Winterurlaub in Ägypten

Hurghada – Ägypten
(03.11. – 17.11.2000)

Im Jahr 2000 weilte die Expo in Hannover.
Aus diesem Grund gab es für mich eine Urlaubssperre und der Jahresurlaub musste in die kalte Jahreszeit verlegt werden.
Da es auch Olli so erging, beschlossen wir mit den Familien gemeinsam im November in Richtung Sonne zu fliegen. Mit Ägypten war schnell ein Ziel gefunden, das uns allen zusagte. Für die Kinder gab’s Meer und Strand und für den Rest auch noch ein bisschen Kultur.

Mit Hapag Lloyd ging es nach Hurghada am Roten Meer. Unser Hotel war das Quality Royal Palace. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zimmervergabe und dem Essen war es dann auch okay. Unser Abendessen bestand an diesem Abend aus einem kalten Vorspeisenteller, da man nicht mit unserer Ankunft gerechnet hatte – und bezahlen sollten wir ihn auch noch.

Unsere Zimmer lagen im ersten Stock und vom Balkon aus konnte man das Meer sehen. Das Zimmer von Olli und Birgit lag auf der gegenüberliegenden Wegseite, da sie ein Familienzimmer erhalten hatten, während wir lediglich ein Zustellbett erhielten.

Der Tagesablauf war eigentlich immer der Gleiche. Morgens zum reichhaltigen Frühstücksbüffet und dann an den Strand.

Die Kinder fanden es klasse. Jeden Tag wurden neue Kreationen von Sandburgen gebaut. Über die obligatorischen Pyramiden bis zu Krokodilen.

Aber auch das obligatorische Strandkamel durfte an unserem Hotel nicht fehlen und tauchte in regelässigen Abständen immer wieder auf.
Birgit bekam dann zum Zwecke der Kundenwerbung einen kostenlosen Aufstieg mit dem Kamel, den wir für sie aushandelten.

Ansonsten hätte man von der Hotelanlage aus auch noch surfen können. Die Mädels probierten das einmal, aber leider – oder Gott sei Dank – war nicht ausreichend Wind dafür vorhanden, so dass Schnorcheln und Sandspiele als Zeitvertreib übrig blieben.

Abends war dann ebenfalls Büffet angesagt. Man musste sich allerdings Anstellen bis der Speisesaal geöffnet wurde. Danach ging die Schlacht am kalten Büffet los. Die Osteuropäer luden sich hierbei ihre Teller über Gebühr voll … und aßen noch nicht einmal alles auf, so dass für den Rest teilweise nur leere Platten bleiben.
Einziges Manko des Hotels war die Einlasskontrolle. Zunächst dachten wir, dass dies aus Sicherheitsgründen geschehen würde. Weit gefehlt. Es wurde kontrolliert, ob Lebensmittel und Getränke ‚eingeführt‘ werden, da man ja alles überteuert im Hotel kaufen sollte. Hier hatten wir allerdings den eindeutigen Vorteil der Kinderkarre, die nicht einmal kontrolliert wurde, und der blonden Kinder, die man ausgesprochen süß fand, so dass wir einiges ins Hotel ’schmuggeln‘ konnten.

Im Nahbereich des Hotels gab es wenig zu erkunden. Einige kleine Läden, ein Duty-Free-Shop (der einzige Laden in dem man Alkohol kaufen konnte) und noch mehr Hotels.
Außerdem gab es ein paar vereinzelte Stände, an denen man von Einheimischen Obst kaufen konnte, das im Hotel auch nicht immer vorrätig war.

Dies alles führte dazu, dass wir einen Ausflug nach Hurghada selbst machten. Dazu stoppten wir einfach ein Taxi an der Straße und handelten den Fahrpreis aus. Also Kinderkarre aufs Dach und los ging es. Alle Bedenken bezüglich der Befestigung der Karre wurden durch den Fahrer abgetan. Die Fahrt selbst war eigentlich nicht lang und führte die Hotelstraße entlang. Zur Geschwindigkeitsbegrenzung waren Betonschwellen in die Fahrbahn eingelassen. Nach einer dieser Schwellen, die unser Fahrer mit erstaunlicher Ignoranz behandelte, blickten wir zurück und sahen noch, wie sich die Karre auf der Straße überschlug. Wir haben sie dann eingesammelt und mit dem Fahrer den Schaden am Rohrgestell in Augenschein genommen. Der sah darin kein Problem und fuhr uns in eine Fahrradwerkstatt, wo das gute Stück auf seine Kosten repariert wurde.

Während der Reparatur gingen wir über den Basar und schauten uns die Sehenswürdigkeiten an. Zum Abschluss noch ein Eis von McDonald’s, die auch den Weg nach Hurghada gefunden hatten und zurück ging es ins Hotel.

Ein weiterer Tagesausflug war die obligatorische Schnorcheltour im Roten Meer.
Hierzu buchten wir die Tour auf einem Boot, das uns an unserem Strandabschnitt abholte.
Es gab dann drei Stopps zum Schnorcheln, wobei wir uns in der Kinderbetreuung immer abwechselten, da die Drei nicht mit ins Wasser durften. Dies galt jedenfalls für die beiden ersten Tauchgänge.

Die Tauchgänge selbst waren schon klasse. Die Fischwelt einfach toll und das, obwohl sie mittlerweile auch in dieser Region rückgängig ist.
Nach den ersten beiden Tauchgängen gab es auf dem Schiff ein Mittagsessen. In der Schiffskombüse wurde Reis gemacht und Fisch gebraten. Dazu wurde ein Kaltgetränk gereicht.
Der dritte Tauchgang war auf einer Sandbank mit einem flachen Riff. Wir wurden im knietiefen Wasser abgesetzt und konnten eine gewisse Zeit bleiben. Hier konnten die Kinder im Sand spielen und selbst ins Wasser gehen.
Als dann der Zeitpunkt der Rückkehr gekommen war, hatte die Flut eingesetzt und das Schiff war nicht mehr zu Fuß zu erreichen. Also wurden die Kinder auf die Schultern gesetzt und zum Boot zurück geschwommen.
Danach war dann auch dieses Abenteuer beendet.

Der nächste Tagesausflug fand dann zweigeteilt statt. Es war eine Bustour nach Luxor und ins Tal der Könige. Da die Tour sehr früh startete, Abfahrt war um 05:00 Uhr morgens, und bis in die späten Abendstunde andauerte, fuhren zunächst Elli und Birgit und zum nächsten Termin Olli und ich. Für die Kleinen war die Tour zu anstrengend.
Wie gesagt ging es morgens um 05:00 Uhr los. Der Bus fuhr verschiedene Hotels an und sammelte Gäste ein. Danach ging es zu einem zentralen Treffpunkt, an dem sich alle Busse zu einem bewachten Konvoi trafen. Insgesamt waren es circa 50 Busse, die die Fahrt zusammen antraten. Auf der gesamten Fahrt durch die Wüste in Richtung Nil gab es nur eine kurze Pause an einer Raststation.

Am Nil angekommen ging es dann durch fruchtbarere Regionen weiter in Richtung Süden bis nach Luxor.
Dort wurde zunächst eine Teppichknüpferei besucht. Dieser Besuch erinnerte stark an eine Verkaufsveranstaltung. Danach gab’s ein gemeinsames Mittagessen und wir wurden im Anschluss an der Tempelanlage von Karnak abgesetzt.
Hier war eine kleine Führung im Eintrittspreis inbegriffen. Nach der Führung hatten wir noch etwas Zeit die Anlage selbstständig zu erkunden.
Nachdem wir uns alle wieder im Bus versammelt hatten, ging es weiter auf die andere Nilseite.
Hier machten wir den nächsten Stopp am Palast der Hatschupset.

Eine imposante Anlage mit deren Rekonstruktion die Ägypter immer noch nicht fertig sind.
Allein die freigegebenen Ebenen des Tempels waren den Besuch wert.

Weiter ging es danach zum Tal der Könige.

Hier mussten wir, nach Erwerb der Eintrittskarten, noch eine kurze Fahrt mit einer Bimmelbahn machen, bis wir im eigentlichen Tal der Könige waren.
Die einzelnen Grabkammern sind nicht alle gleichzeitig geöffnet, sondern nur eine gewisse Anzahl, um deren Verfall so gering wie möglich zu halten.
Mit unserer Eintrittskarte konnten wir drei Grabkammern besichtigen.

Nach zwei Grabkammern hatten wir jedoch erstmal genug. Zum einen musste man für den Einlass anstehen und bewegte sich danach im Gänsemarsch durch die Grabkammer. Außerdem war die Luft in den Grabanlagen schrecklich.
Die Grabkammern selbst waren sehenswert.
Wir gingen dann noch zum Grab des Tutenchamun. Dieses war jedoch zum Zeitpunkt unseres Besuches geschlossen.

Olli und ich machten uns dann zu Fuß auf den Rückweg zum Bus. Dort angekommen gab es einen kleinen Snack, der uns für die Rückfahrt stärken sollte.
Im Hotel angekommen verzichteten wir auf Grund unserer Erfahrungen vom Ankunftsabend auf ein weiteres Essen und gingen nur noch ins Bett.

Weitere Tagesausflüge machten wir in den zwei Wochen nicht mehr.

Wir verbrachten die Zeit hauptsächlich mit relaxen.

Bevor es mit dem Flieger zurückging, gönnten wir uns noch ein Essen in einem einheimischen Restaurant, das in der Nähe der Hotelanlage lag. Das Restaurant trug  den Namen ‚Ballermann‘, was aber zu diesem Zeitpunkt nicht zutreffend war, da das Essen gut war und die Stimmung freundlich.

Zurück in Deutschland warf uns dann das nasskalte November-Wetter zurück.

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