Kroatien und Österreich

Kroatien und Österreich

(10.08.2012 bis 28.08.2012)

Der Sommerurlaub stand wieder einmal vor der Tür und wir planten einen Trip durch die Schweiz oder Österreich. Auf jeden Fall sollte es diesmal etwas in Richtung Aktivurlaub mit Wandern und ähnlichen Vergnügungen werden. Leider machte uns das mitteleuropäische Wetter einen Strich durch die Rechnung. Kurz vor unserem Urlaub war das Wetter in den Alpenländern eher mäßig und es zeichnete sich ab, dass unsere Urlaubszeit von Gewittern und Regen geprägt sein sollte. Kurz vor der Urlaubszeit erarbeiteten wir also einen Alternativplan und blieben wieder an Kroatien hängen. Allerdings sollte es diesmal wieder eine Küstentour werden.

Am 10.08.2012 sollte es losgehen. Ich musste noch am Nachmittag arbeiten, konnte aber bereits um 17.00 Uhr zu Hause sein, so dass wir doch recht zeitnah starten konnten. Entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten nutzten wir gleich die Autobahn für unsere Fahrt in Richtung Süden. In Göttingen machten wir dann einen kurzen Stopp und besprachen den weiteren Fahrtverlauf. Da wir erstaunlich staufrei durchkamen, beschlossen wir erst einmal so lange zu fahren, wie ich mich noch fit fühlte. Gegen 23.00 Uhr hatten wir die ersten 500 Kilometer hinter uns gebracht und mussten tanken. Auf Höhe Greding flammte dann auch noch die Tankleuchte auf. Kurz bevor die Tankstelle in Denkendorf schloss, konnten wir noch unseren Tank füllen und die Fahrt fortsetzen. Die Dieselpreise waren aber schon hier erschreckend für uns. Der Literpreis lag 10 Eurocent über dem in Norddeutschland.

Weiter ging es an München vorbei und da ich mich immer noch fit fühlte und wir bis hierhin gut vorangekommen waren, beratschlagten Elli und ich uns während einer Pause. Schnell stellten wir fest, dass wir beide das gleiche Bedürfnis hatten und erst einmal richtig ausspannen wollten. Wir beschlossen also zunächst den Campingplatz Valalta in Rovinj anzufahren, um diesem Wunsch nachzukommen. Weiterhin traf ich die Entscheidung zu schauen, ob ich die Nacht durchfahren könnte, um bereits schon am nächsten Tag den Urlaub richtig beginnen zu können.

Die weitere Fahrt durch Österreich und Slowenien verlief ereignislos. Mit einer Ausnahme, so viel Verkehr hatte ich auf der Strecke bisher nur tagsüber erlebt. Ich hatte das Gefühl halb Deutschland nutzte diesen Weg in Richtung Süden. Dennoch kam es zu keinen größeren Verkehrsstauungen. Lediglich an den Tankstellen bildeten sich Warteschlangen. So musste ich beim Tanken an der Raststation Freisitz an der Drau fast eine halbe Stunde warten, bis ich an der Reihe war. Dagegen war am Karawankentunnel, wie auch zuvor am Tauerntunnel, keine Wartezeit und ich konnte hier gleich durchstarten.

An der slowenischen A2, auf der Raststation Voklo, die kurz vor Ljubljana liegt, gesellte sich Elli wieder zu mir und wir nahmen dann ein gemeinsames Frühstück ein, das Elli im Tankstellenrestaurant besorgte. Im weiteren Verlauf ging es dann flott weiter und wir erreichten bereits gegen 07.00 Uhr morgens die slowenisch-kroatische Grenze bei Koper. In Koper tankten wir noch ein letztes Mal auf und machten uns dann auf die letzten Kilometer. Am Grenzübergang hatten wir dann auch noch wieder das Glück auf unserer Seite. Eine Warteschlange hatte sich vor den zwei Abfertigungsspuren gebildet. Als wir aber in Sichtweite der slowenischen Grenzstation kamen, sahen wir eine Mitarbeiterin auf der Busspur hektisch Fahrzeuge heranwinken, die jedoch nicht reagierten. Also scherte ich auf diese Spur ein und fuhr an der kompletten Schlange vorbei, in der die Anderen weiter artig warteten.

Gegen 08.30 Uhr kamen wir am Campingplatz Valalta an. Wider Erwarten war keine Wartezeit am Check-Inn. Ich hatte Elli und Sönke die Fahrräder abgeladen und sie machten sich umgehend auf die Suche nach einem Stellplatz. Ich selbst fuhr mit dem Wohnmobil in die von uns favorisierte Region und fand einen Stellplatz direkt unterhalb des Waschhauses mit Blick über die Bucht. Hier stellte ich uns erst einmal ab und wartete auf das Ergebnis der Suche von Sönke und Elli. Die hatten mehrere mögliche Optionen, aber nichts Definitives gefunden, so dass wir erst einmal abwarteten und schon einmal anfingen auszupacken. Als dann ein Stellplatz, der näher am Wasser lag, frei wurde, versuchten wir es. Leider machten uns die Breite des Weges und die Lage des Stellplatzes einen Strich durch die Rechnung, da wir das Wohnmobil nicht vernünftig einparken konnten. Also zurück zur ersten Wahl, dem Stellplatz Nummer 1211.

Der sollte es dann nun aber auch endgültig bleiben. Wir wollten nicht weiter suchen und richteten uns ein. Nachdem dies erledigt war, entspannten wir uns erst einmal von der 1200 Kilometer langen Anfahrt.

Nachmittags ging es dann in das neu gestaltete Restaurant Saline am Platz. Es war etwas mit neuen Sitzmöbel und frischen Farben aufgepeppt worden, vermittelte uns aber nun das Gefühl, fehl am Platze zu sein. Abends gingen wir dann in die Snack I zum Abendessen. Hier war alles beim Alten und wir fühlten uns wohl. Die Zeit danach nutzten wir für einen Bummel über den Platz, auf der Suche nach weiteren Veränderungen.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Schwimmen, Lesen und Relaxen. Gegen Mittag stellten wir dann fest, dass einer unserer Campingstühle, die wir von Reni bekommen hatten, auf der Fahrt oder im Anschluss Schaden genommen hatte. Ein Aluminiumriegel, der für die Arretierung der Rückenlehne zuständig ist, war gebrochen.

Am späten Nachmittag ging es dann mit dem Fahrrad in die Stadt. Für die Hinfahrt benutzten wir den Radweg und stellten hierbei fest, dass die Fischgaststätte von Ramon nicht wieder geöffnet hatte. In der Stadt folgte dann ein ausgiebiger Bummel und ein Abendessen in der Pizzeria Leone, das wie immer gut war. Zum Abschluss gab es dann noch einen Cocktail in der Havanna Bar, bevor es auf dem Fahrrad zurückging.

Am Stellplatz folgte eine Partie Trionimos, die Sönke für sich entschied, weil ich mit meinem letzten Stein eine mögliche Brücke nicht erkannte, die zum Gleichstand geführt hätte.

Auch der nächste Tag war wieder geprägt von heißem und sonnigem Wetter. Am Morgen gingen wir zum Supermarkt auf dem Campingplatz einkaufen. Wir hatten überlegt am Abend zu grillen, was wir dann auch nach einem entspannenden Tag umsetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns über eine mögliche Brandgefahr noch keine Gedanken gemacht. Wir hatten zwar gehört, dass es hier seit Mitte Mai nicht mehr geregnet hatte und mittlerweile die Pkw-Wäsche und das Gießen von Blumen unter Strafe gestellt waren, aber die mögliche Brandgefahr hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm. Das bekamen wir erst auf den späteren Campingplätzen mit, wo der Umgang mit offenem Feuer explizit verboten war. Unserem Abend tat dies zu diesem Zeitpunkt keinen Abbruch. Reichlich Cevapcici und Raznijc machten uns satt und im Anschluss gönnten wir uns einen, leider recht alkoholarmen Cocktail in der Saline. Danach folgte wieder eine Partie Trionimos, um den Abend ausklingen zu lassen.

In der Nacht war Sönke wieder von dem Igel besucht worden, der schon in der vorangegangenen Nacht seinem Zelt einen Besuch abgestattet hatte. Ansonsten verlief auch dieser Tag in den üblichen Bahnen mit Schwimmen und Schnorcheln. Am frühen Abend ging es dann mit dem Fahrrad in Richtung Kazun. Diesen Restaurantbesuch wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Obwohl wir eigentlich jedes Jahr mehrfach dort gewesen waren, fuhren wir die falsche Einfahrt herein und landeten natürlich zunächst nicht am Kazun. Dort dann aber letztlich angekommen, fanden wir auch gleich einen schönen Tisch und konnten bestellen. Wie eigentlich jedes Jahr war das Essen gut, reichhaltig und günstig.

Gegen 20.00 Uhr sind wir zurück am Wohnmobil und wollen den Abend wieder einmal mit Spielen verbringen. Beim Anbau der Beleuchtung rutscht mir diese aus der Hand und schwingt einmal gegen die Seitenwand des Wohnmobils, wo sie eine kleine Delle hinterlässt. Ärgerlich. Am Abend trafen wir auch die Entscheidung, am nächsten Tag weiterzufahren.

Bereits um 09.30 Uhr hatten wir alles eingeräumt und unseren Stellplatz frei gemacht. Beim Bezahlen des Campingplatzes stellte sich uns erstmals das Problem mit unserer EC-Karte. Angeblich hatte sie keine Ausreichende Deckung. Dieses Problem zog sich dann durch den gesamten Urlaub. In allen Ländern, die nicht der EU angehörten, verfügte die EC-Karte über keine Deckung und war nicht zu nutzen.

Über die Autobahn ging es dann nach Pula. Die folgenden 50 Kilometer stellten keine Herausforderung dar. Einzige Ausnahme war die Hitze, die bereits am Vormittag sehr ausgeprägt war. In Pula vertrautem wir erst einmal dem Navi uns zu dem Campingplatz in Stoja zu führen. In der Innenstadt von Pula, versperrte uns dann eine Baustelle den direkten Weg, so dass wir zunächst wieder zurück mussten, um die Umleitung zu finden. Nachdem wir die Abzweigung regelrecht eingekreist hatten, ging es durch enge Straßen und über steile Anstiege weiter. Letztlich griff der Navi wieder ein und wir gelangten wohlbehalten zum Campingplatz Stoja. Am Check-Inn herrschte ein mittelschweres Chaos. Das bezog sich auf die Parksituation und die Stellplatzvergabe. Elli ergatterte den Platz 118 für uns. Grob fanden wir ihn dann auch, da er unmittelbar hinter der Rezeption lag. Die genaue Lage erschloss sich uns jedoch nicht, da die Stellplätze nicht parzelliert waren. Ich stellte unser Wohnmobil annähernd richtig ab und wir machten uns für unseren Bummel durch Pula fertig.

Für die Fahrt in die Stadt hatten wir den Bus gewählt, der direkt vor dem Campingplatz abfuhr. Zu unserem Glück hielt auch gerade ein Bus und wir konnten die Fahrkarten erwerben und direkt einsteigen. Kaum saßen wir, stellte ich fest, dass wir die Fotokamera im Wohnmobil gelassen hatten. Ich fragte beim Fahrer kurz nach, wann der Bus fährt. Er sagte in zwei Minuten. Also wollte ich auf den nächsten warten, aber dazu sagte der Fahrer, dass dann unsere Fahrkarten ungültig wären. Also legte ich einen kurzen Sprint zum Wohnmobil hin, um die Kamera zu holen und den Bus noch zu schaffen. Wieder zurück gingen die Türen zu und der Bus fuhr ab. Ich hatte die ganze Fahrt noch etwas davon, denn ich war gehörig ins Schwitzen geraten.

Mit dem Bus kamen wir direkt an der Innenstadt an und betraten die Altstadt durch den Sergierbogen, einem alten Triumphbogen aus der Zeit des Römischen Reiches. Danach folgte ein Bummel durch die Fußgängerzone, vorbei am Forum in Richtung Amphitheater. Hier reichte uns eine Besichtigungstour von außen, da das Innere eh für eine Musikveranstaltung eingerichtet war.

Nach dem Besuch am Amphitheater gönnten wir uns erst einmal ein schnelles Getränk, bevor es dann den Berg hinauf zur historischen Festungsanlage ging. Nach einem Rundgang am Festungsgelände folgte der Abstieg zur Porto Gemina. Von dort kamen wir nach einem kurzen Fußmarsch wieder am Platz Giardini. Hier machten  wir erst einmal eine längere Pause und gönnten uns in einem der vielen Straßenlokalen ein Getränk. Weiter ging es dann zum Markt und zur Fischhalle. Da der Markt leider bereits geschlossen war, war es nur eine Stippvisite in diesem Teil der Innenstadt.

Es folgte ein kleiner Shoppingbummel durch die Fußgängerzone, da Sönke mittlerweile festgestellt hatte, dass er doch eine Sonnenbrille bräuchte. Schnell war ein passendes Modell gefunden und auf der Suche nach dem günstigsten Anbieter stellten wir extreme Preisschwankungen fest. Sönke selbst, sparsam wie er ist, entschied sich für das billigste Modell und musste umgerechnet 7 Euro zahlen.

Es folgte die Rückfahrt mit dem Bus und, endlich auf dem Campingplatz angekommen, sofort ein Gang zum Strand und ein Bad im Meer. Danach relaxten wir noch etwas am Wohnmobil, bevor es in den frühen Abendstunden zum Essen in ein Restaurant auf Campingplatz ging.

Am nächsten Tag packten wir unsere paar Habseligkeiten ein und machten uns auf den Weg in Richtung Süden. Für die Fahrt durch Pula hielten wir uns zunächst an die Busroute und bogen dann am ersten Stau, der durch den Innenstadtverkehr zu Stande kam, ab und folgten dem Navi. Kurz vor der Autobahn kauften wir noch schnell ein und fuhren dann erst einmal in Richtung Rijeka. Unser Ziel war ein Campingplatz auf Krk. Hier riefen wir vorher erst einmal an, ob man überhaupt Platz für uns hätte. Das Telefonat war aber nicht zielführend. reservieren wollte, bzw. Konnte man nicht und eine definitive Aussage wollte man auch nicht treffen. Die meisten Gäste würden gegen 13.00 Uhr abreisen, dann würde sich vermutlich etwas finden.

In Rijeka folgten wir der Autobahn in Richtung Krk. In Höhe Barka endet die Autobahn in einem Autobahnkreuz in Ständertechnik. Unmittelbar davor fing ein Stau an, der sich auf Grund zweier Ampelanlagen gebildet hatte. Nachdem die letzte Ampel hinter uns lag, ging es normal weiter. Die Gegenrichtung jedoch hatte über Kilometer Stopp-and-go.

Die Brücke auf die Insel Krk kostete uns dann noch einmal 46 Kuna Gebühr, dann hatten wir es geschafft. Das war jedenfalls unsere Überlegung. Tatsächlich zog sich die Strecke auf Krk dahin. Bis zur Ortschaft Krk handelte es sich noch um eine verhältnismäßig gut ausgebaute Landstraße. Was danach folgte, war jedoch etwas anspruchsvoller. Die Fahrbahn verengte sich derart, dass an einigen Stellen Begegnungsverkehr nur bedingt möglich war. Und in Baska, dem Ort, in dem der Campingplatz lag, fuhren wir wirklich bis zum Ende, bevor der Campingplatz ausgeschildert war. Nach der letzten Steigung hatten wir den Campingplatz Bunculuka erreicht.

Tatsächlich hatte man noch Plartz für uns und empfohl uns auch einige Stellplätze. Welcher es werden sollte, mussten wir selbst entscheiden. Sönke und Elli gingen zu Fuß, ich fuhr mit dem Wohnmobil. Leider erwischte ich die erste Abzweigung gleich falsch und fuhr nicht auf die Stellflächen, sondern auf den Abgang Richtung Strand. Hier angekommen, musste ich erst einmal wenden und wieder zurück. Elli wies mich dann in den ausgewählten Stellplatz ein. Nach einigem Rangieren und einer Menge Einweiser dabei, stand das Mobil letztlich und wir richteten uns für die nächsten zwei Nächte ein.

Erst einmal ging es zum Strand, um die herrliche Lage des Platzes zu genießen. Begeistert waren wir vom Wasser. So klar hatten wir es bisher noch nicht erlebt.

Den Rest des Tages verbrachten wir in dieser entspannenden Atmosphäre. Nach einem selbst zubereiteten Abendessen ging es am Ufer entlang nach Baska. Hier bummelten wir die Hafenpromenade entlang und verschafften uns einen ersten Überblick über den Ort.

Den folgenden Tag ließen wir uns dann richtig fallen und genossen einfach den idyllischen Platz. Elli hielt sich zunächst die meiste Zeit am Strand auf, während Sönke und ich die Zeit mit Schnorcheln und Lesen verbrachten. Am frühen Abend ging es dann für uns wieder in die Stadt. Wieder folgten wir dem Uferweg bis zum Hafen.

Danach gingen wir diesmal die Fußgängerzone und Einkaufszeile entlang. Auf der Suche nach einem Restaurant folgten wir letztlich der Empfehlung unserer Platznachbarn vom Campingplatz und suchten das Restaurant Saloon auf. Das lag zwar etwas abseits des Hafens, sollte sich aber lohnen. Tatsächlich bekamen wir gerade noch einen Platz auf der Außenterrasse. Hier war es erstmals so, dass einem der Platz zugewiesen wurde. Die Wartezeit wurde mit Sliwowitz und Lutscher überbrückt. Das anschließende Essen war gut uns reichhaltig und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte auch. Zurück zum Campingplatz ging es dann an der Hafenpromenade entlang. Am Mobil angekommen, packen wir unsere Sachen erst einmal ein, um am nächsten Morgen früh los zu kommen.

In der Nacht werden wir dann von unserem Platznachbarn eingeparkt, der seinen Pkw so hinstellt, dass wir nicht rangieren können. Doch auch dieses Problem ließ sich schnell und unkompliziert lösen. Nicht jedoch das Problem mit der EC-Karte. Wieder wurde sie beim Bezahlen nicht akzeptiert. Nachdem das dann mit der Kreditkarte erledigt war, ging es wieder runter von der Insel Krk. Gleich zu Beginn der Strecke gab es dann in der Ortschaft Draga Bascanska eine interessante Verkehrssituation. Die Fahrbahn verengte sich auf Grund der Bebauung auf eine Fahrspur. Eigentlich hatte der Verkehr bergan – also wir – Vorrang. Das interessierte den Gegenverkehr jedoch herzlich wenig und da keine Lücke war, konnten wir die Stelle nicht passieren. Erst als ich langsam einfach anfuhr, bremste doch mal einer ab und gewährte uns die Durchfahrt. Der Rest der Fahrt war recht zähflüssig. Es herrschte viel Verkehr und einige verbrachten augenscheinlich den Tag mit Sightseeingtouren im Pkw.

Nachdem wir die Insel wieder verlassen hatten, ging es auf der Bundesstraße 8 in Richtung Süden. Anfänglich heiterte uns noch der Stau im Gegenverkehr auf, der sich augenscheinlich bis Rijeka erstreckte. Als wir diesen allerdings in einer Länge von knapp 20 Kilometern passiert hatten, hatten wir Mitleid mit den Fahrzeuginsassen, die sich am Ende anstellen mussten.

Am Vormittag erreichten wir dann Senj. An der Küstenstraße entdeckten wir ein Autokamp in Senj, das recht einladend wirkte. Wahrscheinlich da es direkt am Wasser lag und es mittlerweile wieder richtig heiß geworden war. Unser Weg führte uns über die Bundesstraße 23 das Küstengebirge hinauf. Die Strecke hatten wir schon einmal mit dem alten Bürstner-Mobil bewältigt. Diesmal ging es etwas flotter voran.

Dem Straßenverlauf weiter folgend ging es auf direktem Weg in Richtung Autobahn. Wir folgten der A 1 in Richtung Süden. Außer dass es heiß war, ereignete sich auf den Autobahnkilometern nicht viel. Erwähnenswert waren lediglich die Staus in Richtung Norden. So baute sich nach Passieren des Sveti Rock Tunnels ein Stau auf, der schnell eine Länge von 25 Kilometern und mehr erreichte. Gott sei dank war er nicht in unsere Richtung. Wir fuhren dann in Richtung Zadar ab und hatten als einzige Verkehrsbehinderung die Warteschlange an der Mautstation zu bewältigen.

In Zadar folgten wir den Hinweisschildern zum Camping Borik. Dieser Platz lag am dichtesten zur Altstadt. Nach der Anmeldung hatten wir auf dem riesigen, unparzellierten Gelände die Qual der Wahl uns für einen Platz zu entscheiden. Nachdem wir aufgebaut hatten, ging es gleich mit den Fahrrädern in Richtung Altstadt. Zuvor musste Elli unsere Anmeldung noch komplettieren. Während dieser Zeit entdeckte Sönke eine europäische Gottesanbeterin, die am Fenster der Rezeption hing.

Danach ging es mit dem Fahrrad am Hafen entlang bis zur Brücke in die Altstadt. Hier stellten wir unsere Fahrräder ab und machten uns zu Fuß auf die Erkundung der Stadt. Auf unserer Tour durch die Stadt gelangten wir zu allen Sehenswürdigkeiten, die der Reiseführer hergab.

Während einer Pause in einem Cafe an der Siroka Ul. beschlossen Elli und Sönke den Turm an der Sveta Stosija und Donatuskirche zu ersteigen und sich den Ausblick über die Altstadt zu gönnen. Danach ging es noch durch einige kleine Gässchen. Letztlich wollten wir für das Abendessen noch etwas Salat einkaufen und suchten den Markt. Da aber schon alles geschlossen hatte, mussten wir mit einem Supermarkt vorlieb nehmen.

Zurück zum Campingplatz ging es dann wieder am Hafen entlang. Dass es sich hierbei um Einbahnstraßen handelte, die wir entgegen der Fahrtrichtung befuhren, schien keinen zu interessieren. Danach verbrachten wir den Rest des Abends mit Gesellschaftsspielen, bevor es dann ins Bett ging. Es folgte eine recht unruhige Nacht, da die Nachtschwärmer bei ihrer Rückkehr auf den Campingplatz nicht gerade leise waren. Der britische Platznachbar sorgt dann durch eine kompromisslose und blumige Ansage in seiner Muttersprache für Ruhe.

Bereits um kurz nach 07.00 Uhr standen wir am nächsten Morgen auf. Schnell war alles nach dem Frühstück gepackt. Nach unserer Abfahrt vom Campingplatz kauften wir noch kurz in einem Supermarkt ein, bevor es auf der Küstenstraße weiter ging. Eigentliches Ziel war Murter. Da wir aber keinen Kontakt zum Campingplatz bekamen und uns Primosten als Ziel interessanter erschien, entschieden wir uns entsprechend um. Kurz vor Sibenik machten wir dann noch an einer Brücke halt, um das Bungeejumping von der Brücke zu beobachten.

Bereits gegen 13.00 Uhr kamen wir am Campingplatz Adriatiq an und reihten uns die Schlange derer ein, die einen Platz begehrten. Während Elli die Anmeldung übernahm brüteten Sönke und ich in der Hitze. Elli bekam den Stellplatz Nummer 65 zugewiesen. Nach einer kurzen Inspektion erschien er ihr akzeptabel und wir bauten uns auf.

Den Nachmittag verbrachten wir am Platz und für den frühen Abend hatten wir uns vorgenommen, zu einem Bummel in die Stadt zu fahren. Zunächst wollten wir das Taxiboot vom Platz in die Stadt nutzen, schafften es aber zeitlich nicht und entschlossen uns zu Fuß zu gehen. Am Tor des Campingplatzes sahen wir dann einen alten VW Bus T1, der liebevoll wieder aufbereitet worden war und als Campingmobil genutzt wurde.

Auf unserem Fußmarsch in Richtung Stadt merkten wir bereits nach einigen 100 Metern, dass das keine ganz so tolle Idee war. Und vor allen Dingen für den Rückweg mussten wir uns etwas überlegen, da wir auf keinen Fall in der Dunkelheit ungesichert an der Straße entlanggehen wollten.

Ein bisschen genervt kamen wir am Beginn der Fußgängerzone an. Die Strecke und das heiße Wetter waren hieran genauso Schuld, wie Sönke, der sein Quengeln perfektionierte und uns penetrant auf seine Unzufriedenheit aufmerksam machte. Die Altstadt von Primosten entschädigte dann etwas für die vorangegangenen Mühen, auch wenn sie sehr für den Tourismus aufgearbeitet worden war.

Bei unserem Aufstieg in Richtung Kirche gönnten wir uns dann erst einmal in kleinen Imbiss eine Getränkepause, um wieder zu Kräften zu kommen. An der Kirche angekommen, konnten Elli diese nicht besichtigen, da gerade ein Gottesdienst abgehalten wurde. Dieser war so gut besucht, dass die Predigt mit Außenlautsprechern nach draußen übertragen wurde. Ein abschließender Gang über den Friedhof ließ uns dann ein idyllisches Restaurant entdecken, auf dessen Außenterrasse man einen schönen Blick über das Meer und den beginnenden Sonnenuntergang hatte. Das Abendessen war gut und reichhaltig. Lediglich mit der Rechnung ließen sie sich etwas Zeit. Wir mussten diesbezüglich mehrfach nachfragen. Dabei hatten wir es doch eilig, denn eigentlich wollten wir das Taxiboot zurück zum Campingplatz nehmen. Dieses sollte gegen 22.00 Uhr abfahren. Leider war uns nicht bekannt, wo es genau ablegen würde.

Wir beschlossen also die Touristeninformation aufzusuchen, damit wir dort die nötigen Informationen erhalten. Die Mitarbeiterin war zwar freundlich, machte aber keine Aussagen zu dem Taxiboot, da dies von einem privaten Hotel sei. Das half uns nun auch nicht wirklich weiter. Sie bot jedoch an, uns ein Taxi zu rufen. Dieses Angebot nahmen wir letztlich an. Die Fahrt sollte ihren Angaben nach etwa 50 Kuna kosten. Das Taxi würde uns am ‚donkey‘ abholen. Ich hatte wohl ein großes Fragezeichen im Gesicht, als Sönke anmerkte, dass es wohl das Eseldenkmal sei, das er vor dem Stadttor gesehen hatte. Wir gingen also dorthin und stellten fest, dass dort wegen einiger Künstler ein riesiger Menschenauflauf war und wohl kein Taxi durchkommen könnte.

Weit gefehlt. Nach kurzer Zeit kamen gleich drei Taxen durch die Menschenmenge gefahren. Wir sprachen einen Fahrer an und er hatte vermeintlich einen Auftrag uns zu fahren. Nach knapp 10 Minuten standen wir am Campingplatz und die Fahrt kostete tatsächlich nur 50 Kuna. Wie wir später feststellten, war dies die günstigste Alternative. Die Fahrt mit dem Taxiboot wäre erheblich teurer geworden. Hier hätte die Fahrt pro Person 50 Kuna gekostet.

Den folgenden Tag verbrachten wir komplett auf dem Campingplatz. Bei knapp 40 Grad suchten wir immer wieder das Meer zum Schnorcheln und Baden auf und ließen es uns ansonsten ganz gut gehen.

Für den nächsten Morgen war die Weiterfahrt in Richtung Süden geplant. Am Morgen einigten wir uns auf Seget als erstes Ziel. Sollten wir hier einen Stellplatz finden, wäre alles klar. Wenn nicht, sollte es nach Split weitergehen. Nach dem Einpacken ging es auch gleich los. Beim Ausparken kam es dann noch zu einer unangenehmen Berührung zwischen einer Wurzel und dem Wohnmobil. Dies bleib aber ohne Folgen für die Fahreigenschaften.

Nach knapp einer Stunde hatten wir das Autocamp Seget erreicht. Da das Autocamp direkt am Wasser lag und wir von hier aus sowohl die Stadt Trogir wie auch Split erreichen konnten, entschieden wir uns zu bleiben. Dafür sprach auch, dass wir einen Stellplatz in der ersten Reihe zugewiesen bekamen. Da es weiterhin sehr heiß war, verbrachten wir den Tag am Platz und machten uns erst gegen 17.00 Uhr auf, um in der Konoba Rico am Hafen von Seget zu Abend zu essen.

Für Sönke und mich gab es Fleischgerichte. Elli kam endlich zu ihren Fischgerichten, die sie sich schon die ganze Zeit wünschte. Im Zuge des Abendessens besprachen wir den nächsten Tag. Den Abend verbrachten wir dann damit Sönke Romme nahe zu bringen. Er machte sich in seinen ersten Spielen ganz gut und es schien ihm zu gefallen.

Wie abgesprochen ging es am nächsten Tag bereits am frühen Vormittag mit dem Taxiboot in Richtung Trogir. Die Fahrt kostete für uns alle 75 Kuna und beinhaltete sowohl die Hin- wie auch Rückfahrt.

Nach knapp einer halben Stunde kamen wir direkt an der Altstadt von Trogir an. Auf der Fahrt hatten wir noch das einmalige Erlebnis Delfine beobachten zu können, die in der Bucht vor Trogir schwammen. Leider schafften wir es nicht unsere Fotokamera schnell genug einsatzbereit zu bekommen.

In Trogir orientierten wir uns erst einmal und machten uns dann durch die kühlen Altstadtgassen auf den Weg die Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Am ersten Schattenplatz, den wir erreichen konnten, nutzten wir das kostenlose WLAN, um Wetterinformationen zu bekommen. Die waren ausgesprochen positiv für die nächsten Tage.

Unser Stadtrundgang ging über die Gradska Ul. zur Sankt Laurentius Kirche und dem Platz mit dem Glockenturm und der Loggia. In der Loggia sang zu dieser Zeit gerade ein Chor, der dem Ganzen noch eine besondere Note gab. Weiter ging es von hier zum Stadttor. Danach bummelten wir durch die Gassen und versuchten hierbei den großen Touristenströmen auszuweichen und etwas kleinere Gassen zu wählen. Gerade in diesen wurde einem bewusst, dass die Stadt nicht nur aus Sehenswürdigkeiten bestand, sondern auch noch für das normale Leben genutzt wurde.

An der Festung des Kamerlengo angekommen, hatten wir die Altstadt einmal durchquert. Wir suchten uns nun unseren Rückweg in Richtung Hauptplatz und wollten vorher allerdings etwas Trinken. Die ersten Lokale, die wir fanden, waren gänzlich auf Tourismus abgestellt und hatten dementsprechende Preise. In einer Seitengasse meinten wir ein gemütliches und günstiges Lokal gefunden zu haben. Die außen angeschlagenen Preise für das Essen waren ausgesprochen günstig. Im Innenhof bekamen wir dann die eigentliche Karte und mussten feststellen, dass die günstigen Speisepreise durch überzogene Getränkepreise kompensiert wurden. Das wollten wir uns nicht antun und machten uns wieder auf die Suche. In einer kleinen Sackgasse fanden wir dann ein Lokal, das dann wirklich vergleichsweise günstige Preise hatte. Das Bier war umgerechnet einen Euro günstiger. Hier machten wir dann Pause und schrieben in dieser Zeit unsere Postkarten, damit wir sie gleich zur Post bringen konnten.

Nachdem dies alles erledigt war, ging es zurück zur Riva, wo unser Taxiboot wieder anlegen sollte. Die erste Abfahrtszeit verstrich, ohne dass das Boot in Sicht kam. Wir fragten mehrfach bei den anderen Taxibooten nach, die uns aber immer wieder vertrösteten. Letztlich blieb uns nichts anderes übrig, als an der Riva in der prallen Sonne zu warten. Jedes Schattenplätzchen, was frei wurde, nutzten wir, um uns der Sonne nicht so aussetzen zu müssen.

Als das Taxiboot dann endlich erschien, machte der Fahrer erst einmal eine Pause. Danach ging es dann zurück in Richtung Seget, wo wir gegen 14.00 Uhr wieder eintrafen und den Rest des Tages mit Sonnenbaden und Schwimmen verbrachten.

Gegen 18.30 Uhr ging es erneut in die Konoba Rico zum Abendessen. Zum einen gab es an Restaurants eine nicht so große Auswahl in Seget und zum anderen war das Essen in der Konoba echt gut und günstig. Auf Sönkes Wunsch hin bestand das Abendprogramm erneut aus Romme spielen. Diesmal hielt er sich wirklich gut und spielte gut mit. Und dies, obwohl wir es schafften auf neun Spiele dreimal einen Romme Hand zu haben.

Wie beschlossen ging es am nächsten Morgen weiter. Unsere Platznachbarn waren bereits in den frühen Morgenstunden abgefahren, sodass wir ausreichend Platz zum Ausparken hatten. Nachdem der Platz bezahlt war, wollten wir noch kurz entsorgen. Während Elli das Chemie-WC machte, wollte ich das Brauchwasser ablassen. Bei meinem Versuch den Hahn aufzudrehen, stellte ich fest, dass dieser keinen Widerstand beim Drehen zeigte. Als ich mich dann unter das Mobil legte, musste ich feststellen, dass der Absperrmechanismus gebrochen war. Wann und warum dies passiert war, konnten wir nicht mehr klären.

In meinem Versuch dies zu reparieren, legte ich den Fahrzeugschlüssel in der Heckgarage ab. Leider passierte es uns, dass wir beide Türen der Heckgarage verriegelten. Den Ersatzschlüssel hatten wir natürlich zu Hause liegen lassen. Nach unseren ersten Versuchen mit anderen mitgeführten Schlüssel, die nicht zum erhofften Erfolg führten, holte Elli den Platzbetreiber zu Hilfe. Dieser erschien mit seinem Werkzeugkasten und suchte eine Möglichkeit die Tür aufzuhebeln. Sein Handeln war darauf ausgerichtet, die Tür mit Gewalt zu öffnen, was mir nicht gefiel. Ich versuchte ihm dies klar zu machen und hatte Erfolg, sodass er sich nur dazu stellte und unsere Bemühuingen beobachtete.

Der nächste Versuch bestand darin auf dem Campingplatz Schlüssel von anderen Campern einzusammeln und auszuprobieren. Bei einem hatten wir dann Glück und konnten immerhin eines der beiden Türschlösser öffnen. Das zweite hebelte ich dann mit sanfter Gewalt auf. Hinterher stellte ich fest, dass dadurch weder Schloss noch Mechanismus Schaden nahmen. Sönke krabbelte dann durch die Heckgarage und holte den Schlüssel heraus. Nun konnte es endlich weitergehen. Durch die ganze Aktion war ich natürlich gehörig ins Schwitzen geraten, weshalb ich vorher noch kurz Duschen ging.

Danach suchten wir in Seget erst einmal noch einen Supermarkt auf, um unser Leergut zu entsorgen. Außerdem kaufte sich Sönke noch seine geliebten Ki-Ki Karamel Bonbons. Dann ging es endlich in Richtung Autobahn. Wir verließen Seget über die Straße Nummer 58 und hatten dabei noch einen wunderbaren Ausblick auf Trogir.

Die Fahrt über die Autobahn nach Norden verlief ausgesprochen ereignislos. Lediglich die Temperatur zwischen 35 und 38 Grad Celsius machte uns zu schaffen. Wenn wir bei einem Halt ausstiegen, suchten wir sofort den Schatten des Wohnmobils auf, um der Sonne zu entgehen.

Gegen 15.00 Uhr kamen wir in Zagreb an und machten uns auf die Suche nach dem Campingplatz Autokamp Plitvice in Lucko. Wir hatten die Anschrift in den Navi eingeben und haben uns dann voll und ganz auf ihn verlassen. Damit waren wir allerdings auch verlassen. Als das Gerät mit dem Satz „Sie haben ihr Ziel erreicht“ das Ende der Fahrt ankündigte, waren wir in einer ruhigen Seitenstraße und von einem Campingplatz weit und breit keine Spur. Ich fragte dann bei einer netten Kioskbesitzerin nach, die das Problem augenscheinlich bereits kannte. Ihrer Beschreibung nach, die sie uns auch schriftlich mitgab, lag der Platz an einer Autobahnraststätte und war nur über diese erreichbar. In der Folge quälten wir uns durch diverse Autobahnkreuze und andere Umfahrungen, bis wir letztlich die Raststätte und den Campingplatz etwa gegen 16.00 Uhr erreichten.

Der Campingplatz wird durch das am Rastplatz angegliederte Motel betreut. Zu unserem Bedauern konnte uns das Servicepersonal keine Auskunft geben, wie wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Stadtzentrum gelangen könnten. Die Buslinie, die wir auf der Anfahrt in Lucko gesehen hatten, war zu Fuß vom Rastplatz aus nicht erreichbar. Eigene Recherchen an den Infoständen am Rastplatz führten auch nicht so wirklich zu einem befriedigenden Ergebnis, so dass wir uns mit dem Gedanken anfreundeten doch noch weiter zu fahren. Da unser nächstes Ziel Graz nur noch knapp 200 Kilometer entfernt lag, riefen wir erst einmal auf dem Campingplatz an, um uns nach freien Kapazitäten zu erkundigen. Eine Bandansage verriet uns, dass der Platz noch freie Stellplätze hatte. Dies nahm uns dann die Entscheidung ab und wir fuhren weiter.

Bis zur Grenze ging es auf der Autobahn. Danach folgte die Landstraße in Slowenien bis nach Maribor. An der letzten Raststätte vor der Grenze nach Österreich tankten wir dann noch eben. Eine gute Entscheidung, wie sich in Österreich zeigte, da der Diesel hier wieder einmal 10 Eurocent teurer war.  In Graz selbst ging es dann zügig voran. Wir verließen uns voll auf den Navi, der uns diesmal auch direkt an den Campingplatz Central in Graz-Straßgang führte.

Der Campingplatz liegt direkt an einem Freibad, dessen Nutzung im Preis inklusive ist. Wir wählten einen Stellplatz in der ersten Reihe und hatten gleich Kontakt zu unserem Platznachbarn, der am Grillen war. Dieser war auf dem Weg in Richtung Zagreb, wo er seine Familie vom Flughafen abholen wollte, um dann nach Rab weiter zu fahren. Nach einer Dusche ging es in das nahe Restaurant Volksgoatn zum Abendessen. Die sehr freundliche Bedienung gab uns noch Auskunft darüber, was wir in Graz unbedingt anschauen sollten.

Am nächsten Morgen standen wir bereits gegen 07.00 Uhr auf. Die Kirchenglocken des Ortes hatten uns geweckt. Ich suchte dann erst einmal den Weg zum Bäcker. Danach gab es Frühstück und wir machten uns für den Stadtrundgang fertig. Den Weg in die Stadt erledigten wir mit dem Linienbus, der in unmittelbarer Nähe zum Bäcker abfuhr. Die Endhaltestelle des Busses, der Jakominiplatz, war gleichzeitig der Stadtpunkt für unseren Weg durch die Stadt. Über die Herrengasse ging es erst einmal bis zum Hauptplatz.

Von dort aus ging es zum Franziskanerkloster und über die Hauptbrücke zum Kunsthaus Graz und Mariahilferkirche.

Es folgte der Gang über die Mur-Insel bis zur Schlossbergbahn. Die Bergfahrt mit der Schlossbahn war in unserer Busfahrtkarte inklusive, so dass wir uns auch noch kostengünstig den Fußmarsch hinauf auf den Schlossberg sparten. Danach wurde durch uns der Schlossberg erkundet, bevor wir im Schlossrestaurant ein Getränk nahmen und den Ausblick auf das Umland genossen.

Danach ging es weiter über die Bastion bis zum Uhrturm. Von dort aus hätten wir einen Lift im Berg hinab nehmen können. Wir entschieden uns jedoch trotz der Hitze für den Fußmarsch über die Treppen.

Unten angekommen erfasste uns der kühle Luftzug aus der Höhle unterhalb des Schlossberges. Hier waren der Eingang zum Lift und eine Konzerthalle, dem DOM iMBERG, die sich Sönke und Elli erst einmal anschauten. Über die Sackstraße ging es weiter. Hier fand Elli ein Antiquitätengeschäft, mit sehenswerten Eierbechern. Während wir nach mehr schauten, kamen wir mit der Verkäuferin ins Gespräch und es ging nun ums Feilschen beim Preis für den Becher, den Elli ins Auge gefasst hatte. Letztlich übervorteilten wir die Verkäuferin, weil sie wohl nicht richtig rechnen konnte und erhielten anstatt der aversierten 10 Prozent tatsächlich 20 Prozent Preisnachlass.

Es folgte ein Mittagssnack am Hauptplatz bevor es über die Sporgasse in Richtung Deutscher Orden weiter ging. Danach folgten wir der Hofgasse bis zum Grazer und machten uns auf die Suche nach der türkischen Treppe, einer in sich verwundenen doppelten Wendeltreppe. Diese fanden wir in einem Gebäude der öffentlichen Verwaltung. Beim Fotografieren gab dann der Akku unserer Fotokamera den Geist auf, so dass weitere Fotos nur noch mit dem Mobiltelefon möglich waren.

Nach einem kurzen Abstecher in den Dom ging es über die Färbergasse und kleine Hinterhofgässchen wieder auf die Herrenstraße und zum Jakominiplatz. Hier verpassten wir unseren Bus, der direkt vor unserer Nase abfuhr. Wir mussten nun in der prallen Sonne 10 Minuten auf den nächsten Bus warten. Das war nicht gerade angenehm.

Gegen 14.00 Uhr waren wir wieder am Campingplatz angelangt. Wir machten uns gleich fertig, schnappten unsere Sachen und gingen ins Freibad. Dieser Aufenthalt war bei der Hitze sehr angenehm. Das Freibad Straßgang hatte ein riesiges Becken und war mit einem Kiesboden zur Wasseraufbereitung versehen. Außerdem gab es einen separaten FKK-Bereich, den wir aber nicht nutzten. Unser Aufenthalt dauerte bis 17.00 Uhr und nach einer Dusche ging es erneut in den Volksgoatn zum Abendessen. Glücklicherweise erhielten wir noch einen Tisch, da der heutige Abend ein Grillabend mit einem All-you-can-eat-Buffet war. Wir selbst entscheiden uns ein essen nach der Karte, da sich das Angebot für uns nicht lohnte.

Für den heutigen Tag hatten wir eine Wandertour geplant. In den Reiseführern für das Grazer Umland hatte Elli die Bärenschützklamm entdeckt. Nach einer knappen Stunden Fahrt, unterbrochen durch einen Einkaufsstopp, hatten wir den Ort Mixnitz erreicht und fuhren durch die engen Gassen des Ortes auf den Parkplatz 4 am Einstieg zum Wanderweg. Bereits der Weg zur Klamm gestaltete sich anstrengend. Die Anstiege hatten es ganz schön in sich, obwohl sie noch über normale Versorgungswege führten.

Am Klammeingang dann ein Kassenhäuschen. Ich wollte es erst nicht glauben, aber wir mussten tatsächlich Eintritt zahlen.

Danach geht es über teilweise frei schwebende Steigleitern durch die Klamm.

Nach Angaben des Alpenvereins werden auf derzeit 164 Leitern etwa 350 Höhenmeter überwunden. Insgesamt braucht man für die etwa 1900 Meter lange Strecke eineinhalb Stunden. Nach etwa der Hälfte der Strecke durch die steilen Felswände der Klamm erreichen wir eine Mittelstation, wo wir uns erst einmal etwas ausruhen und ein Getränk zu uns nehmen konnten, das übrigens kostenfrei vom Alpenverein zur Verfügung gestellt wurde.

Danach folgt meines Erachtens der anstrengendere Teil. Nun geht es fast nur noch hoch. Und gerade die letzten Leitern haben es in sich, sie weisen teilweise über 45 Grad auf und es entspricht wirklich einer Leiter. Nach der letzten Leiter mussten wir erst einmal durchpusten. Danach ging es noch etwa 10 Minuten durch den Wald bevor die Jausenstation Guter Hirt erreichten. In strahlendem Sonnenschein machten wir es uns an einem Tisch gemütlich und gönnten uns ein erfrischendes Getränk.

Wenn wir nun dachten, wir hätten das Schwierigste hinter uns, hatten wir uns geirrt. Der Anfang des Abstieges gestaltete sich noch angenehm über eine Versorgungsstraße. Schnell wechselte er jedoch auf einen Steig, der über Geröll in Richtung Tal führte. Neben der mangelnden Trittsicherheit machte uns auch das Gefälle zu schaffen und langsam spürten wir unsere Knie mehr als uns lieb war.

Gegen 15.00 Uhr, also nach knapp 5 Stunden, waren wir zurück am Wohnmobil und hatten eine Strecke von insgesamt etwa 16 Kilometern hinter uns gebracht.

Nun ging es weiter zu dem von uns ausgewähltem Campingplatz. Dieser lag im nahen Oberaich beim Gasthof Pichler. Viel los war dort nicht und wir parkten auf der Rasenfläche an einer ruhigen Stelle ein. Danach ging es erst einmal unter die Dusche und auf ein Getränk in den Biergarten der Gaststätte. Während wir so bei unserem Bier sitzen, kommt ein Mobil mit einem älteren Ehepaar. Offenbar haben wir wohl ihren Stellplatz belegt, den sie seit Jahren innehaben und auch reserviert hatten. Nach einigen Gesprächen mit dem Personal nehmen sie einen anderen, der auch näher zum Waschhaus liegt. Wie sie später mitteilten, handelte es sich um eine gute Wahl.

Kurz vor dem Abendessen erscheint noch eine größere Herrentruppe, wohl eine Gesangstruppe, die die Holzhäuser im Garten bezieht. Unsere anfänglichen Befürchtungen, dass es dadurch laut am Abend werden könnte, bestätigen sich nicht. Nur gegen fünf Uhr morgens, als sie von ihrer Veranstaltung zurückkehrten, waren sie kurz zu hören. Interessanterweise waren sie aber auch um acht Uhr morgens mit uns schon wieder hoch.

Für uns ging es dann diesem leicht bewölkten Tag weiter in Richtung Westen. Nach einem kurzen Stück auf der Autobahn 9 folgen wir der Bundesstraße 320 bis nach Radstadt. Auf dem Weg dorthin stellen wir fest, wie schwankend die Kraftstoffpreise in Österreich sind. Sie differieren zeitweise um bis zu 7 Eurocent.

Kurz vor Radtstadt ließ freundlicherweise der Regen etwas nach, so dass wir uns trockenen Fußes auf die Stadtbesichtigung machen konnten. Die Kleinstadt war schnell erkundet und hatte lediglich einen interessanten Marktplatz und die alte Stadtbefestigung zu bieten. Nach knapp einer Stunde waren wir wieder am Mobil und machten uns auf den Weg nach Altenmarkt. Hier wollten wir uns nach einer Ferienwohnung für den Skiurlaub umsehen. Leider mussten wir feststellen, dass die Zimmervermittlung bereits geschlossen hatte. Es blieb also dabei einige Unterkunftsprospekte mitzunehmen.

Weiter ging es nun in die Region um Zell am See. Hier wollten wir die Tagestour beenden. Den Campingplatz suchten wir während der Fahrt und entschieden uns, erst einmal unser Glück auf dem Campingplatz Mühle-Camping in Kaprun zu versuchen. Die Anfahrt gestaltete sich auf Grund diverser Straßensperren rund um Bruck etwas schwierig. Grund war ein Triathlon, der hier stattfand. Wir wurden über Feld- und Wiesenstraßen in Richtung Kaprun geführt. Die Breite der Straße ließ Begegnungsverkehr nicht zu. Zu allem Überfluss kamen wir auch noch an eine Brücke mit einer Gewichtbegrenzung von 2,8 t. Die ließen wir einfach mal außer Acht.

Am Campingplatz angekommen überraschten uns die riesigen sanitären Anlagen. Die Buchung des Platzes nahmen wir im nahen Gasthof Mühle vor. Danach relaxten wir etwas und bauten erstmals die Sat-Anlage auf. Das Einrichten der Satelittenantenne gestaltete sich diesmal nicht ganz so schwierig, so dass wir den Abend bei Fernsehen im Wohnmobil verbrachten.

Für den nächsten Tag war schönes Wetter angesagt und wir beschlossen noch einmal eine Wandertour zu machen. Mit einer Wanderkarte versorgte uns der Gasthof und wir starteten am nächsten Morgen gegen 10.00 Uhr in Richtung Maiskogl.

Nach einem kurzen Stück auf der Straße ging es unmittelbar oberhalb unseres Campingplatzes auf einem schmalen Weg zwischen Feldern entlang bis wir letztlich an den Liftstationen auf dem Schaufelberg heraus kamen.

Hier folgten wir dem weiteren Weg durch den Wald, der uns in leichten Serpentinen fast senkrecht den Hang hinauf führte.

Immer wieder kamen wir an Stellen, wo wir eine Bank zum Rasten fanden und eine herrliche Aussicht auf das Tal hatten. Die Zeit zur Rast nahmen wir uns auch, insbesondere da wir langsam auch an Kraft verloren. Unmittelbar unterhalb der Maiskoglalm zeigte dann auch Sönke erstmals konditionelle Schwächen. Eine längere Pause war die Folge. Danach folgte der Weg der Liftführung der Almbahn. Da Sönke immer noch etwas schwächelte, fielen Elli und er zurück und ich machte mich auf die letzten Meter und bestellte uns schon einmal Getränke.

An der Maiskoglalm wieder vereint gab es erst einmal eine Stärkung. Während Elli und ich zunächst mit Getränken vorliebnahmen, gönnte sich Sönke einen Germknödel. Danach wechselten wir auf die andere Seite der Bergstation, um den Ausblick in Richtung Großglockner zu genießen. Hier gönnten sich dann auch Elli und ich uns einen Mittagssnack, der allerdings aus selbstgeschmierten Brötchen bestand. Der Weg dorthin führte uns durch den Kleinzoo, der an der Bergstation unterhalten wurde. Neben allen möglichen Gefiedertieren, gab es Zwergschweine und Esel, die frei zwischen den Wanderern herumliefen.

Für den Weg hinunter hatten wir die Versorgungsstraße gewählt. Auch die war steil genug, um uns unsere Knie wieder in Erinnerung zu rufen. Interessant an dieser Strecke war, neben dem Ausblick, die Tatsache, dass wir diese Wege schon auf Skiern bewältigt hatten. Im letzteren Fall kamen uns die Gefälle aber nicht so steil vor.

Mit Erreichen der Schaufelbergstraße wählten wir diese für den weiteren Abstieg. Wir wollten noch einen Supermarkt aufsuchen, um die letzten Notwendigkeiten einzukaufen. Oberhalb von Unteraigen trafen wir dann auf die neue Sommerrodelbahn und gingen eine Zeitlang querfeldein an dieser entlang. Das war allerdings bereits nach einigen hundert Metern zu anstrengend und wir nutzten die nächste Möglichkeit, um auf die Straße zu gelangen. Oberhalb eines Billa nutzten wir einen kleinen Fußweg, um auf direktem Weg zu diesem zu gelangen. Wir betraten die herrlich klimatisierten Räume und wollten eigentlich nicht wieder raus.

Nach diesem erfrischenden Aufenthalt war es nur noch ein kurzer Fußmarsch zum Campingplatz. Hier spannten wir erst einmal in der Sonne aus, bevor es gegen 17.00 Uhr zum Duschen ging. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Lokal für das Abendessen. Nachdem wir einige abgeklappert hatten, kamen wir wieder zum Gasthof Mühle, für den wir uns dann letztlich entschieden. Die Wahl war auch gut, da das Essen gut war und das Preis-Leistungs-Verhältnis auch stimmte.

Für den nächsten Tag war wieder ein Reisetag eingeplant. Wir wollten nach München fahren und fuhren über die B 168 und B 161 in Richtung Deutschland. Auf der B 178, kurz vor Ellmau, stockte dann der Verkehr. Hier war man noch mit Aufräumarbeiten auf Grund eines Sturmes beschäftigt, der zwei Tagen zuvor durchs Tal gezogen war. Nachdem dieser Engpass passiert war, ging es bei Kufstein auf die A 12 und im weiteren Verlauf folgten wir der A 93 in Richtung Inntaldreieck. Von hier ging es problemlos über die A 8 in Richtung München.

Auf dem Münchner Ring folgten wir dem Navi in Richtung Stellplatz an der Allianz-Arena. Nach einer Ehrenrunde, da wir die Parkplatzzufahrt verpasst hatten, stellten wir unser Wohnmobil zwischen den ganzen Pkws ab. Bereits beim ersten Aussteigen schlug uns der Geruch der Sanitäranlagen entgegen. Zwar war Strom vorhanden, aber der erste Eindruck tat sein übrigens, um einen Aufenthalt zu vermeiden. Zudem war auf Grund einer Bombenräumung in Schwabing nicht sicher, dass wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gelangen.

Wir beschlossen es kurzerhand bei einer Besichtigung der Arena zu belassen und verließen den Parkplatz innerhalb der 45-minütigen Karenzzeit, so dass es für uns kostenfrei war.

Wir folgten dann der A 9 in Richtung Nürnberg. Elli machte sich auf die Suche nach einer möglichen Unterkunft. Da dies allerdings nur als zusätzliche Übernachtung angesehen wurde, verzichteten wir zunächst darauf  und wollten es nur in Anspruch nehmen, wenn es zu spät wurde. Ansonsten sollte es nach Hause gehen. Unmittelbar vor der Raststätte Fürholzen staute sich dann der Verkehr. Wir wählten den mittleren Fahrstreifen und mussten unmittelbar danach eine Rettungsgasse bilden, da sich mehrere Rettungsfahrzeuge von hinten näherten. Einige Kraftfahrer nutzten dies, um sich in den Windschatten der Fahrzeuge zu hängen und so an allen vorbei zu fahren. Letztlich brachte es ihnen nichts, da wir auf der mittleren Fahrspur derart zügig vorankamen, dass wir wieder an ihnen vorbei fuhren. Der Stau hatte eine Länge von circa 10 Kilometern und kostete uns etwa eine halbe Stunde Zeitverzögerung. Danach ging es allerdings staufrei weiter. Allerdings war es mittlerweile früher Nachmittag, so dass wir von einer Rast zum Mittagessen in Denkendorf Abstand nahmen.

Das nächste Missgeschick ereilte uns auf der BAB 3 in Höhe Kreuz Fürth. Ich weiß nicht warum, aber entgegen unserer Routenplanung bogen wir auf die BAB 73 ab. Letztlich war es die angenehmere Strecke, da der Verkehr nicht so dicht war, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir tanken und essen wollten, war es sicherlich die falsche Wahl. Auch bei einem kurzen Abstecher über die BAB 71 war nichts Entsprechendes zu finden. Letztlich fuhren wir in Hammelburg von der BAB 7 ab, da dies die letzte Möglichkeit schien. Mit leerem Tank fuhren wir an die einzige geöffnete Tankstelle im Zentrum von Hammelburg. Nachdem der Tank gefüllt war, wollten wir unseren Hunger stillen. Dies war allerdings nicht so einfach. Nach einigem hin und her finden wir eine Sportgaststätte in Elfershausen, wo wir etwas bekommen.

So gestärkt, geht es wieder zurück auf die Autobahn. Für die letzte Strecke von etwa 300 Kilometern benötigen wir etwa drei Stunden und sind kurz nach 22.00 Uhr endlich zu Hause. Insgesamt legten wir in diesem Urlaub etwa 4650 Kilometer zurück, waren aber auch froh wieder zu Hause zu sein.

Skiurlaub in Walchen

Walchen

(18.03.2010 – 25.03.2010)

Da die Osterfreien in diesem Jahr recht früh lagen, beschlossen wir in diesem Zeitraum noch einmal einen Skiurlaub zu machen. Bei der Suche nach einem geeigneten Skigebiet war es uns wichtig, dass ein Gletscher den Skibetrieb auch so spät in der Saison sicherte, so dass letztlich wieder einmal die Europa-Skiregion ins Blickfeld geriet. Kurz entschlossen telefonierten wir mit Marianne in Walchen bei Zell am See, um bei ihr eine Unterkunft zu bekommen. Und tatsächlich, es klappte. Wir konnten zwar nicht in die Hütte, die sie auf ihrem Grundstück stehen hatte, mieteten aber die Ferienwohnung im Souterrain.

Am 18.03. ging es dann mit dem eigenen Pkw los. Früh morgens ging es los, sodass wir am späten Nachmittag in Zell am See ankamen. Die verbliebene Zeit nutzten wir, indem wir noch kurz einkauften und dann zur Ferienwohnung, die wir bisher nur von einer kurzen Besichtigung her kannten.

Der Empfang war, wie eigentlich immer, sehr herzlich und auch die Ferienwohnung war okay. Auch, wenn ihr etwas das Tageslicht fehlte. Am Abend gingen wir dann noch in Piesendorf etwas essen und dann ins Bett, um uns für den nächsten Tag auszuruhen.

Der nächste Tag startete nach dem Frühstück mit dem Zusammenstellen des Equipments bei dem Skiverleiher an der Areitbahn. Die Areitbahn hatten wir gewählt, da die Schneeverhältnisse im Skigebiet Schmittenhöhe noch ganz gut aussahen und wir dies nutzen wollten, um nicht die gesamte Zeit auf dem Gletscher fahren zu müssen.

Nachdem wir dann unsere Skipässe erworben hatten, ging es auch gleich los. Am Vormittag war es auch noch einigermaßen okay, hier zu fahren. Es war noch kalt und die Sonne hatte den Schnee noch nicht richtig sulzig gemacht.

Gegen Nachmittag wurden die Schneeverhältnisse aber immer schlechter und auf der Areitpiste waren schon erste Flecken Erde zu erkennen. Etwas früher als gewohnt, beendeten wir daher den Skitag und verbrachten stattdessen den Nachmittag im Garten der Ferienwohnung bei Kaffee und Sonnenbad.

Für den folgenden Tag hatten wir uns den Maiskogel als Skigebiet ausgewählt, da dieses größtenteils im Schatten lag. Tatsächlich war es auch gut zu fahren. Besonders angenehm empfanden wir, dass es nicht überfüllt war.

Man konnte richtig gemütlich fahren und es gleiten lassen oder, wie es Sönke immer wieder machte, einfach den Hang runter schießen.

Am frühen Nachmittag machten wir wieder Feierabend und genossen lieber noch etwas die Sonne an der Getränkebude an der Talstation.

Für die weiteren Tage war dann das Skifahren auf dem Gletscher angesagt.

Schnell hatten wir unsere bevorzugten Pisten gefunden und hatten eine Menge Spaß dabei. So gönnten wir uns beispielsweise das Zeitfahren über den gesteckten Slalomkurs.

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Aber auch das Fahren über die anspruchsvolleren Pisten machte bei Sonnenschein mehr Spaß. so stand regelmäßig die Mauererabfahrt, eine schwarze Piste, auf unserem Fahrplan.

Ein Highlight war immer wieder das Fahren durch den Kunpark, der direkt unterhalb des Kitzsteinhorns eingerichtet war. Erreichen konnte man ihn nur über einen Tellerlift, der selbst bei strahlendem Sonnenschein im Schatten lag und immer Wind herrschte.

Die Fahrten durch den Funpark entschädigten aber für vieles.

Erstmalig gingen Sönke und Elli auch durch den Tunnel am Kitzsteinhorn, um den Ausblick von der Panoramaplattform in Richtung Hohe Tauern zu genießen.

Unsere Tage beendeten wir in der Regel am Nachmittag mit einer Fahrt zur Mittelstation, von wo aus wir den Lift in Richtung Tal nahmen. Die Fahrt zur Mittelstation gönnten wir uns allerdings meist nur einmal pro Tag, da sie sehr überfüllt war. Zudem fand sich am Ende eine Senke, die man mit einer mutigen Schussfahrt überwinden konnte. Musste man allerdings abbremsen und hatte nicht genug Fahrt darauf, war kraxeln angesagt.

An der Mittalstation fand sich die Häuslalm, wo wir uns Getränke gönnten und den anderen Skifahrern bei ihren Abfahrten zuschauen konnten.

Nach sieben Tagen Urlaub ging es dann wieder zurück.

Die Rückfahrt gestaltete sich problemlos und wir waren am frühen Abend wieder zurück in Harsum.

Skifahren in den Osterferien

Walchen (Österreich)

(17.03.2005 – 24.03.2005)

Wieder einmal wollten wir einen Skiurlaub machen. Als Zeitraum hatten wir uns die Woche vor Ostern ausgesucht. Kurzfristig riefen wir bei Marianne Scharrer an, um bei ihr eine Ferienwohnung zu erhalten. Das klappte auch. Wir konnten die Ferienwohnung im Souterrain nutzen. Die bestand aus einem Schlafzimmer und einer Wohnküche mit Klappbett für Sönke. Für einen Skiurlaub letztlich ausreichend.

Bei gutem Wetter kamen wir an. Die Schneeverhältnisse waren mehr als ausreichend, so dass wir den ersten Tag auf dem Maiskogel zubrachten. Erstmals hatten wir für Sönke keine Skischule gebucht, da er mittlerweile so gut fuhr, dass wir den gesamten Urlaub gemeinsam fahren wollten.

Wie gesagt startete der erste Tag auf dem Maiskogel. Wir parkten an der Baumbar und es ging mit dem Schaufelberglift erst einmal auf die Hälfte hoch. Hier wollten wir auf dem flacheren Teil erst einmal in Ruhe fahren, um wieder reinzukommen. Nach der ersten Liftfahrt wollte ich gleich die Gelegenheit nutzen und ein Foto machen. Leider hatte sich das Akkufach der Kamera geöffnet und der Akku fiel gleich raus und versenkte sich im Neuschnee. Nach kurzer Zeit hatten wir das ‚Lawinenopfer‘ unter dem Schnee geborgen und wieder trocken gelegt. Der Akku hatte seinen Aufenthalt im Schnee ohne Schaden überlebt, so dass wir danach auch die Kamera wieder nutzen konnten.

Nach den Fotos ging es dann mit Skifahren los.

Nach einigen kurzen Schwüngen fühlten wir uns fit und nahmen die Almbahn in Richtung Gipfel. Von dort aus ging es mehrfach über die einfachen Pisten zum Lifteinstieg zurück. Nachdem wir alle Pistenvarianten in diesem Bereich gefahren waren, fuhren wir das erste Mal die komplette Strecke bis zur Talstation. So ging es dann auch nach der Mittagspause beim Stangerbauer weiter. Am frühen Nachmittag machten wir dann Feierabend und gönnten uns noch ein Abschlussgetränk an der Hütte nahe der Talstation.

Am nächsten Tag ging es dann auf den Gletscher.

Mit dem Gletscherjet ging es hinauf. Auf dem Gletscher hatte sich alles zugezogen und selbst über Mittag besserte sich das Wetter nicht. Um kurz nach 14:00 Uhr machten wir eine Mittagspause an der Häuslalm. Da wir recht kaputt waren und die Piste auch nicht mehr im besten Zustand war, beschlossen wir nach einer ausgiebigen Mittagspause mit der Panoramabahn zur Talstation zu fahren und den Tag zu beenden.

Die Fahrt zum Gletscher am nächsten Tag fand schon bei strahlendem Sonnenschein statt und so blieb das Wetter auch den ganzen Tag über. Unsere Mittagspause machten wir auf der Gletschermühle in der Mitte des Skigebietes. Danach ging es hoch bis zum Kitzsteinhorn und wir genossen die Fahrt in dem Funpark, der in einer Lightversion auf dem Gletscher existierte.

Am frühen Nachmittag ging es dann wieder ganz herunter bis zur Häuslalm. Auf Grund des sonnigen Wetters war der letzte Teil der Abfahrt schon ganz schön sulzig und zerfahren, so dass wir beschlossen den Tag lieber auf der Sonnenterrasse ausklingen zu lassen.

Auch der nächste Tag war ein wunderschön sonniger Start. Bereits um kurz nach 08.00 Uhr waren wir auf dem Gletscher. Diesmal starteten wir gleich zum Funpark durch, um noch einmal über die Buckel und Sprunghügel zu fahren. Den Vormittag verbrachten wir auch allen möglichen Pisten im oberen Bereich des Gletschers.

Mittag machten wir wieder an der Gletschermühle. Danach ging es einmal über den gesamten Gletscher bis zur Häuslalm. Hier machten wir es uns wieder richtig gemütlich, während Sönke im Schnee tollte und Schneemänner baute.

Am darauffolgenden Tag wollten wir ohne Skifahren auskommen. Wir hatten uns einen Tagestripp zur Skischanze nach Bischofshofen ausgesucht. Mit dem Pkw ging es nach einem ausgiebigen Frühstück los. Nach der Besichtigung der imposanten Skischanze bummelten wir durch den Ort. Hierbei stellten wir fest, dass es eine Zugverbindung zwischen Bischofshofen und Zell am See gibt. Um Sönke etwas zu bieten und seiner Begeisterung für Züge Rechnung zu tragen, fuhren Elli und Sönke mit dem Zug nach Zell am See zurück, während ich den Pkw nehmen musste.

Trotz Parkplatzsuche war ich schneller in Zell am See und konnte sie am Bahnhof erwarten. Danach bummelten wir noch etwas durch die Innenstadt, bevor es zur Ferienwohnung zurückging.

Der nächste Tag war der letzte Tag, den wir Skifahren zubringen sollten. Mittlerweile war es so warm geworden, dass nur der Gletscher als Pistengebiet übrig blieb. Um den größten Massen zu entfliehen, fuhren wir bereits sehr früh hoch.

Oben angekommen hatten wir dann auch die Pisten bei wunderbarem Sonnenschein fast für uns allein, so dass wir toll fahren konnten. Das Wetter war so schön, dass wir nun auch erstmals die Maurergletscherlifte nutzen konnten. Die waren vorher auf Grund des schlechten Wetters meist geschlossen gewesen.

Außerdem nutzten Elli und Sönke das schöne Wetter und gingen durch den Tunnel des Kitzsteinhorns zur Glocknerkanzel, um einen Blick auf den Großglockner und das imposante Alpenpanorama zu werfen.

Den Nachmittag beschlossen wir wieder auf der Häuslalm, bevor es dann wieder zur Ferienwohnung ging. Nachdem die Sachen für die Rückfahrt gepackt waren, verbrachten wir den Nachmittag im Garten und tankten noch etwas Sonne.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von Marianne und fuhren in aller Gemütlichkeit nach Harsum zurück.

Skiurlaub mit Kindern

Walchen (Österreich)

(07.02.2004 – 14.02.2004)

Wieder einmal ging es zum Skiurlaub nach Österreich. Da wir diesmal mit Kai, Sandra und Lars fahren wollten und beabsichtigten zusammen zu wohnen, benötigten wir eine entsprechende Unterkunft. Erstmals half uns das Internet bei der Unterkunftssuche und wir stießen auf ein kleines Haus, dass durch Marianne Scharrer vermietet wurde. Der erste telefonische Kontakt war sehr nett und schnell fanden wir einen Zeitraum im Februar, in dem das „Gartenhaus“ noch frei war.

Die Anfahrt verlief problemlos und wir kamen so zeitnah an, dass wir den Rest des Tages noch nutzen konnten, um uns Ski zu leihen und für die Kinder eine Skischule zu besorgen.

Danach kam die Zimmerverteilung in unserem Ferienhaus und die Einweisung durch unsere Vermieterin Marianne Scharrer. Im Garten stand noch die Eisbar von der Silversterfeier und Kai und ich nutzten sie gleich bei einem Plausch mit einem alkoholischen Getränk.

Am nächsten Tag ging es dann erste Mal auf die Piste. Die Kinder wurden zunächst in der Skischule abgegeben. Lars wurde in seinem Kurs an der Talstation der Areitbahn abgegeben. Sönke fuhr mit uns bis zur Areitalm, da sein Kurs für Fortgeschrittene hier startete. Wir nutzten dann den kinderlosen Vormittag, um zu fahren.

Mit Sönke gab es in der Skischule kein Problem. Er kannte das ja auch bereits. Lars fremdelte etwas, so dass wir mitten auf der Piste einen Anruf erhielten und Sandra erst einmal wieder zur Skischule fahren musste, um Lars zu beruhigen.

Zum Mittagessen trafen wir uns dann immer wieder mit den Kindern auf einer Hütte, bevor wir sie wieder in die Skischule gaben.

Die ersten Tage war das Wetter sehr wechselhaft. Mal schneite es, mal schien die Sonne. Zudem war es für Anfang Februar zeitweise sehr kalt durch einen schneidenden Wind.

Dieses vermeintlich schlechte Wetter beschränkte sich aber immer auf einen kurzen Zeitraum, so dass wir zumeist klare und sonnige Abschnitte hatten.

Auch war es um diese Zeit doch angenehm leer im Skigebiet. Sogar für die Gondel mussten wir keine großen Wartezeiten einrechnen, so dass wir wirklich auf unsere Kosten kamen. Unterbrochen wurde diese Freude jedoch immer wieder von Lars, der mit seiner Skischule einfach nicht grün wurde. Es führte letztlich dazu, dass Sandra gar nicht mehr fuhr und nur noch ihren Sohn bespaßte.

Da mit dem Skifahren alles glatt ging, musste ja ein anderes Problem auftauchen. Das tat es dann auch. Wenige Tage vor dem eigentlichen Ende des Skiurlaubes verweigerte sich dann Lars gänzlich. Er wollte unbedingt nach Hause. Wir feierten noch seinen Geburtstag in dem Ferienhaus. Danach wurde es mit Lars immer stressiger. Er brachte klar zum Ausdruck, dass er nach Hause wollte. Wir taten alles, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Selbst das Bauen von Schneemännern im Garten lenkte ihn nicht mehr ab. Letztlich packten Kai und Sandra zwei Tage vor dem eigentlichen Ende ihre Sachen und sie fuhren genervt vorzeitig ab. Jetzt hatten wir die letzten Tage das Ferienhaus für uns.

Auf dem Programm der letzten Tage stand natürlich noch Sönkes Abschlusswettkampf, einen Superskikurs, den die Skischule auf der Areitalm gesteckt hatte. Danach hatten wir endlich etwas mehr Zeit mit unserem Sohn über die Pisten zu fahren.

Lediglich ein offizieller Termin stand noch an – der Fototermin mit dem Skilehrer.

Wirklich auffällig an Sönkes Skilehrer Willi war seine Perücke, die er auch auf der Piste nicht ablegte.

Wir hatten dann zwei Möglichkeiten. Sönke konnte wie bisher mit dem Lift fahren oder wir wagten zusammen die Abfahrt über die Areitbahn. Letztlich entschieden wir uns für die gemeinsame Abfahrt, die sich aber für Sönke als ganz schön anstrengend herausstellte. An einer Pause an der Sonnalm stellte sich die Frage, wie es weitergehen sollte. Elli entschied, dass sie das Auto in die Nähe der Hütte holt und wir von dort dann mit dem Pkw zurück fahren. Somit blieb Sönke der anstrengendste Teil der Abfahrt erspart.

Als wir die letzten in der Hütte waren, gingen Sönke und ich querfeldein zur Straße, wo auch kurze Zeit später Elli eintraf, die froh war bei diesen Straßenverhältnissen den Weg hinauf geschafft zu haben.

Den letzten Abend verbrachten wir auf dem Walchen mit Zipfelbob und Schlitten fahren auf der beleuchteten Piste. Eine Mordsgaudi.

Am letzten Tag ging es dann noch zum gemeinsamen Skifahren auf den Maiskogel. Hier machte es auch Sönke wieder Spaß. Für mich war nur der Start verwunderlich. Meine Skistiefel passten nicht mehr in die Bindung. Kurzentschlossen stellte ich die Bindung neu ein und fuhr mit den Ski weiter.

Nach dem Mittag ließen wir dann den Skiurlaub langsam ausklingen. Zunächst setzte ich mich zum Aprés-Ski. Danach machte Sönke Feierabend und nutzte einen kleinen Anfängerhang, um sich herunterzukugeln.

Als auch Elli Schluss gemacht hatte, packten wir die Ski ein und fuhren zum Skiverleih, um sie abzugeben. Hier dann die Überraschung. Meine Ski waren nicht meine Ski. Irgendjemand muss die Ski an der Sonnalm vertauscht haben. Dieser Jemand hatte die Ski allerdings noch nicht abgegeben. Was jetzt folgte, kann man nur als Pose verstehen. Zunächst beschuldigte man mich des Diebstahls, da ich einfach ein paar Ski genommen habe. Erst nach einigen Diskussionen folgte man meiner Argumentation, dass es sich um dieselben Ski, wie auch denselben Verleiher gehandelt hatte und für mich nicht offensichtlich war. Als nächstes wollte man mir die Ski in Rechnung stellen, da ja nicht bekannt war, ob die anderen abgegeben werden. Es folgte ein Kompromiss, dass wir die ganze Sache am nächsten Morgen bei unserer Abfahrt klären würden.

So suchten wir am nächsten Morgen, nachdem wir uns von Marianne verabschiedet hatten, den Skiverleih auf. Erste gute Information, die Ski waren abgeben worden. Wieder entstand die Diskussion um einen Fehlbetrag, da die Ski, die ich eigentlich geliehen hatte, nicht fristgerecht abgegeben wurden. Die Gutschrift für die vertauschten Ski hatten sie wohl dem Rückgeber meiner Ski ausgehändigt. Beim Verleiher wurde keine Einsicht erzeugt und es mündete in meiner Ankündigung die Polizei hinzuziehen und in der Drohung des Verleiher dann wegen Diebstahls Anzeige zu erstatten. Ich brach dann das Gespräch ab und entspannte mich bei einer Zigarette. Als ich die Diskussion wieder aufnehmen wollte, hatte ich einen neuen Gesprächspartner, der nunmehr meiner Diskussion vollends folgte. Dies ging sogar soweit, dass mir der Mitarbeiter die Gutschrift für die frühere Abgabe der „von mir entwendeten“ Ski in Geld auszahlen wollte. Das Geld lehnte ich jedoch dankend ab und konnte nur noch schmunzeln.

Danach war der Skiurlaub auch schon beendet.

Im Sommer 2004 erhielten wir dann Post vom Skiverleiher. In dem Brief ein Verrechnungsscheck mit dem Hinweis als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden und – erstaunlicherweise – genau der Betrag, den man uns schon am Abreisetag auszahlen wollte. Verstehe einer diese Österreicher.

Ein weiteres Mal nach Piesendorf

Piesendorf (Österreich)

(Januar 1994)

Es sollte mal wieder ein Skiurlaub sein. Nachdem wir 1991 mit der Truppe um Ulrike und Jörg viel Spaß hatten, beschlossen wir nun mit Michael und Katrin zusammen Ski zu fahren. Bei den beiden waren jedoch keine, bzw. nur leichte Grundkenntnisse vorhanden, sodass wir uns darauf einstellten, erst einmal leicht und locker zu machen.

Am Freitagabend ging es dann los. Wir fuhren nach Burgdorf, um Michael und Katrin aufzunehmen. Nachdem der gute alte Ford bis zur Dachkante beladen war und auch der geliehene Skisarg zum Bersten gefüllt war, ging es auf die Autobahn. In Hannover-Wülferode noch schnell den Reifendruck überprüft – war echt nötig – und los.

In den Nachtstunden machten wir dann eine kurze Rast bei McDonalds in Geiselwind, den wir gleich mit Tanken verbanden. Leider herrschten zur damaligen Zeit noch nicht die heutigen Öffnungszeiten, sodass wir erst einmal vor der Putzkolonne flüchten mussten, die das Restaurant reinigen wollte.

Ohne größere Verzögerungen kamen wir durch und trafen am frühen Morgen in Piesendorf ein. Schnell war die Ferienwohnung in der Schwimmbadstraße gefunden.

Nachdem wir unsere Klamotten ausgeladen und uns umgezogen hatten – in die Ferienwohnung selbst konnten wir noch nicht rein – ging es erst einmal zum Skiverleih. Katrin und Michael gingen zu einem Skiverleih in Piesendorf, um sich das nötige Material zu leihen. Elli und ich hatten bei meinen Eltern die fehlende Ausrüstung ergänzt.

Nachdem das alles erledigt war, ging es zum Walchen, den Ortshang von Piesendorf, um mit Michael und Katrin die ersten Schritte zu machen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Anlegen der Ski und mit der Standfestigkeit, ging es zum Lift. Bereits auf dem Weg dorthin wollte Michael sich mit einem vorbeifahrenden Auto anlegen. Gott sei dank konnte er sich noch rechtzeitig fallen lassen.

Bevor es in den Lift ging, frischen wir erst einmal die Grundzüge des Skifahrens auf. Danach arbeiten wir uns über den Schlepplift langsam zum Ankerlift vor, sodass wir am ende des doch recht anstrengenden Tages ein paar Mal den kompletten Walchen fuhren. Beim abschließenden Jagertee resümierten wir kurz den Tag und die Skileistung und beschlossen es am nächsten Tag auf dem Maiskogel zu versuchen.

An der Ferienwohnung angekommen brach dann noch einmal kurz Missstimmung aus. Ich hatte rückwärts in einen Bauernhof gesetzt, um zu wenden. Leider hatte ich die doch recht steile Auffahrt unterschätzt, sodass die Räder an meinem Ford immer wieder durchdrehten und ich nicht herauf kam. Ich musste dann, sehr zu meinem Missfallen, tatsächlich die Schneeketten aufziehen, um die Steigung zu bewältigen. Da die Straßenlage aber eine weitere Nutzung der Schneeketten nicht zuließ, musste ich sie auch gleich wieder abziehen. Tolle Übung.

Den abschließenden Abend gestalteten wir dann gemütlich mit einem Gang durch den Ort und einem guten Abendessen in einem Lokal. Gleichzeitig hatten Elli und ich noch einmal die Möglichkeit die Stätten unseres letzten Aufenthalts zu begutachten.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Maiskogel. Wir parkten an der Baumbar und gingen zum Ankerlift, der in der Nähe startete. Michael und Katrin schauten sich zunächst alles an und Michael beschloss letztlich allein die Fahrt in Angriff zu nehmen. Und dies, obwohl wir ihm die Länge der Strecke klar vor Augen führten. Ich nahm Katrin mit in den Lift und wir schafften es mit einigen Wacklern bis zur Umsteigestation. Unkmittelbar nachdem wir gestartet waren, bekamen wir noch mit, wie Michael zum zweiten Mal aus dem Lift fiel. Das erste Mal war unmittelbar vor uns, das nächste Mal kurz bevor wir ihn außer Sicht verloren. Da Elli bei ihm geblieben war, machten wir uns zunächst keine Gedanken und Katrin und ich nutzten den gemütlichen Hang, um die Erfahrungen vom Vortag umzusetzen.

Als dann Elli ohne Michael zu uns stieß, machten wir uns auf den Weg nach unten, um zu erfahren, wie er sich das weiter vorstellte. Michael hatte die Zeit an der Liftstation jedoch nicht sinnlos verbracht. Er hatte sich auf dem Kinderhang warmgefahren und dabei den Einstieg in den Lift beobachtet, sodass wir nunmehr vereint den Weg nach oben auf uns nahmen.

Tatsächlich klappte es so gut, dass wir den Anschlusslift gleich mitnahmen und auf der Mittelstation ankamen. Nunmehr lag der wunderbare Hang vor uns und wir fuhren ganz gemütlich ein paar Runden auf diesem Hangstück. Gegen Mittag wollten wir uns dann etwas tiefer wagen, da an diesem Hang kein Lokal für ein geeignetes Essen lag. Zu diesem Zweck steuerten wir eine kleine Erhöhung an, die an der Handkante lag. Ich hielt neben einer Pistentafel und Michael, der mir gefolgt war, ebenfalls. Elli, mit Katrin im Schlepptau hielt ebenfalls darauf zu und schwenkte kurz vorher zum Halt ein. Lediglich Katrin wechselte in die Schussfahrt und hielt direkt auf das Schild und die Hangkante zu. Alles rufen half nichts. Direkt unterhalb des Schildes fuhr sie durch. Es gab einen lauten Knall und danach stürzte sie kurz vor der Kante. Wir dachten schon das Schlimmste, das sie mit dem Kopf gegen das Schild geknallt war. Gott sei Dank war dies nicht der Fall. Sie hatte die Hände hochgerissen und versucht sich am Schild festzuhalten, was dann zu ihrem Sturz geführt hatte.

Dieses Malheur hatte aber auch Folgen. Beide trauten sich nach dem Mittagessen nicht mehr richtig  zu fahren. Gemeinsam machten wir noch die Abfahrt und Michael und Katrin machten dann erst einmal Schluss. Elli und ich genossen weiterhin das tolle Skiwetter und machten noch ein paar Abfahrten. Zwischendurch trafen wir uns dann an der Bude im Tal. Hier erörterten wir kurz, wie es nun weitergehen sollte. Michael und Katrin beschlossen eine Skistunde zu buchen, um ihre Kenntnisse auf solide Füße zu stellen. Elli und ich fuhren noch ein paar Strecken, bevor wir uns zum Abschluss in der Baumbar trafen.

Am nächsten Tag setzten Michael und Katrin ihren Plan dann um. Am Vormittag hatten sie einige Skistunden, die ihnen wirklich weiterhalfen. Nach dem Mittag machten wir dann noch eine gemeinsame Tour, bevor es relativ zeitig zur Ferienwohnung zurück ging. Nach dem Duschen nutzten wir den Rest des Tages, um einmal  nach Zell am See zu fahren. Wir bummelten durch die Fußgängerzone und gönnten uns im Ort ein Abendessen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns den Kapruner Gletscher als Skigebiet ausgesucht. Zunächst dachten wir, dass dies vielleicht zu anspruchsvoll wäre, da aber der Skilehrer von Michael und Katrin ihnen dies ebenfalls empfohlen hatte, folgten wir diesem Ratschlag.

Damals ging es noch mit der Gletscherbahn 2 hinauf. Diese stellte nach der Brandkatastrophe im Jahr 2000 ihren Betrieb ein. Auch für Elli und mich war es der erste Aufenthalt auf dem Gletscher. Bisher hatten wir nur die Schmittenhöhe und den Maiskogel befahren, so dass wir auf das Skigebiet gespannt waren. Letztlich war es wirklich toll. Die Pisten waren vielfältig, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Zunächst fuhren wir eine Abfahrt gemeinsam. Danach war die Strecke Michael und Katrin bekannt und Elli und ich konnten einige andere Pisten fahren. Zum Mittag trafen wir uns immer wieder und machten entweder vorher oder danach eine gemeinsame Abfahrt.

Da Michael und Katrin dieses Skigebiet entgegen kam und sie hier die nötige Sicherheit hatten, wollten wir in den folgenden Tagen keinen Wechsel vornehmen. Auch Elli und ich fanden es auf dem Gletscher sehr angenehm, so dass wir keinen Wechsel anstrebten.

Herausragend während dieser Zeit auf dem Kapruner Gletscher war noch eine Abfahrt zur Mittagspause in der sich Michael darüber amüsierte, dass Katrin gestürzt war. Auf dem letzten Hang vor der Mittagsrast erwischte es dann ihn und das sehr spektakulär. Während er gerade zu einem Schwung ansetzte, haute es ihn aus den Skiern und er kullerte den Hang hinunter. Wobei dieses Kullern eher dem Schlagen eines akrobatischen Rades gleich kam. Anerkennenswert war, dass er sich unterkriegen ließ und sich sofort wieder auf die Ski stellte und weiterfuhr.

Wir verbrachten insgesamt drei wunderbare Tage auf dem Gletscher.

Den letzten Tag verbrachten Katrin und Michael dann ohne Ski fahren. Sie hatten genug davon, hatten ihre Leihski bereits abgegeben und wollten noch einen Tag ausspannen. Elli und ich nutzten dies, um doch noch einmal auf die Schmittenhöhe zu fahren. Michael und Katrin gingen in Zell am See zum Shoppen.

Den Abend verbrachten wir dann noch in einer Gaststätte in der Schmiedstraße, wo wir uns eine gepflegte Scheinshaxe mit allem was dazu gehört gönnten.

Am nächsten Tag ging es dann auf die ereignislose Heimfahrt in Richtung Hannover

Skifahren in der Großgruppe

Piesendorf (Österreich)

( Januar 1993)

Dies war unser erster gemeinsamer Skiurlaub.

Unsere Nachbarn Ulrike und Jörg hatten eine Truppe von 9 Leuten aus ihrem Bekanntenkreis zusammengesucht, mit denen es in den Skiurlaub gehen sollte.

Die Beiden haben auch alles geplant, so dass wir nur noch herunterkommen mussten.

Als Ziel hatten sie Piesendorf in der Europaskiregion bei Zell am See ausgesucht.

Am späten Freitagabend ging es los, da wir die Nacht durchfahren wollten. Erste Rast war dann in Geiselwind, wo wir uns bei McDonalds noch einen Imbiss gönnten, obwohl die gerade zum Putzen schließen wollten.

Auf der A 9 vor München dann die Überraschung – Schneechaos. Gott sei Dank hält es nicht lange an, so dass wir trotz allem gut vorankamen. Am frühen Vormittag kommen wir in Piesendorf an. Nachdem wir erst einmal an der Ferienwohnung vorbei gefahren waren, erreichten wir sie doch zeitgerecht. Leider konnten wir noch nicht die Zimmer beziehen, so dass wir uns erst einmal umzogen und zum Skifahren auf den Nagelköpfl am Walchen fuhren.

Hier machte Elli ihre ersten Versuche auf den Skiern. In unserer Gruppe war sie damit nicht alleine. Letztlich klappte es nach einiger Zeit bei allen ganz gut.

Nach dem Mittag kamen wir gar nicht mehr raus aus der Skihütte, die am Ende der Piste stand. Von der Fahrt und der sportlichen Betätigung geschlaucht, gönnten wir uns einige alkoholische Getränke. Danach ging es zur Ferienwohnung, wo wir uns in unsere Zimmer einquartierten. Ein kleiner Abendspaziergang rundete den Tag ab.

Am nächsten Morgen hatte es leicht geschneit. Wir fuhren mit der Gondel auf die Schmittenhöhe und wählten von dort aus zunächst die blaue Abfahrt zurück zur Talstation der Gondel.

So ging es dann den Tag über weiter, bis wir alle einigermaßen fit waren. Gegen 16.00 Uhr beendeten wir den Tag auf der Piste.

Am Abend stand dann das erste Essen im Ort an. Wir hatten in Erfahrung gebracht, dass wir außerdem Eisstockschießen machen konnten. Mittlerweile hatte es jedoch angefangen zu schneien und die Flocken wurden immer größer. Als wir am nächsten Morgen aufwachten und zum Milchautomaten im Stall gingen, war alles unter einer dicken weißen Schneedecke begraben. Auf den Autos lag etwa ein halber Meter Neuschnee, so dass wir die erst einmal vom Schnee befreien mussten, bevor es zum Skifahren ging.

Wir starteten wieder auf der Schmittenhöhe und fuhren durch den Neuschnee über die Areitbahn. Jörg hatte unsere Verpflegung in einem Rucksack dabei. Ich führte eine Kamera mit, womit wir einiges an Gepäck transportierten.

Auf halber Strecke war dann eine Kante in der Piste, die wir als Schanze nutzen wollten. Gott sei Dank war viel Neuschnee auf der Piste. Fast alle schlug es danieder. Wir machten dann Pause in einem nahen Heuschober, um uns zu stärken und von den Stürzen zu erholen.

Gegen Ende der Areitbahn machte sich dann der Kräfteverschleiß durch die nicht präparierte Neuschneepiste bemerkbar. In Sichtweite des Schirmes verweigerte Elli dann alle Ratschläge und trotzte etwas rum. Letztlich fuhr sie Piste allein zu Ende, so dass wir alle gemeinsam unterm Schirm ein Abschlussgetränk nehmen konnten.

Mit diesem Erlebnis im Gedächtnis teilten wir uns die nächsten Tage beim Fahren immer etwas in Neigungsgruppen auf und fanden dann zu den einzelnen Mahlzeiten wieder zusammen. Lediglich die Tour auf den Maiskogel machten wir wieder zusammen, wobei wir an der Gondelstation starteten und an, bzw. in der Baumbar endeten.

Erwähnenswert wäre noch unser Abendprogramm, das sich auch in gemütlichen Abenden in der geräumigen Ferienwohnung darstellte. Bei einem dieser Abende machten wir Feuerzangenbowle. Leider sammelte sich der Alkohol in dem Zuckerhut und als die Flamme diesen erreichte, explodierte der Zuckerhut. Teile brennenden Zuckers flogen umher. Leidtragender war Jörg, dessen Pullover kurzfristig Feuer fing. Es ging jedoch alles glimpflich aus.

Einen anderen Abend verbrachten wir in Zell am See. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel ging es in ein uriges Restaurant namens Kupferkessel zum Essen.

Aber auch in Piesendorf wurden wir fündig, was die urigen Restaurants betraf. Auf der Suche nach Schweinshaxen wurde Elli fündig. Eigentlich suchte sie eine Möglichkeit zu telefonieren – Handys gab es noch nicht – und trat eines Abends in dieses besagte Restaurant ein. Während sie auf ihr Gespräch wartete, wurde sie von den Dorfbewohnern mit Schnaps abgefüllt, so dass leicht bis mittelstark betrunken in die Ferienwohnung zurückkehrte. Was sie aber auf jeden Fall mitbrachte, war die Information, wo wir unsere Schweinshaxe bekommen, was wir dann auch am nächsten Abend gleich in die Tat umsetzten.

Nach sieben herrlichen Tagen, mit ganz viel Schnee, war dann der Skiurlaub auch schon vorbei.

Erstmals nach dieser Woche nahm ich meinen Fiat Uno wieder in Betrieb und wir fuhren nach Deutschland zurück.