoffte Perspektive für ein gutes Foto gefunden hatten.
Danach war der Tag auch schon vorbei und wir verbrachten die restlichen Stunden in einem nahmen Shopping-Center mit einem Abendessen und dem Einkaufen der Mitbringsel.

Sonntag, 07.06.1992

Nun ging es endlich weiter. In Los Angeles hatten wir auch genug gesehen, so dass wir die Fahrt in Richtung Norden antraten.
Zunächst ging es durch Malibu auf den Highway 1, der uns an der Pazifikküste entlang führte.
In Santa Barbara machten wir einen Stopp zum Sightseeing. Nach einem gemeinsamen Besuch am Pier, trennten wir uns erforschten die Stadt getrennt.
Elli und ich fanden eine niedliche Kaffeebar, wo es Kaffee satt gab und man auf herrlichen Kunstlederhockern am Tresen sitzen konnte.

Nachdem wir uns dann wieder gesammelt hatten, ging es die Küste entlang weiter. Recht kurzfristig entschieden wir uns für Morro Bay als Etappenziel.
Im Nachhinein ein lohnender Stopp, da die ruhige Hafenstadt am Pazifik ausgesprochen idyllisch und zu dieser Zeit touristisch unberührt war. Am Hafen konnte man den Fischottern beim Muscheltauchen zuschauen und der Berg in der Hafendurchfahrt war imposant anzusehen.
Für die Übernachtung fanden wir das Sundown Motel in der Main Street.

Montag, 08.06.1992

Weiter ging es auf dem Highway 1 an der Pazifikküste entlang.
Zunächst stand ein kurzer Stopp am Hearst Castle an, dem exklusiven Bau des Zeitungsverlegers Hearst aus dem Jahr 1920.
Danach ging es über Big Sur und dem Julia Pfeiffer Burns State Park nach Point Lobos weiter.

Am Point Lobos State Park machten wir einen Trail mit, um die Seelöwen und Fischotter zu beobachten. Das Whale watching war leider auf Grund der Jahreszeit nicht möglich. Dennoch war es ein interessanter Park.

Hiernach ging es weiter auf den 17 Miles Scenic Drive. Laut Reiseführer gab es hier die ‚Lonely Cypress‘ zu bewundern, die für sich allein auf einem Felsvorsprung steht.

Die Straße selbst führt durch diverse Golfplätze, so dass man sich nicht wundern musste, dass hier die Golfwagen Vorfahrt genießen.
Übernachtet haben wir dann im Quality Inn in der Dunes Road in Marina. Hier genossen wir den warmen Spa im Innenhof des Motels. Bedauerlicher Nachteil des Aufenthalts war, dass meine Fotokamera zu Schaden kam, als sie beim Entladen des Mietwagens aus der nicht ganz geschlossenen Fototasche fiel.
Gott sei Dank konnte der Film gerettet werden und die beschädigte Bodenplatte flickte ich notdürftig mit Klebeband.

Dienstag, 09.06.1992

Der Tag startete nach dem Frühstück mit einem Besuch bei einem Fotofachgeschäft. Leider war die beschädigte Bodenplatte nicht zu erhalten, so dass wir den Ersatz auf San Francisco verschoben, das wir als letztes Ziel unserer Rundfahrt auserkoren hatten.
Mit dem Mietwagen ging es konsequent über den Highway 1 weiter in Richtung. Erst in der San Francisco Area wechselten wir, um unsere Fahrt in Richtung Motel fortzusetzen.
Um die letzten Tage nicht mehr umziehen zu müssen und am Abflugtag nah am Flughafen zu sein, wählten wir erneut das Economy Inn an der Airport Avenue als unsere Unterkunft aus.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit einer Fahrt nach Downtown, wo ich dann zu allem Übel noch ein Parkticket kassierte.
Auf der Rückfahrt versuchten wir dieses gleich im angegebenen Gerichtsgebäude zu bezahlen. Beim Betreten des Gebäudes kam sich vor als würde man Fort Knox betreten. Schusssicheres Glas, Metalldetektoren, überall Wachpersonal. Nachdem ich mich in einer Reihe angestellt hatte, konnte ich das Verwarngeld entrichten und wir machten uns auf den Rückweg zum Motel.

Mittwoch, 10.06.1992

Für den heutigen Tag standen einige Besichtigungsziele in der Bay Area an.
So ging es zunächst über die Oakland Bridge und die San Francisco Bay nach Oakland, wo wir versuchten die Alameda Naval Base zu besichtigen. Leider war dies zu dieser Zeit nicht möglich. Wir fuhren daraufhin nach Downtown Oakland. Eine wesentlich nüchterne und saubere Stadt wie San Francisco.
In der City entdeckten wir einen Eingang zur BART (Bay Area Rapid Transit), der Untergrundbahn von San Francisco. Sie verbindet San Francisco mit Oakland und führt unter der San Francisco Bay durch. Diesen Event wollten Michael und ich uns nicht entgehen lassen und kauften kurzfristig zwei Tickets für Hin- und Rückfahrt. Es war schon ein bedrückendes Gefühl die Zeit in der Bahn, dennoch aber auch ei großartiges Erlebnis.
Zurück bei den Mädels ging es dann zum Golden Gate Park in San Francisco. Dieser Park im Zentrum von San Francisco ist sogar größer als der Central Park in New York. Wir besuchten den Teil mit dem japanischen Garten und genossen die Ruhe mitten in der Stadt.
Danach ging es dann wieder ins Motel zurück.

Donnerstag, 11.06.1992

Der letzte Tag in Californien stand an.
Wir verbrachten ihn der zweckmäßigkeitshalber in San Francisco und besuchten zunächst Presidio mit dem Army Museum.
Danach ging es zum Fort Meyers, um eine andere Perspektive auf die Golden Gate Bridge zu haben.
Von dort machten wir einen Abstecher zum Strand von San Francisco.

Da es hier aber sehr windig war und man sich auf dem Strand kaum aufhalten konnte ohne einzusanden, entschlossen wir uns zum Abschluss einen beschaulichen Zoobesuch zu machen.
Zum San Francisco Zoo war es nicht weit und wir verbrachten den restlichen Tag dort.
Den Abend verbrachten wir dann noch bei einem gemeinsamen Bier im Motel.

Freitag, 12.06.1992

Bereits um 07:20 Uhr Ortszeit startete der Rückflug von San Francisco aus. Dem Entsprechend mussten wir früh raus und fuhren nach dem Continental Breakfast zum Flughafen. Hier gaben wir ohne größere Probleme unseren Mietwagen ab und checkten für den Rückflug ein.
Ohne Probleme ging es nach Washington D.C., wo wir gegen 13:50 Uhr ankamen. Unser Anschlussflug startete um 17:30 Uhr. Ein Direktflug nach Frankfurt am Main.

Samstag, 13.06.1992

Auf Grund der Zeitverschiebung kamen wir gegen 07:15 Uhr morgens in Frankfurt am Main an.
Der nächste ICE nach Hannover ging dann um 09:11 Uhr ab dem Hauptbahnhof Frankfurt. Da wir für die Rückfahrt keine Sitzplatzreservierung hatten, mussten wir in dem überfüllten Zug mit Gangplätzen vorlieb nehmen. Wenig Verständnis hierfür brachten die Zugbegleiter uns entgegen, die sich auch noch über die Überfüllung und die fehlende Gangfreiheit beschwerten – als wenn dies unser Problem wäre.
Gegen 11:30 Uhr kamen wir dann wohlbehalten und völlig erschöpft am Hauptbahnhof in Hannover an.
Elli und ich nutzten die Üstra um nach Hause zu gelangen, wohingegen Michael und Katrin sich abholen ließen.

Damit war der erste Trip nach Kalifornien beendet.
Im Abschluss an der Urlaub trafen wir uns noch mehrmals um die Dias auszutauschen und unsere Erinnerungen an den Urlaub aufzufrischen.

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