Ein weiteres Mal nach Piesendorf

Piesendorf (Österreich)

(Januar 1994)

Es sollte mal wieder ein Skiurlaub sein. Nachdem wir 1991 mit der Truppe um Ulrike und Jörg viel Spaß hatten, beschlossen wir nun mit Michael und Katrin zusammen Ski zu fahren. Bei den beiden waren jedoch keine, bzw. nur leichte Grundkenntnisse vorhanden, sodass wir uns darauf einstellten, erst einmal leicht und locker zu machen.

Am Freitagabend ging es dann los. Wir fuhren nach Burgdorf, um Michael und Katrin aufzunehmen. Nachdem der gute alte Ford bis zur Dachkante beladen war und auch der geliehene Skisarg zum Bersten gefüllt war, ging es auf die Autobahn. In Hannover-Wülferode noch schnell den Reifendruck überprüft – war echt nötig – und los.

In den Nachtstunden machten wir dann eine kurze Rast bei McDonalds in Geiselwind, den wir gleich mit Tanken verbanden. Leider herrschten zur damaligen Zeit noch nicht die heutigen Öffnungszeiten, sodass wir erst einmal vor der Putzkolonne flüchten mussten, die das Restaurant reinigen wollte.

Ohne größere Verzögerungen kamen wir durch und trafen am frühen Morgen in Piesendorf ein. Schnell war die Ferienwohnung in der Schwimmbadstraße gefunden.

Nachdem wir unsere Klamotten ausgeladen und uns umgezogen hatten – in die Ferienwohnung selbst konnten wir noch nicht rein – ging es erst einmal zum Skiverleih. Katrin und Michael gingen zu einem Skiverleih in Piesendorf, um sich das nötige Material zu leihen. Elli und ich hatten bei meinen Eltern die fehlende Ausrüstung ergänzt.

Nachdem das alles erledigt war, ging es zum Walchen, den Ortshang von Piesendorf, um mit Michael und Katrin die ersten Schritte zu machen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Anlegen der Ski und mit der Standfestigkeit, ging es zum Lift. Bereits auf dem Weg dorthin wollte Michael sich mit einem vorbeifahrenden Auto anlegen. Gott sei dank konnte er sich noch rechtzeitig fallen lassen.

Bevor es in den Lift ging, frischen wir erst einmal die Grundzüge des Skifahrens auf. Danach arbeiten wir uns über den Schlepplift langsam zum Ankerlift vor, sodass wir am ende des doch recht anstrengenden Tages ein paar Mal den kompletten Walchen fuhren. Beim abschließenden Jagertee resümierten wir kurz den Tag und die Skileistung und beschlossen es am nächsten Tag auf dem Maiskogel zu versuchen.

An der Ferienwohnung angekommen brach dann noch einmal kurz Missstimmung aus. Ich hatte rückwärts in einen Bauernhof gesetzt, um zu wenden. Leider hatte ich die doch recht steile Auffahrt unterschätzt, sodass die Räder an meinem Ford immer wieder durchdrehten und ich nicht herauf kam. Ich musste dann, sehr zu meinem Missfallen, tatsächlich die Schneeketten aufziehen, um die Steigung zu bewältigen. Da die Straßenlage aber eine weitere Nutzung der Schneeketten nicht zuließ, musste ich sie auch gleich wieder abziehen. Tolle Übung.

Den abschließenden Abend gestalteten wir dann gemütlich mit einem Gang durch den Ort und einem guten Abendessen in einem Lokal. Gleichzeitig hatten Elli und ich noch einmal die Möglichkeit die Stätten unseres letzten Aufenthalts zu begutachten.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Maiskogel. Wir parkten an der Baumbar und gingen zum Ankerlift, der in der Nähe startete. Michael und Katrin schauten sich zunächst alles an und Michael beschloss letztlich allein die Fahrt in Angriff zu nehmen. Und dies, obwohl wir ihm die Länge der Strecke klar vor Augen führten. Ich nahm Katrin mit in den Lift und wir schafften es mit einigen Wacklern bis zur Umsteigestation. Unkmittelbar nachdem wir gestartet waren, bekamen wir noch mit, wie Michael zum zweiten Mal aus dem Lift fiel. Das erste Mal war unmittelbar vor uns, das nächste Mal kurz bevor wir ihn außer Sicht verloren. Da Elli bei ihm geblieben war, machten wir uns zunächst keine Gedanken und Katrin und ich nutzten den gemütlichen Hang, um die Erfahrungen vom Vortag umzusetzen.

Als dann Elli ohne Michael zu uns stieß, machten wir uns auf den Weg nach unten, um zu erfahren, wie er sich das weiter vorstellte. Michael hatte die Zeit an der Liftstation jedoch nicht sinnlos verbracht. Er hatte sich auf dem Kinderhang warmgefahren und dabei den Einstieg in den Lift beobachtet, sodass wir nunmehr vereint den Weg nach oben auf uns nahmen.

Tatsächlich klappte es so gut, dass wir den Anschlusslift gleich mitnahmen und auf der Mittelstation ankamen. Nunmehr lag der wunderbare Hang vor uns und wir fuhren ganz gemütlich ein paar Runden auf diesem Hangstück. Gegen Mittag wollten wir uns dann etwas tiefer wagen, da an diesem Hang kein Lokal für ein geeignetes Essen lag. Zu diesem Zweck steuerten wir eine kleine Erhöhung an, die an der Handkante lag. Ich hielt neben einer Pistentafel und Michael, der mir gefolgt war, ebenfalls. Elli, mit Katrin im Schlepptau hielt ebenfalls darauf zu und schwenkte kurz vorher zum Halt ein. Lediglich Katrin wechselte in die Schussfahrt und hielt direkt auf das Schild und die Hangkante zu. Alles rufen half nichts. Direkt unterhalb des Schildes fuhr sie durch. Es gab einen lauten Knall und danach stürzte sie kurz vor der Kante. Wir dachten schon das Schlimmste, das sie mit dem Kopf gegen das Schild geknallt war. Gott sei Dank war dies nicht der Fall. Sie hatte die Hände hochgerissen und versucht sich am Schild festzuhalten, was dann zu ihrem Sturz geführt hatte.

Dieses Malheur hatte aber auch Folgen. Beide trauten sich nach dem Mittagessen nicht mehr richtig  zu fahren. Gemeinsam machten wir noch die Abfahrt und Michael und Katrin machten dann erst einmal Schluss. Elli und ich genossen weiterhin das tolle Skiwetter und machten noch ein paar Abfahrten. Zwischendurch trafen wir uns dann an der Bude im Tal. Hier erörterten wir kurz, wie es nun weitergehen sollte. Michael und Katrin beschlossen eine Skistunde zu buchen, um ihre Kenntnisse auf solide Füße zu stellen. Elli und ich fuhren noch ein paar Strecken, bevor wir uns zum Abschluss in der Baumbar trafen.

Am nächsten Tag setzten Michael und Katrin ihren Plan dann um. Am Vormittag hatten sie einige Skistunden, die ihnen wirklich weiterhalfen. Nach dem Mittag machten wir dann noch eine gemeinsame Tour, bevor es relativ zeitig zur Ferienwohnung zurück ging. Nach dem Duschen nutzten wir den Rest des Tages, um einmal  nach Zell am See zu fahren. Wir bummelten durch die Fußgängerzone und gönnten uns im Ort ein Abendessen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns den Kapruner Gletscher als Skigebiet ausgesucht. Zunächst dachten wir, dass dies vielleicht zu anspruchsvoll wäre, da aber der Skilehrer von Michael und Katrin ihnen dies ebenfalls empfohlen hatte, folgten wir diesem Ratschlag.

Damals ging es noch mit der Gletscherbahn 2 hinauf. Diese stellte nach der Brandkatastrophe im Jahr 2000 ihren Betrieb ein. Auch für Elli und mich war es der erste Aufenthalt auf dem Gletscher. Bisher hatten wir nur die Schmittenhöhe und den Maiskogel befahren, so dass wir auf das Skigebiet gespannt waren. Letztlich war es wirklich toll. Die Pisten waren vielfältig, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Zunächst fuhren wir eine Abfahrt gemeinsam. Danach war die Strecke Michael und Katrin bekannt und Elli und ich konnten einige andere Pisten fahren. Zum Mittag trafen wir uns immer wieder und machten entweder vorher oder danach eine gemeinsame Abfahrt.

Da Michael und Katrin dieses Skigebiet entgegen kam und sie hier die nötige Sicherheit hatten, wollten wir in den folgenden Tagen keinen Wechsel vornehmen. Auch Elli und ich fanden es auf dem Gletscher sehr angenehm, so dass wir keinen Wechsel anstrebten.

Herausragend während dieser Zeit auf dem Kapruner Gletscher war noch eine Abfahrt zur Mittagspause in der sich Michael darüber amüsierte, dass Katrin gestürzt war. Auf dem letzten Hang vor der Mittagsrast erwischte es dann ihn und das sehr spektakulär. Während er gerade zu einem Schwung ansetzte, haute es ihn aus den Skiern und er kullerte den Hang hinunter. Wobei dieses Kullern eher dem Schlagen eines akrobatischen Rades gleich kam. Anerkennenswert war, dass er sich unterkriegen ließ und sich sofort wieder auf die Ski stellte und weiterfuhr.

Wir verbrachten insgesamt drei wunderbare Tage auf dem Gletscher.

Den letzten Tag verbrachten Katrin und Michael dann ohne Ski fahren. Sie hatten genug davon, hatten ihre Leihski bereits abgegeben und wollten noch einen Tag ausspannen. Elli und ich nutzten dies, um doch noch einmal auf die Schmittenhöhe zu fahren. Michael und Katrin gingen in Zell am See zum Shoppen.

Den Abend verbrachten wir dann noch in einer Gaststätte in der Schmiedstraße, wo wir uns eine gepflegte Scheinshaxe mit allem was dazu gehört gönnten.

Am nächsten Tag ging es dann auf die ereignislose Heimfahrt in Richtung Hannover

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