Teilintegrieter oder Kastenwagen – eine Kaufentscheidung

Nach unserem Schwedentrip verfestigte sich immer mehr der Wunsch nach einem neuen Wohnmobil. Das T.E.C.-Alkovenmobil wurde für uns zu groß, wie wir auf unseren Touren ohne Kind festgestellt hatten.

Im Oktober besuchten wir die ABF in Hannover und machten uns über die Angebote auf dem Markt schlau.

Die Must-Have für unsere Kaufentscheidung waren:

  • Längsbetten
  • Kleiderschrank
  • vollwertiges Bad ohne Rolladentür
  • große Dachfenster
  • DuoControl-System für den Gasbetrieb

Schnell war klar, dass es auf eine Kaufentscheidung zwischen einem Teilintegrierten und einen Kastenwagen hinauslaufen würde.

Bei der Besichtigung der verschiedensten Mobile fiel uns immer wieder auf, dass Kleiderschränke nicht unbedingt zweckmäßig vorhanden waren. Statt dessen fand sich eine Trennung, und damit erhöhter Platzbedarf, zwischen Dusche und Bad. Das war nichts, was uns ansprach. Auch der Hang in Kastenwagen Bäder mit Rolladentüren in den Gangbereich zu erweitern, fand nicht unser Gefallen.

Jetzt ging es an den Vergleich der einzelnen Modelle. Bereits auf der ABF waren wir auf einen Kastenwagen der Marke OrangeCamp aufmerksam geworden. Diesen schauten wir uns nun genauer an.

Die Nachteile zum Teilintegrierten waren der geringere Platz, sowohl im Durchgangsbereich (der Fahrzeugbreite geschuldet), wie auch im Bereich der Dinette. Zudem hatte man das Gefühl, dass es weniger Staumöglichkeiten im Fahrzeug gäbe. Hier schon einmal eine Anmerkung – das war tatsächlich nur gefühlt.

Die Vorteile waren die geringere Fahrzeugbreite und in Teilen auch Höhe, aber auch der zu erwartende Kraftstoffverbrauch. Und für uns das absolute Plus war die Schiebetür, die geöffnet das Campinggefühl noch erhöhen sollte.

Die Kaufentscheidung lief letztlich auf den Kastenwagen OrangeCamp K6 EB hinaus.

Im Ausstattungspaket enthalten waren zu unserer Freude eine Solaranlage, vollautomatische Sat-Anlage, Fahrradträger und beheizter Abwassertank.

Die erste Eingewöhnungstour mit dem Mobil verlief dann auch gut und ließ uns kleinere Makel erkennen, wie zum Beispiel ein fehlender Abstellplatz für die Mülleimer oder die fehlenden Einlegeböden in den Staufächern. Aber auch die Vorteile waren bereits erkennbar. Geringerer Kraftstoffverbrauch, höhere Spritzigkeit und eine Menge an Staumöglichkeiten.

Mal wieder mit dem Fahrrad am Jadebusen unterwegs

2016 Dangast

11.09.2016 – 18.09.2016

Drei Jahre lag die letzte Tour zurück, als wir in die Planung für eine neue Tour einstiegen. Da alles wieder einmal recht kurzfristig startete, musste die Planung zügig voranschreiten. Ein Terminfenster war schnell gefunden. Ein Ort wurde schwierig, da vieles schon ausgebucht war, so dass wir das Ferienhaus in Dangast ins Auge fassten.

Am Sonntag, dem 18.09.2016, starteten Lars und ich in die Tour. Nach dem Mittag trafen wir am Ferienhaus ein und richteten uns erst einmal ein. Auf eine Fahrradtour hatten wir noch keine große Lust, so dass wir erst einmal durch Dangast bummelten und das Abendessen im alten Zollhaus klar machten.

Zurück am Ferienhaus bemerkten wir, dass die Fliegenplage, die wir beim Ausladen wahrgenommen hatten, keine Momentaufnahme gewesen war. Der Innenraum meines Pkw war gut gefüllt mit Fliegen, so dass ich erst einmal einen Fliegenfänger ins Auto hängte.

Am nächsten Tag war es dann soweit. Wir starteten mit einer Tour zum Vareler Hafen. Hier gönnten wir uns ein Fischbrötchen und ein Getränk, bevor es über Moorhausen wieder zurück zum Ferienhaus ging.

Nach einem ruhigen Nachmittag auf der Terrasse ging es am Abend erneut ins Zollhaus zum Essen. Wieder einmal war es gut gefüllt, aber wir hatten ja am Abend zuvor uns einen Platz auf der Terrasse reservieren lassen, so dass wir uns darüber keine Gedanken machen mussten. Was uns zu Denken gab, war die Tatsache, dass ich mich kurz zuvor geschnitten hatte. Nett, wie das Bedienungspersonal immer war, gaben sie mir ein Pflaster, um meine Schnittwunde zu versorgen. Nicht jedoch, ohne sich über die Wehleidigkeit von Männern zu amüsieren.

Der zweite Tag führte uns auf die obligatorische Tour in Richtung Wilhelmshaven. Schnell kamen wir am Südstrand an. Bevor wir eine Pause machten, erfragten wir erst einmal die Fährverbindung in Richtung Eckwarderhörne, da wir endlich einmal den Jadebusen in einem Stück umrunden wollten. Zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass die letzte Fähre für das Jahr am Vortag gefahren war. Also keine Umrundung des Jadebusens – wieder einmal. Stattdessen genossen wir das schöne Wetter auf der Promenade am Südstrand und machten eine ausgiebige Pause, bevor es dann nach Dangast zurückging. Auf der Rückfahrt herrschte natürlich Gegenwind und wir quälten uns etwas ab. In Dangast angekommen, ging es erst einmal zum Kurhaus, wo wir uns bei Kuchen und einem Getränk erholten.

In Dangast angekommen machten wir erstmals unsere Abschlusspause in der Bäckerei Frölllje. Von der vor dem Laden eingerichteten Außenbestuhlung hat man einen wunderschönen Blick über den Jadebusen.

Zurück am Ferienhaus ging es erst einmal in den Garten, bis uns die Fliegen nach drinnen trieben. Auch hier mussten wir erst einmal ein paar erledigen, bevor wir es uns stressfrei gemütlich machen konnten. Zum Abendessen ging es zum italienischen Restaurant Mamma Mia, da das Zollhaus Ruhetag hatte.  Mit etwas Glück erhielten wir noch einen Tisch. So voll, hatten wir es bisher selten erlabt. Auf dem Rückweg dann wieder einmal der Stopp an der Eisdiele Sahnehäubchen.

Am nächsten Tag sollte uns unsere Tour zum Neuenburger Urwald führen. Die erste Etappe über Obenstrohe verlief ausgesprochen gut, da wir auch leichten Rückenwind hatten. Von Obenstrohe aus ging es dann zum Mühlenteich, wo wir die erste Pause einlegten.

Von hier ging es dann durch ein Waldstück bis zu einem alten Truppenübungsplatz. Hier verschafften wir uns durch einen Schleichweg Zugang und konnten so einen Umweg vermeiden. Im weiteren Verlauf kamen wir dann auf den Radweg entlang der B 437. Hier hatten wir starken Rückenwind und flogen so praktisch das letzte Stück bis zum Restaurant Urwaldhof.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es dann weiter durch das Naturschutzgebiet Neuenburger Urwald. Nach leichten Orientierungsschwierigkeiten, die allerdings selbst verschuldet waren, da wir uns nicht genug Zeit genommen hatten, das Beschilderungssystem zu begreifen, kamen wir am Ortsende von Zetel raus. Hier folgten wir der Strecke in Richtung Petersgroden. Ab Zetel und insbesondere ab dem Dangaster Binnentief hatten wir dann mit Gegenwind zu kämpfen, der uns sichtlich ermüdete.

In Dangast angekommen ging es erst einmal wieder zu Bäckerei Frölllje, um uns zu erholen. Danach kauften wir für ein abendliches Grillen ein, um den Abend im Ferienhaus zu verbringen.

Die Tour am nächsten Tag war ausgesprochen kurz und von Gegenwind geprägt. Eigentlich sollte es eine längere Tour am Jadebusen entlang werden. Tatsächlich ging es bis zum Vareler Hafen und zurück. Der starke Ostwind war mittlerweile derart lästig geworden, dass er uns die Lust am Fahren nahm und wir kehrten nach einer Mittagspause bei Fischbrötchen und Tide-Bier um, damit wir die Sonnenstrahlen im windgeschützten Garten genießen konnten.

Abends ging es dann noch einmal nach Varel, allerdings mit dem Pkw. In Varel war Kramermarkt, eine Art Volksfest. Wir bummelten durch die Innenstadt und genossen einige Getränke, bevor es zu etwas späterer Stunde zum griechischen Restaurant Dyonisos zum Abendessen ging. Bei unserer Ankunft wurden wir erst einmal auf die Parkordnung hingewiesen, da ich es augenscheinlich nicht geschafft hatte, auf dem leeren Parkplatz platzsparend zu parken. Unsere Stimmung wurde hierdurch jedoch nicht getrübt und wir genossen ein nettes Abendessen auf der neu eingerichteten Außenterrasse.

Die beiden letzten Tage verbrachten wir am Ferienhaus und mit Einkaufen, da der Wind nicht besser werden wollte. Am letzten Abend ging es dann noch einmal zum Essen ins alte Zollhaus. Hier hatten wir einen Tisch im Außenbereich reserviert, obwohl das Wetter eigentlich schlechter werden sollte. Tatsächlich blieb es aber sonnig und warm, so dass unsere Platzreservierung erfolgreich war und wir noch einmal ein gutes Abendessen genießen konnten.

Insgesamt hatten wir letztlich mit dem Wetter ausgesprochen Glück und verbrachten erholsame Tage. Nur der Wind machte uns zu schaffen, weshalb das Fahrradfahren etwas kurz kam.

Datum TRP TIME AVS Vmax
12.09.2016 17,64 0:52:36 20,13 27,47
13.09.2016 36,02 1:54:11 18,92 38,07
14.09.2016 39,25 2:07:43 18,43 30,19
15.09.2016 22,15 1:07:14 19,78 27,44
 Gesamt 115,06 6:01:44    

 

Kroatien mit Schwerpunkt Inseln

Kroatien – Schwerpunkt Inseln

23.08.2016 – 07.09.2016

Nachdem unser letzter Urlaubstrip nach Bayern mehr oder weniger ins Wasser gefallen war, wollten wir unbedingt Sonne tanken und wählten wieder einmal Kroatien als Urlaubsziel aus. Da das Ganze mit dem neuen Wohnmobil stattfinden sollte, setzten wir unseren Schwerpunkt auf die Inselwelt der Kvarner Bucht, die wir bis dato nur gestriffen hatten.

An einem Dienstag ging es morgens um 08.15 Uhr los. An der Raststätte Harz halten wir noch einmal, um den Reifendruck am Wohnmobil zu prüfen. Hierbei fällt mir eine Ventilkappe durchs Felgenloch und verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Den Verlust können wir bei einem kurzen Stopp in Göttingen kostenlos ersetzen. Gehalten hatten wir, um uns beim ADAC in Göttingen mit Reiseunterlagen für unsere Tour einzudecken. Danach geht es auf die Autobahn und wir kommen zügig voran. Unseren Mittagsstopp legen wir in Geiselwind ein. Total stressfrei geht es an München vorbei und durch Österreich durch. Um 19.40 Uhr treffen wir am Stellplatz in Rosegg ein, wo wir übernachten wollen. Bei lauem Wetter genießen wir unser Abendessen im Biergarten der Gaststätte.

Bereits um 06.30 Uhr stehen wir am nächsten Morgen auf. Schnell sind Brötchen besorgt und es wird gefrühstückt. Bereits um 08.00 Uhr verlassen wir den Stellplatz und erinnern uns dabei an unseren letzten Aufenthalt, als der Scheibenwischer ausfiel. Das Wetter während der Fahrt ist sonnig und der Verkehr ist okay. Ab Postojne geht es über die Landstraße zur kroatischen Grenze und bereits um 11.00 Uhr treffen wir in Rijeka ein. An der Riviera von Opatja entlang geht es durch den Stadtverkehr zum Fähranleger von Brestova. Von hier soll es mit der Fähre nach Cres gehen. Als der Navi noch 400 Meter bis zum Fähranleger verkündet, stoppt unsere Fahrt und wir müssen uns in die Warteschlange einreihen. Zunächst machten wir uns auf die Suche nach dem Kartenverkauf. Hier wurden wir auch beruhigt, dass wir auf jeden Fall noch mitkommen würden. So war es dann auch.

Kurze Zeit später lief die Fähre ein und wir wurden an Bord gelotst. Danach machten wir es uns auf dem Sonnendeck gemütlich und genossen die Überfahrt nach Cres.

In Porozina angekommen, waren wir unter den Ersten, die die Fähre verließen. Und das war auch unser Glück. Die Abfahrt von der Fähre wurde nicht geregelt und der kleine Ort konnte den wartenden und ablaufenden Verkehr kaum bewältigen. In letzter Sekunde schaffte ich es vor einem überdimensionierten Wohnmobil auf die Landstraße 100 einzufahren. Hinter uns danach dann kein Verkehr mehr, wohl weil das andere Wohnmobil erst einmal feststeckte. Die Straße, der wir folgten, war schmal und fiel an den Seiten steil ab. Zudem machten uns die kräftigen Windböen zu schaffen, die stark am Wohnmobil rüttelten.

Um 13.50 Uhr kommen wir am Campingplatz Kovacine an und Elli kümmert sich um einen Stellplatz. Nach langem Suchen findet sie den Stellplatz Nr. 375, der unseren Ansprüchen genügt und, nachdem wir ihn wiedergefunden hatten, richteten wir uns auf dem riesigen Platz ein. Um 15.15 Uhr beginnt dann unser Urlaub und wir gehen erst einmal ins Wasser. Auf dem Weg dorthin finden wir eine kleine Bar, die direkt an der Uferpromenade unterhalb unseres Stellplatzes liegt. Hier gönnen wir uns danach erst einmal ein Getränk und besprechen den weiteren Ablauf.

Um 18.00 Uhr geht es dann über die Uferpromenade direkt nach Cres. In einer kleinen Gasse fanden wir die nette Konoba Kopac, wo wir unser Abendessen einnahmen.

Gegen 20.00 Uhr ging es dann zum Hafen zurück. Hier versammelten sich mittlerweile immer mehr Leute und wir erfuhren, als wir unseren Cappuccino genossen, dass die kroatischen Olympiasieger Fantela und Marenic empfangen werden sollten. Dieses Spektakel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wann ist man schon einmal so dicht an Olympiasiegern dran. Das Spektakel, was folgte war imposant. Mit dem Boot fuhren sie in den Hafen ein, begleitet von bengalischen Feuern und Schiffshörnern.

Gegen 23.00 Uhr waren wir zurück auf dem Campingplatz und genossen die laue Nacht.

Der nächste Morgen beginnt bereits um 06.00 Uhr, als die Putzfrauen sich begrüßen. Bis 07.15 Uhr halten wir uns noch zurück, dann mache ich mich auf den Weg Brötchen einzukaufen. Nach dem Frühstück geht es noch einmal nach Cres. Am Vorabend hatten wir das Sightseeing bewusst vernachlässigt. Jetzt holten wir es nach. Den gesamten Vormittag bummelten wir durch die Gassen und kauften schon einmal etwas ein. Danach ging es wieder zum Campingplatz zurück, wo wir sofort das Wasser aufsuchten, um uns abzukühlen. Nachmittags ging es dann noch einmal in die Twister-Bar auf ein Bier. Da es diesmal sehr gut gefüllt ist, teilten wir den Tisch mit einem Pärchen, das mit ihren Hunden unterwegs ist. Im Gespräch tauschen wir uns über unsere Erfahrungen mit Urlaub in Kroatien aus. Zum Abendessen geht es dann wieder nach Cres. Am Hafen finden wir eine nette Spaghetteria. In einem netten Ambiente genießen wir eine gute Pizza.

Am nächsten Morgen sind wir bereits um 07.15 Uhr hoch. Elli geht eine Runde laufen, während ich das Frühstück vorbereite. Angedacht war an diesem Tag die Weiterreise. Nachdem Elli jedoch mit dem Campingplatz telefoniert hatte, beschlossen wir noch einen Tag zu bleiben und lieber noch etwas zu relaxen. Gesagt, getan. An diesem Tag genossen wir das warme Wetter, die Sonne und das Meer. Abends machten wir noch einen Spaziergang über den Campingplatz und suchten die Rezeption zum Bezahlen auf. Insgesamt zahlten wir 98 Euro für die drei Übernachtungen, was okay war. Danach ging es zu einem Grill auf dem Campingplatz zum Essen. In rustikalem Ambiente gab es gute und reichhaltige Raznjici und Cevapcici.

Der nächste Tag startete genauso wie zuvor. Elli geht laufen und ich bereite das Frühstück vor. Danach räumten wir ein und starteten um 09.00 Uhr unsere Weiterfahrt. Über die Landstraße 100 geht es in Richtung Süden. Kurz nach Cres steigt die Landstraße an und wir haben noch einmal einen schönen Blick über den Ort.

Bereits um 10.15 Uhr kommen wir in Mali Losinj an. Auf der Anfahrt zum Campingplatz sehen wir die Hinweisschilder auf einen Lidl-Markt und beschließen schnell einzukaufen. Leider hat dieser Lidl keine offene Parkfläche, sondern ein Parkhaus. Dumm gelaufen für uns mit dem Wohnmobil. Da passen wir nicht rein. Also schnell einen Parkplatz in der Nähe gesucht. Leider konnten wir uns nur in eine Ausfahrt stellen, so dass ich am Wohnmobil blieb, während Elli zum Einkaufen aufbrach. Das war auch gut so, da kurze Zeit später die Einfahrt frei gemacht werden musste, damit die Anwohner reinfahren konnten.

Als Elli kurze Zeit später wieder auftauchte, stellten wir fest, dass sie das falsche Mineralwasser, nämlich stilles, gekauft hatte. Also machte sie den Weg noch einmal und tauschte das Wasser um.

Eine halbe Stunde später trafen wir dann am Campingplatz Cikat ein. Nun startete die Suche nach einem Stellplatz. Während einige zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren, wurde Elli mit einem Golfwagen durch die Gegend gefahren. Als sie einen Stellplatz gefunden hatten, musste ich auch noch einmal einsteigen, um diesen zu bestätigen. Wir erhielten dann einen nicht parzellierten Platz in der Nähe des Waschhauses 7. Bis auf seine Neigung, die wir durch Keile geradeeben ausgleichen konnten, hatte der Platz zunächst keine sichtbaren Nachteile. Nachdem wir uns eingerichtet, hörten wir aber einen Nachteil. Unser Platznachbar, ein slowenischer Dauercamper, ließ in seinem Radio Balkanschlagern in einer Dauerschleife laufen. Bei einem Kaffee diskutierten wir diesen Umstand und kamen überein, dass es schon gut gehen wird. Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz und kochen uns am Abend eine reichhaltige Portion Spaghetti Bolognese, bevor es noch einmal auf einen Cocktail an die Strandbar geht.

Bereits um 06.45 Uhr startet für uns der nächste Tag. De Nacht war nicht so toll, da wir auf Grund der Platzneigung andersherum im Wohnmobil schlafen mussten. Nach dem Frühstück verbringen wir den Vormittag auf dem Campingplatz. Um 15.00 Uhr machen wir uns dann auf den Weg nach Mali Losinj zum Sightseeing. Am Anfang war der Fußweg noch erträglich, da er durch ein schattiges Waldstück führte. Als wir jedoch am Hafen ankamen, war Schatten Mangelware und die Sonne brannte ganz schön. Als wir dann im Ortskern ankamen, mussten wir erst einmal eine Getränkepause einlegen, um uns für das eigentliche Sightseeing zu stärken.

Es folgten zwei Stunden zu Fuß durch die Gassen des Ortes und die Hügel hinauf, um Kirchen und Plätze zu besichtigen. Hierbei stellten wir fest, dass die vorderen Gassen noch sehr schön waren. Kam man jedoch weiter nach hinten, war alles schon sehr provisorisch, wie z.B. der gefundene Briefkasten.

Gegen 17.00 Uhr machten wir uns dann daran ein Lokal für das Abendessen zu finden. Da wir auf unserem Stadtbummel schon einiges gesehen hatten, wurden wir schnell fündig und kehrten in das Restaurant Za Kantuni ein. Vom Essen und der Freundlichkeit der Bedienung wurden wir hier nicht enttäuscht. Danach ging es zum Campingplatz zurück. Auf dem Rückweg kamen wir überein, dass wir am nächsten Tag wieder aufbrechen würden, da der Campingplatz uns nicht unbedingt zum Bleiben animierte.

So reisten wir dann auch am nächsten Morgen gegen 09.30 Uhr ab. Die Route führte uns an Cres vorbei in Richtung Merag. Hier gab es eine Fährverbindung nach Krk. Um zum Fähranleger zu gelangen, konnte man nur die Landstraße 101 mit seiner Serpentinenstrecke nutzen. Allerdings hatte man hier auch noch in Teilen eine wunderschöne Aussicht auf das Meer. Ungefähr einen Kilometer vor Merag, und damit vor dem Fähranleger, stockte der Verkehr und wir standen in der Schlange zur Fähre.

Wir warteten einfach ab, wie es mit der Schlange voranging. Als die nächste Fähre kurze Zeit später anlegte, baute sich die Warteschlange rasant ab und wir kamen bis zum Kassenhäuschen vor. Die Wartezeit bis zur nächsten Fähre verbrachten wir mit einem Kaffee und dem Kauf der Fahrkarte.

Kurze Zeit später traf bereits die nächste Fähre ein. Die Taktung der Fähren war echt gut. Nachdem wir unseren Platz auf dem Fahrzeugdeck bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg nach oben und genossen das sonnige Wetter und den Blick aufs Wasser. Bei einem Blick in das klare Wasser stellten wir Schwärme von Fischen fest, die die Fähre umlagerten.

Wir genossen die Überfahrt und kamen gegen 11.30 Uhr in Valbiska auf Krk an. Wir hatten den Campingplatz Jerzevac in den Navi eingegeben und folgten seinen Anweisungen. Diese führten uns allerdings über eine verschlafene Nebenstrecke. Dies war aber nicht weiter schlimm, da wir es zum einen nicht eilig hatten und weiterhin noch einkaufen wollten. Die Strecke kam direkt an einem Supermarkt in Krk an und wir konnten unser Bedürfnis befriedigen.

Bereits um 12.15 Uhr reihten wir uns in die Schlange vor dem Campingplatz Jerzevac ein. Mit so vielen Anreisenden hatten wir nicht mehr gerechnet. Und tatsächlich, Elli kam zurück und teilte mit, dass der Campingplatz voll sei. Wir telefonierten mit unserer nächsten Wahl, dem Campingplatz Bunculuka in Baska. Hier hatten sie ausreichend Plätze frei, also machten wir uns auf den Weg. Kurze Zeit später beziehen wir Stellplatz Nr. 45. Der hat zwar keinen Schatten, dafür aber ausreichend Platz und Ruhe. Beim Anschließen des Stroms verschafft mir Elli einen Cut auf der Stirn, da sie das Seitenfenster öffnet, gegen das ich prompt gegenlaufe.

Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz. Abends geht es zum Essen in das Lokal am Strand. Das Essen war gut und schön angerichtet.

Am nächsten Morgen bringt Elli gleich die Brötchen mit, als sie vom Laufen zurückkehrt. Um zum Frühstücken ein schattiges Plätzchen zu haben, müssen wir uns in Richtung unseres Nachbarn begeben. Nach dem Frühstück kommt etwas Wind auf und wir beschließen, den Tag nicht am Wohnmobil zu verbringen, sondern mieten uns Liegen und einen Sonnenschirm am Strand. Mit Getränken versorgen wir uns aus dem nahen Einkaufsmarkt. Das Pfand kann man hier allerdings nicht wieder einlösen. Dazu müsste man einen Supermarkt in Baska aufsuchen, wird uns mitgeteilt.

Zum Abendessen machen wir uns auf den Weg nach Baska. Der Weg ist kürzer, als wir ihn in Erinnerung haben. Nach einer kurzen Orientierungsrunde entscheiden wir uns für das Restaurant Captain’s Diner.

Nach dem Essen machen wir noch einen ausgiebigen Bummel durch die Gassen von Baska, bevor wir am Hafenbecken noch ein Abschlussgetränk in der Caffe Bar Ankora nehmen.

Auch den nächsten Tag verbringen wir wieder auf unseren gemieteten Liegen am Strand. Gegen 17.00 Uhr geht es dann wieder nach Baska. Da wir recht früh sind, starten wir diesmal mit einem Getränk in der Caffe Bar Ankora und diskutieren, wo wir essen wollen. Unsere Wahl fällt letztlich auf das Restaurant Kalun Bistro, das wir am Abend zuvor bereits ins Auge gefasst hatten. Unmittelbar nachdem wir uns an einen Tisch gesetzt hatten, füllte sich das Restaurant auch schlagartig. Das Essen war sehr gut und die Bedienung familiär und freundlich. Wirklich eine gute Wahl. Zurück am Campingplatz gönnten wir uns noch einen Cocktail an der Strandbar.

Der folgende Tag war wieder als Reisetag auserkoren. Während Elli noch eine Runde schwimmen geht, besorge ich die Brötchen. Zurück am Wohnmobil öffne ich den Kühlschrank und mir kommt ein Schwall Milch entgegen. Elli hatte den Kühlschrank mit Milch geflutet, indem sie die offene Milchpackung hingelegt hatte, anstatt sie in die Tür zu stellen. Schnell waren wir mit der Schadenbegrenzung beschäftigt. Die endgültige Reinigung fand dann später zu Hause statt, da die Milch doch in einige Spalten geflossen war, die wir vor Ort nicht reinigen konnten.

Um 08.45 Uhr verlassen wir den Campingplatz und halten kurze Zeit später in der Ortschaft Draga Bascanska, da Elli unbedingt noch Honig kaufen will. Danach geht es nach Senj. Ein kurzer Blick auf den dortigen Stellplatz verrät, dass auch dieser gut gefüllt ist. Aber hier wollen wir ja auch nicht bleiben. Unser Weg führt uns über die B 23 zur Autobahn 1, die wir bis Sibenik nutzen. Von dort geht es dann die Küstenstraße entlang nach Primosten. Hier kommen wir um 14.00 Uhr am Camingplatz Adriatic an. Elli geht uns Anmelden und erhält eine Liste von möglichen Stellplätzen. Wir entscheiden uns für den Stellplatz Nr. 263, der in Meernähe liegt. Während ich schon einmal auf den Stellplatz rangiere, regelt Elli noch die letzten Formalitäten. Pünktlich zur Einweisung erscheint sie wieder und bekommt noch mit, wie ich mit einer Befestigungschraube der Trittstufe an einem Stein hängen bleibe. Gott sei Dank bleibt kein wirklicher Schaden zurück. Lediglich die Schraube muss wieder festgezogen werden.

Nach dem Einrichten gehen wir erst einmal etwas Essen und Trinken. Danach relaxen wir am Platz und Elli kommt mit den Platznachbarinnen ins Gespräch, die auch sofort Reiseziele und Erfahrungen austauschen. Gegen 17.00 Uhr geht es dann in die Stadt. Mit unseren Erfahrungen aus dem Urlaub 2012 beschlossen wir gleich ein Taxi nach Primosten zu nehmen. Preislich hatte sich auch nichts geändert. Es blieb bei 50 Kuna pro Fahrt. Bei unserer Ankunft in Primosten bekamen wir auch gleich die Visitenkarte des Fahrers, damit wir ihn für die Rückfahrt anrufen konnten.

War Primosten 2012 schon sehr touristisch, so war es nun, vier Jahre später, noch ein bisschen mehr. Wir ließen uns trotzdem nicht beirren und bummelten durch die Gassen und um die Halbinsel herum, bis wir genug vom Ort gesehen hatten.

Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant für das Abendessen. Natürlich hatten wir da schon etwas im Kopf und wollten die Konoba Galeb aufsuchen. Nach etwas Sucherei hatten wir sie dann gefunden und erhielten einen Platz auf der Dachterrasse. Das Essen – Muscheln, Salat und Cevapcici – war wieder sehr gut, genauso wie der Service. Gestört haben uns etwas die anderen Gäste. Hier insbesondere die deutschen Gäste, die sich über eine Beerdigung aufregten, die auf dem nahen Friedhof stattfand. Diese würde ja nicht zum Ambiente ihres Essens passen.

Das Highlight war dann die Delfinsichtigung von Elli. Trotz aller Versuche mir die Delfine zu zeigen, gelang es ihr nicht, da ich sie in dem Wellengang nicht sehen konnte. Es war aber sehr schön, wie auch die Tischnachbarn versuchten mir den Blick auf die Delfine zu zeigen. Genützt hat es jedoch nichts. Nach dieser Aktion zahlten wir dann auch und bummelten weiter durch die Gassen. Hierbei suchten wir jetzt auch die touristischen Orte außerhalb des alten Stadtkerns auf.

Unseren Abschluss fanden wir in der Konoba Papec, wo wir an Holzfässern sitzend ein Getränk zu uns nahmen und den Blick über die abendliche Bucht genossen.

Danach riefen wir unseren Taxifahrer und ließen uns zum Campingplatz bringen.

Da Primosten nur als Tagestopp geplant war, machen wir uns am nächsten Morgen gleich wieder ans Einräumen. Da unsere Etappe uns allerdings nur die kurze Strecke nach Seget führt, lassen wir uns bei allem viel Zeit. Trotz aller Ruhe kommen wir bereits um 11.00 Uhr am Autokamp Seget an. Wir erhalten den Stellplatz Nummer 6 direkt am Wasser. Da es sonnig und sehr warm ist, verbringen wir den Rest des Tages am Platz. Zum Mittag suchen wir den neu eingerichteten Grill auf dem Campingplatz auf. Der in der provisorischen Konoba zubereitete Hamburger ist derart groß, dass er für uns beide locker ausreicht. Ein wirklicher Zugewinn für den Campingplatz.

Am Abend bummeln wir um den Hafenbereich herum und machen uns mit den Lokalen vertraut. Letztlich kann uns nichts so richtig überzeugen, so dass wir die Konoba Rico aufsuchen, um zu Abend zu essen. Auch hier war wieder schwierig ein Tisch zu bekommen, doch mit etwas Glück hat es bei uns geklappt und wir genossen ein gutes und reichhaltiges Essen.

Trogir stand für den nächsten Tag auf dem Programm. Da wir die Fahrräder dabei hatten, wollten wir sie auch nutzen und machten uns damit auf den Weg in die Altstadt. Der erste Teil der Strecke war okay, auch wenn wir auf der vielbefahrenen Straße unterwegs waren. Je näher wir jedoch der Altstadt kamen, desto chaotischer und rücksichtloser wurde der Verkehr. Wir stellten unsere Fahrräder in der Nähe des Stadttores ab an einem Verkaufsstand ab,. Das hatte den Vorteil, dass wir sozusagen einen bewachten Fahrradparkplatz hatten. Danach machten wir uns an unseren Bummel durch die Altstadt.

Unser erstes Ziel war die Kathedrale di San Lorenzo. Elli war von ihr sehr angetan und wollte sie diesmal auch von innen besichtigen. Ich ersparte mir dies und suchte mir ein schattiges Plätzchen. Nach der Besichtigung, einschließlich des Turmes, mussten wir uns erst einmal mit einem Cappuccino stärken und setzten uns in ein Lokal an der nahen Piazza.

Danach ging unser Bummel bis zur Mittagszeit weiter.

Als wir in die Überlegung für einen Mittagssnack einstigen, kamen wir schnell überein zum Campingplatz zurück zu fahren, um am dortigen Grill etwas zu uns zu nehmen. Danach verbrachten wir den Tag am Wohnmobil, bevor es gegen halb sieben wieder zum Essen in Konoba Rico ging. Auch diesmal hatten wir Glück mit einem Tisch, obwohl dies erst nicht so aussah. Vor dem Lokal hatte sich eine Hochzeitsgesellschaft versammelt und im Außenbereich waren dadurch einige Tische belegt und ein Getränkestopp eingerichtet. Mit Musik, Alkohol, Rauchtöpfen und natürlich bengalischen Feuern feierte die Hochzeitgesellschaft vor und im Lokal. Als sie dann zum nächsten Lokal weiterzogen, ging es auch mit unserem Essen voran und man konnte sich wieder unterhalten.

Bereits um Viertel vor sieben standen wir am nächsten Morgen auf. Es kündigte sich wieder ein warmer Tag an, den wir allerdings mit Fahren verbringen würden. Bereits um 08.15 Uhr kamen wir vom Campingplatz los und fuhren direkt auf die Autobahn. Dieser folgten wir bis Maslenica und nutzten ab dort die Küstenstraße. Unseren ersten Stopp legten wir in Starigrad ein, um uns über den Nationalpark Paklenica zu informieren, den wir für spätere Reisen als Ziel ins Auge fassten. Nachdem dies erledigt war, gönnten wir uns noch eine Kaffee im Dinko Buffet an der Parkzufahrt. Danach ging es ganz gemütlich nach Norden weiter und wir überlegten, wo wir die Nacht verbringen könnten. Zwei Ziele wurden von uns ins Auge gefasst – Senj oder Krk. Kurz vor Senj, es war um die Mittagszeit, hatten wir uns entschieden und beschlossen es noch einmal auf dem Campingplatz Jerzevac in Krk zu versuchen. Als der telefonische Kontakt hergestellt war, wurde uns die Reservierung für einen Platz „in erster Reihe“ förmlich aufgedrängt. Die Reservierung hätte bis 15.00 Uhr Bestand, so dass wir uns etwas beeilen mussten, da laut Navi unsere Ankunftszeit in Krk bei 14.45 Uhr liegen würde.

Tatsächlich trafen wir bereits um 14.30 Uhr am Campingplatz Jerzevac ein. Elli ging frohen Mutes zur Rezeption und wurde enttäuscht. Keine Reservierung (machen wir telefonisch nicht) und auch von einem Platz am Strand wollte man nichts mehr wissen. stattdessen bot man ihr einen Platz an, der derart verbaut am Ende einer Sackgasse lag, dass man ihn vielleicht mit einem Handkarren erreichen konnte, aber nicht mit einem Wohnmobil. Schnell entscheiden wir uns für einen Kurzparkerstellplatz Nr. 141, um den anderen Suchenden zuvor zu kommen. Als wir eingeparkt hatten, parkte auch direkt der nächste neben uns ein und weiter standen bereit, diesen Platz zu nutzen. Als wir nachmittags nach Krk aufbrechen, ist der Platz voll.

Auf dem Weg in den Stadtkern geht es zunächst am Hafen vorbei. Hier können wir tatsächlich noch Fischer bei ihrem Tagwerk sehen und nicht nur irgendwelche Ausflugs-U-Boote.

Im weiteren Verlauf geht es durch die Gassen und wir erinnern uns gut an unseren ersten Besuch, so dass der Stadtbummel schnell abgeschlossen ist. Elli nutzt diesen noch, um sich ein neues Tuch zu kaufen, da sie ihres zu Hause vergessen hatte und hier schöne zu kaufen waren. Nach Besichtigung aller geöffneten Kirchen geht es auf ein Getränk in den Hidden Garden, ein Lokal in einem mittelalterlichen Teil der Stadt. In dem Garten sitzt man an alten Säulen und Statuen direkt in einem schön hergerichteten Garten. Auf dem Weg zur Toilette entdeckt Elli noch den Zugang zu antiken römischen Stätten, die im Kellerbereich liegen.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz kehren wir noch in das Restaurant Jezevac ein. Auch hier waren wir bereits einmal eingekehrt und konnten uns gut an den freundlichen Service und die vielen kleinen Zusatzgetränke erinnern. Der Service war auch diesmal ausgesprochen freundlich, nur die Getränke gingen an uns zunächst vorbei. Aber auch dies wurde vom Personal schnell bemerkt und sie holten es nach. Nach dem Essen ging es dann auf den Campingplatz. Hier erwartete uns die nächste Überraschung. Das Servicepersonal platzierte gerade einen Spätankommer genau in der Zufahrt zum Stellplatzbereich, so dass kein anderes Wohnmobil mehr den Platz verlassen konnte. Alle unsere Einwände zeigten keine Wirkung und man verlangte von uns, dass wir, wenn wir früh abreisen wollten, dies doch bitte selbst regeln müssten. Diese Aussagen riefen bei uns nur Kopfschütteln hervor.

In der Nacht fing es dann auch noch an zu regnen. Gegen 07.30 Uhr sind wir dann aufgestanden und im strömenden Regen zum Waschhaus und Brötchenholen geeilt. Gegen 09.00 Uhr sind wir abfahrtbereit, aber leider hatte sich noch keine Lücke ergeben, den Platz zu verlassen. Elli ging schon einmal in Richtung Rezeption, um zu zahlen, während ich wartete, bis unser Nachbar wegfuhr. An der Rezeption wartete ich auf Elli, die mit dem Personal in Preisverhandlungen eingetreten war und auf Grund der Misslichkeiten tatsächlich einen Nachlass ausgehandelt hatte.

Im strömenden Regen ging es dann von der Insel. Unsere Schleichfahrt endete erst nach der Brücke, als der Regen etwas nachließ.

Ab Rijeka hörte es dann auf zu regnen und wir konnten die Fahrt nach Istrien etwas genießen. Hier wollten wir uns mit Birgit und Oliver treffen, mit denen wir im Jahr 2000 bereits einmal gemeinsam im Urlaub waren. Sie machten dieses Jahr das erste Mal Camping in Istrien und nicht wie sonst in Italien. Dies hatten wir durch einen Zufall erfahren und über Kurznachrichten ein spontanes Treffen vereinbart.

Ziel dazu war der Campingplatz Lanterna in der Nähe von Porec. Die Navigation dorthin überließen wir komplett dem Navi und machten uns auch erst einmal keine Gedanken, als er bereits in Pazin die Schnellstraße verließ. Wir nutzten die Gelegenheit, um unsere Vorräte in einem Supermarkt aufzufüllen und einen Kaffee zu trinken. Danach ging es weiter und die Straßen wurden schmaler. Als wir mitten im Nirgendwo auf eine Begrenzung der Durchfahrtshöhe stießen, waren wir kurzfristig irritiert und orientierten uns um. Hartnäckig verfolgte der Navi seine ursprüngliche Route und ließ sich erst in Porec davon überzeugen, die Route neu zu berechnen.

Gegen 13.00 Uhr kam wir am Campingplatz Lanterna an und erhielten einen Stellplatz in der Nähe von Birgit und Oliver. Die Anfahrt dahin gestaltete sich etwas schwierig, durch das Einbahnstraßensystem des Campingplatzes. Auch die Zufahrt zum Stellplatz war etwas tricky, da wir rückwärts über einen schmalen Fußweg und durch eine enge Einfahrt in den Stellplatz Nr. 74 mussten. Als dies geschafft war, richteten wir uns ein und warteten auf Birgit und Oliver, die noch auf einer Geocachingtour waren. Als sie dann eintrafen, war das Hallo groß und wir setzten uns erst einmal und tauschten uns aus.

Nachdem der Nachmittag so vorangeschritten, machten wir uns auf den Weg zum Sightseeing in Novigrad. Oliver fuhr mit dem Pkw und nachdem wir einen relativ kostengünstigen Parkplatz gefunden hatten, ging es erst einmal zum Hafen. Hier genossen wir ein Getränk, um uns für den anschließenden zweistündigen Bummel durch die Gassen von Novigrad zu stärken. Hier fanden wir auch ein Feinkostgeschäft, wo wir immer wieder zum Probieren animiert wurden.

Zum Abschluss gab es noch einige Fotostopps an der Küstenlinie der Altstadt, bevor es dann auf die Suche nach einem Restaurant für das Abendessen ging.

Im Restaurant Parangal, direkt an der Einfahrt zum Hafen, bekamen wir einen Tisch und genossen ein rustikales kroatisches Essen. Danach ging es mit dem Pkw zurück zum Campingplatz, wo wir uns noch im Zelt von Birgit und Oliver weiter unterhielten, bis der Abend vorangeschritten war und wir ins Bett gingen.

Am nächsten Morgen ist es wieder bedeckt, so dass Elli und ich beschließen, an diesem Tag weiterzufahren. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Birgit und Oliver, die noch fast ihren gesamten Urlaub vor sich haben und machen uns auf dem Weg. Bereits eine Stunde später sind wir auf der slowenischen Autobahn. Derart zügig sind wir noch nie durchgekommen. Es geht bis zum Karawankentunnel. Hier gerät der Verkehr ins Stocken und es fängt stark an zu regnen. Der Regen begleitet uns durch ganz Österreich. Auf Grund der Einreisestaus nach Deutschland, fahren wir durch Salzburg in Richtung B 20. Dachten wir, dass wir so den Stau umgehen könnten, hatten wir uns getäuscht. Auch hier an der Grenze ein Stau und dies, obwohl überhaupt keiner kontrollierte. Total unerklärlich.

Es geht weiter nach Burghausen. Wir hatten uns schon die ganze Zeit mit einer Übernachtungsmöglichkeit beschäftigt und hatten den Stellplatz in Burghausen ausgemacht. Nachdem wir den Stellplatz in der Berhamer Straße gefunden hatten, stellten wir schnell fest, wie abseits er doch lag. Ein erstes Informationsgespräch mit einer Fußgängerin ergab, dass wir über einen Fußweg den Berg hinab den kürzesten Weg in die Stadt hätten. Diesen nahmen wir dann auch gleich in Angriff und waren eine halbe Stunde später unterhalb der Burg am Eingang der Altstadt.

Da uns der Aufstieg zum Stellplatz für den Rückweg noch bevor stand, kamen wir schnell überein, die Burganlage auszulassen. Stattdessen wollten wir erst einmal etwas trinken und danach durch die Altstadt bummeln.

Nachdem dies erledigt war und auch ein Abstecher zur Landesgrenze an der Salzach drin gewesen war, suchten wir uns für das Abendessen das Augustiner am Stadtplatz aus. Drinnen war es warm und eine gemütliche Brauhausatmosphäre. Das gutbürgerliche bayerische Essen mundete uns sehr gut. Derart gestärkt ging es an den Aufstieg zum Stellplatz und wir waren froh als wir dort wieder eintrafen und ins Bett fallen konnten.

Am nächsten Morgen geht es über die B 20 und die B 8 nach Norden. Diverse Baustellen und Umleitungen verlangen immer wieder nach einer Änderung der Streckenführung. Kurz vor Regensburg legen wir nochmal ein Stopp an der Gedenkstätte Walhalla ein.

Insgesamt ein teures Vergnügen – 3 € fürs Parken und je Person 4 € Eintritt. Es war schon imposant, aber …

Nachdem wir die Halle mehr oder weniger ausgiebig besichtig hatten, genossen wir noch das warme Wetter und den Blick über das Land und die Donau.

Kurz bevor es nach dem Besuch auf die BAB 3 geht, stoßen wir noch auf einen Schnellimbiss, an dem wir uns einen Mittagssnack gönnen. Danach geht es auf schnellstem Weg nach Hause, wo wir gegen 20.00 Uhr ankamen.

Strecke 3367,9 km
Durchschnittsverbrauch 9,0 l
Durchschnittsgeschwindigkeit 71 km/h
Fahrzeit 46 h 50 min

An bayerischen Flüssen, Seen und Bergen

An bayerischen Flüssen, Seen und Bergen

24.05.2016 – 03.06.2016

Nachdem über Ostern der Süden bereits als Ziel gewählt wurde, wollten wir in diesem Zeitraum einmal in Deutschland bleiben und hatten uns für Bayern entschieden. Der erste Urlaubstag sollte stressfrei beginnen und die Etappe nicht zu groß sein, so dass wir Bad Brückenau als Ziel für unsere Übernachtung wählten. Kurz bevor wir dort ankamen, fing es an zu regnen. Wir beschlossen trotzdem den Tag in Bad Brückenau ausklingen zu lassen und fuhren den ausgeschilderten Stellplatz P3 an der Ancenis-Straße an. Da dieser aber in unmittelbarer Nähe zu einer Straße und einer Baustelle lag, beschlossen wir zum Stellplatz Buchwaldstraße weiterzufahren. Dieser lag wesentlich ruhiger und auch dichter am Ortskern. Nachdem wir uns kurz orientiert hatten, machten wir uns auf den Weg in den Ort, um etwas zu essen zu finden. Leider wurden wir enttäuscht. Alle Restaurants hatten geschlossen, so dass wir noch kurz einkauften und im Wohnmobil speisten.

Der nächste Morgen ist kühl und wolkig und wir beschließen nach Bamberg zu fahren. Schnell hat Elli einen Campingplatz gefunden und bereits gegen 11:00 Uhr kommen wir an der Campinginsel bei Bamberg-Bug an. Nach dem Aufstellen auf dem Stellplatz und einer kurzen Orientierungsrunde ging es um 12:30 Uhr mit dem Bus nach Bamberg. Im Bus wurde Elli dann von zwei älteren Damen in ein Gespräch über Mode mit einbezogen, so dass für sie die Fahrt recht kurzweilig war. Vom ZOB aus klapperten wir dann die Sehenswürdigkeiten, wie Fischerei und Dom, ab.

In einer Weinstube unterhalb des Domes gönnten wir uns dann ein Mittagessen – Krustenbraten mit Rauchbier zu einem vernünftigen Preis, bevor es in die Altstadt weiterging.

Von dort aus folgte die Insel und die enttäuschenden Theatergassen, bevor es wieder in die Fußgängerzone ging. Nach einem Kaffee und einem kurzen Einkauf auf dem Markt, ging es zurück zum Campingplatz, wo wir auf uns Biergarten noch ein Getränk gönnten. Nach dem Abendessen hielten wir uns im Wohnmobil auf und kamen mit einem Pärchen ins Gespräch, dass die Anschaffung eines Kastenwagens erwog und sich informieren wollte.

Am nächsten Morgen, einem Donnerstag, steuern wir nach dem Auschecken den Werksverkauf von Adidas in Herzogenaurach an. Auf der Anfahrt zum Verkaufsgelände wundern wir uns noch, warum so wenig los. Als wir dann direkt bei Adidas sind, stellen wir fest, dass gar nichts los ist. Ein Mitarbeiter eines nahen Schnellrestaurants klärt uns dann auf – in Bayern ist heute Feiertag und somit vieles geschlossen. Wir machen eine kurze Kaffeepause und besprechen die weitere Fahrtroute. Schnell kommen wir zu dem Entschluss ins Altmühltal zu fahren. Elli telefoniert ein paar Campingplätze ab und die ersten Antworten sind nicht positiv. Alle sind ausgebucht. Erst der Campingplatz An der Altmühl in Beilngries hätte noch etwas für uns frei.

Als wir dort gegen 11.30 Uhr ankommen, werden wir erst einmal Zeuge von der dürftigen Organisation der Betreiber. Nach einer geraumen Zeit des Anstehens und Wechsel in den Begehren der unterschiedlichen Leute – Boote mieten, Platz tauschen, auschecken, einchecken usw., sind wir dann dran. Elli bekommt den Stellplatz 162 auf der Insel zugewiesen. Wir machen uns auf den Weg und entfernen uns immer weiter vom Sanitärgebäude. Als wir drohen in eine Sackgasse zu fahren, geht Elli mal schauen und stellt fest, dass der Platz bereits belegt ist. Also zurück zur Rezeption. Wer jetzt denkt, es wird einfach ein neuer Platz gesucht, der irrt. Erst einmal geht man los und schaut, was los ist. Als sich dann alle Beteiligten wieder versammelt haben und nach einer Lösung suchen, schlage ich den Stellplatz 82 vor. Und tatsächlich, der ist frei und wir können uns dort einrichten. Geht doch.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, genießen wir erst einmal das gute Wetter, bevor wir uns gegen 14.00 Uhr mit dem Fahrrad auf den Weg an der Altmühl entlang in Richtung Kinding machen. Als wir dort ankommen, sind wir überrascht, dass dort gerade das Gartenfest mit Livemusik, Getränken und Essen stattfindet. Wir machen eine Pause, die eigentlich nur ein Getränk lang dauern sollte. Als dann aber die Livemusik losging, ließ sich Elli nicht zur Weiterfahrt überzeugen und so wurde die Pause ausgedehnt. Danach geht es aber zurück nach Beilngries. Wir legen keinen Stopp am Campingplatz ein, sondern fahren gleich in den Ortskern durch, um uns für das anstehende Abendessen zu orientieren. Nach einer kurzen Besichtigungsrunde kehren wir im Gasthof Stern ein, wo wir noch einen Platz im Bereich der Außenbestuhlung finden. Zunächst war angedacht, nur ein weiteres Getränk zu nehmen und einen Platz fürs Abendessen zu reservieren. Aus einem Getränk wurden dann zwei und die Zeit des Abendessens rückte näher, so dass wir gleich sitzen blieben. Es gab Schäuferle für mich und Elli wählte die Käsespätzle. Als dann die Spätzle kamen, war Elli etwas irritiert. Es waren Spätzle in Bratensoße – ein Kindergericht. Schnell war klar, dass die Bestellung falsch rübergekommen war und korrigiert wurde.

Nach dem Essen ging es zum Campingplatz zurück und wir genossen das warme Wetter. Bei einem Gang an der Altmühl entlang, die direkt neben dem Campingplatz dahinplätscherte, sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite ein Tier mit einem bräunlichen Fell. Um welche Art Tier es sich handelte, wurde kontrovers diskutiert. Letztlich setzte sich meine Sicht der Dinge durch. Es war ein Biber, der sich dort in der Uferböschung tummelte.

Am nächsten Tag herrschte wieder strahlender Sonnenschein. Das angekündigte Gewitter war ausgeblieben. Als ich die Brötchen abholen wollte, erfuhr ich, dass diese an den Platz geliefert werden. Es dauerte allerdings etwas, bis der Brötchenexpress bei uns ankam. Alles aber kein Problem, wir hatten ja Urlaub und somit Zeit.

Den Vormittag verbrachten wir in Beilngries mit Shopping und Sightseeing. Danach gammelten wir am Stellplatz herum.

Am frühen Nachmittag hatten wir davon genug und wollten eine kleine Wanderung machen. Ziel war die Kapelle im Schloss Hirschberg. Zunächst ging es am Ludwig-Donau-Main-Kanal entlang und dann über den Panoramahöhenweg nach Hirschberg.

Hier gab es auch gleich einen Gasthof, den wir für eine Pause nutzen wollten. Leider öffnete dieser erst um 17.00 Uhr, so dass wir unverrichteter Dinge weiterzogen. Die Besichtigung der Kapelle ließ ich aus und wartete an einer Wegkreuzung.

Das Schloss war eh nicht zu besichtigen. Nach kurzer Zeit kam Elli zurück. Leider war auch die Kapelle nicht zu besichtigen. Sie war, entgegen allen Ankündigungen, verschlossen. Über den Wanderweg K 2 ging es zurück nach Beilgries, wo wir in der Brauerei Schattenhöfer ein Abschlussgetränk zu uns nahmen.

Um 17.30 Uhr waren wir dann wieder am Platz und wieder war das angekündigte Gewitter ausgeblieben. Nach einer erfrischenden Dusche wollten wir am Campingplatz zu Abend essen. Da der Platz knapp war, arrangierte man sich und ein Pärchen aus Landsberg setzte sich zu uns und wir kamen ins Gespräch. Als es dann dunkel und damit kälter wurde, ging es zurück ins Wohnmobil.

Am nächsten Morgen klappte es mit den Brötchen besser. Durch Zufall stand ich vor dem Wohnmobil, als die Dame mit dem Bollerwagen vorbeikam und konnte ihr die Brötchen direkt abschwatzen. Danach radelte ich kurz zum nahen Netto-Markt, um unsere Getränke aufzufüllen. Um 10 vor elf ging es dann zur Rezeption. Wir hatten eine Kajak-Tour gebucht, die um 11.00 Uhr starten sollte. Was folgte, war etwas unorganisiert. Zunächst mussten wir, entgegen allen Absprachen, den Preis vor Ort in bar entrichten. Dies stellte aber kein großes Problem dar. Dann hatten wir ein Kajak gewählt. Dieses war jedoch noch nicht aufgeladen worden und musste erst geholt werden. Da stellten wir uns schon die Frage, warum wir vorher gebucht hatten. Als wir dann abfahrbereit im Kleintransporter saßen, kam noch eine größere Gruppe, die kurzentschlossen auch Kanufahren wollte. Jetzt reichte der Kleintransporter nicht mehr aus und wir mussten in einen Bus wechseln. Tatsächlich kamen wir dann um 11.30 Uhr los. Allerdings nicht ohne den Hinweis, dass ein Gewitter im Anzug sei und wir entsprechend vorsichtig sein sollten. Weitere Verhaltensweise gab es nicht.

Um 11.45 Uhr kamen wir am Bootsanleger in Ilbling an. Nach dem Abladen der Boote folgte auch schon die nächste Überraschung. Für das Kajak war nur ein Paddel vorhanden. Als Ersatz bot man uns ein Stechpaddel an. Nicht wirklich zielführend. Die Folge daraus war, dass die körperliche Belastung für das Vorankommen bei einer Person lag und die andere, die Fahrt genießen konnte. Insgesamt war die Tour sehr idyllisch. Auch das Vorankommen war gut, da die Altmühl über ausreichend Wasser und Strömung verfügte. Lediglich an einer Stelle setzten wir auf. Dies führte aber auch gleich dazu, dass wir einige Anläufe brauchten, bis wir uns freigerüttelt hatten, denn Aussteigen wollte keiner.

An der Kratzmühle dann eine kleine Überraschung, auf die uns keiner vorbereitet hatte. Auf Grund eines Wehres mussten wir das Kajak ein kurzes Stück über Land tragen. Danach geht es auf der Altmühl weiter. Das angedrohte Gewitter ist wieder ausgeblieben und mittlerweile machte sich die permanente Sonneneinstrahlung bemerkbar. Gegen 14.00 Uhr waren wir am Bootsanleger des Campingplatzes angekommen. Elli, die nicht einmal wirklich paddeln musste, fühlte sich derart unterfordert, das sie erst einmal eine Runde Laufen ging. Danach gibt es in der Gaststätte am Campingplatz erst einmal ein Bier auf Kosten des Hauses, für die ganzen Kleinigkeiten, die wir am heutigen Tag ertragen mussten.

Um 17.00 Uhr trieb uns dann der Hunger in die Stadt. Schnell entschlossen wir uns wieder für den Gasthof Stern und hatten Glück. Kurz nachdem wir uns gesetzt und unser Essen bestellt hatten, wurden keine weiteren Bestellungen auf Grund einer geschlossen Gesellschaft mehr angenommen. Zu unserer Überraschung unterschied sich das Essen zum ersten Besuch. Die Portionen waren doppelt so groß – bei gleichem Preis. Uns sollte es recht sein. Nach dem reichhaltigen Abendessen gönnt sich Elli noch ein Eis, bevor es zum Wohnmobil zurückgeht. Hier bereiten wir dann noch kurz unsere Abfahrt für den nächsten Tag vor.

In der Nacht hatte es zu regnen angefangen und auch am Morgen waren immer wieder kleine Schauer unterwegs. Gut, dass wir das meiste bereits eingepackt hatten. Das mit den Brötchen klappt diesmal erst in der 2. Runde. Danach wollen wir noch kurz entsorgen. Damit dies erfolgen kann, muss die entsprechende Fläche erst von abgeparkten Anhängern und Radladern befreit werden. Auch hier stellt sich uns die Frage, warum man diese auf der Fläche abgestellt hat, wo doch wirklich ausreichend Parkraum vorhanden war. Um 09.45 Uhr kommen wir dann los und legen erst einmal nach wenigen Metern einen Stopp am Volksfestplatz ab. Hier findet gerade ein Flohmarkt statt. Bei dem Gang über den Flohmarkt gelingt es Elli einen günstigen Eierbecher für ihre Sammlung zu erstehen.

Über die Landstraße geht es dann bis nach Denkendorf. Erst hier geht es dann auf die A 9 in Richtung Süden. An diesem Sonntag ist nur mäßiger Verkehr und bis auf eine kleine Phase mit stockendem Verkehr am Autobahndreieck Holledau geht es gut voran. Ab München geht es dann auf die A 8. Da allerdings auf der B 21 ein Stau angesagt ist, wählen wir die Abfahrt Bad Reichenhall und fahren über die B 20 nach Berchtesgaden. Um 13.30 Uhr kommen wir dann am Campingplatz Grafenlehen in Schönau am Königssee an. Es folgt eine kurze Diskussion mit Elli über den geeigneten Stellplatz und wir einigen uns letztlich auf Platz Nummer 9. Nachdem wir uns eingerichtet haben, geht es erst einmal zum Königssee.

Erster Stopp ist ein Biergarten, wo wir ein Helles und Topfenstrudel genießen. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen wir danach am Seeufer, genießen den Ausblick und besprechen die weiteren Tage. Als wir um 17.30 Uhr zurück am Wohnmobil sind, beginnt es zu regnen und wir verbringen den Rest des Tages in unseren mobilen vier Wänden.

Am nächsten Morgen regnet es leicht. Wir machen uns daher um halb zehn zu Fuß auf den Weg in Richtung Berchtesgaden. Dort geht es direkt zum Bahnhof, wo wir uns eigentlich nur über einen Zugtransfer nach Bad Reichenhall erkundigen wollen. Da der Zug aber abfahrbereit am Bahnsteig steht, steigen wir gleich zu und so, nach einer idyllischen Zugfahrt, kurze Zeit später in Bad Reichenhall aus. Hier bummeln wir durch die Kuranlage und die Innenstadt.

Elli nutzt die Zeit, um sich eine neue Wanderhose zuzulegen. Um 13.00 Uhr geht es dann mit dem Zug wieder zurück nach Berchtesgaden, wo wir noch durch den historischen Ortskern gehen wollen. Beim Aufstieg nach Berchtesgaden fängt es an zu regnen. Der Regen wird immer stärker und als wir am Schloss von Berchtesgaden stehen, regnet es derart stark, dass wir uns erstmal unterstellen müssen.

Wir setzten uns dann in eine Gaststätte, um den stärksten Regen abzuwarten. Als dieser etwas nachließ, machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof. Leider fuhr zeitnah kein Bus in Richtung Schönau. Wir gingen also erst einmal Einkaufen und beschlossen dann, an der Berchtesgardener Ache zu Fuß zurück zum Campingplatz zu gehen. Dort trafen wir gegen halb fünf wieder ein und waren zu unserem Glück trocken geblieben.

Um 18.00 Uhr machten wir uns auf den Weg in den Gasthof auf dem Campingplatz, um etwas zu Abend zu essen. Im Gasthof war Selbstbedienung und nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, kamen Essen und Getränke auch recht zügig. Interessant wurde der Abend durch ein französisches Ehepaar, das am Nebentisch saß und sichtlich unzufrieden mit allem war. Jegliche Hilfe lehnte sie ab und wurde auch noch unfreundlich, was zum Kopfschütteln bei vielen Gästen führte.

Da das Wetter sich auch am nächsten Morgen nicht deutlich verbessert hatte, brachen wir unsere Zelte ab und wollten uns eine trockenere Region suchen. Zunächst ging es über die B 305 / B 20 durch die Ramsau. Ziel war eigentlich Reit im Winkl. Leider war die Zufahrt von unserer Strecke aus gesperrt, so dass es für uns über die B 306 nach Inzell und Traunstein ging. In Traunstein biegen wir dann zum Chiemsee ab und machen uns an eine Seeumrundung.

Der erste Stopp erfolgt in Seebruck. Hier stellen wir schnell fest, dass es keine gebührenfreien Parkplätze gibt und der vorhandene Parkraum auch noch überteuert ist. Diese Erkenntnis behält unseres Erachtens für alle Orte am Chiemsee ihre Gültigkeit, so dass wir bei den verschiedenen Stopps immer wieder Parkplätze suchen müssen, die einen Kurzaufenthalt zulassen. In Prien am Chiemsee wollen wir dann länger stehen, um uns den Ort anzuschauen. Zu unserem Glück finden wir einen gebührenfreien Platz auf einem Parkstreifen nahe der Innenstadt. Leider ist hier die Nutzung der Parkscheibe obligatorisch und ich hatte immer noch keine ins Wohnmobil gelegt. Also gehe ich auf Gutglück in ein nahes Schreibwarengeschäft und frage nach einer Parkscheibe. Diese Einnahmequelle hat man hier bereits erkannt und hält einige vor, die man für 0,50 € erwerben kann.

Es folgt ein kurzer Gang durch die Fußgängerzone und ein Kaffee in einem der vielen Cafés. Danach geht es weiter, allerdings nicht ohne vorher die Vorräte in einem Lidl aufzufüllen. Bevor es auf die Autobahn geht machen wir noch eine kurze Mittagspause in einem Schnellrestaurant in Bernau. Dann geht es auf der A 8 bis nach Irschenberg. Kurz vor der Abfahrt hatten wir einen Blick auf die Wallfahrtskirche Wilparting werfen können und steuern diese an, um einen Besichtigungsstopp einzulegen. Danach folgt ein kleiner Abstecher an den Schliersee und dann geht es weiter an den Tegernsee. Hier hatten wir den Campingplatz Wallberg in der Nähe von Rottach-Egern als Ziel ausgewählt, da Elli sich mit ihrer alten Bekannten Britta treffen wollte, die in Rottach-Egern wohnt. Gegen 15.00 Uhr kommen wir am Campingplatz an und machen uns nach dem Bezug des Stellplatzes erst einmal auf den Weg zum Seeufer. Gegen 17.00 Uhr beenden wir unseren Spaziergang mit einem Bier in der Campingplatzgaststätte. Danach gibt es Abendessen, traditionell Weißwüste und Brezeln, bevor uns Britta gegen 19.00 Uhr zu einem gemeinsamen Abend abholt.

Am nächsten Morgen erwartet uns wieder das übliche Regenwetter und wir beschließen weiterzufahren. Über Landstraßen geht es nach Bad Tölz, wo wir einen Sightseeingstopp einlegen. Der erste Weg führt uns auf den Kalvarienberg mit einer Besichtigung der Kreuzkirche. Danach geht es noch die Innenstadt.

Nachdem wir die Besichtigung von Bad Tölz beendet hatten, geht es in Richtung Wolfratshausen, bekannt aus der Fernsehserie Hubert & Staller. Gerechnet hatten wir mit einem kleinen, verschlafenen Ort. Vorgefunden haben wir eine betriebsame Kreisstadt. Bei einem Einkaufsstopp suche ich nach weiteren Sehenswürdigkeiten und einer Zufahrt an den Starnberger See und entdecke durch Zufall den Ort Ammerland, den ich auf Grund der Verbindung zum Oldenburger Land als Ziel auswähle. Wir quälen uns über kleine Nebenstraßen zum Ziel und stoßen unmittelbar nach der Ortseinfahrt durch Zufall auf die Bäckerei Graf, die als Kulisse für das Café Rattlinger in der oben angesprochenen Fernsehserie dient. Nach einem kurzen Fotostopp geht es ans Seeufer.

Von hier aus geht es dann zur A 95, die uns nach Garmisch-Partenkirchen bringen soll. Hier hatten wir uns in der Ortschaft Grainau den Campingplatz Camping Zugspitz Resort entschieden. Dieser versprach Erholung, Komfort und Entspannung und verfügte sogar über ein Wellnessangebot mit Sauna für Elli. Schnell richteten wir uns auf dem Stellplatz Nummer 1 ein und genossen das sonnige Wetter.

Am frühen Nachmittag ging es dann für Elli in die Sauna, während ich am Wohnmobil zurück blieb und versuchte einen Blick auf die Zugspitze zu erhaschen. Die war leider wolkenverhangen, so dass wir auf den nächsten Tag setzten.

Bereits um viertel nach sechs weckt uns das erste Mal die Bahn mit ihrem Signalhorn, dass sie dieses in der Nähe an einem unbeschrankten Bahnübergang betätigt. Bis 08.00 Uhr schaffen wir es trotzdem liegen zu bleiben, da vorher auch keine Brötchen zu bekommen sind. Nach dem Frühstück machen wir uns dann auf, um zum Eibsee zu wandern.

Wir hatten dazu einige Wanderwege herausgesucht und es ging über Untergrainau und Grainau am Rosensee und Badersee entlang.

Um kurz nach elf kommen wir am Eibsee an. Eine Auffahrt zur Zugspitze lohnt sich nicht, da auf den Webcams zu erkennen ist, dass die Zugspitze komplett in den Wolken liegt.

Wir gönnten uns also ein Getränk im der Gaststätte Eibsee Panorama und beschließen mit dem Bus bis nach Garmisch zu fahren, um den Ort zu besichtigen. Gesagt, getan. Zur Mittagszeit kommen wir in Garmisch an und machen uns erst einmal auf die Suche nach einem Mittagssnack. Danach folgt ein ausgiebiger Spaziergang durch die Fußgängerzone, bevor wir um 14.21 Uhr den Bus zurück nehmen wollen. Guten Mutes geht es zur Bushaltestelle, an der wir ausgestiegen sind. Mit uns warten augenscheinlich weitere Wanderer auf den Bus in Richtung Zugspitze. Nur kommen tut er nicht. Nachdem er schon einige Zeit überfällig ist, versuchen wir den Grund in Erfahrung zu bringen und stellen fest, dass wir an der falschen Bushaltstelle sind. Der Haltepunkt für den Wanderbus ist um eine Straße verlegt und da hat der Bus vermutlich pünktlich gehalten. Vor die Wahl gestellt eine weitere Stunde zu warten oder die vier Kilometer zu Fuß zu gehen, entscheiden wir uns für den Fußmarsch und kommen vor dem Bus am Campingplatz an. Danach folgt relaxen, Wellness und Sauna.

Am nächsten Morgen, um kurz nach acht, erreicht uns die Mitteilung unseres Sohnes, dass er sein Abitur bestanden hat. Wir studieren noch die Wettervorhersagen, die nicht positiv sind, um die weiteren Aktivitäten zu planen. Als wir durch Zufall das Wetter von Harsum einsehen und dort strahlenden Sonnenschein bei hohen Temperaturen feststellen, steht unser Entschluss für eine Rückfahrt fest. Bereits um 09.00 Uhr sind wir unterwegs und fahren über Reutte in Österreich auf direktem Weg in Richtung A 7 und dann nach Norden, der Heimat entgegen. Gegen 18.30 Uhr treffen wir dann wieder in Harsum ein und beenden diese Urlaubstour.

Strecke 1781,9 km
Durchschnittsverbrauch 9,2 l
Durchschnittsgeschwindigkeit 72 km/h
Fahrzeit 24 h 41 min

 

Mit dem Wohnmobil an den Golf von Neapel

2016 Italien

23.0.2016 – 02.04.2016

Der Frühlingsurlaub stand mal wieder vor der Tür und wir machten uns Gedanken, wohin wir unser neues Wohnmobil steuern könnten. Im Oktober hatten wir unser Alkovenmodell verkauft und uns einen Kastenwagen von OrangeCamp zugelegt, um dem geringerem Platzbedarf gerecht zu werden. Nach zwei kurzen Eingewöhnungstouren stand nun die erste längere Tour bevor. Einhellig wurde Wärme und Sonne verlangt, so dass schnell Italien als Reiseziel festtand.

Am 23.03. ging es gegen 15:30 Uhr los. Wir wollten ohne viel Stress fahren und machten uns keine großen Gedanken über den Verkehr. Mal sehen, wie weit wir kommen würden. Da alles gut ging, waren wir schnell in Fulda angekommen und Elli telefonierte, um sich mit einer Bekannten aus Würzburg zu treffen. Da dies nicht klappte, fuhren wir noch ein kurzes Stück und landeten auf dem Stellplatz in Segnitz, den Elli für uns herausgesucht hatte. Auf der Anfahrt landeten wir erst auf einem Parkplatz, der auch als Stellplatz genutzt wurde. Da es bereits dunkel war, mussten wir uns kurz orientieren, bis wir den eigentlichen Stellplatz gefunden hatten. Eine kurze Anmeldung in der Gaststätte und wir richteten uns für die Nacht ein. Danach ging es noch in das Gasthaus zum Abendessen, das wirklich gut war.

Am nächsten Morgen wurden wir um 06.10 Uhr durch die Müllabfuhr geweckt, die durch die Straße fuhr, so dass wir bereits um halb sieben aufstanden und frühstückten. Um 07.45 Uhr ging es dann weiter. Schnell waren wir auf der Autobahn in Richtung Süden und wurden genausoschnell wieder gebremst. Vollsperrung der BAB 7 auf Grund eines umgestürzten Schweinetransportes. Wir reihten uns in die Staus auf der Umleitungsstrecke ein. Kurz vor Rotenburg o.d.T. ging dann gar nichts mehr. Der Verkehr stand und wir bogen einfach von der Strecke ab und suchten uns unsere eigene Umleitung. Gefühlt waren wir schneller unterwegs – überprüfen ließ sich dies leider nicht.

Wieder auf der Autobahn ging es ohne Probleme weiter und schnell hatten wir den Fernpaß erreicht und überquert. Gegen 13.00 Uhr kamen wir in Innsbruck an und tankten. Hier zeigten sich die ersten Vorteile des neuen Mobils. Zum Einen tankten wir das erste Mal auf der Fahrt, was dem großen Tank geschuldet war. Weiterhin errechneten wir einen Durchschnittsverbrauch von 9,8 l/100 km, was wir mit dem alten Mobil nicht einmal ansatzweise erreicht hatten.

Nach dem Tanken und einem kurzen Imbiss ging es weiter über den Brenner. Nachdem wir Italien erreicht hatten, machte sich Elli an die Auswahl einer Übernachtungsgelegenheit. Was sie auch heraussuchte, war entweder noch geschlossen oder voll. Fündig wurde sie dann beim Campingplatz Bavaria in Riva del Garda. Der Navi wurde auf die Anschrift programmiert. Das machte uns die Anfahrt aber nicht einfacher, da er sich kurz vor dem Ziel etwas verzettelte. Ursächlich dafür war meines Erachtens, dass die Straße in einer Hanglage so dicht beieinanderlagen, dass einfach die falsche zum Abbiegen ausgewählt wurde. Danach hatte der Navi mehrere fahrerisch interessante Vorschläge, die ich konsequent missachtete und nach Beschilderung fuhr. Letztlich erreichten wir gegen 17.00 Uhr die Einfahrt zum Campingplatz und wären an dieser fast noch vorbeigefahren, da sie etwas versteckt liegt.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es erst einmal unter die Dusche und dann auf einen kurzen Spaziergang zum Seeufer. Danach gehen wir zum Abendessen in die Pizzeria am Platz. Die füllt sich schnell, da sie durch eine größere Gruppe skandinavischer Segler genutzt wird. Nach dem Abendessen geht es ins Wohnmobil, wo wir die weitere Urlaubsroute vorplanen.

Der nächste Morgen ist Karfreitag. Trotzdem werden wir erneut um kurz nach sechs durch die Müllabfuhr geweckt. Diesmal blenden wir es aus und reagieren erst auf eine Gruppe Läufer, die um 08.00 Uhr an unserem Mobil vorbeijoggt. Ich mache mich auf den Weg zum Coop in einem nahen Einkaufszentrum, um Brötchen zu kaufen. Das Geschäft hat noch zu, so dass ich eine Viertelstunde warten muss, bis ich an das begehrte Gut gelange. Der Brötchenpreis errechnet sich mal wieder nach dem Gewicht und unsere Brötchen kosten uns 0,48 €.

Nach dem Frühstück lassen wir uns Zeit und machen uns gegen 10.00 Uhr auf zu einem Bummel durch den Ort. Am Seeufer entlang geht es nach Riva del Garda.

Als wir uns dem Hafen nähern, bemerken wir schon die Vielzahl von Segelbooten der Optimisten-Klasse. Wir schauen uns das Spektakel an. Es handelt sich um eine Regatta für Jugendliche und es sind Jollen aus allen Ländern zu erkennen.

Nachdem wir genug gesehen hatten, bummeln wir in die Stadt.

Nach einem Cappuccino am Hafen geht es kurzentschlossen an den Aufstieg zur Bastion, um mal den Überblick über das Nordufer des Gardasees zu genießen. Der etwa ein Kilometer lange Aufstieg führt über eine gewundene Straße direkt zur Bastion. Von hier hat man den erwartet schönen Ausblick.

Nach dem Abstieg machen wir uns an den Bummel durch die Gassen von Riva del Garda. Ihren Abschluss findet unsere Tour bei einem Cappuccino auf einer Piazza an der Via Giardini Verdi, wo wir dem Abbau der Marktstände zuschauen können. Unser Weg zum Campingplatz führt uns an dem Coop vorbei, wo wir noch schnell etwas fürs Abendessen einkaufen, bevor wir endlich am Platz relaxen können. Nach zwei Stunden haben wir erst einmal genug davon und machen uns noch kurz auf den Weg zum nahen Yachthafen, wo wir in der Sailing Bar ein Bier genießen und den ersten Jollen bei der Hafeneinfahrt zuschauen können.

Der nächste Tag startet gegen 08.00 Uhr. Diesmal macht sich Elli auf den Weg die Brötchen zu holen. Gegen 09.30 Uhr haben wir gefrühstückt und alles verstaut, so dass wir uns auf den weiteren Weg machen können. Da uns der Dieselpreis ausgesprochen günstig erscheint, was sich später auch bewahrheitet, tanken wir an der nahen Tankstelle noch schnell volll und fahren dann in Richtung Autobahn. Zunächst schenken wir dem Navi das Vertrauen, das ihm gebührt. Bei näherer Betrachtung stellen wir aber fest, dass er eine Strecke gewählt hat, die zwar etwas schneller werden könnte, aber definitiv länger ist. Im Ergebnis folgen wir dann doch unserer eigenen Streckenführung und fahren in Montava ab, folgen der Landstraße SP55 bis Parma, wo wir wieder auf die Autobahn auffahren.

Um kurz vor Drei kommen wir in Pisa an und fahren direkt zum Campingplatz Torre Pendente. Der Platz ist gut gefüllt. Wir finden einen Stellplatz in einer Gruppe Wohnmobile aus San Marino und richten uns ein. Bis 17.00 Uhr entspannen wir uns am Platz. Dann machen wir uns auf zu einem kurzen Spaziergang zum Schiefen Turm.

Die Vielzahl an Besuchern und die daraus resultierende Enge ist nicht gerade angenehm, so dass wir die Stippvisite nach eine paar Fotos beenden und uns etwas für das Abendessen einkaufen, bevor wir uns an den Rückweg machen. Den Rest des Tages verbringen wir in der mittlerweile gewohnten Atmosphäre unseres Wohnmobils.

Auf Grund der Erkenntnisse aus der Stippvisite kommen wir am nächsten Morgen schnell zu dem Entschluss weiterzufahren. Als Ziel wählten wir Pompeji aus, da wir da wissen, was uns erwartet. Da uns eine Strecke von knapp 600 Kilometern bevorsteht, füllen wir noch schnell unseren Tank auf. Bei uns klappte es problemlos, wohingegen der Franzose vor uns scheitert, da seine Kreditkarte nicht akzeptiert wurde.

Nach dem Tanken geht es auf die Autobahn in Richtung Süden. Der Navi errechnet 18.00 Uhr als Zielzeit und korrigierte sich dann immer weiter nach hinten. Wir schauen mal etwas detaillierter nach und stellen fest, dass er die anstehenden Verkehrsereignisse berücksichtigt. Allerdings sind dies Ereignisse, die größtenteils noch 400 Kilometer von uns entfernt sind, so dass wir ihnen keine Beachtung schenken. Dies ist dann auch richtig, da sich alle Ereignisse bei unserer Ankunft bereits erledigt hatten, so dass wir tatsächlich um 18.00 am Campingplatz Zeus in Pompeji angekommen.

Das Check Inn lief diesmal etwas komplizierter ab. Freie Stellplatzwahl war nicht angesagt. Wir bekamen einen Platz zugewiesen, indem wir einem Mitarbeiter folgten und er irgendwann auf einen freien Platz zeigte und sofort verschwunden war. Da alle Plätze diagonal angeordnet waren, standen wir vor dem Problem, wie bekommen wir unser Mobil da rein. Die Fläche zum Rangieren war knapp bemessen und auch noch durch Mülltonnen und Bäume begrenzt. Unter der Mithilfe eines Platznachbarn gelang es uns schließlich das Mobil adäquat einzuparken.

Nachdem alles erledigt war, ging es kurz zum nahen Bahnhof. Wir wollten uns über Möglichkeiten mit dem Zug nach Neapel zu fahren informieren. Leider war unser Versuch nicht von Erfolg gekrönt. Ein Zugfahrplan war nicht erkennbar und jeder, den wir fragten, verwies uns auf Bus und Taxi, so dass wir unser Anliegen als erledigt betrachteten. Es ging dann weiter zum Essen. An der Via Plinio entlang ging es zur Piazza Imacolata. Hier suchten wir das Restaurant Corallo auf, das uns bei unserem ersten Besuch bereits bewirtet hatte. Das Essen war wieder okay und die deutsch sprechende Dame erschien auch wieder, so dass wir schnell ins Gespräch kamen. Elli schloss ihr Essen mit einem Nachtisch ab, der ihr auf Empfehlung der Dame serviert wurde. Ein Biskuitkuchen mit dem hier üblichen Zitronengeschmack. Nach dem Essen ging es dann zum Campingplatz zurück.

Nach dem Frühstück beschlossen wir weiterzufahren, da wir nicht noch einmal Pompeji besuchen wollten. Nachdem wir alles verstaut hatten, machten wir uns wieder ans Rangieren. Wieder half der Platznachbar dabei, dass wir den Platz vernünftig verlassen konnten. Danach verursachten wir an der Schranke einen kurzen Stau, da alles auf den Abschluss unseres Bezahlvorgangs warten mussten.

Über kleine Nebenstrecken ging es dann in Richtung Sorrento. Als wir eine günstige Tankstelle erblickten, beschlossen wir noch schnell unseren Tank zu füllen. Obwohl es eine Tankstelle mit Service, d.h. ich brauchte mir selbst die Finger nicht dreckig zu machen, war der Preis recht günstig. Danach ging es über die SP155 weiter. Anfangs dachten wir, dass es sich um eine Küstenstraße mit Aussicht auf den Golf von Neapel handelt. Hier wurden wir aber enttäuscht. Größtenteils verläuft die Straße in Tunneln. Und wenn dies nicht der Fall ist, geht sie durch die Küstenorte. Hier ist die Straße eng und zugeparkt, dass sie wirklich eine Herausforderung darstellte.

Kurz vor Sorrento wird die Streckenführung dann doch ansehnlicher und wir nutzten die Möglichkeit eines Stopps, um den Ausblick zu genießen und ein paar Fotos zu machen.

Bereits um halb elf kamen wir am Campingplatz Santa Fortunata in Sorrento an. Wieder bekamen wir einen Stellplatz zugewiesen. Diesmal allerdings mit wunderschöner Aussicht auf Sorrento. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es zur Rezeption, von wo der Shuttlebus in die Stadt fahren sollte.

Die Fahrt kostete uns 1 € und endete an einem Platz an der Via Antonnio Sersale. Von nun an hatten wir etwa vier Stunden Zeit für unseren Bummel, da erst dann der nächste Bus zurück fahren würde. Pünktlich mit dem Aussteigen fing es erstmals an leicht zu regnen. Mit dem Erreichen der Fußgängerzone wurde der Regen stärker, so dass wir gleich erst einmal nach drinnen flüchteten und die Kathedrale von Sorrento besichtigten. Im weiteren Verlauf unseres Stadtbummels wechselte das Wetter immer mal wieder.

Durch die Gassen der Innenstadt, die oberhalb der Steilküste liegt, ging es dann in Richtung Hafen, wo die Fähren in Richtung Capri und Ischia abfahren. Der Abstieg zum Hafen führte über eine Treppe direkt an der Steilküste entlang.

Nach der Hafenbesichtigung machten wir uns wieder an den Aufstieg und bummelten weiter durch die Gassen bis zum Aussichtspunkt an der Piazza della Vittoria. Von hier hatte man noch einmal eine schöne Sicht auf den Hafen und, da sich das Wetter mittlerweile für Sonnenschein entschieden hatte, einen Ausblick mit Regenbogen.

Um 16.00 Uhr hatten wir das Gefühl alle Sehenswürdigkeiten besucht zu haben und beendeten unsere Tour. Der Shuttlebus erschien pünktlich und brachte uns zum Campingplatz zurück. Hier erwartete uns erst einmal eine warme Dusche und etwas Entspannung.

Um 18.00 Uhr ging es dann zum Abendessen in das Restaurant auf den Platz. Elli entschied sich für frittierten Tintenfisch und Garnelen, wohingegen ich eine Pizza auswählte. Meine Pizza war, ohne die Promodoro, etwas gewöhnungsbedürftig. Ellis Essen hingegen ging gar nicht. Der Tintenfisch war wie Gummi. Sie entschied sich, das Essen zu reklamieren und bekam anstandslos eine neue Portion. Die war besser, so dass wir das Abendessen letztlich doch noch genossen.

Am nächsten Morgen ging es bei Sonnenschein weiter. Elli wollte unbedingt nach Herculaneum und ich war Willens ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Der Navi kannte in der Nähe einen Campingplatz und lotste uns über eine abenteuerliche Strecke dahin. Leider war der Campingplatz nicht mehr da und die enge Straße führte in den Nationalpark Vesuv weiter. In einer Einfahrt konnten wir wenden und es ging weiter zum nächsten Campingplatz im Norden von Neapel. Dazu mussten wir einmal durch Neapel. Die Stadtautobahn, die wir dazu nutzten, war gut gefüllt und der Verkehr abenteuerlich. Nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, folgte eine wirklich abenteuerliche Route über eine Nebenstraße, die eher an einen Feldweg erinnerte.

Um kurz vor 10.00 Uhr standen wir vor der Zufahrt zum Campingplatz Solfatara in Pozzuoli. Die Zufahrt führte durch ein Gebäude und war mit einer Höhe von 3,20 m und Breite von 2,10 m sehr begrenzt. Dahinter fand sich ein netter Campingplatz, der direkt in dem Vulkankrater eingerichtet war. Nachdem wir einen Stellplatz gewählt hatten, machten wir uns an einen Bummel durch den Naturpark im Krater mit seinen heißen Dampf- und Fangoquellen.

Nach dieser Besichtigungstour machten wir uns auf den Weg nach Herculaneum (Ercalano). Erste Informationen hatten wir vom Campingplatzbetreiber erhalten. Bergab ging es den knappen Kilometer zum Bahnhof. Hier kauften wir unsere Fahrtkarten. Die für die Rückfahrt gleich mit – was sich als gut erwies. Mit dem Zug ging es dann nach Neapel bis zum Bahnhof an der Piazza Giuseppe Garibaldi. Nach unseren Informationen mussten wir einfach nur eine Ebene nach oben wechseln, um den Zug nach Ercalano zu finden. So einfach war das aber nicht. Jeden, den wir fragten, hatte eine andere Alternative und alle waren falsch. Letztlich fanden wir heraus, dass der Zug am gleichen Gleis ging, da er durch die Bauarbeiten im Bahnhof umgeleitet wurde.

Nachdem wir so unseren Zug gefunden hatten, kamen wir kurze Zeit später in Ercalano an. Hier gab es keinen einzigen Hinweis auf den Weg zu den archäologischen Stätten. Wir fragten einen Anwohner, der empfahl uns den Bus zu nehmen, was uns absurd vorkam, da sie ja nur 800 Meter entfent sein sollten. Letztlich bemühten wir ein App auf dem Handy, um uns zu lotsen. So kamen wir an einem geöffneten Tor an, hinter dem ein Kassenhäuschen und die antiken Stätten waren. Wir gingen hinein und Elli fragte am Kassenhäuschen nach dem Eintrittspreis. Hier wurden allerdings nur Audioguides verkauft und der Mitarbeiter war sichtlich amüsiert, dass wir ohne Eintritt hineingelangt waren. Da wir seine Billigung hatten, machten wir uns ohne Eintrittskarte an die Besichtigung.

Das Areal war wesentlich kleiner als Pompeji, jedoch in vielen Bereichen detailreicher. So konnte man wesentlich mehr erhaltene Mosaike und Wandzeichnungen vorfinden.

Am Interessanten war der gut erhaltene Hafenbereich, in dem man die Leichen der verstorbenen Bewohner vorgefunden und nun rekonstruiert hatte.

Nach dem erneuten Aufstieg von der Hafenebene, bummelte Elli noch durch ein paar Villen, während ich auf sie wartete.

Danach ging es noch kurz zum Getränkeautomaten, wo wir uns zwei Flaschen Wasser kauften, da es mittlerweile doch sehr warm geworden war. Nach etwas über zwei Stunden hatten wir unserer Meinung nach genug gesehen und machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof.

Diesmal wählten wir den offiziellen Ausgang und hatten dadurch ein Strecke von 1,2 Kilometern bis zum Bahnhof. Kurz vor dem Ausgang wollte Elli noch ein Foto der Anlage von oben machen und beugte sich dabei übers Geländer. Hierbei verlor sie ihre Wasserflasche, die wir kurz zuvor erworben hatten und noch gut gefüllt war.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof fragten wir uns immer wieder, wann denn eigentlich der Zug zurück abfuhr. Wir konnten uns nicht genau erinnern, wussten nur, dass er alle Stunde ging. Etwa 400 Meter vom Bahnhof entfernt waren wir uns sicher, dass er in etwa einer Viertelstunde ging und beeilten uns entsprechend, um ihn noch zu erreichen. Kurz bevor wir den Bahnhof erreichten, hörten wir das Pfeifsignal eines Zuges. Dieses veranlasste uns, den Rest des Weges laufend zurückzulegen. Auf dem Bahnsteig angekommen stellte sich nur noch die Frage, auf welchem Gleis der Zug einfuhr. Ein anderer Bahngast wies uns das richtige Gleis und dazu noch den kürzesten Weg auf die andere Seite zu gelangen. Als wir Gleis 2 betraten, fuhr auch schon der Zug ein. Zeit Fahrkarten zu kaufen, hätten wir definitiv nicht gehabt.

Wir saßen gerade im Zug, da kam auch schon ein Schaffner und kontrollierte die Fahrkarten. Das hatte es auf der Hinfahrt nicht gegeben. Stolz gab Elli ihm die Fahrkarten und er wies uns darauf hin, dass diese nicht abgestempelt waren. Wir erklärten ihm unsere Unwissenheit diesbezüglich und er entwertete sie handschriftlich. Schwarzfahren wäre auch absurd gewesen. Die Fahrkarte hatte gerade mal 2,60 € gekostet.

Nach unserer Ankunft in Pozzuoli machen wir uns an den Aufstieg zum Vulkankrater und damit zu unserem Campingplatz. Hier kommen wir gegen 19.00 Uhr an und hatten keine Lust mehr, auch nur einen Meter zu gehen. Nach einer erfrischenden Dusche und einem ausgiebigen Abendessen, entspannten wir im Mobil.

Der nächste Tag ist wieder ein Reisetag. Um halb zehn kommen wir los und fahren zunächst über die Stadtautobahn. Der Verkehr ist unangenehm und an jeder Auffahrt staut es sich. Als wir Neapel dann endlich hinter uns gelassen haben, geht es beschaulich in Richtung Norden. An Rom vorbei geht es nach Florenz, wo der Verkehr wieder stark zunimmt. Kurz hinter Florenz trennt sich A1 in zwei Möglichkeiten. Wir folgen der normalen Beschilderung und nicht der „Variante“. Letztlich wohl eine schlechte Entscheidung, da wir nach der Zusammenführung wieder Fahrzeuge überholen, die wir vor Florenz bereits überholt hatten.

Gegen 18.00 Uhr treffen wir in Peschiera del Garda ein und fahren noch einen Supermarkt an, um unsere Vorräte zu ergänzen, bevor wir den Campingplatz Cappuccini ansteuern. Der Empfang ist wieder sehr freundlich und wir machen uns an die Stellplatzsuche. Ellis Vorstellungen nach einem unverbauten Seeblick können nicht ganz erfüllt werden, da die guten Plätze bereits vergeben sind und der Rest manchmal wirklich arg mit Gefälle ausgestattet ist. Als wir uns auf Platz 23 eingerichtet haben, stellen wir fest, dass wir auch von dort einen Seeblick haben.

Der nächste Morgen beginnt mit einem Frühstück in der Sonne. Danach lassen wir den Tag so dahinplätschern. Gegen 16.00 Uhr gehen wir dann in die Innenstadt. Beim Bummel durch die Gassen findet Elli das ein oder andere Geschäft, das ihr zusagt und sie macht sich ans Shoppen. Schnell wird sie fündig. Hier zwei Paar Schuhe, dort einen Gürtel. Als der Shoppingwahn abgeklungen ist, suchen wir uns ein Restaurant zum Abendessen. Danach geht es zurück und wir können sogar noch etwas vor dem Mobil sitzen, bevor uns die aufziehende Kälte nach drinnen treibt.

Am nächsten Tag starten wir die erste Etappe der Rückfahrt. Sie führt uns nach Würzburg, genauer gesagt nach Eibelstadt zu Martina, einer Bekannten von Elli. In Eibelstadt stehen wir auf dem Stellplatz am Wassersportclub. Am Abend geht es dann mit Martina in Urlaub’s Weinstuben in Radesacker zum Abendessen. Zum Abschluss und für ein paar nette Gespräche ging es dann am Platz noch in die Gaststätte Bötle, bevor wir müde ins Bett fielen.

Um kurz nach 09.00 Uhr ging es am nächsten Tag weiter. Von Eibelstadt aus ging es direkt auf die BAB 3 und von dort auf die BAB 7. Der Verkehr war mäßig, so dass wir gut voran kamen und bereits gegen 13.00 Uhr in Harsum einparkten.

Insgesamt hatten wir in diesem Urlaub 3718 Kilometer zurückgelegt.

Strecke 3718,2 km
Durchschnittsverbrauch 9,8 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit 81 km/h
Fahrzeit 45 h 22 min

 

Im Ferienhaus auf Sjælland

Nykøbing / Sjælland (Dänemark)

03.10.2015 – 10.10.2015

DK-4500 Nykøbing Sjælland, Havnevej 89

Für den Herbsturlaub hatten wir uns ein Ferienhaus über Novasol gebucht. Ein Wohnmobilurlaub war nicht möglich, da wir schon langfristig einen Verkauf geplant hatten und dies auch umgesetzt haben.

Am Tag der deutschen Einheit ging es los. Um 07.30 Uhr starteten wir in Harsum und kamen auch ganz gut los. Ab Hannover wurde es dann schon voller auf der Autobahn und bei der ersten Rast an der Rastanlage Allertal hätte Elli für einen Toilettengang schon anstehen müssen. Bis Hamburg nahm der Verkehr immer mehr zu und hinter dem Elbtunnel standen wir dann auch das erste Mal im Stau. Gott sei Dank war es nur kurz, ging danach aber die ganze Zeit so weiter. Sobald der Verkehr zu dicht wurde, geriet er auch gleich ins Stocken – teilweise absolut grundlos.

In Schleswig-Jagel fuhren wir dann zum Tanken ab. Wir wählten die Team Tankstelle in Busdorf. Elli ging zahlen und als wir von der Tankstelle herunterfuhren, wurde gerade der Preis noch einmal reduziert. Allerdings nur um einen Eurocent, was uns nicht weiter belastete. Auf dem Weg zurück zur Autobahn kamen wir noch an einem Burger King vorbei und wollten uns einen schnellen Mittagssnack gönnen. Zunächst wurde aus schnell nichts, da auch der Laden total überfüllt war. Also Drive-Inn ausgewählt und auf einem nahen Parkplatz zum Essen gehalten.

Die weitere Fahrt verlief ruhig. In Dänemark war zwar immer noch viel Verkehr, aber es ging wesentlich disziplinierter zu. Auf der Storebaelt-Brücke dann noch einmal kurz eine Überraschung. Der Reifendruckwächter zeigte eine Reifenpanne an und forderte mich auf, umgehend anzuhalten. Davon war ich aber auf dem Scheitelpunkt der Brücke nicht zu überzeugen und fuhr bis zur nächsten Tankstelle weiter. Hier überprüften wir den Reifendruck – natürlich alles in Ordnung – und es ging weiter.

In Slagelse Ost führen wir dann von der E20 ab und es ging über Landstraßen weiter bis zur Zimmervermietung von Novasol in Vig. Beim Erhalt der Schlüssel wurde Elli noch gefragt, ob wir einen Navi hätten, um die Ferienwohnung zu finden. Die Frage wäre überflüssig gewesen, da die Straße mittlerweile zurückgebaut war und wir uns den Weg selbst suchen mussten. Noch kurz bei Aldi eingekauft und dann kamen wir schon an unserer Ferienwohnung in Nyköbing, Havnevej 89 an.

Die Ferienwohnung war sehr schön. Stilvoll eingerichtet, alles da, was man brauchte und in der Größe absolut ausreichend. Den Nachmittag verbrachten wir in der Sonne auf der Terrasse. Am Abend dann stellten wir den einzigen Nachteil fest. Kein einziges Fenster ließ sich kippen. Offen oder zu, das waren die einzigen Alternativen. Nicht gerade für einen ruhigen Schlaf förderlich. Den hatten wir aber trotzdem und schliefen für unsere Verhältnisse auch recht lange. Nach einem guten Frühstück spannten wir erst noch etwas aus und schauten uns das Treiben im Hafen an.

Gegen Mittag ging es dann zum ersten Mal in die Stadt. Nyköbing ist übersichtlich. Der Bummel durch die Fußgängerzone an einem Sonntag war okay.

Wir verschafften uns einen Überblick und waren uns sicher, unsere Zeit in Nyköbing sinnvoll verbringen zu können. Auf dem Rückweg stoppten wir noch kurz am Lidl-Markt, um für unser Abendessen einzukaufen. Zurück in der Ferienwohnung warf Elli gleich die Sauna an, um den tristen Nachmittag etwas aufzuheitern. Den Abend machten wir es uns dann in der Ferienwohnung gemütlich.

Am nächsten Morgen ging es dann erstmals zum Brötchen holen. Ein naher Aldi-Markt bot eine vernünftige Auswahl zu humanen Preisen an. Nach dem Frühstück machten wir uns an unsere erste Tour. Zunächst steuerten wir die Touristeninformation an, um uns mit allen erdenklichen Informationen versorgen zu lassen. Dazu gehörte auch, wie wir unseren Trip nach Kopenhagen gestalten sollten. Der Mitarbeiter gab uns wirklich hilfreiche Tipps, insbesondere, wie wir das Problem mit dem Parken angehen sollten.

Dann ging es endlich los, den Geopark Odsherred zu erkunden. Die erste Fahrt ging ins etwa 20 Kilometer entfernte Gniben, eine Langzunge, die in den Kattegat ragt und frühzeitlich eine Insel war. Wir folgten der einzigen Straße und wurden kurz vor dem Ziel durch einen Pkw aufgehalten, der an einer Durchfahrt stand und sich traute durchzufahren. Wie wir später feststellten, handelte es sich um deutsche Nachbarn aus der Ferienhaussiedlung. Sie trauten sich nicht, auf das Militärgelände, das die Landzunge einnahm, zu fahren. Wir fuhren bis zum Ende der Straße und machten dann einen Bummel um die Radaranlagen und Geschütze herum.

Nach diesem kurzen Spaziergang sollte es zum Fischerhafen von Havnebyen gehen, wo es traditionelle Fischräuchereien geben sollte. Leider war alles geschlossen und der Hafen war auch nicht sonderlich sehenswert. Also weiter zum nächsten Ziel, eine Ansammlung von Hügelgräbern. Trotz intensiver Suche wurden wir nicht fündig. Wir fanden zwar mehrere Geländeformationen, die nach Hügelgräbern ausschauten, kamen aber nicht heran und eine Beschilderung war auch nicht vorhanden. Letztlich wurden wir neben der Straße kurz vor der Ortschaft Nyrup fündig. Hier fand sich ein Hügelgrab, das man sogar begehen konnte.

Letzte Attraktion des Tages sollte eine mittelalterliche Festungsanlage bei Naæsholm sein. Auch hier gestaltete sich die Anfahrt zunächst etwas schwierig, da Hinweisschilder nicht vorhanden waren. Letztlich fanden wir die Anlage, eine der größten Wallanlagen ihrer Zeit in dieser Region, die auf einer Insel im Moor erbaut war.

Bevor es ins Ferienhaus zurückging, kauften wir noch schnell bei Aldi die letzten benötigten Lebensmittel ein. Am Ferienhaus machte sich Elli dann sogleich fertig und startete in ihren ersten Jogginglauf des Urlaubs. Den Nachmittag verbrachten wir bei sonnigem Wetter auf unserer Terrasse. In der Nacht begann es dann stürmisch zu werden.

Am nächsten Morgen sollte es nach Kopenhagen gehen. Nach dem Frühstück ging es los. Unmittelbar nach Nykøbing fuhren wir auf die neue Landstraße Nr. 21. Der Navi kannte sie noch nicht, doch sie ging direkt in eine Autobahn über und führte uns auf dem schnellsten Weg nach Kopenhagen. In Kopenhagen folgten wir den Anweisungen des Navi und wurden über die Landstraße 2 geführt. Die führte zwar durch die Stadt, aber wir gelangten so auf kürzestem Weg zum Bella Center, das uns als Parkmöglichkeit empfohlen wurde. Für 80 Kronen Tagesgebühr stellten wir unseren Pkw ab und suchten die nahe Metrostation auf. Hier kauften wir uns Fahrkarten für 24 Kronen pro Person und fuhren mit der Metrolinie 1 in die Innenstadt zur Haltestelle Kongens Nytorv.

Hier startete unsere Sightseeingtour mit einem Gang durch den Nyhavn zum Hafenbecken. Hier wandten wir uns nach Norden zur Kleinen Meerjungfrau. Nach den obligatorischen Fotos ging es durch das Kastell von Kopenhagen zu Straße Bredgade. Von der Frederiks Kirke aus wollten wir eigentlich auf die Straße Store Kongensgade gelangen. Leider war dies auf Grund einer Baustelle nicht möglich und wir mussten ein kurzes Stück zurück. In der Store Kongensgade suchten wir die Hausnummer 70. Hier gab es das Restaurant von Ida Davidsen, das für sein Smørrebrød weltweit bekannt ist. Wir wollten uns hier ein Mittagessen gönnen und hatten schon beim Betreten Glück. Obwohl wir keine Reservierung hatten, war ein Platz für uns frei. Das Restaurant war ansonsten sehr gut gefüllt. Die Bedienung wies uns in den Bestellvorgang ein und wir suchten uns am Tresen unsere Smørrebrød aus, die kurze Zeit später frisch zubereitet am Tisch serviert wurden. Elli Hatte eine Version mit Krabben, pochiertem Ei, Schmand und Gurke gewählt. Ich hatte marinierten Hering. Insgesamt eine gelungene, wenn auch nicht ganz günstige Angelegenheit.

Nach dem Mittag ging es durch den Schlosspark zum Rosenberg Castle.

Es folgte ein Bummel durch die Straßen der Innenstadt, vorbei an Kirchen und Geschäften. In der Skindergade fanden wir den Comicladen Faraos Cigarer. In diesem kauften sich Elli einen Eierbecher mit Tim und Struppi Motiv. Beim Kauf kam es zu einer Unterhaltung über den Namen, da der Verkäufer lediglich den Originalnamen Tintin und nicht die deutsche Adaption Tim kannte.

Weiter ging es zum Radhuspladsen und dem Kopenhagener Rathaus. Von dort aus folgten wir wieder der Fußgängerzone. Im Lagkagehuset, einer Bäckerei, machten wir dann noch eine kurze Pause und gönnten uns für genau 100 Kronen Kaffee und Kuchen. Danach ging es Schloss Christiansborg und der Börse. Danach ging es Schloss Christiansborg und der Börse.

Nach den obligatorischen Fotos und einem kurzen Gang durch den frei zugänglichen Bereich ging es durch die Gassen wieder zurück zur Metrostation.

Nach einer Viertelstunde waren wir wieder am Parkplatz und beendeten unsere Sightseeingtour. Für die Rückfahrt wollten wir möglichst schnell auf die Autobahn auffahren und uns die Strecke durch die Stadt sparen. Ob dies eine gute Entscheidung war, kann nicht gesagt werden. Auf der Autobahn war derart viel Verkehr, dass an jeder Auffahrt der Verkehr ins Stocken geriet, teilweise bis zum Stillstand kam. Dies änderte sich erst hinter Roskilde. Hier ließ der Verkehr nach und auf der Landstraße 21 wurde der Tempomat eingestellt und wir glitten stressfrei dahin. Derart stressfrei, dass ich fast an der Abfahrt vorbeigefahren wäre, wenn mich Elli nicht darauf aufmerksam gemacht hätte.

Zurück am Ferienhaus ließen wir den Tag gemütlich ausklingen, da wir durch die Besichtigungstour auch ganz schön geschlaucht waren. Zudem hatte sich das Wetter immer weiter verschlechtert. Mittlerweile herrschte ein vernünftiger Sturm vor.

Das Wetter hatte sich auch am nächsten Morgen nicht geändert, so dass wir erst einmal versuchten den Kamin in Gang zu bekommen. Leider zog er aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen nicht richtig und es dauerte eine Zeit, bis er die übliche wohlige Wärme verströmte. Der heutige Tag war nicht verplant und wir verbrachten die Zeit mit Relaxen. Am späten Vormittag wagten wir uns dann trotz des Sturms doch vor die Tür und machten einen Bummel durch die Stadt. Wir kauften frischen Fisch für das Abendessen und Kuchen für den Nachmittagskaffee. Am Nachmittag nutzten wir dann noch einmal die Sauna.

In der Nacht fing es dann an zu regnen. Dies hielt uns aber nicht von unserem Ausflug ab. Wir machten uns mit dem Auto auf den Weg nach Roskilde. Die Strecke war uns ja von unserer Fahrt nach Kopenhagen noch in Erinnerung. Nach etwas unter einer Stunde Fahrt parkten wir am Wikingerschiffmuseum, unserem ersten Stopp. Hier waren Originalwikingerschiffe zu besichtigen, die im Fjord gefunden und restauriert, teilweise nachgebaut waren.

Nach dem informativen Besuch ging es dann in die Stadt. Auf den Fußweg verzichteten wir, da es immer noch regnete und suchten uns einen neuen Parkplatz in der Nähe des Roskilder Doms. Die Besichtigung des imposanten Doms, der die Königsgräber der Dänen beherbergt, war kostenpflichtig, so dass ich verzichtete und nur Elli das Innere besichtigte.

Nach etwa einer Stunde war Elli durch und wir machten einen Bummel durch die Fußgängerzone. Nicht fehlen bei dieser Tour durfte ein Besuche von Lützhøfts Kaufladen, in dem die Waren noch nach Art des frühen 20. Jahrhunderts angeboten werden. Danach ging es wieder in die Fußgängerzone. Wir wollten noch etwas Kuchen kaufen und Elli wollte noch einen Hot Dog essen.

Wir fanden eine Bude auf dem Marktplatz und während Elli überlegte, was sie eigentlich wollte, half ihr die Bedienung auf Deutsch weiter, das Richtige zu finden. Als dies erledigt war, ging es zurück zum Auto und zurück nach Nykøbing. Da das Wetter sich nicht besserte, verbrachten wir den weiteren Tag wieder im Ferienhaus.

Über Nacht ließ der Regen und der Wind nach. Nach dem Frühstück machten wir uns gleich wieder auf eine Tour. Diesmal ging es nur nach Rørvig, einem Fährhafen in unmittelbarer Nähe zu Nykøbing. Dort angekommen, stellten wir fest, dass bis auf ein Restaurant alles geschlossen hatte. Im Sommer jedoch kann es ein schönes Ausflugsziel sein. Leider hatten wir keinen Sommer. Wir machten uns dann daran, die Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung anzufahren. Hierbei handelte es sich um einen Naturhafen und ein Naturschutzgebiet. Auch diese waren um diese Zeit nicht besonders sehenswert und das Wetter lud auch nicht gerade zum Wandern ein.

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Abstecher zum Strand von Nykøbing, der im Norden der Ortschaft liegt. Ein typischer Ostseestrand mit feinem Sand, allerdings nicht so breit, wie die Strände an der Westküste Dänemarks.

Nach einer abschließenden Shoppingtour in der Innenstadt ging es wieder ins Ferienhaus zurück. Elli zog sich sofort ihre Joggingsachen an und war weg, während ich den Hafenarbeitern beim Herausheben der Schiffe zuschaute.

Danach stand Wellness und Relaxen auf dem Programm, bevor es am Abend ans Packen ging.

Am nächsten Morgen waren wir dann bereits gegen 07.00 Uhr wach und frühstückten auch gleich. Nach dem Beladen des Autos und dem Ablesen der Zählerstände ging es auch gleich los. Wir mussten nur noch den Schlüssel bei Novasol abgeben. Um kurz nach 08.00 Uhr war da bereits ein Mitarbeiter anwesend, so dass das auch schnell erledigt war und wir starteten die Heimfahrt. Die erste Überraschung hielt der Navi für uns bereit, der sich eine gänzlich neue Route im Vergleich zur Hinfahrt ausgedacht hatte. Wir missachteten ihn und fuhren nach Hinweisschildern. Bei der zweiten Überraschung stand das Tanken im Mittelpunkt. Wir hatten ja noch dänische Kronen über und wollten die verbrauchen, indem wir damit einen Tankvorgang bezahlten. Das war jedoch nicht möglich, da alle angefahrenen Tankstellen, und es waren immerhin sechs in unterschiedlichen Regionen, nur Kartenzahlung akzeptierten. Die letzte Überraschung war der Verkehr. Bereits um 09.00 Uhr war die Autobahn derart voll, dass jeder Bremsvorgang zu stockendem Verkehr führte. Um diese frühe Zeit so viele Dänen zu sehen, war für uns ungewöhnlich, da wir sie in der Woche anders kenngelernt hatten. Es ging trotzdem einigermaßen vernünftig voran. Erst ab Randers als der deutsche Urlaubsverkehr aus dem Norden dazukam. wurde es ungemütlich. Dies hielt sich bis zur dänisch-deutschen Grenze, danach mussten wohl alle erst einmal tanken fahren, denn die Autobahn leerte sich.

Wir nutzten die Tankstelle in Busdorf, um auszutanken. Von hier sollte es nach Henstedt-Ulzburg gehen, wo Elli sich mit ihrer Bekannten Britta auf einen Kaffee verabredet hatte. Leider war auf der Autobahn mittlerweile ein Stau, so dass wir über Landstraßen geführt wurden … und zum krönenden Abschluss noch durch komplett Henstedt-Ulzburg, wo jede Ampel rot zeigte. Und es waren nicht wenig Ampeln.

Nach einer Stunde bei Gesprächen und Kaffee ging es wieder auf die Autobahn. Wider unserer Erwartungen hatten wir bei Hamburg keinen Stau – noch nicht einmal stockenden Verkehr, so dass wir zügig Hamburg durchquerten. Auch danach war alles frei. Jede angekündigte Verkehrsbehinderung war kurz vor unserem Eintreffen erledigt und wir kamen nach knapp zwei Stunden zu Hause an.

Unser erster Schwedentrip

Schweden

(29.07.2015 – 12.08.2015)

Bereits mit dem ersten Wohnmobil hatten wir uns Skandinavien einmal als Ziel gesetzt – geklappt hat es nie, da wir immer wieder in Richtung Süden fuhren. Dieses Mal sollte es definitiv anders werden. Lange beschäftigten wir uns mit Skandinavien und begrenzten unsere Tour letztlich auf Süd- und Mittelschweden, da uns nur begrenzt Zeit zur Verfügung stand.  Im weiteren Verlauf informierten wir uns über die Arten ins Land unserer Wünsche zu gelangen und fassten eine Fähre ins Auge. Heraus kam die Fährverbindung mit der Stena-Linie von Kiel nach Göteborg, die für uns die beste Alternative darstellte.

Am ersten Urlaubstag ging es dann bereits um 08.15 Uhr los. Wir wollten uns auf der Fahrt nach Kiel nicht hetzen lassen. Zuerst mussten noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft werden. Während Elli und Sönke dies erledigten, ging ich noch einmal die Unterlagen durch und stellte fest, dass die Reiseführer zu Hause geblieben waren. Also noch einmal schnell zurück. Die anschließende Fahrt verlief ausgesprochen stressfrei. Das angekündigte Verkehrschaos in der Baustelle nach dem Elbtunnel blieb aus, so dass wir bereits um 12.45 Uhr auf das Gelände der Stena-Linie fuhren. Als erstes suchten wir den Check In auf und erhielten gleich unsere Bordkarten. Danach ging es für uns noch einmal in die Stadt, um etwas zu essen.

Gegen 14.00 Uhr waren wir wieder zurück am Wohnmobil. Mittlerweile hatte es einen kurzen und heftigen Regenschauer gegeben, in dem wir feststellen konnten, dass Sönkes Schuhe wohl nicht mehr ganz dicht waren. Er selbst schenkte dem Ganzen keine weitere Beachtung. Wir behielten die Angelegenheit im Auge. Gegen 14.45 Uhr startete dann das Boarding. Zunächst wurde unser Gasanschluss abgedreht und dann versiegelt. Eine halbe Stunde später ging es dann auf die Fähre. Auf unserem Deck standen wir in der zweiten Reihe. Danach ging es zur Kabine Nr. 8305, übrigens eine Außenkabine. Wirklich was gebracht hat es nichts, außer dass Sönke den Sonnuntergang und -aufgang betrachten und fotografieren konnte. Ansonsten war die Kabine wirklich klein und mit mehreren Pullmannbetten ausgestattet. Aber wir wollten hier ja auch nicht tanzen, sondern lediglich schlafen.

Nach dem Erstbezug ging es noch einmal in die Innenstadt von Kiel. Wir konnten Sönke vom Neukauf eines Paar Schuhe überzeugen und hatten auch recht schnell welche gefunden, so dass wir gegen 16.30 Uhr wieder an Bord sind. Jetzt erkundeten wir erst einmal das Schiff. Nach einem kurzen Rundgang geht es gegen 17.00 Uhr in den Yachtclub, ein Sonnendeck mit Getränkeausschank. Bezahlen musste man mit schwedischen Kronen, die wir allerdings vorher auf dem Schiff (zu einem sehr ungünstigem Kurs) gewechselt hatten. Mit einem Bier in der Hand und bei durchbrechenden Sonnenstrahlen genossen wir dann das Ablegen.

Danach machen wir uns auf die Suche nach einem Abendessen. Das Buffet fiel für uns aus, da man die Plätze vorher hätte reservieren müssen. Wir gingen dann in die Snackbar und waren mit den Kötbullar und einem Schnitzel für Sönke auch voll zufrieden. Für den Rest des Abends ging es dann wieder auf das Sonnendeck, von wo aus wir die Fahrt durch die Kieler Förde genossen. Als es kalt und regnerisch wurde, ging es dann für uns in die Koje.

Bereits um 05.30 Uhr war die Nacht zu Ende. Der Lautsprecher, der uns die ganze Nacht mit einem Knacken genervt hatte, gab einen Gong von sich. Nach einer ausgiebigen Dusche und einem ersten Gang übers Sonnendeck ging es wieder in die Snackbar zum Frühstück. War das Abendessen finanziell noch akzeptabel gewesen, traf dies auf das Frühstücksangebot nicht zu. Die belegten Brötchen fanden wir überteuert, hatten aber auch keine Alternative. Nach dem Frühstück genießen wir die Fahrt durch die Schären. Kurz vor dem Anlegen gehen wir dann nach drinnen. Hier ist schon richtig Aufbruchsstimmung. Viele stehen schon an den Türen an. Uns wird gesagt, dass wir informiert werden, wenn wir die Fahrzeuge aufsuchen dürfen. Als dies geschieht, fahren wir sofort nach unten und sind keine Minuten später am Wohnmobil. Da waren wir aber schon zu spät. Die ersten kurvten schon um unser Wohnmobil rum, um von der Fähre zu kommen.

Nachdem wir die Fähre verlassen und den Zoll passiert hatten, mussten wir erst einmal kurz anhalten, um den Navi die Gelegenheit zu geben, sich zu positionieren. Als dies geschehen war, machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz. Es ging direkt durch die Innenstadt, die wie ausgestorben war, obwohl es bereits 09.30 Uhr an einem Werktag war. Für uns nicht erklärbar. Im weiteren Verlauf verpassten wir, wie eigentlich üblich, erst einmal die Abzweigung zum Campingplatz. Als Elli sich um einen Stellplatz bemühte, wurde sie abgewiesen und an den Drop-In Campingplatz Delsjön verwiesen. Die Adresse in den Navi eingegeben und los ging es. Der Navi führte uns jedoch direkt in ein Naherholungsgebiet. Nachdem wir uns dort wieder rausrangiert hatten, folgten wir der Anweisung der Servicekraft und kamen zu der Stellfläche, die wohl mal eine alte Reitanlage gewesen war.

Wir fanden einen adäquaten Stellplatz auf der Wiese und ich zog einen Parkschein für die erste Nacht in Schweden. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Der Fußweg war lang. Wir mussten den kompletten Berg hinab. Danach ging es mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Der freundliche Straßenbahnfahrer erklärte uns beim Einsteigen gleich, wie wir eine Fahrkarte erwerben konnten und kam dazu sogar zu uns an den Automaten. Fahrkarten gab es nur an dem Automaten in der Bahn und natürlich mit Kreditkarte. Wir genossen die Fahrt und die Stadt und stellten fest, dass der Verkehr mittlerweile zugenommen hatte.

An der Straßenbahnhaltestelle Brunnsparken steigen wir aus und bummeln zunächst über die Plätze und die Postgatan und Kronhusgatan. Dabei treffen wir zwangsläufig auf Nordstan, ein Shoppingcenter mit etwa 180 Shops. Beim Bummel durch das Center verspüren wir Hunger und suchen uns ein Lokal. Wir werden bei einem chinesischen Restaurant fündig, das ein Buffet anbietet. Nachdem wir uns so gestärkt haben, geht es weiter durch die Fußgängerzone. Unser Ziel ist der Stadtteil Haga. Hier bummeln wir durch die schönen Gassen und genießen den Kaffee in einem der vielen Straßencafés. Zurück geht es durch den Kungsparken, die Reste der Göteborger Befestigungsanlage bis zur Haltestelle Kungsportsplatan. Von hier geht es mit der Straßenbahn zurück in Richtung Campingplatz.

Gegen 16.00 Uhr haben wir den Aufstieg zum Campingplatz geschafft und machen es uns erst einmal in der Sonnen gemütlich. Mittlerweile ist es angenehm warm geworden und wir können den Rest des Tages vor dem Wohnmobil verbringen.

Am nächsten Morgen sind wir bereits um 08.00 Uhr wach und stehen auf. Da es in der Nähe keine Brötchen zu kaufen gibt, begnügen wir uns mit Toastbrot zum Frühstück. Gegen 09.30 Uhr haben wir dann alles eingeräumt, Wasser aufgefüllt und machen uns auf den Weg ins Landesinnere. Unser nächstes Ziel ist Grännä am Vättern. Schnell sind wir auf der Autobahn, da wieder einmal zu dieser frühen Stunde wenig Verkehr herrscht, und haben Göteborg hinter uns gelassen. Über die Autobahn 27 geht es nach Norden. Nach etwa einer Stunde Fahrt wollen wir die erste Rast einlegen und finden auch einen Rastplatz. Was uns dort erwartet, überrascht uns. Alles sehr sauber. Ordentlich gestutzter Rasen und die Häuser im landestypischen Stil errichtet. Sogar richtige Gardinen finden sich an den Fenstern.

Gegen 12.45 Uhr kommen wir in Gränna an. Über die Hauptstraße fuhren wir in Richtung Campingplatz. Der Navi wollte uns immer wieder über Nebenstraßen hinführen. Dies missachteten wir aber geflissentlich, da die Straßen sehr eng waren. Auch die Hauptstraße war schon mit den geparkten Fahrzeugen am Fahrbahnrand nicht sonderlich breit. Begegnungsverkehr mit Bussen und anderen Wohnmobilen war nur möglich, wenn einer anhielt.

Kurz vor dem Campingplatz Grännastrandens Camping sahen wir auch noch einen Stellplatz auf dem Parkplatz. Der wirkte auf uns aber nicht einladend, so dass wir erst einmal zur Rezeption fuhren. Elli bekam auch einen Stellplatz zugewiesen. Wir fuhren auf den Stellplatz Nr. 148 und Elli versuchte die Anforderungen ans Aufstellen umzusetzen. Drei Meter zu jedem Nachbarn, mindestens 1,5 Meter zur Mittelachse, alles nicht ganz einfach. Nachdem wir standen kamen wir zu dem Entschluss auf dem Campingplatz gleich noch eine weitere Nacht zu stehen, um am nächsten Tag das angekündigte gute Wetter nutzen zu können. Elli ging also zur Rezeption zurück und erfuhr, dass der Stellplatz am nächsten Tag reserviert war und sie erhielt einen neuen zugewiesen. Wir richteten uns dann endgültig auf Platz Nummer 87 ein.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns gleich auf den Weg in den Ortskern. Bis 16.00 Uhr bummelten wir über die Hauptstraße und begutachteten die vielen Geschäfte, die Polkagris, auf Deutsch Zuckerstangen, in allen Variationen anboten. Auch ein erster Café-Besuch war drin. Hier genossen wir die süßen Konditorleckereien, die dort angeboten wurden. Auf dem Rückweg kauften wir noch schnell ein, um das Abendessen im Wohnmobil zu genießen. Erstmals bauten wir auch wieder den Fernseher auf. Das klappte auch wieder vorzüglich, nachdem ja die Sat-Antenne ausgewechselt worden war. Die alte war tatsächlich defekt gewesen.

Am nächsten Morgen war ich bereits um 07.00 Uhr wach und machte mich auf den Weg zum Brötchen holen. Zunächst wollte ich sie auf dem Campingplatz kaufen. Als ich die mickrigen Dinger zu dem überteuerten Preis sah, ging ich doch in den Ort zum Coop. War ja nur die Straße hoch. Im Coop war ich einziger und wahrscheinlich erster Kunde. Ich wurde freundlich begrüßt und mir wurde sogar beim Einkauf geholfen.

Nach dem Frühstück wollten wir unseren Tagesausflug starten. Ziel war die Insel Visingsö, die wir mit der Fähre erreichen wollten. Als wir gegen 10.00 Uhr zum Fährhafen gingen, der nur wenige hundert Meter vom Campingplatz entfernt liegt, lag die Fähre abfahrbereit im Hafen. Ich kaufte schnell Fahrkarten und wir waren gerade an Bord, da legte sie auch schon ab.

Nach einer knappen halben Stunde kamen wir im Hafen von Visingsö an. Im nahen Tourismusbüro bekamen wir einen Inselplan und wählten eine der Wanderrouten, um die Insel zu erkunden. Zunächst ging es über den Königsweg nach Süden bis zu einem Hügelgräberfeld. Danach wenden wir uns nach Norden, um das andere Ende der Insel zu erkunden. Mittlerweile wurde es immer heißer und wir machten uns an die Suche nach einer Lokalität für Essen und Trinken. Richtig fündig wurden wir jedoch nicht, was aber vermutlich an unserem eigenen Unvermögen lag. Schließlich schlugen wir den Rückweg zum Hafen ein, allerdings nicht ohne dass Elli noch eine Kirche besichtigte.

Am Hafen wollten wir nun endlich etwas essen und trinken. Elli wollte Fisch und auch Sönke war einem Snack nicht abgeneigt. Wir suchten uns also eine passende Bude aus. Elli und Sönke stellten sich an, während ich schon einmal einen Tisch in der Sonne belegte. Irgendwie lief das mit der Bestellung aber unrund. Statt die Bestellung entgegen zu nehmen, verschwand die Bedienung in einem hinteren Teil und tauchte nicht wieder auf. Elli entschied dann, eine Bude weiterzuziehen.

Hier wurde sie bedient. Es gab Hot Dogs und Kaffee. Der Kaffee war abgestanden und kalt und das Würstchen im Hot Dog total wässrig, so dass Elli alles wieder zurückbrachte und anstandslos das Geld erstattet bekam. Nur Sönke wollte seinen Hot Dog nicht wieder hergeben. Er hatte wohl richtig Hunger.

Es ging dann mit der nächsten Fähre wieder zurück. Am Fährhafen in Gränna kauften wir dann noch ein paar Stücken Kuchen ein und machten es uns Wohnmobil gemütlich. Gegen 18.00 Uhr nutzen wir den warmen Abend aus und werfen den Grill an – wie auch alle anderen auf dem Campingplatz. Es gibt Würstchen, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten. Als die Sonne dann endgültig verschwindet, wird es auch gleich kalt und wir ziehen uns lieber ins Mobil zurück.

Der nächste Morgen lief wie am Vortag, nur dass wir weiterfahren wollten. Um 09.30 Uhr checken wir an dem Campingplatz aus. Durch den Platzwechsel war es dann doch geringfügig teurer geworden, aber das war der Campingplatz wert gewesen.

Über die Autobahn geht es in Richtung Stockholm. Da die Strecke nicht sonderlich weit erscheint, wollen wir auf jeden Fall noch einen Sightseeingstopp machen und haben uns schnell für den Götakanal entscheiden. Kurz vor Linköping fahren wir zur Schleuse Berg ab. Der Navi ließ sich allerdings nicht richtig programmieren, so dass uns Sönke nach Gefühl in die richtige Richtung lotste. Und das machte er sehr gut. Wir kamen direkt in Berg an und fanden das Hinweisschild auf den Parkplatz an der Schleuse. Nach dem Einparken bummelten wir etwas über eine Stunde an der Schleuse entlang und konnten den Schleusenvorgang hautnah beobachten.

Nach einem Mittagessen geht es weiter. Ganz entspannt geht es nach Stockholm rein. Auf der Anfahrt zum Campingplatz Bredäng Camping stellen wir wieder einmal fest, dass der Navi für Schweden nicht gemacht ist. Und dies trotz Kartenupdate. Statt uns von der Autobahn aus den direkten Weg zu führen, lotst er uns erst einmal umständlich durch ein Wohngebiet. Wir kamen trotzdem am Campingplatz an, weil wir letztlich den Hinweisschildern folgten. Am Campingplatz übernahm Elli die Anmeldung und erhielt Stellplatz 107 in Randlage des Campingplatzes. Auf der Anfahrt zu dem Platz wurden wir kurz durch einen Hildesheimer Camper aufgehalten, der es nicht schaffte, sein Gespann in den Stellplatz zu schieben. Nachdem wir uns am Stellplatz eingerichtet hatten – diesmal konnte ich mich mit der Aufstellrichtung gegen Elli durchsetzen – genossen wir das sonnige Wetter und relaxten. Als dann schlechteres Wetter aufzieht, ziehen wir uns lieber ins Wohnmobil zurück und genießen dort unser Abendessen und das Abendprogramm. Besonders als es dann auch noch kurz und heftig gewittert.

Der nächste Morgen beginnt mit vernünftigen Brötchen aus dem Shop auf dem Campingplatz. Danach machen wir uns auf den Weg in die Stadt. An der Rezeption hatten wir uns schon am Vorabend über die öffentlichen Verkehrsmittel informiert. Wir wollten die Fahrkarten an der Metrostation kaufen. Hier angekommen, fanden wir an der Zugangstreppe einen Kiosk, bei dem man Fahrkarten kaufen konnte. Da vor uns eine Familie ebenfalls Fahrkarten kaufte, hörten wir zu und setzten die so gewonnen Erkenntnisse gleich um.

Mit der Metro Linie 13 ging es dann bis T-Centralen, der Zentralstation von Stockholm. Hier ausgestiegen, brauchten wir erst einmal ein paar Augenblicke, um uns bei der Vielzahl von Ausgängen für den richtigen zu entscheiden. Es folgte dann die obligatorische Sightseeingtour, beginnend mit dem Stadthus zur Insel Ridderholmen und dann nach Gamla Stan.

Auf Gamla Stan trafen wir gleich auf eine Menschenmenge, die sich die Wachablösung anschauten. Da wir keinen guten Platz ergattern konnten und es sich hinzog, bis die Truppe ausmarschierte, machten wir uns weiter an die Erkundung der Gassen. Zudem gönnten wir uns im Kaffegillet i Gamla Stan in der Straße Trangsund ein Mittagsmenü.

Als Letztes besichtigten wir natürlich das königliche Schloss.

Hier gönnten wir uns, da die Zeit mittlerweile vorangeschritten war, in dem Café im Innenhof erneut einen kleinen Snack.

Danach ging es über den Kungstradgarden nach Blasieholmen. Hier überlegten wir, ob wir schon einmal in Richtung Wasamuseum gehen sollten, entschieden uns dann aber dagegen, da wir schon recht erschöpft waren.

Wir machten uns dann auf den Rückweg und konnten am Blasieholmshamnen noch die königlichen Truppen vorbeireiten sehen, die wohl nach der Wachablösung erst jetzt zurückritten.

Es ging dann durch die Innenstadt wieder zurück in Richtung Metrostation T-Centralen. Hier erwischten wir auch gerade noch die Metro in Richtung Brädang. Dort angekommen kauften wir noch in einem Supermarkt ein und machten uns dann auf den Weg zum Campingplatz.

Der nächste Tag startete wieder sehr früh. Um 07.00 Uhr sind wir aufgestanden und konnten in aller Ruhe frühstücken, bevor es wieder zur Metro ging. Von der Metrostation T-Centralen ging es zu Fuß zum Wasamuseum. Hier angekommen, war die Schlange für den Eintritt noch übersichtlich. An der Kasse dann die erste Überraschung, da Sönke auf Grund seines Alters freien Eintritt erhielt. Der Eintritt ins Museum war dann auch gleich imposant, wenn man dieses große Segelschiff das erste Mal in der Halle wahrnimmt.

Nachdem wir anfangs noch versuchten das Museum gemeinsam zu besichtigen, erübrigte sich dies beim Erreichen des Hecks. Von hier an machten wir uns allein auf die Erkundung.

Nach etwa zwei Stunden trafen wir alle in der obersten Etage ein und machten uns auf den Weg zum Ausgang.

Als nächstes war ein Besuch in Skansen, einem nahegelegenen Miniaturland angedacht. Zunächst einmal hatten wir Probleme den Eingangsbereich zu finden und irrten etwas in dem Park herum. Als wir dann den Kassenbereich gefunden hatten, informierten wir uns noch einmal, da der weitere Besuch kostenpflichtig war. Schnell stellten wir fest, dass wir altersmäßig nicht mehr Zielgruppe waren und machten uns auf den Rückweg in die Innenstadt.

Hier angekommen, suchten wir uns einen Mittagsnack. Wir wollten etwas auf die Schnelle und wurden in einem Schnellrestaurant fündig. Zu Sönkes Unbehagen beschlossen wir nicht in dem Restaurant zu essen, sondern unser Essen mitzunehmen und in einem nahen Park zu essen. Hiermit folgten wir dem Verhalten der Schweden, die dies auch alle taten. Und es war auch sehr nett zwischen Schachspielern, spielenden Kindern und anderen Mittagsgästen zu essen.

Es folgt ein Bummel durch die moderne Innenstadt. In der Fußgängerzone machen wir einen Shoppingbummel, allerdings ohne etwas zu kaufen, bevor es gegen 16.00 Uhr wieder mit der Metro zurück zum Campingplatz geht. Hier relaxen wir erst einmal in der Sonne. Dabei stellen wir etwas Ungewöhnliches fest, eine komplette Stellplatzreihe in unserer Nachbarschaft ist leer. Die Erklärung hierfür erfolgt kurze Zeit später, als eine italienische Wohnmobilreisegruppe eintrifft. Jetzt beginnt der Trubel. Erst einmal wird die richtige Reihenfolge der Aufstellung gesucht und dann fleißig rangiert. Ein paar vergessene Badelatschen werden mit Fußtritten vom Stellplatz befördert, da man sie nicht anfassen möchte. Der weitere Verbleib bleibt uninteressant. Steht man, fährt man auch gleich wieder los, um zu ent- und versorgen. Dies alles dauert gut eine Stunde an, dann baut man alle Tische auf der Straße auf und genießt gemeinsam das Abendessen.

Wir suchen zum Abendessen das Platzrestaurant, einen Thailänder auf. Das Essen ist wirklich gut und günstig. Die alkoholischen Getränke sind halt ortsüblich teuer. Das hindert Elli aber nicht daran, das teure Bier zu verschütten und mir ein angenehmes Bierparfüm zu verpassen.

Der nächste Tag startet bereits um 06.45 Uhr. Es regnet leicht und wir freuen uns im Nachhinein, dass wir mit dem Wetter bei der Besichtigung von Stockholm Glück gehabt hatten. Nach dem Frühstück geht es um 09.00 Uhr weiter. Während ich noch einmal zur Entsorgung fuhr, bezahlte Elli den Platz. Danach ging es in Richtung Autobahn. Kurz bevor wir auffahren, nutzten wir noch eine günstige Tankstelle um aufzutanken. Danach ging es über die Autobahnen in Richtung Norden. Der Regen wurde hier stärker und als wir das Stadtgebiet von Stockholm verließen, hatten wir einen kräftigen Starkregen.

Nach Uppsala wird das Wetter besser. Von hier aus geht es in Richtung Gävle und dann in Richtung Falun. In Falun legen wir eine Mittagspause auf unserer Fahrt durch die Landschaft Dalarnas ein. In einem Max-Schnellrestaurant genießen wir frisch zubereitete Hamburger, bevor es dann weiter in Richtung Orsa geht, wo wir gegen 15.00 Uhr eintreffen. Hier soll uns der Navi dann zum Stellplatz in Grönklitt führen. Das tut er auch, über Strecken, die ich nicht gewählt hätte. Letztlich fahren wir über einen kilometerlangen Feldweg durch ein Waldgebiet und haben schon das Gefühl, in die Irre geführt zu werden, als wir wieder auf eine befestigte Straße treffen. Kurz danach erreichen wir Grönklitt, ein Naherholungsgebiet in einem Skigebiet.

Der Stellplatz Grönklitt liegt etwas abseits der touristischen Attraktionen auf einem Parkplatz. Wir sind zunächst allein und richten uns ein. Es standen noch einige fest eingerichtete Wohnwagen auf dem Platz. Die gehörten wohl aber Arbeitern, die erst später erschienen. Zu einem späteren Zeitpunkt – Elli und ich hatten noch einen Spaziergang zur Rezeption gemacht – erschien eine weitere Familie mit Wohnmobil, die sich am entgegengesetzten Ende des Parkplatzes aufstellte. Ansonsten passierte nicht mehr viel. Bis zum Abendessen, da klopfte es mit einmal an unserer Tür und vor uns stand ein Ehepaar aus Peine, das uns nach unseren Erfahrungen mit dem Stellplatz befragte. Unsere Antworten haben sie wohl nicht überzeugt, da wir sie danach nicht mehr wiedersahen.

Am nächsten Morgen hatten wir eine Entscheidung gefasst. Da uns die Arbeiter sehr früh geweckt hatten und der Stellplatz außer dem guten Sanitärbereich und der abgelegenen Lage nicht zu bieten hatte, wollten wir die nächste Nacht an einem anderen Ort verbringen. Wir fuhren also zunächst zur Rezeption, wo man uns mitteilte, dass die entrichtete Stellplatzgebühr auf den Campingplatz in Orsa angerechnet wird. Danach riefen wir dort kurz an und erhielten eine positive Antwort, was einen Stellplatz betraf.

Nachdem dies nun alles geklärt war, ging es zum Bärenpark in Orsa. Es war noch früh und am Eingang war nicht viel los. Im Park sammelte sich alles zunächst beim Kodiak-Bären. Hier gab es kleine Anekdote zum Bären und die erste Fütterung. Danach machten sich die Besucher und auch wir uns selbstständig auf den Weg durch Park. Die Anlage mit ihrer Großzügigkeit in den Gehegen war schon imposant. Und auch die unterschiedlichen Tiere, wie Amur-Tiger, Schneeleoparden und Wölfen, die hier zusammengefasst sind, war interessant. Insgesamt ein absolut lohnenswerter Abstecher.

Besonders wird dies durch die erhöhten Aussichtplattformen, von denen man wunderbar in die Gehege schauen. Hier konnten wir auch erstmals sehen, wie schnell ein Bär einen Baum ersteigen kann.

Einziges Manko des Parks war das Wolfsgehege. Dieses war so riesig, dass wir nicht einmal in die Nähe eines Wolfes kamen. Wären nicht die ausgetretenen Pfade und Tierkadaver gewesen, hätten wir vermutet, dass das Gehege leer wäre.

Nach dem Mittag beendeten wir unseren Besuch und machten uns auf den Weg zum Campingplatz in Orsa. Elli übernahm wieder den Check In und erfreut stellten wir fest, dass es keine Probleme mit der Verrechnung der Bezahlung zuvor gab. Den Stellplatz bekamen wir zugewiesen. Hier tauchte das erste, kleine Problem auf. Der zugewiesene Stellplatz stand unter Wasser. Wir schauten uns kurz um und fanden in Stellplatz Nr. 112 eine vernünftige Alternative. Elli tat dies an der Rezeption kund, während Sönke und ich schon einmal das Wohnmobil aufstellten.

Nachdem wir uns dort eingerichtet hatten, relaxten wir erst einmal. Am Nachmittag machten Elli und ich uns auf einen Gang in den Ort. Der war allerdings ausgesprochen unspektakulär, so dass wir beschlossen, den weiteren Abend auf dem Campingplatz zu verbringen. Gegen 18.00 Uhr ging es dann erst einmal eine Runde Minigolf spielen. Auf der Adventurebahn setzte ich mich gegen Elli durch, während Sönke diesmal den letzten Platz belegte. Danach ging es zum Essen in das Lokal auf dem Campingplatz. Die Lage, direkt am Ufer des Sees war schon toll. Innen war es noch schöner. In dem toll eingerichteten Lokal konnte man durch eine riesige Glasfensterfront auf den See schauen. Das Essen, und hier insbesondere die Getränke, war nicht billig, aber okay. Nach dem Essen bummelten wir noch etwas über den Platz und besprachen die Route der nächsten Tage.

Es sollte nach Arvika gehen. Wir hatten uns Land- und Nebenstraßen für unsere Tour ausgesucht, um vielleicht auch mal auf Elche in der freien Natur zutreffen. Hier wurden wir allerdings enttäuscht. Zum Mittag nutzten wir einen kleinen See zum Halten. Da es sehr idyllisch war, machten wir gleich noch ein paar Fotos.

In Arvika fanden wir dann etwas außerhalb des Ortes den Campingplatz. Bereits auf der Anfahrt fiel er uns schon unangenehm auf, da laute Musik zu hören war. Bei unserem ersten Blick auf den Platz, sahen wir dann, dass er das Ziel von jungen Leuten ist, die mit viel Alkohol und lauter Musik ihren Spaß suchten. Während Elli sich trotz allem noch erkundigte, kam ein Pickup vorgefahren und die jungen Leute stürzten zur Ladefläche, die gefüllt mit McDonalds-Tüten war.

Da der Campingplatz nun raus war, machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Ziel und stießen schnell auf die Campingplätze in der Nähe von Karlstadt, die etwa 60 Kilometer entfernt lagen. Während ich dorthin fuhr, suchte Elli einen Campingplatz raus. Nach etwa einer Stunde kommen wir am First Camp in Skutberget an. Der Check In ist schnell erledigt und wir richten uns ein. Das Wetter hat sich mittlerweile sehr positiv entwickelt und es ist sonnig und warm, so dass wir erst einmal am Wohnmobil bleiben. Ein Gang zum Strand bleibt jedoch nicht aus. Da das Wasser aber doch sehr kühl ist, nehmen wir von einem Bad im See Abstand. Den Abend verbringen wir auch am Wohnmobil, bevor uns die Nachtkühle dann doch nach drinnen treibt.

Den nächsten Morgen beginnen wir mit einer Fahrt nach Karlstadt. Die Stadt ist um 09.30 Uhr wie ausgestorben, so dass wir auch keine Probleme bei der Parkplatzsuche haben. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, der für unser Wohnmobil geeignet war, lösten wir das Parkticket. Nachdem wir um die nächste Straßenecke kamen, sahen wir einen Parkplatz am Fahrbahnrand, auf den ich dann das Wohnmobil holte, da er zudem noch bewacht war.

Von hier aus ging es dann zum Bummel durch die Stadt.

Die Sehenswürdigkeiten ließen sich alle zu Fuß erreichen und nach etwa zwei Stunden Sightseeing geht es dann weiter. Wir folgen der E45 am westlichen Ufer des Vänern. In Säffle machen wir dann einen Tankstopp. Jedoch nicht ohne Probleme. Wir fahren wie üblich an die Zapfsäule, aber die reagiert nicht. Selbst das hinzugerufene Servicepersonal kommt nicht weiter. Gerade als wir uns entschieden hatte, die Säule zu wechseln, funktioniert sie dann doch und wir können volltanken.

Von Säffle aus geht es weiter nach Süden bis zur Abzweigung nach Häverund. Hier wollen wir das Aquädukt des Dalslandkanals besichtigen. Kurz bevor der Navi das Erreichen des Ziels verkündet, sehen wir einen Parkplatz und stellen dort unser Wohnmobil ab. Wir sind jetzt direkt oberhalb des Aquädukts und gehen dieses von oben nach unten ab.

Im Dalslandcenter machen wir eine kurze Pause und erfrischen uns bei einem Eis, bevor es wieder an den Aufstieg in Richtung Parkplatz geht.

Als Übernachtungsziel hatten wir uns den Campingplatz Laxsjöns Camping & Friluftgard zwischen Dals Langend und Billingsfors herausgesucht. Den Rest sollte der Navi erledigen. Tat er auch. Er führte uns über eine Nebenstraße, die Q2221. Eine anspruchsvolle, serpentinenreiche Strecke mit bis zu 21% Steigung und Gefälle bei 4,50 m Fahrbahnbreite. Gegenverkehr war jedesmal eine Herausforderung.

In Dals Langed kauften wir noch kurz ein, bevor es auf den Campingplatz ging. Der war ebenfalls komplett auf Aktivurlauber ausgelegt, so dass wir die Zeit dort mit relaxen verbrachten und natürlich den obligatorischen Planungen der weiteren Tour.

Für den nächsten Tag stand ein Besuch eines Elchparks auf dem Programm, da wir ja bisher nicht in Genuss von Elchen in freier Wildbahn gekommen waren. Schnell war über das Internet ein Park in der Nähe gefunden und wir trafen dort um kurz vor 10.00 Uhr ein. Leider öffnete er erst um 11.00 Uhr, so dass wir dort auf dem Parkplatz die Zeit bis zur Öffnung verbrachten. Gott sei Dank, war in der Nähe eine Tankstelle, wo wir uns mit frischem Kaffee versorgen konnten, um nicht welchen im Wohnmobil kochen zu müssen.

Pünktlich um 11.00 Uhr öffnete der Park seine Tore. Der Eintrittspreis zur Dalsland Moose Ranch in Dals Ed lag 85 Kronen pro Person. Die Bezeichnung Park ist jedoch übertrieben. Tatsächlich handelt es sich um eine Besichtigungsstelle und die begehbaren Wege sind sehr übersichtlich lang – etwa 20 Meter.

Interessant war es aber trotzdem, da man in direkten Kontakt zu den Tieren kam. Man hatte ausreichend Zeit, die Tiere zu fotografieren und hörte währenddessen interessante Informationen zu den Tieren. Hatte man jedoch die Fotosession beendet, war auch der Besuch beendet. So ging es nach etwa einer Dreiviertelstunde bereits weiter.

Unser nächstes Ziel waren die Felsritzungen von Tanum, etwa 60 Kilometer entfernt.

Die etwa 3000 Jahre alten Felsritzungen aus der Bronzezeit konnte man komplett bewandern und dabei einige Höhenmeter zurücklegen.

Erst der Besuch des Freilichtmuseums, das angegliedert ist, wäre kostenpflichtig gewesen. Dieses ersparen wir uns jedoch und machen uns auf den Rückweg. Kurz vor der Auffahrt auf die E6 finden wir noch einen Rasthof, den wir zu einem Mittagstopp nutzen. Danach geht es weiter in Richtung Kungshamn. Hier wollen wir auf dem Campingplatz Wiggersviks übernachten. Die Anfahrt zum Campingplatz zieht sich etwas hin, so dass wir erst gegen 16.00 Uhr dort eintreffen. Wir erhalten einen Stellplatz direkt am Hafenbecken und genießen dort den Sonnenschein.

Von hier aus machen wir einen kurzen Spaziergang außerhalb des Platzes, um den Blick in den Schärengarten zu genießen. Den Spaziergang nach Kungshamn ließen wir ausfallen und genossen lieber das schöne Wetter am Stellplatz.

Bereits am nächsten Tag geht es weiter. Als nächstes Etappenziel hatten wir uns Helsingborg herausgesucht. An Göteborg vorbei ging es über die Autobahn nach Helsingborg. Bevor wir zum Campingplatz fuhren, hielten wir noch an einem Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Danach ging es zum Campingplatz Råå Vallar Camping, der direkt am Öresund liegt. Hier verbrachten wir den Rest des Nachmittags mit einem Bummel am Strand.

In der Nacht fing es an zu regnen und am nächsten Morgen, bei meinem Spaziergang zum Brötchen holen, hatte es sich richtig eingeregnet. Ein Ende des Regens war nicht in Sicht, so dass wir kurzfristig beschlossen, den Besuch der Innenstadt von Helsingborg ausfallen zu lassen und uns auf den Heimweg zu machen. Kommentar von Sönke zu dem Wetter: „Schweden tut alles, um uns loszuwerden.“

Für die Rückfahrt hatten wir keine Fährverbindung herausgesucht, sondern wollten über die Öresundbrücke und Dänemark fahren. Kurz vor der Öresundbrücke besserte sich dann das Wetter und wir fuhren bei Sonnenschein in Richtung Dänemark. Die Brücke kostet uns 104 Euro. Zu Hause habe ich dann einmal nachgeschaut und festgestellt, dass dies der Preis für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen war. Wir mussten also überladen gewesen sein, auf unserer Fahrt ans Mauthäuschen.

In Dänemark ging es stressfrei von statten. Einziges Manko waren die tausende kleiner Gewitterfliegen, die sich bei jedem Halt den Weg ins Wohnmobil suchten. Elli und ich waren dann die erste Zeit der Fahrt immer wieder mit dem Erlegen der nervigen kleinen Biester beschäftigt.

Bevor wir das dänische Festland erreichen, müssen wir noch die Storebeltbrücke überqueren. Die Passage kostet uns noch einmal 100 Euro. Auch sie ist, aus den oben genannten Gründen, so teuer.

Als wir in Deutschland angekommen sind, machen wir uns an die Überlegungen, wie es weiter gehen soll. Sicherich wäre es möglich gewesen, direkt durchzufahren. Das kam für uns aber nicht in Frage. Wir machten uns Gedanken und wählten den Campingplatz in Bad Segeberg als Ziel aus. Mehrere Argumente sprachen für den Campingplatz. Wir mussten auf der Rückfahrt nicht direkt durch Hamburg fahren, die Rückfahrt war stressfreier und ein Essen in einem chinesischen Restaurant in Bad Segeberg stand in Aussicht, auf das wir uns alle freuten.

In Bad Segeberg angekommen nutzte ich den günstigen Dieselpreis an einer Tankstelle, um den Tank zu füllen. Da der Preis wirklich gut war, war auch entsprechend viel los und wir mussten uns erst einmal anstellen. Als ich an der Reihe war und getankt hatte, wollte ich mich in Richtung Ausfahrt begeben, als ein Pkw zwischen den Tanksäulen rangierte und uns vor den Kühler fuhr. Erst wollte ich aufregen, da sah ich, dass ein großer Teil der Tankstelle abgesperrt war. Ursache war eine Dame, die mit einem lecken Tank auf die Tankstelle gefahren war und den Sprit so direkt auf den Boden befördert hatte. Gerade als wir aus der Ausfahrt fuhren, kam die Feuerwehr und sperrte die Tankstelle komplett ab. Glück gehabt, so dass wir zum See-Camping weiterfahren konnten.

Schnell war ein Stellplatz gefunden und wir richteten uns ein, um noch die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg zum chinesischen Restaurant China-Garden in der Eutiner Straße. Wir kennen es schon von unseren Besuchen bei den Karl-May-Festspielen und können es nur empfehlen. Als wir dort eintreffen, müssen wir feststellen, dass am heutigen Tag der Ruhetag des Restaurants ist. Pech gehabt. Also geht es weiter in die Innenstadt. In der Innenstadt informieren wir uns bei verschiedenen Lokalitäten und bleiben schließlich beim Restaurant Mediterrane, wo wir ein gutes Abendessen im Außenbereich genießen.

Danach geht es zu Fuß zurück zum Campingplatz. Auf unserem Weg zurück sind wieder einmal die Plakate der vergangenen Karl-May-Festspiele aufgehängt und wir erfreuen uns, einige zu sehen, die wir uns selbst angeschaut hatten.

Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder etwas schlechter, so dass wir uns leichten Herzens auf den Heimweg machen. Leider spielt unser Navi nicht so richtig mit und schickt uns erst einmal in Richtung Lübeck. Wie er auf die Strecke gekommen war, ist uns unerklärlich. Bei Hamburg folgt dann der obligatorische Stau und wir fahren über die Nebenstrecken B 75 und B 4, was uns 45 Minuten im Stau erspart. Danach geht dann alles ganz easy. Zwar werden immer wieder Verkehrsstörungen angekündigt, die sich aber bei unserem Eintreffen bereits erledigt haben.

Am frühen Nachmittag treffen wir in Harsum ein und wir nutzen die frühe Ankunft gleich, um Ellis Ford Ka aus der Werkstatt abzuholen.

Nachdem wir bereits einige Monate zu Hause waren, erhielt ich übrigens eine Rechnung über 0,96 Euro. Es handelte sich hierbei um die Mautgebühren, die entstanden waren, als wir durch Göteborg nach Süden gefahren waren. Bis zum Erhalt der Rechnung war mir nicht klar gewesen, dass wir uns auf einer mautpflichtigen Straße bewegt hatten. Das war jetzt anders.

Mit dem Wohnmobil durch Norditalien

2015 Italien

04.04.2015 – 15.04.2015

Auch der diesjährige Urlaub zur Osterzeit sollte in Italien stattfinden. Mit der Hoffnung auf sonniges Wetter und angenehme Temperaturen ging es an einem  Samstag  bereits um 08.30 Uhr los. Unser erstes Etappenziel sollte Füssen werden. Die Fahrt dorthin verlief problemlos und nach etwa 10 Stunden trafen wir am Stellplatz in Füssen ein. Aus dem sonnigen Wetter war jedoch nichts geworden und auch die warmen Temperaturen waren in weiter Ferne, da es mittlerweile leicht schneite. Unsere Hoffnung, dass der Schneefall nachlassen würde, erfüllte sich jedoch nicht. Am Morgen war alles mit Schnee überzogen.

Wir machten uns Gedanken über unsere Anfahrt nach Italien, da wir den Fernpass in der weiteren Streckenführung ausgewählt hatten. Ein Blick auf die Webcams für den Fernpass ergab, dass auch dort eine geschlossene Schneedecke vorherrschte und der Verkehr sich über den Pass mühte. Wir jedoch wollten kein Risiko eingehen und wählten für uns eine Streckenführung über Bregenz und die A 14, um nach Innsbruck und zur Brennerautobahn zu gelangen. Auf dieser Strecke wechselten sich Schneefall und Sonnenschein ab. Noch kurz vor Innsbruck ging der Schnee in dicken Flocken runter, so dass sogar die Sicht eingeschränkt war. In Innsbruck-Kranebitten (Flughafen) fuhren wir dann kurz von der A 12 ab, um an einer Jet-Tankstelle günstig zu tanken und bei McDonald’s einen kleinen Snack zu uns zu nehmen.  Bei dem Halt, stellten wir dann fest, dass sich ein Singvogel in unserem Kühlergrill suizidiert hatte. Davon hatten wir während der Fahrt gar nichts mitbekommen. Einen Schaden am Fahrzeug hatte er nicht verursacht, so dass er der einzig Leidtragende des Vorfalls war.

Nach dem Mittagssnack ging es dann auf die Brennerautobahn. Die Fahrt verlief problemlos. Nachdem wir den Brenner überquert und Italien erreicht hatten, besserte sich auch das Wetter. Der Schnee verschwand und das erhoffte sonnige Wetter hielt Einzug. Allerdings war es immer noch recht kühl. Elli machte sich nun auf die Suche nach einem Stellplatz und wählte den Gardasee als erstes Ziel aus. Hier fand sie den Stellplatz Amici in Fossalta nahe Lazise. Die Anfahrt zum Stellplatz führte uns durch Lazise, das komplett mit Touristen überlaufen war. An jeder erdenklichen Stelle wurde geparkt, Fußgänger liefen auf der Straße, dazwischen die Radfahren, so dass sich auch der Pkw-Verkehr nur zähflüssig durch den Ort bewegte. Gegen 17.00 Uhr kamen wir dann am Stellplatz an. Dieser liegt direkt neben dem Gardaland und ist entsprechend gut besucht. Wir machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz und entschieden uns letztlich für den Parkplatz. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir es uns am Wohnmobil gemütlich und genossen die letzten Sonnenstrahlen.

Am nächsten Morgen ging es dann für uns weiter. Der Bereich um den Gardasee war uns einfach zu überlaufen, da die Italiener noch Osterferien hatten, wie wir erfuhren. Wir hatten uns auf Venedig als nächstes Ziel verständigt und machten uns um kurz vor 10.00 Uhr auf den Weg dorthin. Da Venedig über die Autobahn gut zu erreichen ist und Staus nur im Gegenverkehr waren, kamen wir um die Mittagszeit in Fusina an. Auf der Anfahrt um Campingplatz Fusina mussten wir durch das vorgelagerte Industriegebiet. Hier wurde gerade die Straßenführung verändert und in der Baustelle verlor der Navi kurz die Orientierung. Am Campingplatz angekommen war es dann kein Problem einen vernünftigen Stellplatz zu finden. Wir entscheiden uns für einen Stellplatz am Hafenbecken mit Blick auf Venedig. Dieser hatte den Vorteil, dass wir Strom am Platz hatten. Sicherlich hätten wir auch noch einen Stellplatz in der ersten Reihe zur Lagunenstadt haben können, hätten hier aber fast 50 Meter Stromkabel verlegen müssen.

Um 14.00 Uhr machen wir uns auf zum Sightseeing. Wir wollen mit dem Vaporetto nach Venedig fahren und kaufen am nahen Terminal Fahrkarten. Hierbei bekommt Elli ohne größere Probleme eine 50% Ermäßigung auf Grund ihres Behindertenausweises.

Mit der Fähre geht es dann zum Anleger am Campo di Sant Agnese. Von dort aus machten wir uns auf unsere Tour durch Venedig. Zunächst ging es Punta della Dogana, von wo aus man einen wunderbaren Blick über die Lagune in Richtung Palazzo Ducale hat.

An der Basilika Santa Maria della Salute vorbei ging es durch die Gassen zur Ponte dell‘ Accademia, wo wir den Canale Grande überquerten und zum Campo Santo Stefano kamen. Hier machten wir erst einmal eine kurze Pause, suchten uns einen Platz in der Sonne und gönnten uns einen Cappuccino.

Danach ging es über die mit Touristen verstopften Gassen weiter in Richtung Piazza San Marco.

Hiernach hielten wir uns nördlich und folgten den Schildern in Richtung Rialtobrücke. Selbst mit den Schildern verlor man schnell die Orientierung in den überfüllten Gassen.

Nach dem Fotostopp an der Rialtobrücke ging es über die Calle del Lovo und die Calle Della Mandola in Richtung Campo Sant Angelo.

Hier hofften wir etwas zu Essen zu finden, da wir mittlerweile Hunger verspürten. Auf der Calle Della Mandola beobachtete ich noch eine Dame beim Klauen. Sie ließ sich trotz meiner Unmutsbekundungen nicht davon abhalten einen Schlüsselanhänger einzustecken und tat danach auch noch ganz unschuldig. Nachdem wir am Campo Sant Angelo kein Restaurant gefunden hatten, dass uns ansprach, ging es zurück in die Calle Della Mandola. Hier hatten wir die Trattoria al Vaporetta gesehen, die unser ansprach. Als wir das Restaurant betraten, schaute man uns verwundert an, sagte aber nichts. Man zeigte uns einen Platz, an dem wir uns setzen konnten und ging danach zur Eingangstür, die man dann mit einem Stuhl zustellte. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass man eigentlich schließen wollte. Da aber noch Gäste da waren, konnten auch wir noch unser Essen bestellen. Nudeln gab es leider nicht mehr, so dass wir uns eine Pizza gönnten.

Als wir das Essen beendet hatten, ging es gemütlich zum Bootsanleger zurück. Hier mussten wir noch etwas auf unser Vaporetto warten und konnten dabei die anderen Touristen beobachten. Als das Vaparetto dann kam, setzten sich die Massen in Bewegung und drängten in Richtung Fähre, so dass diese auf der Rückfahrt gut gefüllt war. Nach 20 Minuten auf der Fähre kamen wir wieder in Fusina an. An unserem Stellplatz zurück, stellten wir fest, dass wir Nachbarn erhalten hatten, die uns zwar etwas die Aussicht verstellten, aber sonst nicht störend waren. Zunächst versuchen wir noch draußen sitzen zu bleiben. Da es aber mit dem Fehlen der Sonne immer kälter wird, ziehen wir uns schnell ins Wohnmobil zurück.

Am nächsten Morgen werden wir um 07.15 Uhr durch die Fähre Forza geweckt, die rückwärts ins Hafenbecken rangiert. Danach standen wir auch gleich auf und frühstückten, um unseren für unseren nächsten Ausflug nach Venedig zu stärken. Wieder geht es zum Kassenhäuschen für die Tickets und diesmal, welch Überraschung, soll es keine Ermäßigung geben. Erst nachdem wir unseren Preis vom Vortag erwähnen kommt ein Kommentar aus dem Hintergrund und wir erhalten die Ermäßigung. Um 10.00 Uhr geht es mit dem Vaporetto wieder zum Campo di Sant Angelo. Diesmal halten wir uns in östliche Richtung und gelangen schließlich zum Campo Santa Margherita, wo wir in einem kleinen Café einen Sonnenplatz finden und bei einem Cappuccino die weitere Tour absprechen.

Weiter geht es zur Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari, einem der größten und bedeutendsten gotischen Sakralbauten in Venedig. Elli macht sich an die Besichtigung, während ich es mir am Kanal gemütlich mache. Danach geht es weiter zum Campo San Polo. Hier waren wir bereits einem der vorangegangenen Besuchen eingekehrt und taten es auch diesmal. In einem Lokal in der Südwestecke des Campo fanden wir einen Platz und ich konnte meine Nudeln zum Mittag essen.

Von hier aus ging es dann noch einmal zur Rialtobrücke, der wir uns diesmal von der anderen Seite näherten. Eigentlich wollten wir dann im weiteren Verlauf den Gassen und Kanälen zur Arsenale di Venezia folgen. Das klappte nicht. Trotz Stadtplan, Navi und Ausschilderung verfehlten wir die geplante Strecke und kamen an der Uferpromenade heraus. Als wir uns hier orientiert hatten ging es weiter Arsenale di Venezia. Da eine Besichtigung hier nicht geplant war, machten wir es uns in einer Bar direkt neben dem imposanten Bauwerk gemütlich, tranken Cappuccino und Aperol und beobachteten wieder einmal die Touristen, die hier von Marineangehörigen für die Führungen in Empfang genommen worden.

Nach dieser Pause ging es dann an der Uferpromenade zurück zur Piazza San Marco. Natürlich nicht ohne einen kurzen Fotostopp an der Seufzerbrücke. Danach legten wir etwas an Tempo zu, um unsere Fähre zu erreichen, da wir ansonsten wieder eine etwas längere Wartezeit auf die nächste Fähre hatten. Um 15.30 Uhr ging es zurück in Richtung Fusina. Diesmal hatten wir einen richtigen Sprinter als Kapitän. Im Höchsttempo ging es zurück. Bereits nach 15 Minuten stiegen wir schon wieder aus. Danach relaxten wir am Wohnmobil, unterbrochen durch eine kurze Getränkevisite in der campingplatzeigenen Bar. Hier wollte aber keine Gemütlichkeit aufkommen, da die Betreiber verschiedenste Versuche mit der Musikanlage durchführten und uns immer wieder lautstark mit Partymusik beschallten.

Für den folgenden Tag hatten wir unsere Abfahrt eingeplant und nach der Ver- und Entsorgung starteten wir auch. Das erste Problem, das auf uns zukam, war es eine Tankstelle zu finden. Auf der Anfahrt zum Campingplatz hatten wir verschiedene wahrgenommen, die in ihren Preisen aber äußerst unterschiedlich waren. Eigentlich wollte ich wieder durch die Baustelle fahren, musste aber feststellen, dass die Zufahrt von unserer Seite aus gesperrt war. Also folgten wir den Anweisungen des Navi. Dies allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Als er uns in eine Anliegerstraße führen wollte, orientierten wir uns lieber selbst in Richtung SS 309. An der Auffahrt angekommen fuhren wir erst einmal wieder zurück und nutzten den Kreisverkehr zum Wenden. Auf diese Art und Weise gelangten wir zu der von mir ausgesuchten Tankstelle. Hier dann die nächste Überraschung. Eine Kreditkarte wird nicht akzeptiert und Barzahlung ist gar nicht möglich, so dass wir wieder über den Automaten tanken müssen. Nachdem wir eine erklägliche Anzahl an Scheinen eingeführt hatten, scheint der Tank voll und es kann weitergehen.

Über die SS 309 geht es in Richtung Süden. Unterwegs beschließen wir noch einzukaufen. Als wir in Ariano einen Lidl-Markt an der Straße sehen, fahren wir ab. Der Lidl-Markt liegt auf der „Grünen Wiese“. Weit und breit kein anderes Gebäude. Dennoch ist die Parkplatzzufahrt auf eine Höhe von 2,50 Meter begrenzt. Ich parke das Wohnmobil in der Nähe der Parkplatzzufahrt und Elli geht kurz einkaufen. Danach geht es auch gleich weiter, um keine Zeit zu verlieren. Am Lido di Spina werden wir in unserem Vorwärtsdrang kurz gestoppt. Ein Stau. Der Grund ist zunächst nicht ersichtlich. Beim Passieren der Engstelle stellen wir fest, dass sie Arbeiten im Seitenraum durchführen und dafür die Straße halbseitig gesperrt haben.

Gegen Mittag kommen wir dann im Großraum Ravenna an. Hier machen wir eine kurze Pause, um zu besprechen, wie es weitergehen soll. Da Elli keinen schönen Platz in Rimini fand, machten wir uns auf die Suche nach Alternativen und stießen auf den Campingplatz Centro Vacanze in San Marino. Nach einem kurzen Anruf, ob noch Platz für uns sei, starteten wir durch und waren um 14.00 Uhr am Campingplatz.

Wir richteten uns am Stellplatz ein und machten uns dann auf den Weg in die Altstadt. Direkt am Campingplatz fuhr der Bus ab, der uns direkt an den Zugang zur Altstadt bringen sollte.

Es war jedoch erst einmal warten angesagt, da der Abfahrtplan augenscheinlich eher eine Orientierung denn eine feste Bindung war. Wir dachten schon, dass der Bus nicht mehr fahren würde, als er um die Ecke kam. Die Fahrt zur Altstadt war abenteuerlich. Sehr rasant ging es durch die teilweise engen Straßen den Berg hinauf. Wie angekündigt kamen wir direkt am Zugangstor zur Altstadt an. Von hier aus ging es durch die sehenswerten Gassen der Zitadelle zu verschiedenen Aussichtspunkten. Von diesen aus hatte man eine wunderbare Aussicht, die bis nach Rimini und die die Adria reichte.

Ziel war es bei unserer Besichtigung, die drei Wehrtürme Guaita, Cesta und Montale abzugehen. Nach zwei Wehranlagen gingen wir allerdings wieder in die kleinen Gassen zurück, um uns lieber dort weiter umzuschauen.

Dies geschah auf nicht grundlos. In San Marino kann zollfrei eingekauft werden. Da ein entsprechendes Angebot an Einzelhändlern für Parfüm, Handtaschen und Sonnenbrillen vorhanden war, wollte Elli sich noch ein paar Angebote anschauen. Fündig wurde sie jedoch nicht.

Um 18.05 Uhr sollte der Bus zurück in Richtung Campingplatz gehen. Da wir noch etwas Zeit hatten, setzten wir uns noch in ein Café und machten eine kurze Pause. Danach ging es auf die Suche nach der richtigen Bushaltestelle. Als diese gefunden war, mussten wir nur noch auf den Bus warten, der diesmal allerdings pünktlich erschien.

Kurze Zeit später waren wir schon wieder am Campingplatz. Nach einer erfrischenden Dusche ging es zum Restaurant auf dem Platz, wo wir zu Abend essen wollten. Zunächst waren wir etwas skeptisch, da wir die einzigen Gäste waren. Dies legte sich aber schnell, da wir sehr freundlich bedient wurden und das Restaurant sich dann auch noch weiter füllte.

Wie bestellten uns Pizza. Die war gut und günstig. Und sogar einen Nachtisch ließen wir uns noch schmecken.

Am nächsten Morgen holte ich pünktlich um 08.00 Uhr die vorbestellten Brötchen im Shop ab. Um 09.45 Uhr ging es dann weiter in Richtung Toscana. Wir fuhren auf der Autobahn bis Forli und folgten dann der SS 67 in Richtung. Diese Passstraße, eigentlich sehr gut zu befahren, war anfangs von Fahrradfahrern bevölkert. Dies machte die erste Etappe etwas schwierig, da die Fahrradfahrer in den Serpentinen nicht einfach zu überholen waren. Ansonsten war die Stecke auch landschaftlich sehr sehenswert.

Gegen 13.00 Uhr kamen wir am Campingplatz International (Camping Village Internazionale Firenze) in Florenz an. Nach dem sehr freundlichen Einchecken ging es auf Stellplatzsuche. Relativ schnell wurden wir fündig und nutzten den ersten Platz einer Zufahrt zu einer Terrasse. Dies verhinderte jedenfalls, dass man uns zu nah auf die Pelle rückt.

Gegen 14.00 Uhr fahren wir dann wieder einmal mit dem Bus. Diesmal ins Zentrum von Florenz. War der Bus in San Marino noch nicht ausgelastet, so wandelte sich hier das Bild. Als der Bus ankam, war er bereits gut gefüllt und mit jeder Haltestelle stiegen mehr Personen zu. Endstation für uns war die Haltestelle an der Piazza della Stazione. Von hier aus wollten wir unsere Besichtigungstour starten. An der Basilica di Santa Maria Novella orientierten wir uns kurz und machten uns dann auf dem Weg in Richtung Duomo.

Am Dom angekommen, nahmen wir erst einmal das Flair der Piazza in uns auf. Danach ging es die obligatorischen Fotos, bevor wir uns überlegten, den Dom zu besichtigen.

Erst schreckte uns die Schlange der Wartenden ab. Elli orientierte sich dann erst einmal und stellte fest, dass es wohl gar nicht so lange dauerte, bis man in den Dom gelangte. Also stellten wir uns an nd kamen tatsächlich nach etwa zehn Minuten herein.

Nachdem wir den imposanten Kirchenbau besichtigt hatten, ging es durch die Fußgängerzone zur Piazza della Signoria. Dort angekommen betrachteten wir den Fontana del Nettuno und die Nachbildung des David.

Es folgte ein Abstecher in den Palazzo Vecchio, wobei wir von einer kompletten Besichtigung Abstand nahmen und nur die Innenhöfe genossen.

Weiter ging es zur Ponte Vecchio, die allerdings mit Touristen überfüllt war. Auf unserem Weg zurück zur Piazza della Stazione bummelten wir noch durch die verschiedenen Bereiche der Einkaufsstraßen und Elli konnte es nicht unterlassen nach einer Handtasche Ausschau zu halten. Fündig wurde sie allerdings wieder nicht.

An der Piazza della Stazione mussten wir erneut die Bushaltestelle unserer Buslinie suchen. Glücklicherweise fuhr gerade ein Bus unserer Linie ein, sodass wir nicht lange suchen und warten mussten. Das nächste Problem war es dann, die richtige Haltestelle zum Aussteigen zu finden. Leider gab es keinen Haltestellenplan im Bus und die Ansagen waren auch nicht verständlich. Erschwerend kam hinzu, dass auf Grund von Bauarbeiten die Streckenführung ständigen Änderungen unterlag. Wir nutzten dann ein App auf dem Telefon, um uns zu orientieren und drückten auf den Haltbutton, als wir meinten uns bestmöglichst genähert zu haben. Tatsächlich lagen wir auch nicht weit von unserem Einstieg entfernt, sodass wir kurze Zeit später schon wieder am Campingplatz waren.

Am nächsten Morgen ging früh weiter. Bereits um kurz nach 09.00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Volterra, wo wir gegen 10.00 Uhr ankamen. Hier steuerten wir zunächst den Wohnmobilstellplatz an der Viale dei Filosofi an. Bei der Ankunft mussten wir feststellen, dass ein Teil des Parkplatzes gesperrt war und nur noch auf dem kostenpflichtigen Teil Platz war. Lange haben wir mit uns gerungen, ob wir nun ein überteuertes Parkticket ziehen oder nicht. Für Wohnmobile war nur ein 24-Stunden-Ticket möglich. Wir wollten war aber nur einen kurzen Stadtbummel machen. Nach einer Beratung mit anderen Wohnmobilisten entschlossen wir uns, das Risiko einzugehen und kein Ticket zu ziehen.

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Gestartet wurde mit dem Treppenaufstieg, um die alte Festungsstadt zu erreichen.

Schnell stellten wir fest, dass unsere Erinnerung an Volterra etwas verblasst war. Wir frischten sie mit unserem Stadtbummel auf und genossen das sonnige Wetter mit den kühlen Temperaturen.

Zurück am Wohnmobil stellten wir fest, dass wir Glück hatten und kein Verwarngeld für das Parken erhalten hatten. Wir folgten dann den Ansagen des Navi, um wieder auf die Strecke in Richtung Meer zu gelangen. Die vorgeschlagene Strecke durch Volterra war anspruchsvoll, da der Navi anscheinend die schmalsten Gassen als ideale Fahrtroute ausgewählt hatte. Weiter geht es über die SR 68. Kurz vor San Martino legen wir noch eine kurze Rast in einer Osteria an der Landstraße ein.

Danach ging es zum Campingplatz Tripesce in der Nähe von Vada. Auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen mit Campingplätzen am Meer setzten wir unsere ganze Hoffnung in diesen Platz, da er auch bei unserem Trip im Jahr 2006 sehr früh geöffnet hatte. Gegen 13.00 Uhr trafen wir ein und konnten uns gleich einen Stellplatz suchen. Da wir den Platz bereits kannten und wir am Meer stehen wollten, war unsere Suche sehr zielgerechtet. Sie war dann auch von Erfolg gekrönt und wir entscheiden uns für den Stellplatz 50B. In Randlage, aber mit unverbaubarem Blick aufs Meer.

Am frühen Abend machen wir uns dann mit dem Fahrrad auf den Weg nach Vada, um uns ein Restaurant für das Abendessen zu suchen. Zunächst versuchen wir es auf der zentralen Piazza. Hier finden wir ein nettes Restaurant mit Außenbestuhlung. Ein Tisch ist mit einer größeren Gruppe be4setzt, die am Essen ist. Als wir uns gesetzt hatten, kam jemand von diesem Tisch auf uns zu und teilte uns mit, dass das Restaurant noch nicht geöffnet hätte und bisher nur das Personal am Essen sei. Entweder wir kämen später wieder oder wir gehen zu der Snackbar am anderen Ende der Piazza. Diese sieht allerdings nicht so vielversprechend aus, sodass wir uns weiter auf die Suche machen.

Wir stießen dann auf die Osteria del Faro in der Via di Marina kurz vor dem Hafen. Optisch ein Hingucker, sodass wir Platz nahmen. Alles was dann folgte war grenzwertig. Schlechter Service und Gerichte so lala. Und am Besten die Begründung für das Coperto und dass man sich bei dem Gespräch darüber auch noch beleidigen lassen muss. Naja, Trinkgeld ist ja nicht verpflichtend. Damit kann man einiges kompensieren.

Der nächste Tag hätte sehr idyllisch angefangen, wenn ich nicht um 00:30 Uhr hinaus gemusst hätte, um die Gasflasche zu wechseln. Der Sonnenaufgang um 06:15, den ich vom Bett aus beobachten konnte, war jedenfalls sehr schön. Um 08.15 Uhr sind wir dann aufgestanden. Leider viel zu früh, der Bäcker hatte noch nicht geöffnet. Gegen 09.00 Uhr dann unser erstes Frühstück vor dem Wohnmobil. Es versprach ein warmer Tag zu werden und wir beschlossen mit dem Fahrrad ins nahe Cecina zu fahren. Dort verbrachten wir den Vormittag mit Cappuccino trinken und Kirchen besichtigen.

Gegen 14.00 Uhr sind wir dann zurück am Platz, wo wir uns bis zum Abendessen die Zeit vertreiben. Nach dem Abendessen gibt es einige Partien Kniffel. Elli verzockt sich, streicht früh den Kniffel und würfelt danach noch zwei, die aber leider nicht entsprechend zählten. Abends sitzen wir dann noch etwas draußen und betrachten den Sternenhimmel und die Sternschnuppen, die zu sehen sind.

Am nächsten Tag geht es sehr früh in Richtung Cinque Terre, wo Elli unbedingt etwas wandern wollte. Dazu hatte sie den Campingplatz Acqua Dolce in Levanto herausgesucht. Die Anfahrt nach Levanto und insbesondere durch die Stadt zum Campingplatz war abenteuerlich und durch Serpentinen und enge Straßen geprägt. Während Elli uns anmeldete, schaute ich schon einmal nach einem Stellplatz und wurde schnell fündig. Der Stellplatz war eben und lag in der Nähe der Zufahrt und des Waschhauses. Ich kam auch gleich mit unseren Platznachbarn ins Gespräch, die mich mit Einweisen unterstützen. Sie gaben uns dann auch erste Tipps für das Wandern in der Region.

Der Wanderweg Nummer 1 in Richtung Monterosso Al Mare startete in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz. Der Einstieg war geprägt durch einen Aufstieg über Treppen, Straßen und Wege.

Als wir dann das Höhenniveau des Wanderweges erreicht hatten, ging es auf einem Singletrail an der Küstenlinie entlang. Kurz vor Monterosso folgten wir dann noch dem Wanderweg in Richtung Punta Mesco. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Küstenlinie von Cinque Terre.

Nach einer kurzen Rast ging es dann in Richtung Monterosso weiter. Von hier an ging es nur noch bergab. Und dies über Treppen, deren Stufen nicht unterschiedlicher sein konnten. Am Faszinierendsten waren die Gruppen, die uns entgegen kamen.  Mit dem Höhepunkt kurz vor dem Ort. Hier trafen wir auf eine Gruppe Asiatinnen in Straßenschuhen, die unbedingt zum Aussichtspunkt wollten. So gekleidet, hatten sie wohl mit einem Fahrstuhl gerechnet. In dem Gespräch mit uns, schlug die Eine ihrer Begleiterin auch noch das Handy aus der Hand, das unsanft auf dem Boden landete.

Gegen 14.00 Uhr trafen wir dann am Strand von Monterosso ein. Das erste Lokal war unser, da wir starken Durst und auch Hunger hatten. Zu unserer Überraschung war das Lokal auch noch sehr günstig und Ellis Salat sehr gut. Nach dem Essen und einer erholsamen Pause machten wir uns über die Strandpromenade auf den Weg zum Bahnhof. Mit dem Zug ging es dann nach Levanto zurück. Hier angekommen, bummelten wir noch etwas durch die Innenstadt und schauten schon einmal nach einem Lokal für das Abendessen. Da uns aber nichts wirklich überzeugte, suchten wir am frühen Abend das Lokal auf dem Platz auf und wurden nicht enttäuscht. Hier war das Essen gut und günstig. Jederzeit zu empfehlen.

Abends dann wieder Kniffel. Ein neuer Versuch für Elli zu gewinnen. Diesmal wird es noch klarer, da ich in drei Spielen mit 7 Kniffeln aufwarten kann. Jedesmal einer mehr als Elli.

Am nächsten Morgen musste ich Brötchen aus dem Ort holen, da der Campingplatz keinen Brötchenservice hatte. Um 09.00 Uhr machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Gardasee. Hier wollen wir noch etwas relaxen, bevor es zurückgeht. Zunächst müssen wir aber eine Tankstelle mit einem adäquaten Dieselpreis finden. Zudem wollen wir nach Möglichkeit gleich eine Gasflasche tauschen, da eine unserer ja noch immer leer ist. Dieses Bedürfnis wollten wir in Pontremoli erfüllen. Nachdem wir von der Autobahn abgefahren waren, ging es erst einmal auf eine Umleitung. Danach dauerte es kurz, bis wir uns wieder orientiert und eine Tankstelle gefunden hatten. Die Eni-Tankstelle war sogar recht günstig und es bestand die Hoffnung, dass in dem nebenan liegendem Baustoffhandel und unser Bedürfnis nach Gas erfüllt werden konnte. Dies  traf jedoch nicht ein. Man konnte uns lediglich kleine Kartuschen anbieten. Als alles erledigt war, ging es zurück auf die Autobahn.

Gegen 13.30 Uhr kam in Peschiera del Garda an. Als erstes fuhren wir den Wohnmobilstellplatz an. Uns überzeugte der Platz jedoch nicht, sodass wir gleich wieder runter fuhren. Es ging von hier aus zum Campingplatz Cappuccini in der Via Giacomo Puccini. Dieser versprach Zentrums- und Strandnähe. Das Einchecken war sehr freundlich und Elli machte sich auf die Suche nach einem Stellplatz. Kurze Zeit später war sie zurück und hatten einen Stellplatz mit Seeblick (Nr. 7) für uns gefunden.

Wir verbringen den Nachmittag in der Sonne, bevor es in den frühen Abendstunden in die Stadt geht. Nach einem kurzen Bummel machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant.

Wir landen schließlich im Ristorante Pizzeria Il Forte Dei Cappuccini, in der Nähe unseres Campingplatzes. Hier haben wir von der Außenterrasse aus einen wunderschönen Blick über den See,. Das Essen ist zwar etwas teurer, da das Ambiente auch etwas gehoner scheint, ist aber noch im erträglichen Rahmen.

Am nächsten Tag machen wir uns am Vormittag auf den Weg in Richtung Lazise. Auf der Hinfahrt hatte der Ort unser Interesse geweckt und anschauen wollten wir uns wenigstens einmal. Für die Anfahrt wählten wir die Fährräder. Am Seeufer entlang ging es bis direkt an den Ortskern von Lazise. Wir stellten unsere Fahrräder an einem Parkplatz ab und machten uns an den Bummel durch den Ort.

Zunächst wollten wir uns einen Cappuccino gönnen und wählten ein kleines Café an der Piazza Vittorio Emanuele. Elli merkte dann, dass sie vergessen hatte, ihr Fahrrad abzuschließen und machte sich noch einmal auf den Weg dahin. Als das erledigt und wir unsere Getränke zu uns genommen hatten, ging es auf den Bummel durch die Gassen. Elli nutzte dann auch noch gleich einige Geschäfte, um einzukaufen und natürlich, um nach Handtaschen Ausschau zu halten. Das Ganze schlossen wir dann mit einem Getränk an der Lido Cappuccini, direkt unterhalb unseres Campingplatzes ab, nachdem wir mit dem Fahrrad den Rückweg absolviert hatten.

Am Abend suchten wir dann ein Restaurant im Ortskern von Peschiera. In der Via Cavallottin wurden wir fündig. In dem Lokal L’Osteria konnten wir noch einen Sitzplatz im Außenbereich ergattern. Der Service war erstklassig und das Essen sehr gut. Nach dem Essen ging es in aller Ruhe zum Campingplatz zurück. Allerdings nicht ohne sich noch ein Eis zu gönnen.

Für den folgenden Tag war die Rückfahrt geplant. Konkrete Etappenpläne gab es noch nicht und wir wollten es von der Verkehrslage abhängig machen. Die war ausgesprochen entspannt. Bereits um 13.00 Uhr waren wir Innsbruck und tankten erst einmal auf. Auf dem weiteren Weg machte Elli sich dann Gedanken, wo es hingehen sollte. Ein kurzer Anruf bei ihrer Bekannten verlief nicht erfolgversprechend, da diese keine Zeit für uns hatte. Trotzdem sollte unser Ziel im Bereich von Würzburg liegen. Schnell kamen wir auf Kitzingen am Main. Dort trafen wir gegen 18.00 Uhr ein und steuerten den Stellplatz an. Dieser war zu unserem Leidwesen voll, sodass wir den nahen Campingplatz Schiefer Turm anfuhren. Hier konnten wir für knapp 20 Euro eine Nacht stehen.

Nach einer erfrischenden Dusche geht ins die Innenstadt. Wir machen uns auf die Suche nach einem Lokal und kommen schließlich auf das griechische Restaurant Delphi im Schwalbenhof. Dort angekommen, haben wir zunächst etwas Schwierigkeiten das Lokal zu identifizieren, sind dann aber vom Essen und dem Service angenehm überrascht. Nach dem reichhaltigen Essen geht es dann zurück zum Campingplatz.

Früh am nächsten Tag geht es dann weiter in Richtung Heimat. Da wir sehr gut durchkommen, fahren wir in Staufenberg von der BAB 7 ab und steuern Hannoversch Münden an. Hier machen wir einen kurzen Bummel und gönnen uns ein Eis.

Gegen 15.00 Uhr sind wir dann zurück in Harsum uns stoßen dort auf die Hinweise, die sich unser Sohn gemacht hat, um fehlerfrei über die elternfreie Zeit zu kommen.

Insgesamt haben wir auf der Frühjahrstour knapp 3300 Kilometer zurückgelegt.

Weihnachten in Winterberg

Winterberg

21.12.2014 – 28.12.2014

Erstmals wollten wir dem Weihnachtstrubel entfliehen und entschlossen uns kurzfristig zu einem Skiurlaub. An ein adäquates Ziel in Österreich war um diese Zeit nicht zu denken, so dass wir uns an Winterberg erinnerten und dort nach einer Unterkunft suchten. Über das Internet stießen wir auf die Ferienwohnung Firley, die zentrumsnah lag und im Preis-Leistungsverhältnis vernünftig schien. Ein wesentliches Kriterium war noch der WLAN-Zugang, den sich unser Sohn wünschte. So kam es, dass wir die Ferienwohnung telefonisch anfragten und für den Zeitraum den Zuschlag erhielten. Zudem half uns die Vermieterin ein Restaurant für das Weihnachtsessen zu finden.

Am Sonntag, dem 21. Dezember, ging es los. Auf der gesamten Anfahrt von Winter keine Spur. Auch als wir in Winterberg an der Ferienwohnung ankamen, keine Spur von Schnee, der ausreichte, um Ski zu fahren. Stattdessen regnete es, so dass wir beim Bezug der Ferienwohnung auch noch nass wurden. Wir ließen es regnen und richteten uns erst einmal ein. Schnell war die DVD-Sammlung des Hauseigentümers gefunden, die er in die Ferienwohnung ausgelagert hatte. Die war echt riesig. Aber dazu hatten wir den Urlaub ja nicht gebucht.

Am Nachmittag machten wir uns erstmals auf den Weg in die Innenstadt. Schnell stellten wir fest, dass die Ferienwohnung wirklich zentrumsnah lag. Nach knappen 10 Minuten waren wir mitten im Kern von Winterberg. Zunächst einmal statteten wir dem Weihnachtsmarkt einen Besuch ab. Dies sollte sich zum täglichen Ritual entwickeln bis der Schnee ausreichend zum Skifahren war. Außerdem suchten wir uns ein Lokal für das Abendessen aus. Hierbei legten wir schon ein Augenmerk auf die Geeignetheit für Personengruppen ab 7 Personen, da ja Familie Stiller ebenfalls noch erscheinen wollte. Am Abend suchten wir die Pizzeria Colosseum an der Hauptstraße auf. Essen und Service waren wirklich gut, so dass wir gleichen einen Tisch für den ersten Weihnachtsabend buchten.

In einem ähnlichen Rhythmus verbrachten wir auch die folgenden Tage bis zum Heiligabend. Mal bummelten wir durch die Stadt auf der Suche nach einem günstigen Skiverleih, mal suchten wir Lokale für das Abendessen. Aber was auf jeden Fall sein musste, war der Besuch des Weihnachtsmarktes. Dieser war mit etwa 5 Buden sehr übersichtlich, aber für einen Glühwein reichte es immer.

Am Heiligabend kam dann Familie Stiller an. Schnee hatte sich immer noch nicht eingestellt. Nachdem wir uns zunächst bei uns getroffen hatten, ging es am Abend zum ins Hotel Schneider. Für einen Fußweg war es uns am Heiligabend zu weit, so dass wir mit den Autos anfuhren. Nicht dass die die Parkplatzlage um das Hotel besonders prekär gewesen wäre – ausreichend Parkraum war vorhanden – parkten die niederländischen Kraftfahrer doch sehr ich-bezogen. Sie fuhren derart dicht auf, dass ein vernünftiges Ausparken nur schwerlich möglich war. Diese Distanzlosigkeit setzte sich auch beim Essen im Hotel fort. Hier gab es ein vorzügliches Büffet. Beim Anstehen jedoch kamen einem die Niederländer so nah, dass man instinktiv seine Brieftasche festhielt. Weihnachten, das Fest der Liebe und der Nähe, setzten sie vorzüglich um. Ansonsten war es ein rundum gelungener Heiligabend. Das Hotel gab sich echt Mühe. Jeder hatte ein Geschenk an seinem Platz und das Personal war sehr aufmerksam.

Als wir aus dem Hotel kamen, stellten wir fest, dass es leicht zu schneien anfing und die Hoffnung auf etwas Skifahren stieg wieder an. Familie Stiller startete auf jeden Fall am nächsten Tag mit ihrem Skikurs, wobei wir uns noch etwas Zeit ließen, da die Schneeverhältnisse noch nicht ausreichten.

Elli besuchte dann am nächsten Tag zunächst die Kirche und den Nachmittag verbrachte sie zusammen mit Pamela mit Wellness und Sauna im Oversum Vital Resort. Zum Abendprogramm fanden wir uns dann wieder zusammen. Es startete mit einem gemeinsamen Abendessen in der Pizzeria Colosseum. Danach gingen wir gemeinsam in Stillers Ferienwohnung. Bisher hatten wir sie nur von außen gesehen, nun von innen. Was für ein Schock. Das wäre definitiv nichts für uns gewesen, aber wenn man mit einem Hund reist, muss man Abstriche machen.

Da der Schnee nicht nachgelassen hatte, stand dann der nächste Tag im Zeichen des Skifahrens. Wir hatten vor am Poppenberg in das Skigebiet einzusteigen. Hier waren Mathias, Yannik und Marvin mit ihrer Skischule unterwegs. Bevor es zum dortigen Parkplatz gehen sollte, steuerten wir noch kurz einen Skiverleih an und mieteten uns unsere Utensilien. Die Anfahrtsstraße zum Skigebiet war schon recht eng und an Gegenverkehr nicht zu denken. Trotz des Schneefalls war die Straße jedoch frei. An den Skiliften angekommen, dann der erste Grübler – kein Parkplatz. Trotz der frühen Anfahrt war nichts zu machen und manche parkten bereits sehr innovativ. Wir fuhren eine Terrasse höher und landeten auf dem Gelände der Landal Feriensiedlung. Die gestatten uns, unseren Pkw dort abzustellen. Noch schnell eine Liftkarte gekauft und los ging es.

Die ersten Abfahrten über den Poppenberg waren noch recht angenehm. Mit dem Zuwachs an Skifahrern steigerte sich auch der Abnutzungsgrad der Piste. Kurz vor unserer Mittagspause war an einigen Stellen bereits der Hang zu sehen und man musste nicht nur den Anfängern sondern auch den braunen Flecken ausweichen. Erschwerend kam hinzu, dass noch nicht wirklich viele Pistenmeter befahrbar waren. Das sollte sich am nächsten Tag jedoch ändern.

Die ganze Nacht hatte es geschneit und es hatte ausreichend Neuschnee gegeben, so dass wir beschlossen „Am Waltenberg“ ins Skigebiet einzusteigen. Hier war auf jeden Fall schon einmal das Parken kein Problem. Wir arbeiteten uns über mehrere Lifte zum Poppenberg. Eine vernünftige Sicht war nicht mehr gegeben, da der Schneefall sehr stark war, trotzdem nutzten wir die Zeit zum Fahren.

Als sich dann Erschöpfung einstellte machten wir uns auf den Rückweg. Da aber noch nicht alle Lifte fuhren mussten wir einige Höhenmeter zu Fuß bewältigen, um zum Auto zurück zu kommen.

Als das geschafft war, gab es erst einmal eine kurze Pause, bevor es zu einer nahen Verleihstation unseres Skiverleihers gehen sollte, um die geliehenen Artikel abzugeben. Nah ist jedoch ein dehnbarer Begriff. Laut Karte war es praktisch auf der anderen Straßenseite, tatsächlich aber von dort noch einmal etwa 750 Meter weiter. Ich fuhr das mit dem Auto, während Elli und Sönke beschlossen hatten, den Weg zu Fuß zurückzulegen.

Nachdem alles mit der Rückgabe erledigt war, ging es auf den verschneiten Straßen zurück zur Ferienwohnung. Dort packten wir erst einmal unsere Sachen, da wir am nächsten die Rückreise geplant hatten. Am Abend trafen wir uns dann wieder mit Familie Stiller, um Ellis Geburtstag mit einem gemeinsamen Abendessen in der Gaststätte Alm-Stub’n zu feiern.

Da war es sehr gemütlich und das Essen war auch gut und reichhaltig. Danach ging es noch auf einen Schlummertrunk in die Ferienwohnung.

Am nächsten Tag hatten sich die Straßenverhältnisse etwas verbessert.

Für einige Autofahrer war es trotzdem noch zu anspruchsvoll. So hatten wir unterwegs einen Pkw, der auf Grund der Schneeglätte von der Fahrbahn abgekommen war. In Brilon machten wir dann eine kurze Mittagspause. Hier ließ der Schnee dann merklich nach. Von dort aus ging es nach Wrexen, wo wir eigentlich auf die Autobahn auffahren wollten. Dies gestaltete sich jedoch schwierig, da die Auffahrt gesperrt war. Also fuhren wir einen kleinen Umweg bis zur nächsten Auffahrt und dann ging es über die Autobahn nach Hause.

Vom Ruhrgebiet den Rhein entlang zur Nordsee

Herbstferien 2014

10.10. – 15.10.2014

Nach dem gelungenen Urlaub in der Osterzeit machten Elli und ich uns wieder allein auf. Zunächst einmal sollte es ins Ruhrgebiet gehen, da wir dort unseren Trip 2013 hatten abbrechen müssen.

Die Anfahrt ins Ruhrgebiet dauerte vier Stunden und verlief ohne größere Probleme. Lediglich ein kurzer Stau vor Bochum, weniger als wir erwartet hatten. In Bochum kauften wir noch kurz ein, bevor es dann nach Hattingen weiterging. In Hattingen fuhren wir den Campingplatz Ruhrbrücke an. Wir kannten den Platz vom letzten Jahr und freuten uns, dass er noch geöffnet war. Nachdem wir uns mit Blick auf die Ruhr eingerichtet hatten, machten wir uns an den Fußweg in die Innenstadt von Hattingen. Wieder einmal bewunderten wir die Hattinger Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern. Im letzten Jahr hatten wir noch Glück und durften ein Stadtfest erleben. Dies blieb uns diesmal nicht vergönnt und wir suchten uns ein Restaurant fürs Abendessen. Wir wurden in der Emschestraße fündig. Hier fanden wir das Restaurant Emsche 21, da noch eine Außenbestuhlung hatte. Da es noch recht warm, wollten wir diese nutzen. Was wir nicht bedacht hatten, war die recht lange Wartezeit bis unser Essen kam. Mittlerweile wurde es schon merklich kühler. Wir hielten jedoch durch und genossen das gute Essen. Danach ging es in aller Ruhe zum Wohnmobil zurück.

Am nächsten Morgen startete mein Tag mit der Jagd nach Brötchen. Ich brauchte  fast eine Stunde bis ich einen Bäcker gefunden hatte, der um diese geöffnet hatte, bevor ich zum Wohnmobil zurückkehrte. Als wir es uns nach dem Frühstück gerade bei einer Tasse Kaffee und einem schönen Blick auf die Ruhr gemütlich machen wollten, kamen Monika und Ulrich vorbei. Elli hatte ihre Cousine am vorherigen Tag über unseren Aufenthalt im Ruhrgebiet unterrichtet und man schaute jetzt vorbei, um uns auf eine Besichtigungstour mitzunehmen.

Erstes Ziel war die Zeche Zollverein in Essen. Dieses Weltkulturerbe wurde von uns ausgiebig bewandert.

Nach einem Kaffee in der Kokserei ging es dann zurück zum Auto und wir starteten nach 3 Stunden zum zweiten Punkt unserer Tour, der Villa Hügel im Essener Stadtteil Bredeney. Nachdem wir an der Einfahrt um Hügelpark und unsere Eintrittskarten erworben hatten, machten wir uns auch hier auf die Besichtigungstour.

Monikas und Ulrichs Wissen um die Sehenswürdigkeiten waren sehr umfassend, so dass wir auf eine geführte Tour verzichten konnten. Nachdem wir uns vieles – alles kann man in der begrenzten Zeit nicht sehen – angeschaut hatten, ging es zurück zum Wohnmobil. Hier gönnten wir uns nun bei sonnigem Wetter noch einen gemeinsamen Kaffee, bevor sich unsere Wege wieder trennten.

Am nächsten Morgen verzichteten wir auf Brötchen. Da es am Vortag schon schwierig gewesen war, einen Bäcker zu finden, erwartete ich an einem Sonntag noch größere Schwierigkeiten, die ich einfach nicht auf mich nehmen wollte. Kurz nach 09.00 Uhr ging es dann schon weiter. Es ging zunächst in Richtung Duisburg und dort über den Rhein. Unmittelbar nach der Rheinüberquerung fuhren wir von der Autobahn ab und nutzten die Landstraße um nach Xanten zu kommen. Hier hatten wir als Stellplatz Wohnmobilpark Xanten herausgesucht.

Am Wohnmobilpark angekommen suchten wir uns erst einmal einen Stellplatz. Da das Büro nicht geöffnet hatte, machten wir uns mit der Anmeldung vertraut. Hierzu musste man seinen Meldezettel ausfüllen und mitsamt der Stellplatzgebühr in einem Briefkasten am Büro stecken. Es dauerte etwas, bis wir das Verfahren enträtselt hatten. Danach ging es zum Sightseeing in die Stadt. Auf dem Weg dahin hielten wir schon einmal nach Bäckereien Ausschau, bei denen wir am nächsten Morgen Brötchen kaufen konnten.

Nach dem Fußmarsch über die Viktorstraße kamen wir am Markt an. Nachdem wir ein Mittagessen zu uns genommen hatten, orientierten wir uns erst einmal und gingen dann über den Dom Sankt Viktor zum Archäologischen Park Xanten, wo die Stadt Xanten in dem römischen Heerlager und der angliederten Stadt ihren Anfang fand.

Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir die Reste der römischen Siedlung. Sie waren natürlich nicht mit den Ausgrabungsstätten in Ostia, Pompeii oder gar Rom vergleichbar, dennoch aber gut in Szene gesetzt. Nachdem wir das Gelände abgegangen hatten, ging es zunächst an den Wallanlagen zurück wieder in Richtung Innenstadt.

Nachdem wir uns noch einen Kaffee und ein Eis gegönnt hatten, ging es zurück zum Wohnmobil. Hier machten wir es uns für den Rest des Tages in der Sonne gemütlich. Abends wollten wir dann eigentlich etwas Fernsehen. Leider verschwand immer wieder der Satellitenempfang, so dass wir es letztlich ließen.

Auch am nächsten Tag kommen wir bereits um 09.00 Uhr los. Über die Bundestraße 58 geht es zur BAB 31, auf der wir in Richtung Nordseeküste fahren. Zunächst geht es nach Emden. Der Stellplatz am Alten Binnenhafen und ein freier sind schnell gefunden. Auch einen freien Steckplatz an der Stromsäule können wir noch ergattern. Der Stellplatz selbst ist allerdings nichts für uns. Die Wohnmobile stehen derart eng, dass man Angst haben muss, beim Öffnen der Tür gegen das nebenstehende Wohnmobil zu stoßen. Da wir aber nun einmal stehen, machen wir uns erst einmal auf den Weg in die Stadt.

Schon auf der Anfahrt nach Emden hat es zu regnen begonnen. Dies setzt sich in Emden fort.  Es regnet die ganze Zeit über, so dass der Stadtrundgang nicht wirklich Spaß machte. Bei einem abschließenden Kaffee kommen Elli und ich überein, dass wir in Emden die Nacht nicht verbringen wollen. Zurück am Wohnmobil schauen wir nach Alternativen und stoßen auf Greetsiel. Auf der Anfahrt nach Greetsiel kaufen wir noch schnell ein.

Bereits gegen 15.30 Uhr kommen war am Stellplatz in Greetsiel an. Dieser entsprich schon mehr unseren Anforderungen. Die Stellplätze sind großzügig und der Platz liegt ruhig am Ortsrand. Nachdem wir uns eingerichtet und die Stellplatzgebühr entrichtet hatten, geht es erst einmal in den Ort. Beim ersten Bummelstellen wir fest, dass uns der Rest des Tages nicht ausreichend ist, um alles gesehen zu haben und wir beschließen noch am Abend einen weiteren zu bleiben.

Der nächste Tag startete erst einmal mit Bio-Brötchen aus der nahen Mühle. Da sich das Wetter wieder gebessert hatte und mittlerweile sogar die Sonne wieder schien, beschlossen wir eine Wanderung zum Pilsumer Leuchtturm. Vorher suchten wir jedoch das Schwimmbad auf. Hier hatten wir am Vortag ausgehandelt, dass wir dort gegen einen geringen Obolus die Duschen nutzen dürften. Gleichzeitig erlaubten sie uns, dass wir unsere Duschsachen für die Zeit der Wanderung dort unterstellten.

Es ging dann am Deich entlang zum Pilsumer Leuchtturm. Mal auf dem Deich, dann wieder vor dem Deich und zum Schluss hinter dem Deich. Am Leuchtturm angekommen überraschten uns die Mengen an Besuchern. Ein Foto des Leuchtturms ohne eine Person war nicht möglich. Dazu müsste man wahrscheinlich früh am Tage erscheinen. Nachdem wir uns mit den Vogelkundlern, die von dort aus die Wattvögel beobachten unterhalten hatten, ging es zum nahen Parkplatz, auf dem einige Imbisswagen aufgestellt waren. Hier gönnten wir uns eine Stärkung, bevor es an den Rückweg ging.

Wieder in Greetsiel angekommen, ging es erst einmal zum Schwimmbad, um die überfällige Dusche zu nehmen. Eigentlich hatten wir Duschen ähnlich einer Schulsporthalle gerechnet. Tatsächlich handelte es sich um eine Duschecke im Schwimmbad, die wir nutzen durften. Nach der Dusche kauften wir noch für den Nachmittagskaffee ein und bummelten etwas durch die Geschäfte. Außerdem reservierten wir uns im Gasthaus Zum Alten Siel einen Tisch für das Abendessen. Als es dann Zeit zum Abendessen war, waren wir froh die Reservierung vorgenommen zu haben. Freie Tische waren nicht mehr zu finden.

Für den nächsten Tag war dann leider bereits die Rückfahrt geplant, da uns nicht mehr freie Tage zur Verfügung standen.