Skiurlaub mit Kindern

Walchen (Österreich)

(07.02.2004 – 14.02.2004)

Wieder einmal ging es zum Skiurlaub nach Österreich. Da wir diesmal mit Kai, Sandra und Lars fahren wollten und beabsichtigten zusammen zu wohnen, benötigten wir eine entsprechende Unterkunft. Erstmals half uns das Internet bei der Unterkunftssuche und wir stießen auf ein kleines Haus, dass durch Marianne Scharrer vermietet wurde. Der erste telefonische Kontakt war sehr nett und schnell fanden wir einen Zeitraum im Februar, in dem das „Gartenhaus“ noch frei war.

Die Anfahrt verlief problemlos und wir kamen so zeitnah an, dass wir den Rest des Tages noch nutzen konnten, um uns Ski zu leihen und für die Kinder eine Skischule zu besorgen.

Danach kam die Zimmerverteilung in unserem Ferienhaus und die Einweisung durch unsere Vermieterin Marianne Scharrer. Im Garten stand noch die Eisbar von der Silversterfeier und Kai und ich nutzten sie gleich bei einem Plausch mit einem alkoholischen Getränk.

Am nächsten Tag ging es dann erste Mal auf die Piste. Die Kinder wurden zunächst in der Skischule abgegeben. Lars wurde in seinem Kurs an der Talstation der Areitbahn abgegeben. Sönke fuhr mit uns bis zur Areitalm, da sein Kurs für Fortgeschrittene hier startete. Wir nutzten dann den kinderlosen Vormittag, um zu fahren.

Mit Sönke gab es in der Skischule kein Problem. Er kannte das ja auch bereits. Lars fremdelte etwas, so dass wir mitten auf der Piste einen Anruf erhielten und Sandra erst einmal wieder zur Skischule fahren musste, um Lars zu beruhigen.

Zum Mittagessen trafen wir uns dann immer wieder mit den Kindern auf einer Hütte, bevor wir sie wieder in die Skischule gaben.

Die ersten Tage war das Wetter sehr wechselhaft. Mal schneite es, mal schien die Sonne. Zudem war es für Anfang Februar zeitweise sehr kalt durch einen schneidenden Wind.

Dieses vermeintlich schlechte Wetter beschränkte sich aber immer auf einen kurzen Zeitraum, so dass wir zumeist klare und sonnige Abschnitte hatten.

Auch war es um diese Zeit doch angenehm leer im Skigebiet. Sogar für die Gondel mussten wir keine großen Wartezeiten einrechnen, so dass wir wirklich auf unsere Kosten kamen. Unterbrochen wurde diese Freude jedoch immer wieder von Lars, der mit seiner Skischule einfach nicht grün wurde. Es führte letztlich dazu, dass Sandra gar nicht mehr fuhr und nur noch ihren Sohn bespaßte.

Da mit dem Skifahren alles glatt ging, musste ja ein anderes Problem auftauchen. Das tat es dann auch. Wenige Tage vor dem eigentlichen Ende des Skiurlaubes verweigerte sich dann Lars gänzlich. Er wollte unbedingt nach Hause. Wir feierten noch seinen Geburtstag in dem Ferienhaus. Danach wurde es mit Lars immer stressiger. Er brachte klar zum Ausdruck, dass er nach Hause wollte. Wir taten alles, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Selbst das Bauen von Schneemännern im Garten lenkte ihn nicht mehr ab. Letztlich packten Kai und Sandra zwei Tage vor dem eigentlichen Ende ihre Sachen und sie fuhren genervt vorzeitig ab. Jetzt hatten wir die letzten Tage das Ferienhaus für uns.

Auf dem Programm der letzten Tage stand natürlich noch Sönkes Abschlusswettkampf, einen Superskikurs, den die Skischule auf der Areitalm gesteckt hatte. Danach hatten wir endlich etwas mehr Zeit mit unserem Sohn über die Pisten zu fahren.

Lediglich ein offizieller Termin stand noch an – der Fototermin mit dem Skilehrer.

Wirklich auffällig an Sönkes Skilehrer Willi war seine Perücke, die er auch auf der Piste nicht ablegte.

Wir hatten dann zwei Möglichkeiten. Sönke konnte wie bisher mit dem Lift fahren oder wir wagten zusammen die Abfahrt über die Areitbahn. Letztlich entschieden wir uns für die gemeinsame Abfahrt, die sich aber für Sönke als ganz schön anstrengend herausstellte. An einer Pause an der Sonnalm stellte sich die Frage, wie es weitergehen sollte. Elli entschied, dass sie das Auto in die Nähe der Hütte holt und wir von dort dann mit dem Pkw zurück fahren. Somit blieb Sönke der anstrengendste Teil der Abfahrt erspart.

Als wir die letzten in der Hütte waren, gingen Sönke und ich querfeldein zur Straße, wo auch kurze Zeit später Elli eintraf, die froh war bei diesen Straßenverhältnissen den Weg hinauf geschafft zu haben.

Den letzten Abend verbrachten wir auf dem Walchen mit Zipfelbob und Schlitten fahren auf der beleuchteten Piste. Eine Mordsgaudi.

Am letzten Tag ging es dann noch zum gemeinsamen Skifahren auf den Maiskogel. Hier machte es auch Sönke wieder Spaß. Für mich war nur der Start verwunderlich. Meine Skistiefel passten nicht mehr in die Bindung. Kurzentschlossen stellte ich die Bindung neu ein und fuhr mit den Ski weiter.

Nach dem Mittag ließen wir dann den Skiurlaub langsam ausklingen. Zunächst setzte ich mich zum Aprés-Ski. Danach machte Sönke Feierabend und nutzte einen kleinen Anfängerhang, um sich herunterzukugeln.

Als auch Elli Schluss gemacht hatte, packten wir die Ski ein und fuhren zum Skiverleih, um sie abzugeben. Hier dann die Überraschung. Meine Ski waren nicht meine Ski. Irgendjemand muss die Ski an der Sonnalm vertauscht haben. Dieser Jemand hatte die Ski allerdings noch nicht abgegeben. Was jetzt folgte, kann man nur als Pose verstehen. Zunächst beschuldigte man mich des Diebstahls, da ich einfach ein paar Ski genommen habe. Erst nach einigen Diskussionen folgte man meiner Argumentation, dass es sich um dieselben Ski, wie auch denselben Verleiher gehandelt hatte und für mich nicht offensichtlich war. Als nächstes wollte man mir die Ski in Rechnung stellen, da ja nicht bekannt war, ob die anderen abgegeben werden. Es folgte ein Kompromiss, dass wir die ganze Sache am nächsten Morgen bei unserer Abfahrt klären würden.

So suchten wir am nächsten Morgen, nachdem wir uns von Marianne verabschiedet hatten, den Skiverleih auf. Erste gute Information, die Ski waren abgeben worden. Wieder entstand die Diskussion um einen Fehlbetrag, da die Ski, die ich eigentlich geliehen hatte, nicht fristgerecht abgegeben wurden. Die Gutschrift für die vertauschten Ski hatten sie wohl dem Rückgeber meiner Ski ausgehändigt. Beim Verleiher wurde keine Einsicht erzeugt und es mündete in meiner Ankündigung die Polizei hinzuziehen und in der Drohung des Verleiher dann wegen Diebstahls Anzeige zu erstatten. Ich brach dann das Gespräch ab und entspannte mich bei einer Zigarette. Als ich die Diskussion wieder aufnehmen wollte, hatte ich einen neuen Gesprächspartner, der nunmehr meiner Diskussion vollends folgte. Dies ging sogar soweit, dass mir der Mitarbeiter die Gutschrift für die frühere Abgabe der „von mir entwendeten“ Ski in Geld auszahlen wollte. Das Geld lehnte ich jedoch dankend ab und konnte nur noch schmunzeln.

Danach war der Skiurlaub auch schon beendet.

Im Sommer 2004 erhielten wir dann Post vom Skiverleiher. In dem Brief ein Verrechnungsscheck mit dem Hinweis als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden und – erstaunlicherweise – genau der Betrag, den man uns schon am Abreisetag auszahlen wollte. Verstehe einer diese Österreicher.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.