Polen

In Polens Norden 

Die Urlaubszeit war geprägt von dem Pandemiegeschehen rund um Corona. In der Planungsphase hatten wir immer wieder Regionen ausgesucht, in denen danach das Infektionsgeschehen anstieg, so dass sie als Urlaubsorte für uns erste einmal nicht in Betracht kamen. In dieser Phase kam Polen als Urlaubsziel ins Gespräch. Schnell waren die Vorteile erkannt und wir begannen mit den ersten Streckenplanungen. Schnell wurde uns klar, dass es im Vergleich zu unseren bisherigen Sommerurlauben ein ganz anderer Urlaub werden würde.

Das merkte man bereits am Starttag. Entgegen unseren üblichen Gewohnheiten ging es diesmal an einem Samstag los. Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Mecklenburgische Seenplatte. Die durch den Navi vorgeschlagenen Streckenführung brachte uns auf den Gedanken in diesem Urlaub Autobahnen möglichst zu meiden. Das ließ sich bereits auf der ersten Etappe ganz gut umsetzen. Uns wurden dann zeitnah die kleinen Lücken in unserem Plan aufgezeigt. Da wir ohne Navi und damit auch ohne TMC unterwegs waren, kamen Streckensperrungen für uns entsprechend überraschend. Ab Pritzwalk war die Bundesstraße gesperrt und es ging über Land- und Kreisstraßen weiter. Die Straßen wurden derart schmal, dass an  Überholen gar nicht zu denken war und Gegenverkehr mit Respekt begegnet wurde. 

Am Nachmittag kamen wir an unseren angedachten Zielort, dem Stellplatz am Lenzer Hafen an. Tatsächlich war auch noch ein Stellplatz für uns frei, den wir gleich belegten. Während wir mit einem Getränk auf der Terrasse der Gaststätte saßen, bekamen wir mit, wie schwer ein adäquater Stellplatz im Moement zu ergattern war. umso mehr wunderten wir uns, dass wir auf einem kleinen Sapziergang einen freien Platz direkt am Wasser erblickten. Nach kurzer Rücksprache durften wir auf diesen Umziehen und nutzten die tolle Lage gleich, um unseren Aufenthalt auszudehnen.

So konnte dann der Abend kommen. Wir genossen unser Abendessen auf der Außenterrasse des Gasthauses. Das Essen war gut, die Preise aber auch.

Den nächsten Tag wollten wir mit etwas Aktivität starten. Wir hatten die Fahrräder abgeladen und machten uns bei Sonnenschein zu einer Fahrradtour auf. Über Malchow ging es zunächst nach Göhren-Lebbin und von dort zum Wendhof und nach Kirch Poppentin.

Nach einem kurzen Stopp an der dortigen Kirche trafen wir auf die B 192. Die versuchten wir zu vermeiden. Leider gelang uns dies nicht. Zwischen den Orten Roez und Penkow blieb uns nichts anderes übrig, als auf der Bundesstraße zu fahren. Gott sei Dank hatten wir einen verkehrsschwachen Zeitpunkt erwischt, so dass wir ohne größere Beeinträchtigungnen wieder auf einen Radweg gelangten. 

Wieder in Malchow angekommen suchten wir uns eine Lokalität für einen Mittagssnack und wurden mit der Pizzeria Al Porto an der Drehbrücke schnell fündig. Es gab eine gute Pizza und ein kühles Getränk, bevor es dann wieder in Richtung Lenzer Hafen ging. Hier angekommen verbrachten wir den Nachmittag in der Sonne am Wohnmobil, bevor uns die kühle Abendluft ins Mobil trieb.   

Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Osten. Wir steuerten zunächst in Richtung Stralsund, um uns alle Möglichkeiten an der Ostseeküste offen zu halten. Unser Übernachtungsplatz war der Stellplatz An der Rügenbrücke. Die Anfahrt dahin war durch enge Einbahnstraßen schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dort angekommen hatten wir schnell einen schönen Platz für unser Mobil gefunden. Die Anmeldung war dann schnell erledigt und wir machten uns auf den Fußmarsch in die Innenstadt.

Bei strahlendem Sonnenschein war die Strecke schnell bewältigt und wir machten uns ans Sightseeing der sehenswerten Altstadt.

Nach der Altstadt suchten wir den Hafen der Hansestadt auf. Hier angekommen schauten wir uns zunächst die dort liegende Gorch Fock I an. Dann fanden wir in der Nähe ein nettes Lokal, die Hafenkneipe Zum Goldenen Anker. Hier gönnten wir uns im Sonnenschein ein Getränk.

Es ging dann über den Fischmarkt und den Stadthagen von Stralsund zurück zum Stellplatz.

Der nächste Morgen startete mit frischen Brötchen vom Backshop, der sich unmittelbar vor unserem Mobil aufbaute. Nach dem Frühstück ging es dann auch gleich los. Wir hatten die Ostseeküstenstraße über Greifswald und Ankam für unsere Fahrt nach Stettin ausgewählt. Einen kurzen Abstecher machten wir in Pasewalk. Hier ergänzten wir noch unsere Vorräte.

Bereits zur Mittagszeit erreichten wir das Camping Marina in Stettin. Ein Stellplatz war hier nicht das Problem, die freien Flächen waren riesig und wir hatten uns schnell aufgebaut. An der Rezeption holten wir uns Informationen und Fahrkarten für den Weg in die Innenstadt und standen bereits kurze Zeit später an der Bushaltestelle.

Die Busfahrt in die Stadt dauerte etwa eine halbe Stunde. Unmittelbar nach einer Brücke über die Oder kam die Haltestelle Wyszyńskiego für die Stadtbesichtigung. Die startete mit der Jakobskathedrale.

Danach ging es über die Straßen des Zentrums bis zur Hakenterrasse am Oderufer.

Bei regnerischem Wetter gönnten wir uns einen Kaffee unter den Arkaden, bevor es dann am Oderufer wieder in Richtung Innenstadt ging. Am Stettiner Schloß vorbei ging es durch die Gassen der Altstadt zum Heumarkt. Hier machten wir den nächsten Halt für ein Getränk. Von dort aus ging es dann zurück zur Bushaltestelle. Die Fahrtkarte erwarben an einem Automaten an der Haltestelle.

Zurück am Campingplatz gönnten wir uns ein Abendessen im Restaurant auf dem Platz. Elli gönnte sich ein Hähnchenschnitzel mit Beilagen. Ich war mutig und wählte von der übersichtlichen Speisekarte Pierogi Ruskie – Teigtaschen m it einer Kartoffel-Käse-Füllung. Meine Erwartung wurde nicht ganz erfüllt. Es war ein sehr mächtiges Gericht, aber auch sehr trocken. Ein bisschen Sauce hätte dem Gericht gut getan. Nach dem Abendessen machten wir noch einen Spaziergang zum Hafen, wo man einen tollen Blick auf das Stettiner Haff hat.

Unsere Brötchen erhielten wir am nächsten Morgen auch in dem Restaurant. Nach dem Frühstück nutzten wir noch die gute Ver- und Entsorgungsstation. Danach folgten wir weiter unserem Plan auf die Nutzung von Autobahnen zu verzichten. Nachdem wir Stettin verlassen hatten, machte uns eine Baustelle an der Autobahn die Entscheidung einfach. Wir wurden die gesamte Strecke auf einer Baustraße neben der Autobahn geführt. Gegen 10.00 Uhr erreichten wir Wollin. Hier gab es ein Wikingerdorf, dass zu einer Besichtigung einlud.

Da das Wetter nicht so schön war, nahm die Besichtigung des Freilichtmuseums nicht so viel Zeit in Anspruch.

Unsere Fahrt ging dann weiter in Richtung DW 102, einer Kreisstraße, die an der Ostseeküste entlang führt. Dieser folgten wir bis Kolberg. Hier hatten wir den Campingplatz Widok Morza, direkt an der Küste herausgesucht. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass er geschlossen war … und nicht erst seit gestern. Auf der Anfahrt waren wir am Campingplatz Baltic vorbei gekommen. Schnell war der Weg dorthin wieder gefunden und wir bemühten uns um einen der wenigen freien Stellplätze. Es wurde uns ein Platz zugewiesen. Nachdem ich uns eingerichtet hatte, mussten wir feststellen, dass es keinen Fernsehempfang gab. Da es mittlerweile zu regnen begonnen hatte, war uns dies aber wichtig. Bei einem Gang über den Platz fanden wir einen günstigeren Platz und konnten das Servicepersonal von einem Umzug überzeugen.   

Nachdem wir uns erneut eingerichtet hatten, sollte endlich ein Gang über den Platz folgen. Das Elli etwas im Mobil vergessen hatte, musste sie noch einmal zurück und kam mit der Botschaft eines nassen Tisches zurück. Schnell stellten wir fest, dass die Dachhaube undicht war. Eigenes Material zur Reparatur hatten wir natürlich nicht mit. Nachdem wir uns bei freundlichen Platznachbarn die nötigen Utensilien zusammengeschnorrt hatten – Danke dafür nochmal – war die Notreparatur schnell abgeschlossen. 

An diesem Tag hatten wir dann keine Lust mehr auf große Unternehmungen., Am frühen Abend machten wir uns auf die Suche nach einer Lokalität für das Abendessen. In unmittelbarer Nähe zum Campingplatz gibt es mehrere Lokale und wir wählten davon das Restaurant Polska Fredro aus. Eine wirklich gute Wahl. 

Die Portionen waren so reichhaltig, dass sie kaum zu schaffen waren. Nach dem Essen ging es im Regen zum Wohnmobil zurück. Wie wir dort feststellten, hatte die Notreparatur bis dato gehalten und schien auch die Nacht über halten zu müssen, da der Regen nicht nachließ.

Am nächsten Morgen hatte der Regen dann doch aufgehört. Elli besorgte in einem nahen Minimarkt Brötchen und nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung. Unser Weg führte uns auch einer Art TÜV-Station vorbei und wir nutzten die Möglichkeit, um nach einer Reparatur zu fragen. Leider konnte man uns nicht weiterhelfen. Es ging durch typische polnische Wohnviertel in Richtung Innenstadt.

Eher durch Zufall fanden wir dann an einer Hauptstraße eine Art Baumarkt – eher einen kleinen Heimwerkerladen. Der war aber sehr gut sortiert und wir konnten ein Silikon erwerben.

Jetzt konnten die Stadtbesichtigung ruhigen Gewissens starten. Bei sonnigen Wetter, aber starkem Wind, ging es an der Starowka und am Kolberger Dom los. Nach der Dombesichtigung ging es am Ufer der Persante in Richtung Jachthafen und von dort in Richtung Hafen. Hier gönnten wir uns in einem Lokal eine kleine Pause, bevor es dann über den Leuchtturm in Richtung Strandpromenade ging.

Am Kolberger Strand ging es dann auf der Mole in die Ostsee hinaus. Der Wind riß ganz schön an unseren Frisuren und die Wellen brachen sich an der Mauer, als wir zu einem Foto am Ende der Mole standen.

Im weiteren führte die Strandpromenade an einem Park entlang, der passenderweise in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz endete. Nachdem wir uns noch eine Joggingrunde durch den Park gegönnt hatten, ging es noch einmal zum Ostseestrand. Elli wollte unbedingt eine Runde Schwimmen gehen.

Nachdem dieses erledigt war, gönnten wir uns einem Strandlokal noch ein Getränk und einen kleinen Snack. Danach ging es zum Wohnmobil zurück, wo wird en Rest des Tages in der Sonne genossen. Abends ging es dann noch einmal zum Essen ins Restaurant Polska Fredro, da das Essen am Vorabend ausgesprochen gut war und wir ein anderes Menü probieren wollten. Wir wurde nicht enttäuscht und genossen wieder ein wirklich gutes geschmackvolles Essen.

Der nächste Tag war wieder ein Reisetag. Über die S 6 ging es bis Slupsk. Hier suchten wir uns einen Discounter, um u unsere Vorräte aufzufüllen, bevor es über die DW 213 weiter nach Lena ging. Bereits zur Mittagszeit kamen wir auf dem Campingplatz Camping Nr. 21 Morski an. Nach dem freundlichen Check-in gönnten wir uns einen Mittagssnack und ich überprüfte noch kurz die Reparatur. Leider musste ich etwas nachbessern. Danach war es dann aber endgültig dicht.

Mit den Fahrrädern ging es dann zur Lontzkedüne, die größte Wanderdüne an der pommerschen Ostseeküste, die Elli bereits von den Erzählungen ihrer Verwandtschaft kannte. Die 7 Kilometer waren mit dem Fahrrad schnell zurückgelegt. Der Aufstieg auf die imposante Düne erwies sich als anstrengender als gedacht. 

Oben angekommen hatte man eine schöne Aussicht auf das Hinterland und die Küste. 

Nach dem Abstieg ging es erst einmal ans säubern. Während wir so auf einem Baumstamm saßen, bemerkten wir ein Pärchen, das augenscheinlich die Fahrradschlösser vergessen hatte. Kurzentschlossen bot ich ihnen meins leihweise an, was sie auch annahmen und zusicherten es am Campingplatz abzugeben. Um es vorweg zu nehmen – am nächsten Tag hatte ich mein Schloß wieder.

Kurz vor der Rückkehr zum Campingplatz bogen wir noch einmal in Richtung Lena ab und erkundeten den Stadtkern mit den Fahrrädern. Mit der Masse an Fahrgeschäften und Lokalen erinnerte es mehr an einen Partyort mit Ballermanncharme. Gut, dass die Saison beendet war und es dementsprechend ruhig war.  Zurück am Campingplatz wollten wir uns ein Abendessen in der nahen Pizzeria gönnen. Leider hatte auch diese bereits geschlossen, so dass es bei einem Abendessen am Mobil blieb.

Am nächsten Morgen bekamen wir unsere Brötchen direkt am Campingplatz. Danach ging es erst einmal nach Lauenburg. Von hier war Elli’s Familie nach dem Krieg geflüchtet. Wir fanden einen geeigneten Parkplatz direkt am Marktplatz und machten uns dann auf eine Erkundungstour durch den Stadtkern. Schnell war die alte Post gefunden und es ging an die Suche nach dem alten Wohnquartier. Da das nicht mehr existent war, gestaltete es sich schwierig. Als dann auch noch der Regen wieder zunahm, beendeten wir unseren Aufenthalt und machten uns auf die Fahrt nach Danzig.  

Die Strecke über die S 6 war landschaftlich nicht so schön und geprägt von kleineren Stockungen. Die direkte Anfahrt zum Campingplatz war dann geprägt von einer einzigen großen Baustelle. Wir folgten einfach der Umleitung und kamen tatsächlich am Campingplatz raus. In der Zielstraße lagen insgesamt zwei Campingplätze. Wir wählten letztlich den Campingplatz Stogi 218 aus. Auch hier lief das Check-in wieder ausgesprochen freundlich und unkompliziert ab. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir uns gleich auf den Weg zur Stadtbesichtigung. An der Rezeption waren schnell die Fahrkarten gekauft und wir gingen zur Endhaltestelle der Straßenbahn. Auch hier war alles noch geprägt von den Baumaßnahmen. Als dann kurze Zeit später die Straßenbahn kam, konnten wir auf der Fahrt die Baustelle noch aus einer anderen Perspektive erkennen.

Ohne umzusteigen kamen wir an der Haltestelle Brama Wyzynna (Hohes Tor) an. Hier befand sich der Eingang zur sehenswerten Altstadt Danzigs.  Über die Dluga ging es zum Neptunbrunnen und weiter zum historischen Marktplatz.

Durch das Grüne Tor ging es dann in die Speicherstadt und zum Milchkannentor. Von hier aus geht es dann an den Ufern der Kanäle zum Hafenkran, dem Wahrzeichen Danzigs. 

Von hier aus ging es dann zurück in die kleinen Straßen der Altstadt, die in diesem Bereich durch ihre kleinen Lokale geprägt waren. Nachdem wir noch einige Sehenswürdigkeiten, wie die Marienkirche, eine riesige gotische Backsteinkirche, besichtigt hatten, machten wir im Balsam Cafe eine kleine Pause mit einem Getränk und einem Snack. 

Danach ging es noch über den Erdbeermarkt zur Katharinenkirche und dem Turmuhrenmuseum zur Großen Mühle weiter.

Große Mühle in Danzig

Es folgten noch einige Gassen der Altstadt, bevor es dann wieder zurück zur Straßenbahnhaltestelle ging. Jedoch nicht ohne vorher noch einen Gang über einen Markt zu machen, auf den wir durch Zufall zukamen.

Am frühen Abend waren wir wieder zurück am Campingplatz. Zunächst gönnten wir uns noch ein Getränk am Lokal des Platzes. Hier fanden zur dieser Zeit mehrere Feiern statt, so dass wir beschlossen am Wohnmobil zu essen. 

Die folgende Nacht war die erste Nacht ohne Regen. Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf den Weg und kämpften uns wieder durch die Baustelle. Über die S 7 und S 55 waren wir schnell in Malbork (Marienburg). Direkt am Ortseingang wurden wir gestoppt. In Malbork fand gerade ein Triathlon statt und dies schränkte dann Individualverkehr stark ein. Als wir dann weiterfahren durften, hätten wir fast die Zufahrt zum Campingplatz Nad Stawem verpasst, die unmittelbar hinter dem Sperrpunkt lag. Auch hier wurden wir von den Betreibern sehr freundlich empfangen und hatten freie Platzzahl. Durch die zurückliegenden Regenfälle war der Platz jedoch stark aufgeweicht. Elli wählte uns einen schönen und vor allen Dingen trockenen Platz aus, auf dem wir uns einrichteten.

Unmittelbar danach machten wir uns auch schon auf den weg in Richtung Ordensburg Marienburg.

Wir kämpften uns durch den Triathlon hindurch, der viel Raum einnahm und suchten den Kassenbereich und den Eingang. Der Eintrittspreis lag bei mit 47 Zloty über 10 Euro pro Person. Beinhaltete aber auch einen deutschsprachigen Audioguide Dieser erwies sich als sehr hilfreich und führte uns in mehreren Abschnitten über drei Stunden durch die wesentlichen Bereich der Ordensburg.

Die Besichtigung war ausgesprochen beeindruckend und wirklich empfehlenswert. Als wir die Burg verlassen kommen wir im Zielbereich des Triathlon heraus und können gerade den Einlauf des Siegers beobachten. In einem der vielen kleinen Lokal, die um die Burg herum liegen, gönnten wir uns noch ein Getränk und einen kleinen Snack mit wunderschönem unverbauten Blick auf die Nogat.

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Zurück am Campingplatz ging es erst einmal unter die Dusche, bevor wir die Sonne und den Ausblick genossen.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach einem Bäcker und wurde letztlich in einer Nebenstraße mit dem Sklep Magdalenka fündig. Es handelte sich um einen kleinen Tante-Emma-Laden, in dem die Verständigung nur mit Händen und Gesten möglich war, ich aber die bisher günstigsten Brötchen unseres Urlaubs erwarb.  

Nach dem Frühstück ging es in Richtung Osten weiter. Unser Weg führte uns in die Maurische Seenplatte. Über kleine Landstraßen führte uns unsere Streckenführung ganz gemütlich durch die wunderschöne, ländliche Idylle.

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Am frühen Nachmittag kamen wir in Gizycko (Lötzen) an. Der Campingplatz war für unseren Navi nicht auffindbar. Er führte uns zwar in die unmittelbare Nähe, konnte uns aber nicht zum Ziel führen. Wir mussten uns letztlich selbst orientieren, um Camping Nr. 1 Zamek zu finden. Es handelte sich um einen netten, kleinen Stellplatz an einem Hafenbecken. Der Stellplatz war nicht stark frequentiert und wir konnten uns einen Stellplatz und die Aufstellung frei wählen. 

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir uns auf die Erkundung der Stadt. Viel Sehenswertes gab es leider nicht. Schnell waren wir am Hafen mit seiner Mole angekommen. Hier gönnten wir uns in einem Hafenlokal ein kleines Getränk. Elli konnte sich bei ihrer Getränkewahl nicht so richtig verständlich machen und bekam nicht das, was sie sich gewünscht hatte. Was sie bekam schmeckte dann aber letztlich durch, so dass alles gut war.  Während wir unser Getränk genossen dachten wir über eine Rundfahrt mit einem Ausflugsboot nach, die wir aber dann doch verwarfen.

Es ging dann nach Überquerung der stark frequentierten Bahnstrecke wieder in die Stadt und wir bummelten über die Straßen und am Kanal entlang. Wir verbrachten den Rest des Nachmittags am Hafenbecken, bevor es dann zum Abendessen in das Restaurant Papryka an der Drehbrücke ging. Es gibt Mazurska, ein Kartoffelgericht, und Burger für wenig Geld und geschmacklich wirklich gut. 

Trotz der nahen Bahnstrecke war die Nacht ausgesprochen ruhig verlaufen. Für Brötchen musste ich wieder den Kanal queren und erwarb bei einem kleinen Bäcker das begehrte Gut. Nach dem Frühstück führte uns unsere Strecke weiter in Richtung Belarus. Wir hatten den Nationalpark Bialowieza als nächstes Ziel ausgewählt. Wieder ging es über Landstraßen in Richtung unseres Zielortes. War die Straße mal etwas besser ausgebaut, wurde sie auch gleich immer wieder durch Baustellen unterbrochen. Der letzte Teil der Streckenführung war dann sogar ganz gesperrt und wir mussten über Straße, die bessere Feldwege waren in Richtung Bialowieza fahren. Nach diesen Umleitungen kamen wir letztlich am Camping u Michala an.  

Auf dem Stellplatz konnten wir unseren Platz wieder frei wählen. Wir entschieden uns für Stellplatz Nr. 1, da sich hier in unmittelbarer Nähe ein überdachter Essplatz befand, den man vielleicht nutzen könnte. Durch die Platzwahl, war aber auch ein sehr dichte Aufstellung zu unseren Nachbarn gewählt, die sich schon fast auf zwei Plätzen aufgestellt hatten. Das war uns aber erst einmal egal und regelte sich auch danach, da sie sich von dem Stellplatz entfernten. 

Wir machten uns dann erste einmal daran den Ort zu erkunden.

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Der Hauptstraße folgend ging es zum Park Naradowy mit seinen historischen Gebäuden und der Parkverwaltung. Nach einem Gang durch den Park ging es zur orthodoxen Kirche und von dort weiter zu einem Aussichtspunkt an der Narewka, der die Renaturisierung des Flusslaufs darstellt.

Zurück an der Hauptstraße gönnten wir uns ein Getränk und informierten uns über den Parkzugang. Wir buchten uns für den nächsten Tag einen Führer, um den Nationalpark zu besichtigen. Diese Einzelführung kostete uns 90 €, würde sich aber reduzieren, wenn sich weitere deutschsprachige Teilnehmer fänden. Als dies erledigt war, ging es zum Campingplatz zurück, wo wir den Tag ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen war es leicht am regnen, als ich mich zu einem nahen Supermarkt aufmachte, um Brötchen zu kaufen. Nach dem Frühstück machten wir eine kleine Joggingrunde durch den nahen Wald. Hierbei wurden wir zeitweise von Rehen begleitet, die wir aufgeschreckt hatten. Nachdem wir zurück waren, ging es dann zunächst einmal zum Rezerwat Pokazowy Żubrów.

In diesem Tiergehege konnten wir uns die Wisente aus nächster Nähe anschauen – ähnlich wie im Wisentgehege Springe.

Im Anschluss an den Tierpark ging es auf direkten Weg zum Treffpunkt mit unserem Führer durch den Park. Dort angekommen hatten wir noch etwas Zeit  und gönnten uns ein Getränk. 

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Unser Führer Tadeusz traf uns pünktlich und wir machten uns auf den Weg in Richtung Nationalpark. Allein der Weg dorthin dauerte mit allen interessanten Erläuterungen unseres Führers bereits eine Stunde. Im eigentlichen Nationalpark, den man nur mit einem Führer betreten darf, wurde es dann noch interessanter, so dass die Zeit schnell verging. Nachdem wir so gut zwei Stunden zugebracht hatten, schaute ich erstmals auf die Uhr und war von der vorangeschrittenen Zeit überrascht. Wir besprachen uns mit unserem Führer und machten uns auf den Weg in Richtung Parkausgang, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Erst hier bemerkte ich, dass mein Handy sich im weißrussischen Netz eingebucht hatte und dadurch auch die Zeitzone gewechselt hatte. Eine weitere Stunde wäre sicherlich noch interessant gewesen.

Auf dem anschließenden Weg zurück zum Campingplatz kamen wir an dem Restaurant Pokusa vorbei und entschlossen uns dort unser Abendessen einzunehmen. Zunächst saßen wir draußen, wurden dann aber von der aufsteigenden Kühle nach drinnen getrieben. Hier genossen wir dann unser gutes Essen. Elli hatte ein Zanderfilet gewählt, während ich mich an das Schweinekotelett hielt. Zusammen mit den Getränken und einer Vorspeise aus Schupfnudeln zahlten wir günstige 27 € für das Abendessen.

Am nächsten Morgen war es wieder leicht am regnen, aber das störte uns nicht, da wir in Richtung Warschau weiterfahren wollten. Unsere Strecke führte uns wieder über Landstraßen in Richtung unseres Ziels. Starten taten wir jedoch eher auf Feldwegen, da die Baustellen immer noch umfahren werden mussten.

Zurück auf der Landstraße kam es dann unmittelbar hinter der Ortschaft Kleszczele wurden wir dann von einem betagten Feuerwehrauto überholt, dass mit Sonderrechten in unsere Richtung fuhr. Kurze Zeit später kamen wir auch schon auf einen Lkw-Unfall zu, der die Fahrstrecke blockierte. Kurzentschlossen wendeten wir und suchten uns eine Umfahrung. Dabei hatten wir noch Glück, dass es uns gelang. Kurze Zeit später war die Strecke großzügig vollgesperrt.

Am frühen Nachmittag kamen wir im Großraum Warschau an. Hier war dann der Navi wieder einmal keine Hilfe. Die Abzweigungen kamen zu schnell für ihn und mit den parallelen Fahrbahnen kam er gar nicht klar, so dass Elli uns zum Camping Motel WOK navigierte. Wieder war der Empfang sehr freundlich und die Stellplatzwahl wurde uns überlassen. Insgesamt waren wir nur zu Dritt auf de Campingplatz.  

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es auf einen Spaziergang die Gegend erkunden. Zunächst ging es ans Weichselufer, von wo man in der Ferne das Zentrum Warschaus erblicken konnte.

Danach waren wir eher praktikabel ausgerichtet und suchten Supermarkt, Lokale und Bushaltestelle. Nachdem dies alles erledigt war, genossen wir den Rest des Tages am Wohnmobil.

Am nächsten Morgen machte ich mich erst einmal auf den Weg zum Supermarkt. Der sollte eigentlich ab 06.00 Uhr geöffnet haben. Trotzdem stand ich vor geschlossenen Türen. Am Hintereingang fand ich das Personal und konnte nachfragen. Man teilte mir mit, dass der Markt wegen eines Stromausfalls geschlossen bleibt. Brötchen wollte man mir aber auch nicht verkaufen, obwohl sie in Körben bereitlagen. So fiel das Frühstück etwas karger aus.

Gegen 09.00 Uhr ging es dann los. Fahrkarten kauften wir in der Bar / Rezeption des Campingplatzes. Mt der Linie 146 ging es dann bis zum Nationalstadion und von dort mit der Straßenbahn nur einige Haltestellen weiter  bis zum Nationalmuseum. Hier stiegen wir aus und folgten der Nowy Swiat.

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Über diese Einkaufsstraße ging es, vorbei am Palast Staszic, der Universität und dem Präsidentenpalast, in Richtung Altstadt.

Von der Sigismundsäule aus ging es zunächst zum Königsschloss und dann weiter in die Altstadt. Über den historischen Marktplatz ging es zum Barbakan Warschaus, einer Altstadtbastion.

Danach ging es in die Neustadt. Nette kleine Geschäfte prägten dieses Viertel. Hinweise auf das ehemalige Warschauer Ghetto waren leider nicht so präsent, wie wir es uns vorgestellt hatten. Lediglich eine Linie auf dem Boden markierte die Grenzen des Ghettos.

Nach dem Streifzug durch das Viertel ging es zurück zum historischen Markplatz. Hier gönnten wir uns einen Mittagssnack, bevor es zum Grabmal des unbekannten Soldaten ging. Von hier aus ging es über Fußgängerzonen durch das geschäftige Warschau, das aber immer wieder durch kleine, grüne Oasen unterbrochen war.

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Unser letzter Weg führte uns zum Lazienki Park mit seinen zahlreichen Palästen und Denkmälern. Der nördliche Bereich des Parks ist von vielen Sportstätten geprägt, die auch genutzt wurden. So wurde hier Fußball und Volleyball gespielt, Fitness getrieben und viele andere. Überquerte man eine Straße, die als Inline- und Fahrradkurs genutzt wurde, befand man sich im eigentlichen Lazienki Park. Hier herrschte dann Ruhe und Entspannung vor. Man konnte den Eichhörnchen aus nächster Nähe beim Anlegen ihrer Vorräte zusehen.

In dieser idyllischen Atmosphäre gingen wir die Sehenswürdigkeiten, wie die alten Orangerie und das königliche Theater, das Chopin Denkmal und natürlich den Lazienki Palast.

Danach machten wir zur Stärkung erst einmal wieder eine Getränkepause. Danach ging es durch die Grünanlagen zurück in Richtung Straßenbahnhaltestelle und wir machten uns an den Rückweg.

Wieder in der Nähe unseres Campingplatzes angekommen, wollten wir ein chinesisches Restaurant für das anstehende Abendessen nutzen. Tatsächlich handelte es sich jedoch beim dem Restaurant Maxwok eher um einen Imbiss, so dass wir unser Essen zum Mitnehmen bestellten. Elli ging vor, um das Abendessen am Mobil vorzubereiten, während ich auf die bestellten Gerichte wartete. Mit den in der Tasche beeilte ich mich dann zum Wohnmobil zu kommen. Dort trafen die Speisen tatsächlich noch warm ein und schmeckten uns ausgezeichnet.  

Am nächsten Morgen ließen wir uns etwas mehr Zeit und kamen um kurz vor 10.00 Uhr los. Unsere Route sollte uns nach Torun führen. Wieder hatten wir Landstraßen gewählt. Unmittelbar nach der Stadtgrenze von Warschau bereuten wir diesen Entschluss erstmal, da sich her ein Industriegebiet an das nächste reihte und der Lkw-Verkehr dementsprechend sehr stark war. Nach Blondie änderte sich dies aber und wir konnten die Landschaft genießen. Ab Plock führte unsere Strecke an der Weichsel entlang.

In Torun hatten wir Camping Nr 33 Tramp ausgewählt. Schnell war der Check-in erledigt und wir hatten uns eine schöne Parzelle ausgesucht. Leider war auch auf diesem Campingplatz der Service eingeschränkt, da eine Gruppe Boxer sich auf dem Campingplatz eingemietet hatte. Dadurch stand beispielsweise das Restaurant nicht zur Verfügung. Immerhin konnten wir für den nächsten Morgen Brötchen bestellen.

Bis halb vier relaxen wir noch am Platz und machen uns dann auf in die Stadt. Über die Weichsel-Brücke geht es zum Schiefen Turm von Torun und dann weiter an der Strandpromenade entlang zum Nonnentor. Durch dieses betreten wir die Altstadt von Torun. Wir sind von der tollen Altstadt überrascht. Allerdings auch von den Menschenmassen, die hier unterwegs sind. Schnell wird uns klar, dass wir nicht einfach ein Restaurant für ein Abendessen finden, sondern entweder anstehen oder reservieren müssen. Bei unserem Gang durch die Altstadt sind wir von dem Lokal Karczma angetan, dass wir in einem alten Industriegebäude in einer kleinen Gasse finden. Nachdem wir einen Tisch reserviert hatten, ging es dann mit der Besichtigungstour weiter.

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Es war ein wirklich sehenswerter Besuch dieser Stadt. Am Ende freuten wir uns auf unser Abendessen. Schnell war unser Platz eingenommen und wir hatten bestellt. Was dann kam, war nicht schön. Zunächst sollten wir noch einmal umziehen – kein Problem. Dann dauerte das Essen. Wir wurden schon nervös, da alle ums uns herum bereits erhalten hatten. Nach 45 Minuten kommt dann das Essen und meins war kalt. Die erste Reklamation führte dazu, dass es so wie es auf dem Teller war in die Mikrowelle geschoben wurde. Eine weitere Reklamation führte zu einer Neuzubereitung – jedenfalls teilweise (das Fleisch wurde nur warmgehalten und wieder serviert). Da die Zeit mittlerweile vorangeschritten war und Elli’s Essen nicht abgedeckt worden war, aß ich halt mein Essen allein und mittlerweile sehr mißmutig. Was dem Ganze noch die Krone aufsetzte, war die Tatsache, dass man sich noch nicht einmal entschuldigte, sondern uns einfach aus dem Weg ging. So etwas hatten wir bisher nicht erlebt.

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz genossen wir trotzdem bei lauen Temperaturen die nächtliche Stimmung  in der Altstadt.   

Am nächsten Morgen holte ich die Brötchen aus dem Restaurant ab. Es gab sie direkt vom Buffet der Sportler, die dort gerade frühstückten. Nach unserem Frühstück entsorgten wir noch kurz und dann führte uns unsere Strecke über die S 15 zur S 5 und weiter nach Posen. Kurz vor Posen suchten wir uns noch eine Tankstelle und wurden nach kurzem Suchen auch fündig.

Ab Posen folgten wir dann ausnahmsweise der Autobahn. Kurz vor der Grenze noch einmal ein Tankstopp, um von den günstigen Dieselpreisen ein letztes Mal zu profitieren. Nach Fürstenwalde fuhren wir von der A 12 ab und es ging in Richtung Storkow. Wir suchten uns einen Campingplatz im Naturpark Dahme-Heideseen. Zunächst fuhren wir den Campingplatz Dahmsdorf an. Hier hatten wir bereits Tage zuvor per Email eine Anfrage gesandt, aber keine Antwort erhalten. Ans Telefon ging auch keiner und bei unserer Ankunft stand ein Schild am Zugang – Campingplatz voll. Toll, hätte man uns auch per Email mitteilen können.

Wir suchten dann bei begrenzten Netzempfang nach Alternativen und stießen auf Naturcamping Am Springsee, der nicht weit entfernt lag. Wieder lief es etwas schräg ab. Am Telefon könne man nicht reservieren. Wir mussten eine Buchungsanfrage über das Internet stellen. Eine Antwort auf die Anfrage hatten wir bis zu unserer Ankunft nicht. Und das, obwohl die Anfahrt echt abenteuerlich war. Der Navi war nicht unbedingt hilfreich, da die Straßen nicht vernünftig klassifiziert waren. Wir fuhren über Kilometer auf Feld- und Waldwegen an. Der Platz war dann an Service und Ausstattung eher grenzwertig, aber wir hatten keine Alternative mehr, da wir nicht mehr fahren wollten. Allerdings beschränkten wir den Aufenthalt auf die eine Übernachtung, da es uns echt an Qualität fehlte. 

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem unfreundlichsten Check-out des ganzen Urlaubs weiter. Unsere Strecke ging dann weiter über Bundesstraßen in Richtung Potsdam. Elli hatte als Ziel Blütencamping Riegelspitze ausgewählt. Ein Anruf dort verlief schon einmal sehr positiv und auch das Check-in war sehr nett. Wir wählten einen Stellplatz mit Seeblick und hofften auf eine schöne Zeit. Wir wurden nicht enttäuscht. Den Rest des Tages verbrachten wir in einer entspannten Atmosphäre auf dem Platz. Am Abend warfen wir den Grill an.

Am nächsten Tag widmeten wir uns Potsdam. Wir selbst waren bis dato noch nicht hier gewesen. Zunächst ging es mit dem Fahrrad die gut 10 Kilometer zum Park Sanssouci.

Vom Neuen Palais ging es durch den Park zum Schloss Sanssouci. Über die Weinbergterrassen ging es dann hinauf zum Schloss. Von hier hatte man eine schöne Aussicht auf den Park. 

Es ging dann mit dem Fahrrad weiter in die Innenstadt von Potsdam und zum Potsdamer Brandenburger Tor. Von hier an ging es zunächst am Radweg der Bundesstraße 1 entlang weiter. Bei erster Gelegenheit fuhren wir auf einen Radweg ab, der dem Ufer der Havel folgte. Der idyllische Radweg führte uns zurück nach Geltow. Von hier aus ging es dann noch einmal nach Werder / Havel. Hier lockte die Havelinsel mit einem Besuch. Nachdem wir auch diese abgefahren hatten, ging es zurück zum Campingplatz. Elli kommt mit Platznachbarn aus Harsum ins Gespräch und kann das erste Mal Stand-Up-Paddeling ausprobieren.

Am nächsten Tag geht es dann nach Hause. Passenderweise können wir ab Potsdam der Bundesstraße 1 bis Hildesheim folgen. Lediglich für den Bereich um Magdeburg nutzen wir kurz die A2, um nicht durch Magdeburg zu müssen. Bereits am frühen Nachmittag parken wir uns Wohnmobil wieder zu Hause ein.

 

Strecke 2872,4 km
Durchschnittsverbrauch 8,7 l/km
Durchschnittsgeschwindigkeit 57 km/h

Resturlaub im Spreewald

Nachdem mein schmerzender Zahn der Geschichte angehörte, hatten wir noch ein paar Tage Urlaub, die wir natürlich nicht zu Hause verbringen wollten. Lust wieder nach Kroatien zu fahren, hatten wir aber auch nicht. Ein Blick auf die Deutschlandkarte brachte uns den Spreewald als Ziel nahe.

Morgens um 10.00 Uhr ging es los. Zunächst wurde noch kurz eingekauft, bevor es auf kürzestem Weg zur A 2 ging. Kurz vor Berlin dann das Eintauchen in die Mammutbaustelle. Nachdem wir diese hinter uns gelassen hatten, ging es ganz ruhig über die A 13 bis Vetschau weiter.

Von hier an folgten wir der Bundesstraße in Richtung Burg. Kurz vor dem Ort liegt der Kneipp- und Erlebniscampingplatz An den Spreewaldfließen. Dort angekommen bezogen wir einen der wenigen freien Stellplätze, die mit Strom versorgt wurden. Beim Einrichten versuchte ich gleich Satellitenempfang zu bekommen. War nicht ganz einfach mit den hohen Bäumen in der Sichtachse, hat dann aber Auf dem Stellplatz A53 doch geklappt.

Als alles erledigt war, ging es erst einmal mit dem Fahrrad nach Leipe. Dort gönnten wir uns einen kleinen Erholung im Spreewaldhof. Danach suchten wir uns eine gemütliche Fahrradstrecke nach Burg.

Da der Tag mittlerweile vorangeschritten war, beschlossen wir gleich einen Ort für unser Abendessen zu suchen. Im Hotel Bleske wurden wir fündig und mit einem guten Essen belohnt. Als es dann gegen 20.00 Uhr kühler wird, setzen wir uns auf unsere Fahrräder und radeln gesättigt zum Campingplatz zurück. Dort angekommen, bleibt uns leider nur der Aufenthalt im Wohnmobil.

Am folgenden Morgen kamen wir früh hoch. Das war auch gut so, da wir für 09.00 Uhr ein Kajak bestellt hatten. Es war das einzige Kajak, was der Campingplatz vermietete. Ansonsten vermieteten sie nur noch Kanadier. Für 20 Euro hatten wir es dem ganzen Tag zur Verfügung. Über den Südumfluter ging es in Richtung Westen bis schlussendlich nach Leipe. Hier war der bekannte Weg zur Gaststätte Spreewaldhof gesperrt. Auf der Umleitung, die sich uns nicht erschloss, fanden wir den Gasthof Zum Froschkönig. Wir nutzten die Gelegenheit und hielten Einkehr.

Nach einem guten Mittagessen ging es über den Leiper Graben und die Spree nach Burg. Hier machten wir noch eine Getränkepause im Fiedermannhof, bevor es in Richtung Campingplatz zurück ging. Hier trafen wir erschöpft gegen halb fünf ein. Es folgte eine Getränk und eine Dusche und zum Abschluss ein mittelmäßiges Abendessen in der Campingplatzgaststätte.

Der nächste Tag stand wieder im Zeichen einer Fahrradtour. Die erste Etappe führte uns über den Gurkenradweg nach Lübbenau. Dort angekommen erkennen wir erst einmal nichts wieder und müssen uns  orientieren. Am Spreewaldhafen gönnten wir uns dann bei einem Getränk eine kurze Pause.

Am Schloss vorbei ging es dann nach Wotschofska und von dort weiter nach Alt-Zauche. Wir folgten weiterhin dem Gurkenradweg, auch wenn uns die Streckenführung manchmal irritierte. In Alt-Zauche ging es dann zum Fährhafen. Hier gab es als Imbiss ein kühles Getränk und eine Plinse mit Zimt und Zucker.

Mittlerweile war es richtig heiß geworden und unser weiterer Weg führte uns am Nordumfluter entlang in Richtung Osten. Von dort aus folgten wir einer Streckenführung in Richtung Burg, die einem Singletrail glich. Kein ebener, breiter Weg und damit eine schöne Herausforderung.

Am Ende des Weges fand sich eine Hotelanlage, die in einem Obstgarten stand. Elli nutzte die Gelegenheit und griff sich einen Apfel.

Vom Bismarckturm ging es dann zurück zum Campingplatz. Hier angekommen gönnten wir uns ein Abschlussgetränk und verbrachten den Rest des Tages mit Relaxen in der Sonne. Da wir keine Lust auf eine Ortsveränderung mehr hatte, versuchten wir doch noch einmal die Gaststätte auf dem Campingplatz. Das Essen war okay, das Timing leider nicht. Vorspeise und Hauptgang werden zeitgleich serviert. Nach dem Essen kommt Wind auf und es beginnt leicht zu regnen.

Der Regen war für uns nicht weiter interessant, da wir bereits eingepackt hatten. Am nächsten Morgen ging es früh los. Um 09.30 Uhr fuhren wir ab. Wider Erwarten kamen wir gut durch die Baustellen bei Berlin durch und trafen am Nachmittag zu Hause ein.

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Wie wir zu einem Wohnmobil kamen

Die Schulzeit unseres Kindes rückte immer näher. Da wir gerne Urlaub machten und dabei etwas unabhängiger sein wollten, machten wir uns Gedanken, wie dies mit festen Ferienzeiten zu vereinbaren war. Schnell kamen wir natürlich auf Camping. Die Vorteile für ein Kind liegen dabei auf der Hand. Freiheit, Abenteuer und vieles mehr.

Jetzt gab es natürlich wieder mehrere Möglichkeiten. Zelten, Wohnwagen oder gar die damals recht teure Alternative Wohnmobil. Die Entscheidungsfindung war für uns nicht einfach. Oft hatten wir gezeltet und es eigentlich auch gut gefunden, aber … da war es wieder, das Aber. Zelte aufbauen, Abhängigkeit vom Wetter, ortsgebunden – alles Nachteile, die Zelten als letzte Alternative erscheinen ließen.

Die nächste Überlegung ging in Richtung Camping mit dem Wohnwagen. Schon besser, aber auch nicht perfekt, da wir uns neben dem Wohnwagen auch einen neuen PKW hätten anschaffen müssen, da der alte über keine Anhängerkupplung verfügte. Elli’s Eltern machten zeitgleich Werbung für ein Wohnmobil, da sie selbst eines nutzten. Als sich Elli mit ihnen zum Camping traf, kam das Gespräch auf unser Entscheidungsdilemma. Hier wurde bekannt, dass Elli’s Tante ihres altersbedingt abgeben wollte. Wieder zu Hause wurde mit dem spitzen Bleistift gerechnet und wir stellten zu unserer Überraschung fest, dass es die günstigste und zweckmäßigste Alternative war.

Schnell war ein Termin mit Traudel zur Besichtigung getroffen. Das Mobil entsprach unseren damaligen Erwartungen und wir würden uns über den Kauf einig. Im September vollzogen wir den Kauf und überführten das Mobil. Auf der Fahrt von Varel nach Harsum machte ich mich mit unserem neuen Urlaubsgefährt vertraut.

Wie es uns dann auf unserer ersten gemeinsamen Fahrt ging, könnt ihr hier lesen.

Rovinj zum Entspannen

1990 Istrien

Von diesem Urlaub gibt es leider keine genauen Aufzeichnungen mehr. Es handelte sich um einen Urlaub für Kurzentschlossene, da wir bereits in Florida waren, war das Geld etwas knapp und da bot es sich an, für ein paar Urlaubstage nach Istrien zu fahren.

Positiver Nebeneffekt war, dass meine Eltern und mein kleiner Bruder bereits unten waren und wir lediglich noch dne Preis je Person für den Campingplatz bezahlen mussten.

Die Anfahrt verlief ereignisloser als 1989 und der Platz war schnell gefunden. Die Zeit verbrachten wir mit ganz viel Relaxen und mittelmäßig viel Alkohol. Elli surfte viel und besuchte regelmäßig mit meiner Mutter die Weinbauern.

Gegen Ende des Urlaubs kam dann noch mein Bruder Ulf mit meiner Schwägerin Jutta nach Rovinj, so dass wir noch einige Zeit mit ihnen verbrachten.

Auf dem Rückweg gesellte sich dann mein Bruder Jens zu uns ins Auto, da er nicht die langatmige Rückfahrt mit dem Wohnmobil in Kauf nehmen wollte. Wir fuhren die ganze Nacht durch und verlangten dem Honda damals alles ab, so dass wir nach knapp elf Stunden Fahrt in Sorsum ankamen.

Letztlich ein reiner Entspannungsurlaub, wie der Mangel an konkreten Erinnerungen zeigt.

Erste Erfahrungen mit einem Wohnmobil

Holland (Juni 1989)

Elli und ich planten unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Das Geld war knapp und die Verwandtschaft war gnädig, so dass wir uns für einen Campingurlaub mit dem Wohnmobil meiner Eltern entschlossen. Da Elli immer wieder von ihrer abgebrochenen Fahrradtour durch Holland sprach, beschlossen wir, dieses Ziel für uns auszuwählen.

Wir nahmen das Wohnmobil von meinem Vater in Empfang, nicht ohne den Hinweis ja alles heile zu lassen, und fuhren nach Hannover, um Elli’s Klamotten einzuladen. Dann ging es los. Erst einmal nach Varel zu Elli’s Eltern, wo wir uns in Dangast auf den Hof stellten. Zuvor waren wir noch zu Jörg und Christina nach Oldenburg gefahren, um die Anwesenheit für einen Besuch zu nutzen. Auf der Rückfahrt fiel mir dann bereits auf, dass das Fahrtlicht immer mal wieder kurz ausfiel. Am nächsten Morgen schaute ich noch kurz mit Klaus die Sicherungen nach, konnte aber keinen Fehler feststellen. Diesen konnte dann erst später, sehr zu meinem Leidwesen, mein Vater feststellen und beheben. Und wer hatte natürlich Schuld?

Über die Landstraße ging es von Varel aus bis zur Grenze und dann weiter nach Groningen. Den ersten längeren Stopp legten wir auf dem Abschlussdeich ein. Strahlender Sonnenschein, aber dazu auch Wind. Dies bekam Elli gleich zur spüren. Beim Öffnen der Beifahrertür wurde ihr diese durch den Wind entrissen und das Lederband, welches als Türband fungierte ging gleicht entzwei. Zunächst machten wir uns Gedanken, was bei Abgabe des Wohnmobils auf uns zukommen würde. Letztlich drängten wir es in den Hintergrund, da das Mobil gerade aus dem Winterschlaf kam und derartige Mängel immer auftreten könnten.

Erschreckend war jedoch für uns, da es sich bei dem Wohnmobil um einen Mercedes 604D in der langen Variante handelte, der selbst umgebaut wurde, dass dieser mit seinen 66 PS und 1997 ccm Hubraum lediglich über einen 40-Liter-Kraftstofftank verfügte. Bei einem Durchschnittsverbrauch von knapp 20 l / 100 km, war fast jede Tankstelle unsere und wir beschlossen, so wenig wie möglich zu fahren.

Erstes Etappenziel sollte ein gemütliches Seebad mit Strandzugang sein. Zunächst versuchten wir es in Bergen an Zee. Leider konnten wir hier keinen Campingplatz finden, so dass wir nach einem Bummel über die Strandpromenade die Küste weiter entlang fuhren. In Egmond an Zee hatten wir dann mehr Glück und konnten uns auf dem dortigen Campingplatz in Dünennähe aufstellen. Wir fuhren dann mit dem Fahrrad in den Ort, was sich in Holland auf jeden Fall anbietet, und verbrachten den Nachmittag mit Bummeln und einem Minigolf-Match, das ich klar für mich entschied. Zum Abendessen gab es dann ein Reisgericht aus der Dose.

Die darauffolgenden Tage verbrachten wir in Amsterdam. Mit dem Wohnmobil standen wir auf dem Campingplatz Gaasper Camping Amsterdam, der sich auf Grund seiner Nähe zu Innenstadt und der Metroverbindung anbot. Hier machten wir auch unsere ersten Erfahrungen mit der Strippenkaart, der Metrofahrkarte in Amsterdam.

Die Tage verbrachten wir mit Innenstadtbummel, Grachtenfahrten und Museums- und Zoobesuchen. Einmal ging es sogar in ein indisches Restaurant zum Abendessen.

Nachdem wir Amsterdam zur Genüge genossen hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Utrecht. Hier parkten wir das Wohnmobil außerhalb und fuhren mit den Fahrrädern in die wirklich sehenswerte Innenstadt. Zum Zeitvertreib machten wir noch eine Tretbootfahrt über die Grachten von Utrecht, bevor es nach Arnheim weiterging. Hier stand ein großes Freilichtmuseum mit typischen niederländischen Bauten auf unserm Programm. Die Besichtigung bei wunderbarem sonnigem Wetter genossen wir. Highlight während dieses Besuches war, das zeitgleich diverse Hundevorführungen stattfanden, die man kostenlos mit genießen konnte.

Nach dem Freilichtmuseum ging es dann weiter in Richtung Flevoland, wo wir den nächsten Stopp einlegen wollten. Während der Autobahnfahrt bemerkten wir ein wiederkehrendes Geräusch, das sich anhörte als wenn die Schweißnähte der Autobahn den Lärm verursachten. Um der Sache auf den Grund zu gehen und einen Reifenschaden, der auf Grund der Standzeit möglich wäre, auszuschließen, schauten wir bei einem kurzen Stopp nach. Wir konnten jedoch zunächst nichts feststellen.

Wieder auf der Autobahn war das Geräusch immer noch vorhanden. Nach einigen gefahrenen Kilometern bemerkte ich leichte Schläge auf der Lenkung, die sich immer mehr verschlimmerten, so dass wir die nächste Ausfahrt heraus fuhren und mitten in der Landschaft auf einer Nebenstraße hielten, um nachzuschauen.

Jetzt stand das Gefährt richtig, so dass wir die Beule an der Innenseite des vorderen rechten Reifens sehen konnten. Diese hatte sich derart groß ausgedehnt, dass sie mittlerweile gegen die Spurstange schlug. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Im Zeitalter ohne Mobiltelefone und Onlinezugang musste man sich selbst helfen. Gedanken über einen Reifenwechsel hatten wir uns vor der Abfahrt nicht gemacht. Zu unserer Erleichterung stellten wir fest, dass alle notwendigen Utensilien mit an Bord waren. Das Radkreuz fand sich in einem Staufach, der hydraulische Wagenheber unter dem Beifahrersitz und das Reserverad war unter dem Fahrzeug angebracht.

Also ging es los. Reserverad abgebaut, Radmuttern gelöst, Wagenheber angesetzt … und Schluss. Die extreme Wölbung der Fahrbahn verhinderte, dass der Wagenheber das Fahrzeug anheben konnte. Letztlich drückte sich der Stempel des Wagenhebers nur in den Unterboden. Hilfe fanden wir bei einem der wenigen Anwohner, der uns freundlicherweise Holzklötze zum Unterfüttern zur Verfügung stellte. Es war zwar eine wackelige Angelegenheit, aber es funktioniert. Das Reserverad hatte auch annähernd den richtigen Luftdruck, so dass wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Den beschädigten Reifen warfen wir erst einmal in den Innenraum, da ich ihn auf der Straße nicht wieder unterbauen wollte.

In Flevoland angekommen fanden wir schnell den Campingplatz. Da auch ein Schwimmbad dabei war, ging es erst einmal zum Schwimmen. Den Abend verbrachten wir beim Bingo im Gemeinschaftsraum des Campingplatzes. Der beschädigte Reifen, den wir unter dem Wohnmobil abgelegt hatten, geriet in Vergessenheit.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Giethorn. Bei der Abfahrt fiel uns dann auch der Reifen wieder ein. Also rein damit in den Innenraum. In Giethorn stellte sich die Campingplatzsuche etwas schwierig dar. letztlich fanden wir den Campingplatz d’Hof mitten im Naturschutzgebiet. Hier mussten wir über Holzstege zu unserem Stellplatz kommen, was mit etwas rangieren auch gelang.

Als erste Aufgabe des Tages stand für mich das Anbringen des beschädigten Reifens an der Fahrzeugunterseite auf dem Programm. In diversen Versuchen mühte ich mich allein ab und selbst Elli konnte nicht helfen, da es schwierig war den Reifen hoch zu halten und die Schrauben zu befestigen. wieder war es der Hilfe eines freundlichen Holländers zu verdanken, dass es vereint gelang.

Nun folgten noch einige erholsame Tage in Giethorn. Den nächsten Tag verbrachten wir mit relaxen und einer Bootsfahrt durch die Kanäle.

Am darauffolgenden Tag ging es zurück nach Varel. Die geliehenen Fahrräder wurden wieder im Ferienhaus untergestellt und den nächsten Tag, an dem die Rückfahrt nach Hildesheim stattfand, versüßten wir uns noch mit einem Besuch im Freizeitpark Soltau.

Abends übergaben wir dann das Wohnmobil an meinen Vater. Und, wie hätte es anders sein können, war ausschließlich ich für die Defekte verantwortlich.

Mit den Volleyballern in Jugoslawien

Istrien 1989

Der Urlaub in Istrien 1989 ging schon früh in die Planung.
Lars, Olli, Elli, Melanie, Angela und ich kamen irgendwann auf den Gedanken in den Sommerferien einen gemeinsamen Campingurlaub zu machen.
Dabei waren folgende Bedingungen für uns damals wichtig. Es musste billig sein und es sollte ein Ort mit garantiert schönem Wetter sein.
Im Zuge der Planung fiel dann die Wahl auf Istrien im damaligen Jugoslawien.
Nachdem wir uns auf dieses Ziel geeinigt hatten, konnten alle beginnen die Reisedokumente zusammen zu stellen und wir suchten einen adäquaten Campingplatz.
In verschiedenster Besetzung trafen wir uns und planten. Damals nach mit Karten, Reiseführern und Campingatlanten.
Letztlich war die Mehrheit für den FKK-Platz Valalta.
In einem gemeinsamen Treffen wollten wir es dann fest machen und nach anfänglicher Skepsis bei Angela waren dann alle mit an Bord.
Die restlichen Einzelheiten waren auch schnell geplant. Olli stellte das Zelt, das für uns alle reichte. Stühle und Tisch stellten wir gemeinsam und verstauten sie auf dem Dachgepäckträger. Die Pkw für die Fahrt stellten Elli und ich. Führerscheine hatten, mit Ausnahme von Melanie, alle, wobei nicht jeder fahren wollte.

Am letzten Arbeitstag von Lars und Olli, die zu der Zeit bei Blaupunkt schichteten, ging es los.
Die beiden hatten Nachtschicht bis 06:00 Uhr gehabt und bis 07:00 Uhr hatten wir sie eingesammelt und es ging auf die Autobahn.
Die beiden Nachtschichtler wollten die Fahrt nutzen, um den verlorenen Schlaf nachzuholen. Dies fiel ihnen sichtlich schwer. Angela jedoch nicht, sie verschlief die meiste Zeit.
Bis Mittag hatten wir es nach Denkendorf in Bayern geschafft. Hier tankten wir und nahmen ein reichhaltiges bayerisches Mittagessen zu uns.
Die daraus resultierende Schläfrigkeit machte mir auf dem folgenden Autobahnstück ganz schön zu schaffen.

Da das Schengen Abkommen 1989 noch nicht existent war, hatten wir noch diverse Landesgrenzen zu überqueren bis wir letztendlich gegen 20:00 Uhr abends an der Grenze zwischen Italien und Jugoslawien standen.
Die Fahrt bis nach Italien verlief problemlos. Lediglich am Tauerntunnel hatten wir Blockabfertigung und mussten im Stau warten. Die Zeit nutzten wir um auszusteigen und das Wetter zu genießen.
In Muggia, an der jugoslawisch-italienischen Grenze, tankten wir noch einmal voll, da wir nicht wussten, wo die nächste Tankstelle war. Das war auch grundsätzlich kein Problem, nur sprang nach dem Tanken Elli’s VW Golf nicht wieder an. Augenscheinlich war er durch die lange, konstante Fahrt überhitzt und musste abkühlen.
Während der Wartezeit überschlugen wir kurz die Zeit bis zum Ziel. Für die letzten 100 Kilometer mussten wir knapp 2 Stunden einplanen.
Da laut Campingplatzführer der Platz um 22:00 Uhr die Pforten schloss, mussten wir uns beeilen, um ihn zu erreichen. Wir hatten keine Lust vor dem Tor in den Autos zu schlafen.
Nachdem der Golf wieder ansprang, ging es los. Über die jugoslawischen Landstraßen ging es Richtung Rovinj.
Die Landstraßen waren schlecht, die Fahrbahnmarkierung miserabel und Ortschaften erkannte man fast gar nicht, da sie stockdunkel waren. Trotzdem fuhren wir so schnell wie möglich durch die Landschaft. Elli folgte lediglich den Schlusslichtern von meinem Honda Accord. Die Strecke als solche nahm sie gar nicht richtig wahr.
Highlight war der Limskikanal. Auch diesen sahen wir nicht. Wir sahen auch nicht, wie es neben der Fahrbahn steil nach unten ging – Gott sei Dank.
Kurz vor 22:00 Uhr hielten wir an der Rezeption des Campingplatzes.
Hier war man locker und gelöst. Der Platz schloss erst um 23:00 Uhr.
Also noch schnell einen Stellplatz suchen und das Zelt aufbauen.

Der Platz war schnell gefunden. An der Rezeption hatte man uns den Tipp mit dem neuen Waschhaus gegeben. Hier fanden wir auch einen fast ebenen Platz.
Im Licht der Pkw-Scheinwerfer wurde dann das Zelt aufgebaut. Gleichzeitig wurden die Sitzgelegenheiten vom Pkw geladen und aufgebaut, so dass wir, als das Zelt stand und eingeräumt war, unser ‚Feierabend‘-Bier zu uns nehmen konnten.

Die knapp zwei Wochen auf Valalta verliefen relativ stressfrei und erholsam.
Ab etwa 11:00 Uhr morgens setzten wir uns in die Saline und spielten Karten.

Bis dahin ging es immer mal wieder in Stadt, um Getränke in dem dortigen Intershop zu kaufen oder eine Mahlzeit in dem staatlichen Restaurant (Jardin) am Hafen zu uns zu nehmen.
Abends nahmen wir zumeist das Angebot auf dem Platz wahr. Beliebt bei Melanie und Angela waren die Live-Auftritte der Band an der Bar am Swimmingpool, da die Mitglieder der Band ja ’so süß waren‘.

Der Tagesablauf wurde lediglich durch die Sportveranstaltungen unterbrochen.
So nahmen wir alle 6 mehr oder weniger erfolgreich an den Trainingsstunden und dem Volleyballturnier teil.
Melanie und Olli spielten noch erfolgreich beim Tischtennis mit und Olli und ich nutzten das Angebot Tennis zu spielen.
Über die verschiedenen Sportangebote lernten wir dann auch einige Leute außerhalb unserer Gruppe kennen.

Auch zu unseren direkten Platznachbarn bauten wir gute Kontakte auf. Dies ging so weit, dass wir mit ihnen Grillgut austauschten und dafür im Gegenzug selbst gefangene Seenadeln erhielten.

Bei den Nachbarn gegenüber sind wir bei einem Gewitter im Zelt untergekommen.

Erwähnenswert ist auch eine Bootstour gewesen, die wir gemacht haben.
Mit zwei Motorbooten ging es über die Bucht und in den Limskikanal hinein.

So plätscherte der Urlaub so dahin. Einen Tag fuhren wir noch auf Sightseeing nach Pula und einen Tag nach Porec.

Den Ausflug nach Pula nutzten wir, um das dortige Kolosseum zu besichtigen und etwas durch die Stadt zu bummeln.
Außerdem aßen wir in der Stadt zu Mittag, um mal etwas anderes zwischen die Zähne zu bekommen als der Campingplatz oder Rovinj bot. Das Essen unterschied sich aber nicht wesentlich, war eher noch etwas schlechter.

Auf den Ausflug nach Porec konnte Lars nicht mitkommen, da er zuvor beim Volleyball sich an einem Stein den Fuß aufgeschnitten hatte.

Die Fahrt nach Porec offenbarte uns auch die Strecke am Limskikanal und ihre Gefährlichkeit, da wir nun bei Tageslicht alles sehen konnten.

Unser Urlaub näherte sich dem Ende, da änderte sich das Wetter.
Wir waren den Abend noch in der Altstadt gewesen, weil Elli unbedingt Scampi essen wollte. Danach haben wir im Hotel Eden die Disco besucht und waren gerade wieder am Zelt eingetroffen, als ein Unwetter losbrach.
Es regnete derart stark, dass es in Bächen durchs Zelt floss. Wir legten die Luftmatratzen ins eingehängte Innenzelt, wo auch unsere Taschen waren, und suchten uns trockene Schlafplätze.
Elli und Olli kamen wie bereits gesagt bei den Nachbarn im Vorzelt unter, während Lars und ich im Honda schliefen.
Als Melanie und Angela dann aus der Disco kamen, blieb für sie nur der VW Golf, in dem sie es sich gemütlich machten.

Am nächsten Morgen stand dann Reinigen auf dem Programm. Dies blieb jedoch an Elli und Lars hängen, da Olli und ich den Tennisplatz gebucht hatten und Angela und Melanie sich am Strand von den Strapazen der Nacht erholten.
Als die beiden alles gereinigt hatten, erfuhren sie in den Gesprächen mit den Platznachbarn, dass es womit dem Wetter so weitergeht.
Gleiches brachten Olli und ich am Tennisplatz in Erfahrung.
Nach einer kurzen Beratung ging Lars zur Rezeption und erzählte eine tieftraurige Geschichte, warum wir noch an diesem Nachmittag abreisen müssten. Dies ersparte uns die Gebühr für den Tag und wir fingen an zu packen.

Als alles verstaut war, fing es auch schon an zu regnen und es wurde immer dunkler, was nicht nur an der fortgeschrittenen Tageszeit lag.
Als wir auf der Landstraße in Höhe Buje unterwegs waren, mussten wir auf Grund des starken Regens sogar unsere Fahrt unterbrechen und auf der Straße einfach halten. Es war nichts mehr zu sehen und die Haftung auf der Straße war auch nicht die Beste.
So ging es dann weiter bis Italien. In Italien nutzten wir dann eine Regenunterbrechung, um in einer Raststätte einen Cappuccino zu trinken. Da auch der Euro noch keinen Einzug gehalten hatte, mussten wir noch in Lira bezahlen, die wir zuvor getauscht hatten.
Ansonsten wurde der Regen nur durch die Autobahntunnel unterbrochen. Es stellte sich dann so dar, dass wir außerhalb der Tunnel mit angepasster Geschwindigkeit fuhren und in den Tunneln dann richtig Gas gaben.

In Österreich angekommen holte uns langsam der lange Tag ein und die Müdigkeit überkam uns.
Wir schafften es noch bis zum Rastplatz Eisentratten. Da wurden erst mal die Sitze runter gekurbelt und wir versuchten zu schlafen.
Grundsätzlich klappte dies auch – bis auf die beiden Fahrer. Lars und ich trafen uns in der Raststätte wieder und nahmen einen starken Kaffee zu uns. Danach beschlossen wir weiterzufahren.
Gegen Morgen waren wir dann wieder in Deutschland. Das Wetter hatte sich nicht sonderlich verbessert und es war immer noch feucht.
In Traunstein ging es dann erst mal von BAB 8 runter und wir kauften bei einem Bäcker zum Frühstücken ein.
Das Frühstück nahmen wir dann auch gleich zu uns und bei leichtem Nieselregen ging es zurück auf die Autobahn.

Beschleunigungsstreifen raus und gleich richtig Gas geben. Leider war direkt vor uns ein Stau, so dass ich alles aufbieten musste, um einen Auffahrunfall zu vermeiden.
Mit einem gehörigen Schrecken in den Gliedern ging es dann weiter und nach insgesamt 24 Stunden hatten wir die 1200 Kilometer geschafft und waren zu Hause angekommen.
Wir brachten noch alle schnell nach Hause, schnackten noch ein bisschen und Elli und ich bleiben gleich ins Sorsum.

Insgesamt haben wir nachträglich festgestellt, dass es trotz aller kleinen Misslichkeiten ein runder Urlaub mit einem hohen Erholungswert war.