Was für eine Odyssee – Istrien, Ungarn, Österreich und Spreewald

Kroatien

(06.07.2011 – 25.07.2011)

Wie jedes Jahr mussten wir uns bereits im Vorfeld mit der Frage beschäftigen, wo es hingehen sollte. Da es wohl das letzte Mal war, dass wir gemeinsam mit Cathrin, Swen und Tom eine Urlaubszeit hatten, entschieden wir uns wieder einmal für Kroatien. Diesmal sollte es zuerst auf dem Campingplatz Valalta gehen, bevor wir dann im Anschluss eine Rundreise machen.

Am Tag der Zeugnisvergabe ging es los. Da wir diesmal fest eingeplant hatten durchzufahren, fuhren wir erst gegen 18.00 Uhr in Harsum los. Da immer noch die Großbaustelle zwischen Derneburg und Bockenem war, wählten wir die Strecke über die B 243 bis nach Rhüden. Hier tankten wir voll und führen über die BAB 7 in Richtung Süden. Nachdem wir ab Nürnberg auf der BAB 9 weiterfuhren, stellte ich fest, dass der Kraftstoffverbrauch unseres Wohnmobils sich erhöht hatte und wir bereits in Lenting, nach nicht einmal 500 Kilometern, erneut volltanken mussten. Meines Erachtens sind dafür die neuen Reifen der Marke Continental dafür verantwortlich. Die Firma Continental, die ich später dazu kontaktierte, wies natürlich alles zurück.

Nachdem wir mitten in der Nacht an München vorbei waren, ging es über die österreichischen Autobahnen entspannt in Richtung Karawankentunnel. Auch hier gab es, wie zuvor schon an Tauern- und Katschbergtunnel, keine nennenswerten Wartezeiten und kurz vor Sonnenaufgang waren wir bereits an Ljubljana vorbei. Wir folgten der Autobahn bis Koper und passierten im morgendlichen Berufsverkehr die Grenze. Die Streckenführung im Anschluss an die Grenze hatte sich bereits wieder verändert, sodass der Navi wieder einmal sinnlos war und wir uns auf unsere Augen und unser Gefühl verlassen mussten.

Gegen 08.15 Uhr trafen wir dann am Campingplatz ein. Nach dem Quick-Checkinn ging es erst einmal auf Stellplatzsuche. In unserem alten Gebiet wurden wir nicht fündig, sodass wir unterhalb des Waschhauses 9 einen Stellplatz wählten. Zunächst überlegten wir noch, zu einem späteren Zeitpunkt wieder umzuziehen, verwarfen diesen Gedanken später aber wieder, da wir nicht geplant hatten, so lange zu verbleiben.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, erfolgte erst einmal für Sönke die Bescherung, da er am heutigen Tag Geburtstag hatte und diesen wieder einmal im Sommerurlaub auf dem Campingplatz feiern musste. Er hatte sich zum Abendessen einen Besuch in de Saline gewünscht. Diesem Wunsch kamen wir gerne nach, da wir auch keine rechte Lust hatten, noch großartig durch die Gegend zu gondeln.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit relaxen und richteten uns weiter auf unserem Platz ein, da nunmehr die Entscheidung für den Stellplatz endgültig war. Wir konnten aufs Meer schauen und, was in Anbetracht der herrschenden Temperaturen viel wichtiger war, wir hatten Schatten auf dem Platz. Abends ging es dann in die Stadt. Den Linienbus wollten wir nicht nutzen, um unabhängig zu bleiben, sodass wir mit dem Fahrrad fuhren. Nach einem kurzen Bummel durch die uns zur Genüge bekannte Stadt, ging es in die Pizzeria Leone zum Abendessen. Zunächst mussten wir auf einen Platz warten. Als wir dann aber einen ergattert hatten, wurden wir wie immer freundlich bedient. Danach ging es noch ein Eis essen und dann mit dem Fahrrad zurück zum Platz. Dort angekommen, waren wir komplett durchgeschwitzt, da es nicht wirklich kühler geworden war, und gingen uns erst einmal kalt abduschen.

Der nächste Tag war der Anreisetag von Cathrin, Swen und Tom. Bisher hatten sie noch nicht genau gesagt, wann sie eintreffen würden, sodass ich mir beim Gang zum Bäcker darüber auch noch keine großen Gedanken machte. Hier sah ich dann aber Swen und Tom in der Schlange stehen. Nach einem kurzen Plausch, beschlossen wir, dass die drei erst einmal ankommen und wir uns ja dann treffen könnten. Tom hielt diese Vereinbarung nicht ganz ein. Bereits unmittelbar nach dem Frühstück steht er neben uns und holt Sönke ab. Das Abendessen nahmen wir dann im Stancija zu uns und verbrachten den Abend in der Pizzeria auf dem Platz, wo wir uns die Viertelfinalspiele der Frauen-Fifa-WM anschauten.

Den nächsten Tag verbrachten wir wieder mit der üblichen Entspannung am Platz. Diesmal war der Erholungswert umso höher, da rund um uns herum der An- und Abreisestress herrschte. Meine Aktivitäten während des Urlaubs waren eh eingeschränkt, da ich mir wenige Tage vor dem Urlaub die Strecksehne im kleinen Finger der rechten Hand gerissen hatte und nun eine Stack’sche Schiene tragen musste. Den Abend verbrachten wir dann zusammen mit Jungnickel’s und gingen erst einmal in der Snack Bar I zum Abendessen. Bevor es soweit war kam noch einmal kurz Hektik auf. Ich wollte Geld abheben und wurde wegen ‚fehlender Liquidation‘ abgewiesen. Trotzdem ging es erst einmal zum Essen. Danach ging es zu den Volleyballplätzen, wo wir Männer eine Runde Beachvolleyball spielten, bevor wir uns noch einge Cocktails gönnten. Auf dem Rückweg kaufte ich noch ein WLAN-Ticket und schaute erst einmal auf dem Konto nach, da mich der abgebrochene Kartenvorgang nicht in Ruhe ließ. Da war dann aber doch alles in Ordnung und wir schoben es auf den Automaten.

Am nächsten Tag wurde es dann noch heißer. Lediglich am Platz mit dem Schatten der Bäume war es noch auszuhalten. Wie wäre es jetzt wohl auf unserem alten Platz ohne Schatten gewesen. Wir wollten es uns gar nicht ausmalen. Das Wasser war auch keine wirkliche Erleichterung, da es mittlerweile Badewassertemperatur hatte.

Am Abend dann ging es mit Jungnickel’s in die Stadt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich etwas abenteuerlich, da kostenlose Parkplätze mittlerweile rar waren. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt ging es erst einmal zum Essen in die Pizzeria Leone. Nach einer kurzen Wartezeit und etwas Eigeninitiative haben wir auch eine gute Sitzgelegenheit ergattert. Zu unserer Freude verrät uns die Bedienung, die uns mittlerweile gut zu kennen scheint, den Netzwerkschlüssel des Lokals, sodass wir kostenfrei ins WLAN können.

Nach dem Essen wollen wir noch etwas durch die Altstadt bummeln. Sönke kauft sich noch ein Graffiti-T-Shirt, das er kurze Zeit später auch sichtlich gerne trägt. An einem der Lokale in der Altstadt, die an der Felsenküste liegen, machen wir dann halt und gönnen uns einen Cocktail.

Auf dem Platz neben uns sind vier ausgelassene Engländerinnen, die wohl mit dem Schiff hier sind. Schnell tauscht man sich aus und hilft sich gegenseitig bei den Gruppenfotos mit Wiedererkennungswert. Auf der Rückfahrt nach Valalta fängt es leicht an zu regnen. Elli hat gleich Panik, da die Dachfenster offen stehen und sie annimmt, dass wieder ein Gewitter wie in den Vorjahren im Anzug ist. Alle Versuche sie zu beruhigen scheitern. Trotzdem ist ihre aufkommende Panik grundlos. Nach ein paar Tropfen ist alles vorbei.

Der nächste Tag fing für mich mit einer Einkaufstour an. Da ich ja eh mit meiner Verletzung gehandicapt war, durfte ich mit Swen und Cathrin und deren Bekannten in einem Konzum-Markt in Rovinj einkaufen. Für mich war der Gang durch den Markt schnell beendet, da wir außer Getränke nicht viel brauchten und die waren schnell gefunden. Danach verließ ich den gekühlten Markt und wartete in der heißen Luft auf dem Parkplatz. Hier stellte ich fest, dass Swens Pkw nicht richtig verschlossen war, da die Mitfahrerin die Tür erst nach der Verriegelung zugeworfen hatte. So konnte ich das Fahrzeug komplett öffnen, was später zu einigem Staunen führte, und meine Einkäufe bereits einladen.

Zurück am Platz musste ich erst einmal richtig ausspannen von der Hektik des Vormittags. Erstmals fiel mir die Möwe auf, die ihr eigenes Spiegelbild auf dem Pkw der Stellplatznachbarn bekämpfte.

Abends ging es dann gemeinsam mit dem Fahrrad ins Kazun zum Abendessen. Wir waren bewusst etwas früher gefahren, mussten aber trotzdem am Eingang auf einen Sitzplatz warten. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir dann einen Platz ergattert und gönnten uns wieder ein vorzügliches Abendessen mit reichhaltigen Portionen. Von dem daraus resultierenden Völlegefühl hatten wir auch alle die ganze Nacht etwas.

Der nächste Tag wurde noch heißer. Besonders im Steinbruch, wo wir uns zum Kaffee trafen, war es kaum noch zu ertragen. Mittags gönnten wir uns nur noch einen Salat und verzichteten auf jegliche alkoholischen Getränke. Im Wohnmobil lief der Ventilator mittlerweile auf höchster Stufe durch, damit man sich abends überhaupt da drin aufhalten konnte. Diesen Abend verzichteten wir auf jegliche Ausflüge und verbrachten einen Abend im Familienkreis am Wohnmobil. Zunächst grillten wir Cevapcici, die wir im Supermarkt gekauft hatten. Später kamen wir mt unseren Platznachbarn aus Koblenz ins Gespräch, die waren gerade aus dem Süden Kroatiens hoch gekommen und relaxten noch ein paar Tage, bevor es für sie nach Hause ging. Während wir so dasaßen und Geschichten erzählten, zauberte Frau Nachbarin selbstgebrannten Feigenschnaps, von dem wir uns einige Gläser gönnten.

Der nächste Tag war dann wieder sehr heiß. Sönke und Tom nahmen am Vormittag an einem Schachturnier teil. Sönke wurde Fünfter, Tom belegte den zweiten Platz. Abends ging es dann gemeinsam ins Stancija, den Sieg der beiden feiern. Danach ging es auf den Platz zurück und Elli, Sönke und ich kniffelten noch eine paar Runden. Nachdem Elli jedoch nicht zu schlagen war, ließen wir es sein und zogen uns zurück.

Am nächsten Morgen schien erst einmal Abkühlung in Sicht zu sein. Der Wind hatte merklich aufgefrischt und es waren erste Wolken am Himmel. Auf Grund des Windes gab es nun auch endlich Wellen und Sönke und Tom gönnten sich diesen Spaß in der Brandung den ganzen Vormittag über. Elli nutzt das frische Wetter, um das erste Mal zum Joggen zu gehen. Gegen 11.00 Uhr ist es dann wieder klar und der Wind ließ auch wieder nach. Die Folge ist, dass es sofort wieder richtig warm wurde.

Abends geht es dann noch einmal mit dem Fahrrad in die Stadt. Zum Abendessen gibt es Pizza in der Pizzeria Leone – diesmal ohne Kurzen zum Abschluss. Danach gönnen wir uns wieder einmal einen Cocktail in der Altstadt und ein Eis, bevor es dann um 22.30 Uhr zum Platz zurückgeht.

Es näherte sich der letzte Tag unseres Aufenthaltes. Wir hatten ihn als Putztag eingeplant und fingen bereits am Vormittag an Stück für Stück einzupacken. Es wird wieder unerträglich heiß, sodass das Packen keine angenehme Tätigkeit ist. Schnell geraten wir ins Schwitzen und müssen uns immer wieder zwischendurch abkühlen gehen. Da wir noch einige Tage unterwegs sein wollen, müssen wir mit Sinn und Verstand packen, damit wir an alles ran kommen. Das nimmt einige Zeit in Anspruch und führt auch einige Male dazu, dass alles wieder ausgeräumt wird. Letztlich schaffen wir es doch und nur noch das Notwendigste ist draußen, als am Nachmittag Cathrin erscheint und mitteilt, dass wir unsere gemeinsamen Pläne für den heutigen Tag ändern müssten, da Swen eine Bekannte ins Krankenhaus nach Rijeka gefahren hatte. Ihr Mann war dort nach einem Herzinfarkt auf dem Campingplatz eingeliefert worden.

Nachdem wir am Nachmittag noch etwas relaxt hatten, beschlossen wir in den frühen Abendstunden, als die Sonne nicht mehr so stark auf unseren Platz schien, unsere Markise zu reinigen. Zunächst versuchte ich vom Dach des Wohnmobils aus die getrockneten Blätter, die auf von den umstehenden Bäumen auf die Markise gefallen waren, herunterzufegen. So richtig gelang dies nicht, da sich die meisten Blätter in der Frontklappe verfingen. Also musste ein anderer Plan her. Kurz entschlossen schraubte ich die Frontklappe auseinander. Das gelang auch ganz gut, sodass wir mit einer gereinigten Markise den Rest der Reise antreten konnten.

Zum Abendessen ging es auf Sönkes Wunsch hin in die Snackbar I. Danach folgten noch ein paar Runden Kniffel am Platz, bei denen es mit einem Gleichstand zwischen mir und Elli endete, bevor es dann ins Bett ging, um den nächsten Tag ausgeruht angehen zu können.

Es folgte der Reisetag in Richtung Plitvice, das unser erstes Ziel auf unserer weiteren Tour war. Bereits um 09.50 Uhr kamen wir vom Platz aus los, nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten. Wir kamen derart gut voran, das wir bereits gegen 14.30 Uhr am Nationalpark Plitvice waren. Die Fahrt dorthin war fast ereignislos verlaufen. Lediglich die Erkenntnis, dass der Reifendruck in Kroatien nur bis 5 Bar überprüft werden konnte, während wir 5,5 Bar benötigten, und dass man der Straßenbenennung nicht all zuviel Glauben schenken sollte, auch Landstraßen können Feldwege sein, hielt uns in Atem.

Auf Grund der frühen Ankunftszeit beschlossen wir den Parkbesuch im Nationalpark Plitvicka Jezera vorzuziehen und parkten auf einem nahen Parkplatz. Der Parkbesuch war wieder einmal imposant. Diesmal genossen wir ihn bei strahlendem Sonnenschein und heißem Wetter. Lediglich der Preis mit 10 € fürs Parken und 25 € Eintritt je Person war verdammt hoch. Darin enthalten war zwar die Bus- und Bootsfahrt im Park, aber sonst nichts.

 

Nachdem wir unsere Eindrücke im Park gesammelt hatten, ging es zum Campingplatz Korona in der Nähe des Parkes. Hier erwarteten uns keine Überraschungen, da wir den Platz ja von unserem ersten Besuch her kannten. Wir stellten uns auf eine große, parkplatzähnliche Fläche in der Mitte des Campingplatzes und richteten uns notdürftig häuslich ein.

Danach stellte sich uns die Wahl bezüglich des Abendessens. Alternativen waren ein Lokal außerhalb, die Gaststätte auf dem Platz oder gar selber kochen. In entspannter Atmosphäre diskutierten wir die unterschiedlichen Möglichkeiten und während ich die Angebote auf dem Platz einholen wollte, fand ich in der Nähe des Supermarktes einen Imbiss. Hier gab es, neben alkoholischen Getränken auch Burger, Hot Dogs, Pommes und halbe Hähnchen. Wir entschlossen uns dieses Angebot anzunehmen und gingen nach dem Duschen zum dem Selbstbedienungs-Snack. Während Sönke sich Hamburger gönnte, wählten Elli und ich die halben Hähnchen. Es war keine schlechte Wahl und vor allen Dingen günstig. So gestärkt ging es ins Wohnmobil zurück und zum ersten Mal wurde der Fernseher angestellt.

Am nächsten Tag folgte die Weiterfahrt nach Ljubljana, die größtenteils über die Landstraße stattfand. In Metlika geht es über die Grenze nach Slowenien, nachdem wir kurz vorher noch an einer nahen Tankstelle eine Rast gemacht hatten. Am Grenzübergang werden wir das erste Mal überhaupt herausgewunken. Es folgt allerdings nur die Frage, ob wir etwas zu verzollen haben. Nachdem wir das verneinen, dürfen wir auch schon weiterfahren. Ab Novo Mesto geht es über die Autobahn weiter. Elli hat mittlerweile einen Campingplatz ausfindig gemacht, den wir während einer Pause in den Navi eingegeben hatten. Der Campingplatz Ljubljana Resort liegt im Norden Ljubljanas, relativ nah zur Autobahn, sodass die Anfahrt stressfrei verlief.

Nachdem Elli uns angemeldet hatten, suchten wir uns einen ruhigen Stellplatz und, da es erst Mittag war, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir wählten den Bus als Verkehrsmittel. An der Bushaltestelle mussten ich allerdings erst einmal zurück zur Rezeption, um Busfahrkarten zu kaufen, den die konnte man nicht im Bus erwerben. Die Busfahrt in die Stadt durch die verschiedenen Stadtviertel allein war dann schon sehenswert. Direkt am Stadtzentrum konnten wir aussteigen und stärkten uns erst einmal bei McDonalds für den weiteren Tag. Bereits hier stellten wir fest, dass Slowenien nicht in allen Dingen günstig war. Ein Essen bei McDonalds erschien uns teurer als in Deutschland.

Von McDonalds aus ging es über die Fußgängerzone zum Tromostovje, einem Platz, von dem drei Brücken auf die gegenüberliegende Seite des Flusses führen.

Von hier aus hatte man einen herrlichen Blick auf die Festung und den Fluss Ljubljanica. Wir gingen durch die Altstadt und während Elli am östlichen Flussufer zurückging, in der Hoffnung ein Reisepräsent zu finden, wählten Sönke und ich das westliche Ufer.

Wieder am Tromostovje warteten wir auf Elli und genossen den Blick über die Prachtbauten am Platz. Gleichzeitig wurden wir Zeuge, wie eine Sitznachbarin eine Geldbörse fand, die ein Tourist augenscheinlich verloren hatte, als er vor uns auf der Bank saß.

Nachdem Elli wieder zu uns gestoßen war, ging es zurück zur Slovenska Cesta, da sich an dieser Straße die Bushaltestellen befanden. Bei einem Blick in den Stadtführer stellten wir fest, dass nicht weit entfernt Reste der alten römischen Befestigung, Rimski Zid genannt, befanden. Kurz entschlossen machten wir uns auf zu einer Besichtigung und stellten fest, dass diese geschichtsträchtigen Bauwerke hier keinerlei Beachtung fanden.

Danach ging es zur nahen Bushaltestelle und zurück zum Campingplatz, wo wir erst einmal duschten und uns danach ein ausgiebiges Abendessen vor dem Wohnmobil gönnten.

Am nächsten Tag sollte es nach Ungarn, dem eigentlichen Ziel unserer Tour weitergehen. Nachdem wir entsorgt hatten, folgten wir der A 1 bis Maribor durch eine Landschaft, die immer mehr an Österreich erinnerte. Von Maribor aus geht über die A 5 weiter in Richtung Ungarn. Auf Höhe der Ausfahrt Lendava entschließen wir uns noch kurz zum Einkaufen abzufahren und fahren einen nahen Hofer (Aldi) an, wo wir das Notdürftigste einkaufen. Danach geht es auf die Autobahn zurück und kurz vor der Grenze nach Ungarn, auf dem Rastplatz Pince, tanken wir auf und kaufen uns die Autobahnvignette für Ungarn.

Unmittelbar hinter Grenze, nachdem der ungarische Teil der Autobahn einspurig geworden ist, machen wir auf einem Parkplatz unsere Mittagspause.

Die am Parkplatz aufgestellten Hinweisschilder sind nicht gerade vertrauensbildend und veranlassen uns zügig weiterzufahren. Wir folgen der M 70 bis zur M 7 und fahren auf dieser in östliche Richtung weiter in Richtung Balaton. Auf Höhe Balatonkeresztür können wir das erste Mal einen Blick auf den Plattensee werfen. Es geht dann auf der Autobahn weiter und kurz vor der Ausfahrt Siofok machen wir noch einen kurzen Stopp, um den Navi endgültig zu programmieren, da Elli sich bezüglich des Campingplatzes schlüssig geworden war.

Die Fahrt durch Siofok zu dem Campingplatz weckte keinerlei Erinnerungen bei uns. Obwohl ich bereits zweimal in Siofok war und eigentlich über ein gutes Ortsgedächtnis verfüge, konnte ich mich an nichts erinnern. Der Campingplatz Balatontourist war schnell gefunden – Dank des Navi, ansonsten wäre es schwierig geworden. Entgegen aller üblichen Gepflogenheiten mussten wir uns diesmal zuerst einen Platz suchen und erst, wenn wir diesen vorweisen konnten, durften wir uns anmelden. Elli und Sönke machten sich auf die Suche und wurden in Ufernähe fündig. Die Plätze berechneten sich nach Größe und wir hatten einen guten und günstigen Platz gefunden. Wenigstens ein Lichtblick. Die Sanitäranlagen waren es jedenfalls nicht.

Nachdem wir alles erledigt hatten, ging es erst einmal zum Baden an den Balaton. Durch ein nahes Tor konnten wir das Campingplatzgelände verlassen und befanden uns direkt am Badestrand. Für Sönke war es wirklich ungewöhnlich, wie weit man herausgehen musste, bis man endlich schwimmen konnte. Elli und ich kannten dies ja bereits. Nachdem wir bei leicht bewölktem Wetter und 27 Grad Lufttemperatur (gefühlte 40 Grad ansteigend) so unsere Zeit verbrachten hatten, ging es dann in die spartanischen Wellblechduschen zum Duschen. Danach wollten wir eigentlich in die Stadt zum Essen aufbrechen und ich hatte bereits die Fahrräder abgeladen, als es zu regnen anfing. Es schien der erste Regentag seit langem zu sein, da unsere Zeltnachbarn lediglich ihr Innenzelt aufgebaut hatten und nun auf die Schnelle das wasserdichte Außenzelt aufbauten. Wir setzten uns derweil unter die Markise und warteten das Ende des sintflutartigen Regens ab. Als  der Regen nachließ, hatte auch unsere Lust zu einem Ausflug in die Stadt nachgelassen. Stattdessen bleiben wir am Wohnmobil und machten uns hier einen schönen Abend. Besonders genossen wir den Blick auf das Gewitter, das mittlerweile über dem Balaton wütete.

Am nächsten Morgen waren wir früh raus. Bereits um 07.00 Uhr machte ich mich zum Brötchen holen fertig, als es wieder anfing zu regnen. Bei strömenden Regen war ich unterwegs zum Supermarkt und musste dabei den seeähnlichen Pfützen auf dem Platz ausweichen. Am Supermarkt musste ich erst einmal warten, bis die Brötchen angeliefert wurden. Mit der Pünktlichkeit nahm man es nicht so genau, aber ist ja auch egal, war ja Urlaub.

Nachdem ich mit meinen Brötchen zurück am Platz war, hatte es etwas nachgelassen mit dem Regen, sodass ich die Gunst der Stunde nutzte und die Fahrräder wieder auf das Wohnmobil lud. Nach dem Frühstück, wir hatten uns mittlerweile entschlossen weiterzufahren, bauten wir den Rest ab. Mit dem Abbau des Stroms und der Markise war das ja nicht viel, aber da es im strömenden Regen erfolgte, war es nicht gerade schön. Beim Bezahlen des Platzes erwähnte die nette Dame von der Rezeption noch, dass sich das Wetter nun über mehrere Tage so halten soll und es auch in Budapest stark regnet.

Wir fuhren dann erst einmal auf die Autobahn M 7 in Richtung Budapest und machten kurz vor Szekesfehervar eine Pause, um die weitere Fahrtstrecke zu besprechen. Da Budapest bei Regen nicht wirklich Sinn für uns machte, beschlossen wir erst einmal in Richtung Österreich zu fahren und dann weiter zu sehen. Wir fuhren über die 81 in Richtung M 1. Die Fahrt war zeitintensiv und auf Grund des Regens auch anstrengend.

Erst kurz vor der M 1 besserte sich das Wetter etwas und die Sonne ließ sich ab und zu blicken. Leider reichte das nicht aus, um die Luft wieder richtig aufzuwärmen, sodass wir an einer Raststätte an der A 1 erst einmal halt machen und uns wärmere Klamotten und Schuhe anziehen. Gleichzeitig setze ich die ungarischen Forinth, die ich am Abend zuvor eintauscht hatte, um, indem ich die österreichische Vignette und Zigaretten kaufte.

In Nickelsdorf ging es dann über die Grenze nach Österreich. Unmittelbar danach folgte eine neuerliche Fahrtunterbrechung, da wir uns über das nächste Reiseziel einig werden mussten. Zur Auswahl stand eine Fahrt an den Neusiedler See oder noch einmal eine Städtetour nach Wien. da das Wetter immer noch unangenehm kühl und windig war, fiel unsere Wahl auf Wien. Diesmal sollte es aber der Campingplatz Neue Donau sein, auf dem wir unterkommen wollten. Schnell war der Navi programmiert und führte uns fast fehlerfrei dorthin. Bis heute konnten wir nicht klären, ob der eine Fehler auf Grund der Ignoranz des Fahrers oder einer falschen Anweisung des Navi entstand. Die Meinungen dazu gehen auseinander.

Auf jeden Fall fanden wir den Campingplatz letztendlich und konnten auch gleich einen Stellplatz suchen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es gleich zu Fuß in Richtung U-Bahn-Station. Von hier aus nahmen wir die Linie U2 in die Stadt. Am Museumsquartier stiegen wir aus und durch die Hofburg zum Michaelerplatz.

Von dort aus folgten wir kleineren Gassen bis wir zur Besichtigung der Grabstätten der Habsburger kamen. Die ersparte ich mir und wartete vor der Tür, während Elli und Sönke etwa eine Stunde in dem Museum zubrachten.

Danach spazierten wir weiter in Richtung Fußgängerzone und bei sonnigem Wetter bis zum Stephansdom.

Nachdem wir diesen einmal umrundet hatten, ging es über die Wollzeile und Postgasse, die durch die typischen Wiener Hinterhäuser in Richtung Donauufer. Dem folgten wir bis zu Aspembrücken und überquerten dort die Donau. Danach ging es über die Praterstraße direkt zum Prater. Hier reichte uns diesmal eine Besichtigung von außen, sodass wir den Wiener Prater nicht weiter besuchten.

Nach einem Sonnenbad auf der Wiese unterhalb des Riesenrades ging es von der nahen U-Bahn-Station aus zurück zum Campingplatz. Dort angekommen nutzten wir das freie WLAN, um uns für unsere weiter Fahrt fit zu machen. Das Abendessen genossen wir im Wohnmobil. An ein Sitzen vor dem Mobil war auf Grund des Windes nicht zu denken.

Am nächsten Morgen ging es dann, nachdem wir noch schnell entsorgt hatten, früh weiter. Bereits um 05.30 Uhr hatte es zu regnen begonnen und bisher nicht nachgelassen. Nachdem wir noch schnell getankt hatten, die Großstadt Wien war da entsprechend günstig, fuhren über die verschiedenen Autobahnstrecken aus Wien heraus. Trotz des morgendlichen Berufsverkehrs kamen wir in keine nennenswerten Verkehrsstaus, sodass unsere Fahrt zügig voran ging. Über die A1 und A8 ging es an Linz vorbei zur BAB 3. Elli war mittlerweile voll in der Suche nach einem Ziel aufgegangen. Als Fernziel hatten wir mittlerweile den Spreewald auserkoren, da die Wettervorhersage hier vielversprechend war. Als Nahziel hatte Elli die Ortschaft Schwandorf in der Oberpfalz ausgemacht. Bevor wir den Stellplatz auf der Festwiese anfuhren, kauften wir noch schnell das Nötigste ein.

Vom Stellplatz aus war es ein kurzer Fußmarsch in die Stadt. Zunächst besichtigten wir noch eine nahe Wasserkunst, bevor wir bei einem bayerischen Bier und einer Sprudel im nahen Biergarten im Stadtpark ausspannten und uns vom Fahrstress erholten.

Danach ging es den Ortskern, den wir unter das Motto „klein aber fein“ stellten.

Den Abschluss fand unsere Besichtigung mit einem Besuch der Eisdiele am Marktplatz. Während wir unser Eis genossen, fing es dann zu regnen an. Der Wolkenbruch war derart sintflutartig, dass uns die Bedienung, die unser Dilemma erkannte, einen Regenschirm anbot. Wir lehnten dankend ab und warteten stattdessen, dass der Regen etwas nachließ. Danach ging es bei leichtem Regen zum Wohnmobil zurück.

Zum Abendessen ging es dann noch einmal in die Ortschaft hinein. Nachdem wir mehrere Lokale angeschaut hatten, fiel unsere Wahl auf die Gaststätte Schmidtbräu am Marktplatz. Gerade hatten wir in der Außenbestuhlung Platz genommen, als es wieder anfing zu regnen. Diesmal war es zwar nicht ganz so schlimm, trotzdem trieb es uns nach drinnen. Nach einem guten Essen ging es dann zurück zum Wohnmobil.

Am nächsten Morgen ging ich dann Zeitung und Brötchen besorgen, bevor es weiter ging. Zunächst hatten wir einige Sorgen, dass uns der aufgeweichte Rasenboden die Abfahrt erschweren könnte. Dies bestätigte sich Gott sei Dank nicht. Über die BAB 93 und BAB 72 geht es in Richtung Spreewald. Ab Dresden auf unserer Fahrt auf der BAB 13 holt uns dann der Regen wieder ein Elli hat mittlerweile schon einen geeigneten Campingplatz ausgemacht, der zentrumsnah zum Spreewaldhafen in Lübbenau liegt, und telefonisch reserviert.

Gegen Mittag kommen wir am Spreewald Camping-Caravan Dammstraße an. Im Regen wird uns schnell unser Platz zugewiesen und wir bauen auf. Nachdem die Markise ausgekurbelt ist, halten wir uns draußen auf und warten das Ende des Regens ab. Als es soweit ist, machen wir uns auf den Weg zum Spreehafen. Dort angekommen frischt der Wind merklich auf und ich mache mir ernsthaft Gedanken um unsere Markise, sodass ich zurück gehe und sie reinkurbele. Hierbei stelle ich fest, dass meine beiden Mitreisenden auch die Garagentüren offen gelassen haben.

Vom Spreehafen aus geht es dann zum Schlossbezirk, wo gerade ein OpenAir-Event vorbereitet wird und über de Kirchplatz zurück. Während unseres Marsches haben wir dann gleich die Zeit genutzt und Spreewälder Spezialitäten fürs Abendessen eingekauft.

Zum Frühstück am nächsten Morgen hole ich die Brötchen in einem Hotel auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Danach machen wir uns fertig und fahren bei strahlendem Sonnenschein, aber nur mittelmäßigen Temperaturen mit dem Fahrrad los. Zunächst geht es über den Gurkenradweg in Richtung Leipe.

Von dort aus geht es weiter nach Burg im Spreewald. Hier bummeln wir etwas über den dort stattfindenden Kunstmarkt, bevor es zum Bismarckturm weitergeht.

Elli und Sönke besteigen den Turm, während ich mich unten mit dem Angebot der Lokalität vertraut mache. leider müssen sie vollen Eintritt zahlen, da man uns am Campingplatz die Kurkarte vorenthalten hatte.

Bei einem Kaltgetränk besprechen wir die weitere Tour und entscheiden uns für eine Strecke am Südumfluter und Leineweberfließ entlang. Durch Burg geht es zurück bis zur Straße Am Leineweber. In diese biegen wir ein und folgen der Strecke am Kanal entlang. In den ruhigeren Ecken begegnen uns dann Störche, die in den feuchten Wiesen auf Nahrungssuche sind.

Vom Südumfluter aus wollten wir eigentlich an der Mühle Dubkow, in der dortigen Gaststätte, einkehren. Leider fanden wir diese nicht und kamen irgendwie vom rechten Weg ab, sodass wir letztlich im Spreewaldhof Leipe die Gaststätte Fischerstübchen für unsere Mittagsrast auswählten.

Bei Plinse mir Zimt und Zucker ließen wir es uns gut gehen, bevor wir uns auf die letzten Kilometer zum Campingplatz machten. In Lübbenau informieren wir uns noch kurz über die Leihgebühren für Kanus, da wir das am nächsten Tag machen wollen.

Am Campingplatz widme ich mich dann dem defekten Fahrlicht, das wir beim Einparken am vorherigen Tag festgestellt hatten. Dazu musste ich mit dem Fahrrad zu einer acht Kilometer entfernten Tankstelle fahren, um ein Leuchtmittel zu erhalten. Danach muss nur noch der Scheinwerfer oder der halbe Kühlergrill abgebaut werden, um an die Lampenfassung zu kommen. Wirklich wartungsfreundlich, was Fiat so baut.

Elli und Sönke besuchen derweil das Erlebnisbad Spreewelten, wo, wenn man der Werbung glaubt, mit Pinguinen geschwommen werden kann. Mittlerweile hat Elli auch eine Kurkarte erkämpft, sodass der Eintritt billiger ist. Als beide zurück sind, gehen Elli und ich zum Hotel auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die haben eine Happy Hour, die wir genießen wollen. Als wir feststellen, dass dieses Angebot auch für das Abendessen gilt, rufen wir Sönke an und bestellen ihn zum Lokal, wo wir dann ein wirklich günstiges und auch gutes Abendessen zu uns nehmen.

Am nächsten Morgen konnten wir erstmals etwas länger schlafen. Keine Kuh, die uns weckte, wie am Vortag. kein Verkehrslärm. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und gingen zum Bootsverleih Richter, wo wir uns ein Einerkajak für Sönke und ein Doppelkajak für Elli und mich mieteten. Das mit dem Doppelkajak war am Anfang keine so gute Idee, da Elli und ich lange brauchten, bis wir im Einklang vorankamen. Sönke preschte in seinem Einer immer wieder vor und zurück, da er wesentlich schneller war.

Wir fuhren zunächst bis nach Leipe, wo wir wieder einmal in der Gaststätte Fischerstübchen eine Rast einlegten. Danach sollte es über den Hauptfließ zum Museumsdorf Lehde gehen. Leider erwischten wir eine Abzweigung falsch und fuhren über mehrere kleine Fließe. Letztlich folgten wir den Spreewaldkähnen, um nach Lehde zu gelangen.

Hier war auf den Fließen richtig viel los und man musste sich einreihen, um überhaupt voran zu kommen. In Lehde legten wir dann noch einmal an und machten im Biergarten der Gaststätte Kaupe No 6 eine Pause, bevor es die kurze Strecke zum Bootsverleih zurückging. Von dort aus ging es zunächst noch einmal in den Spreewaldhafen, wo sich Elli einen Eierbecher gönnt und Sönke schon einmal eine Pommes isst, um den größten Hunger zu bekämpfen.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz finden wir noch den Hinweis auf eine Minigolfanlage und kurz entschlossen statten wir ihr einen Besuch ab. Sönke gefällt das zunächst gar nicht und so spielt er auch. erst nach einem ermahnenden Gespräch kommt er wieder etwas runter und hat auch etwas Spaß.

Elli spielt uns beide auf jeden Fall auf dieser recht guten Anlage in Grund und Boden.

Für das Abendessen nehmen wir wieder das Happy Hour Angebot des nahen Hotels in Anspruch.

Am nächsten Tag beschließen wir dann einvernehmlich nach Hause zu fahren. Zunächst müssen wir jedoch noch tanken und machen uns auf die Suche nach einer Tankstelle. Wir finden lediglich eine abgelegene Kartenzapfsäule in einem Industriegebiet, wo wir gerade soeben beim Volltanken unterhalb des Höchstbetrages bleiben.

Danach geht es auf die Autobahn und über die AB 13 bis nach Berlin. Von dort über die AB 10 auf die BAB 2, der wir bis Peine folgen. Von dort geht es über die B 494 bis nach Harsum, wo wir gegen 14.00 Uhr glücklich eintreffen.

Insgesamt haben wir in diesem Urlaub 3477 Kilometer in fünf Ländern zurückgelegt.

Fahrradfahren im Spreewald

Spreewald 2008

Wieder einmal stand unsere alljährliche Fahrradtour auf dem Programm.
Kurzerhand hatten wir uns entschlossen, noch einmal den Spreewald als Ziel zu wählen.
Aus unseren bisherigen Erfahrungen kam eigentlich nur die Ortschaft Burg als Quartier in Betracht.
Nach einer Selektion der möglichen Objekte im Internet fanden wir dann ein Ferienhaus in der Nähe der Therme von Burg.

Am 12.09.2008 ging es für mich los.
Ich nahm das Wohnmobil und drei Fahrräder mit und fuhr in Richtung Spreewald.

Am späten Nachmittag kam ich in Burg an und wählte einen Stellplatz beim Gasthaus Spreewald.
Kurz noch die Abendsonne genossen und dann im Gasthaus zu Abend gegessen.

Am nächsten Tag machte ich eine kurze Tour nach Leipe und schaute im weiteren Verlauf schon einmal, wo die Ferienwohnung genau liegt.
Nachdem ich das Fahrrad wieder aufgeladen hatte, fuhr ich dann dort einfach hin. Die Vermieter waren auch schon da, so dass ich das Wohnmobil schon einparken konnte.
Bis zum Eintreffen der restlichen Truppe, die in den Nachmittagsstunden dazu kamen, konnten dann einige Vorleistungen schon erbracht werden.
Der Abend wurde dann in geselliger Runde mit der Dartscheibe verbracht.

Am nächsten Morgen stand die erste Fahrradtour auf dem Programm. Die erste Strecke führte uns über Byhleguhre, Straupitz, Lübbenau und Kolonie Burg auf einen Rundkurs von ungefähr 52 Kilometern wieder zurück zur Ferienwohnung.

Bereits in Byhleguhre mussten wir das erste Mal einen Einheimischen nach dem Weg fragen, dann ging’s aber zügig weiter.
In Straupitz machten wir noch eine kurze Kaffeepause und fuhren dann durch den Oberspreewald bis nach Lübbenau.
Hier stand die Mittagspause am Hafen an.

Die Zeit nutzte Lars, um sein Hinterrad zu flicken, das Luft verlor.
Auf dem Rückweg noch ein kurzer Halt an einer Gaststätte in der Kolonie Burg und dann waren wir auch schon nach knapp 2,5 Fahrstunden wieder daheim.

Am 15.09.2008 stand dann die zweite Tour an, die uns nach Cottbus und zum Tagebau führen sollte.
Die Fahrt nach Cottbus verlief problemlos. Auch in Cottbus fanden wir uns wunderbar zurecht. Am Altmarkt nahmen wir dann erst mal einen Kaffee zu uns, um uns für die weitere Fahrt zu stärken.
Der weitere Verlauf durch Cottbus selbst gestaltete sich nicht mehr so problemlos, da die Ausschilderung für Radfahrer etwas lückenhaft und missverständlich war.
Letztendlich fanden wir unser Ziel, den Branitzer Park mit den Landschaftspyramiden, doch.
Von dort sollte es zum Tagebau weitergehen. Aber auch hier stellten sich Probleme mit der Streckenfindung ein, so dass wir nicht an dem geplanten Aussichtspunkt landeten, sondern an dem Aussichtspunkt in Merzdorf.

Von hier hatten wir einen imposanten Ausblick auf den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord.
Lars, dem die Höhe des Aussichtspunktes wohl nicht zusagte, bewachte derweil die Fahrräder.
Ab hier ging es dann durch ein Industriegebiet zurück in die Innenstadt von Cottbus. Lediglich noch nicht fertig gestellte Straßen konnten unseren Weg einschränke – und taten dies auch.

Nach einem Essen, wiederum am Altmarkt, ging es dann an der Spree zurück. Gaststätten waren an dieser Stecke rar gesät, so dass wir erst am Bismarckturm eine Pause einlegen konnten.
Nach circa 72 Kilometern Strecke und einer Fahrzeit von 3,5 Stunden waren wir dann wieder zurück.

Für den nächsten Tag stand Paddeln auf dem Programm.
Zu Fuß suchten wir den Verleiher im Zentrum von Burg auf und starteten vom Hafen ins Biosphärenreservat Spreewald.

Den Tag war es nasskalt, so dass das Paddeln eigentlich nicht den erhofften Spaß brachte.
Nach einigen Kilometer auf der Spree nahmen wir dann auch dankend die erste Möglichkeit auf ein Getränk an.

Nach einer ausgedehnten Pause ging es dann über Nebenarme zu einer Gaststätte bei Burg Kauper.
Hier dehnten wir unsere Mittagspause so lang als möglich aus, da eigentlich keiner rechte Lust hatte, bei diesem Wetter zurück zu paddeln.
Letztendlich taten wir es dann doch, aber die Rückfahrt zog sich ganz schön und wir waren froh, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Insgesamt hatten wir knapp 16 Kilometer mit dem Kanu zurückgelegt.

Bisher ist das Abendprogramm in diesem Bericht nicht sonderlich erwähnt worden. Dies liegt daran, dass es zumeist aus Doppelkopf spielen und Darten bestand.
Die Abendmahlzeiten bereiteten wir gemeinsam zu, so auch an diesem Abend, wo Pizza auf dem Programm stand.
In diesem Zusammenhang mussten wir feststellen, dass Pizza nur genießbar wird, wenn man den Herd auch einschaltet und dadurch Hitze produziert.

Für den nächsten Tag stand wieder Fahrradfahren auf dem Programm. Die dritte Tour des Urlaubs sollte uns bis Schlepzig führen.
Wie bereits beim ersten Aufenthalt im Spreewald distanzierte sich Lars von dieser Tour und nahm eine Auszeit, so dass Ansgar, Olli und ich allein antraten.
Durch den Oberspreewald ging es auf direktem Weg nach Lübben, von wo aus es in den Unterspreewald weiter ging.
Dort fanden wir bei wunderschönem Sonnenschein, in der Teichlandschaft gelegen, eine nette Gaststätte für unsere erste Rast.

Nach einer ausgiebigen Pause bewältigten wir noch das kurze Stück bis Schlepzig und fuhren etwas im Ort umher, um eine Gaststätte für das anstehende Mittagsessen zu finden.

Nachdem wir das hinter uns gebracht hatten, ging es über Dollgen, Caminchen, Neu Zauche und Straupitz wieder zurück nach Burg.
Die insgesamt 81 Kilometer dieser Etappe legten wir wiederum in knapp 3,5 Stunden zurück.
Dies war auch die letzte Tour, die Olli mitmachte, da er nun bereits nach Hause musste.

Am nächsten Tag hatten wir Drei keine große Lust viel Fahrrad zu fahren, so dass unsere vierte Tour mit knapp 22 Kilometern dementsprechend kurz ausfiel.
Über Burg Kauper ging es bis Leipe, wo wir uns ein frühes Mittagessen gönnten.
Nach einem wirklich langwierigen Aufenthalt dort ging es auch schon zurück zur Ferienwohnung.

Am letzten Tag wollten wir noch einmal eine Sehenswürdigkeit der Spreewaldregion anfahren, so dass uns unsere fünfte Tour zur Slawenburg nach Raddusch führte.
Zunächst ging es wieder über Burg Kolonie bis nach Lübbenau. Dort zweigten wir dann nach Boblitz ab, um über die aufgeforstete Fläche einer Mülldeponie zur Slawenburg nach Raddusch zu gelangen.

Eine Besichtigung dieser Stätte von außen hielten wir angemessen, so dass wir uns den Eintritt sparten.
Hier stellte sich bei mir dann auch der einzige Verlust während der Tour ein. Ein Nasenpad meiner Fahrradbrille war verloren gegangen. Sehr ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Später stellte ich dann die guten Service des Herstellers fest, der mir kostenfrei ein neues Paar zusandte.
Von Raddusch aus ging es wieder zurück in Richtung Hauptspree. Über die Radduscher Buschmühle ging es zur Dubkow-Mühle, wo wir unsere Mittagsrast einlegten.
Danach ging es am Südumfluter weiter bis nach Burg und zurück zur Ferienwohnung.
Die knapp 45 Kilometer dieses Rundkurses legten wir in 2 Stunden zurück.

Abends war dann aufräumen angesagt, so dass wir am nächsten Tag in aller Ruhe mit dem Wohnmobil zurück in Richtung Hildesheim fahren konnten.
Die Rückfahrt verlief auch im Wesentlichen ohne besondere Vorkommnisse bis auf die Tatsache, dass alle mittlerweile schnell zu Hause ankommen wollten.

Datum Trip Zeit AVS Vmax
13.09.2008 29,08 01:25:42 20,35 31,4
14.09.2008 53,95 02:27:46 21,91 31,8
15.09.2008 71,38 03:25:29 20,97 38,0
17.09.2008 80,97 03:29:41 23,17 36,6
18.09.2008 22,09 00:57:45 22,94 32,8
19.09.2008 44,11 01:55:39 22,89 42,1
Gesamt 301,58 13:42:02

 

Mit dem Fahrrad im Spreewald unterwegs

Spreewald

Sieben Jahre nach dem einschneidenden Erlebnis am Balaton ist wieder einmal eine mehrtägige Fahrradtour geplant.
Diesmal kommt Ansgar noch mit. Zusammen haben wir beschlossen eine feste Unterkunft zu wählen und von dort aus lieber in Tagestouren die Gegend zu befahren.
Als Ziel wurde der Spreewald ins Auge gefasst.
Eine Unterkunft für uns fanden wir in Burg im Spreewald.

Dort ging es dann auch am 25.08.2003 hin.

Verstaut haben wir alles in einem Pkw – was schon an ein kleines Wunder grenzte, da auch die Fahrräder darunter waren.

Unsere Unterkunft war ein Privatapartment im Zentrum von Burg. Im Erdgeschoss fand sich die Küche nebst Sitzecke. Im Obergeschoss, das über eine recht steile und schmale Treppe erreicht wurde, waren dann die zwei Schlafzimmer und das Bad. Ansgar und Lars teilten sich eigentliche Schlafzimmer mit Doppelbett, wohingegen ich in das Wohnzimmer einzog. Hier war eine dritte Schlafstätte eingerichtet, auf der ich es mir gemütlich machte.

Von der Vermieterin wurden wir ausgesprochen freundlich empfangen. Sie zeigte uns die Wohnung und gab uns Tipps für den Einkauf. Das war auch unsere erste Erledigung, nachdem wir durch das Ausladen der Fahrräder wieder Platz im Auto hatten. In einem nahen Einkaufsmarkt kauften wir das Nötigste für die Woche ein. Am Wichtigsten waren für uns die Getränke.

Nachdem wir uns dann letztendlich eingerichtet hatten ging es erst einmal auf Erkundungstour. Zunächst ging es zum Spreewaldhafen. Auf der Suche nach einem Lokal für das anstehende Abendessen erkundeten wir die Ortschaft Burg bis zum Südumfluter. Hier an der Hauptstraße fanden wir einen Bootsverleih wieder, den ich bereits von meinem ersten Aufenthalt kannte. Wir nutzten die Gelegenheit und erkundigten uns nach den Verleihmodalitäten, um eventuell auf diese Freizeitattraktion zu nutzen.

Am nächsten Tag stand dann unsere Tagestour an. Zu Beginn war es noch etwas kühl, was sich aber im Verlauf des Tages ändern sollte. Nachdem wir den Einstieg in die Strecke gefunden hatten, ging es auf den gut ausgeschilderten Fahrradwegen in Richtung Cottbus. Mit Erreichen der Ortsgrenze orientierten wir uns ostwärts, um nicht in die City zu gelangen. Auf unserem Weg in Richtung Peitzer Seenplatte kamen wir noch einem Funpark vorbei. Hier nutzten wir die Gelegenheit, um uns auf den Hügel etwas zu amüsieren und einige Fotos von uns zu machen.  Zu meinem Bedauern hatte ich meine Digitalkamera leider auf den Schwarz-Weiß-Modus gestellt. Warum – kann ich heute nicht mehr nachvollziehen und es hat mich wirklich geärgert, da wir zwar tolle Fotos gemacht haben, aber die halt alle schwarz-weiß waren.

Von Cottbus aus ging es am Recyclingzentrum vorbei nach Lakoma. Hier fanden wir eine angenehme Nebenstrecke in Richtung Peitzer Seenplatte, die wir dann nach einer zügigen Fahrt erreichten.

Nach einer kurzen Rast inklusive Fotostopp ging es dann durch die Seenlandschaft nach Peitz. Hier wollten wir eigentlich etwas zu Mittag essen, fanden aber keine geeignete Gastronomie, sodass es weiter ging. Über Nebenstrecken sollte es an den Nordumfluter gehen, dem wir dann in Richtung Burg folgen wollten. Zum einen fanden wir den Einstieg in die Strecke nicht, da die Beschilderung hier nicht so gut war, zudem hatten wir noch nichts zu Mittag gegessen. Wir machten uns auf die Suche nach einer Lokalität und wurden schließlich an einer Schlachterei fündig, die gleichzeitig einen Imbiss betrieb.

Nach erfolgter Stärkung nahmen wir die Rückfahrt neuerlich in Angriff. Diesmal fanden wir den Weg in Richtung Nordumfluter, auf dessen Hochwasserdamm wir uns dann, dem Wind ausgesetzt, fortbewegten. Highlight hier war noch ein Bauer, der sein Feld bearbeite. Es staubte derart, dass der gesamte Radweg in einer Staubwolke lag, die wir durchqueren mussten.

Die erste Radtour fand, nach insgesamt knapp 70 Kilometern, ihr Ende am Bismarckturm, wo wir uns am Imbisswagen ein isotonisches Getränk gönnten.

Den Abend verbrachten wir dann in unserer Ferienwohnung bei Gesprächen und Gesellschaftsspielen.

Der zweite Tag gehörte nicht dem Radfahren, sondern dem Paddeln. Der Spreewald, bekannt als Kanugebiet, bietet viele Bootsverleihe, so dass es für uns kein Problem war, ein Kanu zu bekommen.

Bereits am frühen Vormittag ging es auf dem Südumfluter los. Lars zeigte sich skeptisch, da ihm dieses Fortbewegungsmittel gar nicht recht war. Die Konsequenzen daraus sollten sich später am Tag zeigen, als nur noch Ansgar uns ich das Kanu vorwärts brachten.

Bei nasskaltem Wetter ging es los und der erste Teil der Strecke war der gerade und breite Südumfluter. Wir brauchten auch diesen Teil der Strecke, um uns aufeinander einzustellen. Nach etwa 700 Metern ging es ins Kleine Leineweberfließ ab. Über dieses konnte man die anderen Fließe befahren.

Nach unserer ersten Schleuse, die wir bewältigt hatten und als die Fließe immer kleiner wurden, suchten wir uns eine Gaststätte, an der wir halten konnten. Danach ging es weiter bis zu unseren zweiten rast, die auch gleichzeitig die Mittagspause war.

Mittlerweile hatten wir auch genug vom Paddeln und das Wetter wurde auch nicht viel besser, sodass wir beschlossen den Rückweg anzutreten. Über die kleineren und gewundenen Fließe ging es noch. Hier fiel auch nicht groß ins Gewicht, dass Lars sich nur sporadisch am Paddeln beteiligte. Erst als wir wieder auf den Südumfluter trafen und neben der Strömung auch noch mit dem Wind zu kämpfen hatten, war der Ausfall von Lars sehr unangenehm. Letztlich mussten Ansgar und ich die Hauptarbeit leisten. Lars zeichnete sich durch seine Kommentare aus, die er ob der Sportart und unserer Mühen von sich gab.

Direkt am Bootsverleih genehmigten wir uns erst einmal ein Getränk, bevor es zur Ferienwohnung zurückging. Für den heutigen Abend stand ein selbstgemachtes Abendessen auf dem Programm. Als wir für dieses einkauft6en, musste Lars bereits das erste Mal seinen Getränkevorrat ergänzen, damit die nächsten Tage abgedeckt waren.

Am dritten Tag stand wieder Fahrrad fahren auf dem Programm. Wieder war eine Strecke von etwa 70 Kilometer geplant. Diesmal ging es zunächst über den Bismarckturm nach Byhleguhre. Nachdem wir am dortigen See in den Spreewald abgebogen waren, folgten wir den Waldwegen in Richtung Straupitz.

Hier kamen wir dann an einer Wegkreuzung auf die geniale Idee uns zu trennen, um zu sehen, welcher der drei Wege schneller ans Ziel führt. Am Ortseingang von Straupitz war ich dann esrt einmal allein. Nach kurzer Zeit traf ich jedoch auf Lars, der bereits in Straupitz nach uns gesucht hatte. Wer letztlich von uns beiden früher angekommen war, konnte nicht geklärt werden, da wir nicht auf denselben Wegen nach Straupitz hereingekommen waren. Zu vermuten ist jedoch, dass Lars schneller vorangekommen war.  Es fehlte jedoch noch Ansgar. Weit und breit keine Spur von ihm. Die Mobilfunktechnik war zu dieser Zeit noch nicht so weit ausgereift, dass es uns gelang ihn zu kontaktieren. Irgendwann fanden wir ihn auf einer unserer Suchaktionen in Straupitz wieder. Nun konnte es gemeinsam weitergehen.

In Straupitz machten wir dann erst einmal an einem Kiosk eine kurze Kaffeepause. Danach ging es in Richtung Alt Zauche. Die Wege dorthin waren reine Wirtschaftswege und dem Entsprechend mit Betonplatten befestigt und vor allen Dingen lange gerade Strecken.

Nach Alte Zauche sollte es in Richtung Leipe gehen. Tatsächlich führte uns die Strecke jedoch nach Lübbenau und wir kamen am Schlosspark in Lübbenau raus. Von hier ging es dann nach einer kurzen Pause am Spreewaldhafen weiter nach Leipe und über die Ringchaussee zum Bismarckturm. Mittlerweile war es schon fester Bestandteil die Tour am Bismarckturm bei einem isotonischen Kaltgetränk enden zu lassen.

Der vierte Tag war als Ruhetag eingeplant. Wir machten eine Pkw-Tour auf den Polenmarkt nach Gubin. Wir bummelten, auf der Suche nach einem Fußballtrikot für Sönke, über die Märkte und nahmen dort in einem polnischen Restaurant ein Mittagessen zu uns.

Danach ging es über den Tagebau bei Jänschwalde zurück. Hier machten wir einen ausgiebigen Stopp, um die gewaltigen Ausmaße des Tagebaus und der genutzten Fahrzeuge zu fotografieren.

Der nächste Tag gehörte wieder dem Fahrrad fahren. Nachdem wir am Tag zuvor bereits kurz den Tagebau gesehen hatten, wollten wir nun mit dem Fahrrad dort hin. Wir fuhren über Werben und den Norden von Cottbus in Richtung Jänschwalde. Highlight auf der Strecke dorthin war eine alte Abraumhalde, die wir befahren konnten. Nachdem wir uns die paar Höhenmeter hinauf gequält hatten, konnten wir den Ausblick über diesen erhöhten Standort genießen.

Von Jänschwalde aus ging es am Nordumfluter zurück bis nach Burg. Insgesamt kamen wir an diesem Tag auf etwas mehr als 75 Kilometer. Erwähnenswert bleibt, dass wir an diesem Tag die einzige nennenswerte Steigung des Urlaubs fuhren – nämlich die Abraumhalde.

Am darauffolgenden und letzten Tag war eine lange Tour bis Schlepzig geplant. Das Wetter war gut und die Strecke sollte über Lübbenau und Lübben gehen.

Bis Lübbenau folgten wir dem Gurkenradweg und machten am Spreewaldhafen unsere erste kurze Pause. Auf dem folgenden Streckenabschnitt nach Lübben hatten wir dann zunächst kleinere Probleme den richtigen Radweg zu finden. Es sollte zwar weiterhin der Gurkenradweg sein, die Ausschilderung wurde aber an einer Stelle durch uns übersehen und wir arbeiteten uns mit der Karte wieder in Richtung der richtigen Strecke.

Auf diesem Teil der Strecke zog sich Lars aus der Tour zurück, so dass Ansgar und ich den Rest allein fuhren. Nachdem wir Lübben erreicht hatten, ging es durch die nördlich gelegene Seenlandschaft bis Schlepzig. Dort kurvten wir erst ein wenig durch den Ort und suchten dann eine Örtlichkeit für eine Mittagspause.

Nach der Mittagsrast ging es über Caminchen und Straupitz zurück nach Burg. In Straupitz überraschte uns dann noch kurz der Regen, so dass wir die Rückfahrt kurzfristig unterbrechen mussten.
Insgesamt sind wir an diesem Tag knapp 83 Kilometer gefahren.
Lars hatte unsere Abwesenheit ausgenutzt und während der Zeit das Gurkenfest in Burg besucht. Außerdem hatte er ein Lokal für das Abendessen ausfindig gemacht, sodass wir etwas Neues ausprobieren konnten. In den späten Abendstunden wurden wir dann noch von einem Feuerwerk überrascht, dass aus meinem Zimmerfenster gut zu sehen war.

Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Hildesheim. Bereits am Vortag hatten wir die Fahrräder wieder verstaut, sodass nur noch das Gepäck eingeladen werden musste. Nachdem wir tatsächlich alles wieder ins Auto hineinbekommen hatten, gönnten wir uns eine entspannte Heimfahrt.

Datum Trip Zeit AVS Vmax
26.08.2003 69,29 03:22:55 19,6
28.08.2003 68,93 03:25:38 20,1 47,6
30.08.2003 75,08 03:31:25 21,3 47,4
31.08.2003 82,49 03:41:42 22,3 37,1
Gesamt 295,79 14:11:40

 

Aktivurlaub im Spreewald

Burg im Spreewald (2001)

Dieser Urlaub stand für uns unter dem Motto ‚Aktivurlaub‘, soweit dass mit den Kindern möglich war. Gemeinsam mit Klaus und Dorith Pätzold hatten wir uns auf die Suche nach einer Ferienregion und einer entsprechenden Wohnung für uns gemacht. Schnell wurden wir im Spreewald fündig. Im September gönnten wir uns eine Woche in einer Ferienwohnung in Burg im Spreewald.

Nach unserer Ankunft richteten wir uns erst einmal ein. Familie Pätzold bezog die Wohnung im Erdgeschoss, wohingegen wir die Wohneinheit  darüber für uns belegten.

Unser erster Weg führte uns zum Einkaufen. Danach setzten wir uns zusammen und planten die Urlaubstage. Dorith hatte einige Erfahrungswerte aus dem Spreewald, die sie einfließen ließ. Es folgte noch ein kurzer Spaziergang durch Burg.

Am ersten Tag machten wir eine Pkw-Tour nach Gubin in Polen. Wir parkten unsere Fahrzeuge vor der Grenzstation und gingen zu Fuß auf die polnische Seite.

Zur damaligen Zeit war der Markt noch überschaubar und bei weitem nicht so groß, wie beispielsweise in Schwinemünde. Nachdem wir uns mit dem Nötigsten versorgt hatten, fuhren wir über den Tagebau Jänschwalde zurück. Wir machten einen Stopp am Aussichtspunkt Grötsch und waren sichtlich beeindruckt, von der Größe des Abbaugebietes und dem eingesetzten Gerät.

Auch erhielten wir Informationen über die Umsiedlungen, die zur Nutzung des Gebietes durchgeführt wurden.

Am Abend ging es dann zum Essen in das Restaurant „Deutsches Haus“ in Burg. Vorher hatten wir uns beim nahen Bootsvermieter erkundigt, wie das mit dem Anmieten der Boote abläuft und was für uns sinnvoll wäre.

Am nächsten Tag machten wir dann unsere erste Fahrradtour. Die Kinder fuhren zu dieser Zeit noch nicht selbst, sondern durften noch den Luxus des Fahrradsitzes genießen. Da das Wetter nicht sehr beständig war, wurden sie dick eingepackt, um die Fahrt so genießen zu können. Über die Ringchaussee ging es los in Richtung Norden. Kurze Zeit später erreichten wir das Landhotel Burg, das mit einem kleinen Streichelzoo aufwarten konnte. Hier machten wir unsere erste Pause und die Kinder konnten sich die Beine vertreten.

Weiter ging es an der Ringchaussee und am Nordumfluter bogen wir in Richtung Westen ab, um über die ausgezeichneten Radwege in Richtung Straupitz zu fahren. Bereits am Nordumfluter nahmen wir die ersten Pilze wahr, die am Wegesrand wuchsen. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um Fliegenpilze, die besonders die Kinder interessant fanden. Unser weiterer Weg zu den Eichen, die als Naturdenkmäler in der Karte verzeichnet waren, führte uns durch Waldgebiete, in denen wir spontan anfingen, Pilze zu sammeln.

Wir wurden auch fündig und den Fund des Tages machte Sönke,

der auch sichtlich stolz darauf war.

Nachdem wir genug Pilze gesammelt hatten, ging es weiter nach Straupitz. Nach einem kurzen Stopp an der Schinkel-Kirche machten wir uns auf die Suche nach einem Pilzkundigem, da die Mädels nicht sicher waren, welche Pilze wirklich essbar waren. Da wir keine Apotheke fanden, die diese Aufgabe übernahm, wurden wir an einen Forstbeauftragten verwiesen. Dieser sah sich unsere Fundstücke an und bescheinigte, dass alle essbar wären.

So ging es dann weiter zu unserem eigentlichen Fahrtziel, dem Natur-Cafegarten Jank in Straupitz, das an der Cottbusser Straße liegt. Hier gönnten wir uns ein Mittagessen und machten uns dann auf den Weg zurück in Richtung Burg im Spreewald. Allerdings nicht ohne vorher einen Stopp am Bismarckturm einzulegen und diesen, trotz Eintrittsgeld, zu erklimmen. Von hier oben hatten wir eine wunderbare Aussicht über das Biosphärenreservat Spreewald.

Zurück in der Ferienwohnung wurden die gesammelten Pilze von unseren Frauen für ein Abendessen zubereitet, während Klaus und ich mit den Kindern im Garten spielten.

Für den folgenden Tag stand eine Kanufahrt auf unserem Programm. Wir hatten uns ja bereits schon vorher über das Entleihen des Bootes informiert. Nun sollte es tatsächlich stattfinden. Die Kinder bekamen ihre Schwimmwesten und amüsierten sich köstlich.

Wir selbst erhielten eine Karte der Fließe und einige Tipps zur Länge aus Ausgestaltung der Tour. Die Ratschläge beherzigten wir und wählten als Ziel den Spreewaldhof Leipe. es war eine wirklich interessante Tour dorthin. Das lag zum Einen daran, dass uns das Biosphärenreservat mit seinen Fließen bis dato gänzlich unbekannt war und die Nähe zur Natur einfach einmalig ist. Aber auch an den neuen Herausforderungen, die einem immer wieder gestellt wurden. So mussten wir das erste Mal in unserem Leben selbst schleusen. Und das, wo wir uns auf den Booten noch nicht einmal richtig wohl fühlten.

Nach dem Mittagessen auf dem Spreewaldhof ging es zurück. Wir hatten eine Alternativstrecke als Route gewählt. Leider war diese durch ein Wehr versperrt. Vor die Wahl Rückweg oder Boote tragen gestellt, entscheiden wir uns für letzteres. Danach erreichten wir ohne weitere Probleme den Südumfluter, um direkt zum Bootsverleih zurück zu gelangen. Die folgenden, knapp 6 Kilometer legten wir bei permanentem Gegenwind zurück. das kostete uns echt Kraft und wir waren dementsprechend erschlagen, als wir das Ende unserer Bootstour erreichten.

Am nächsten Tag folgte eine Pkw-Tour in die Spreewaldstadt Lübbenau. Hier bummelten wir am Hafen entlang und durch das Stadtzentrum. Letztlich nutzten wir den Aufenthalt um etwas zu essen und auch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Am darauffolgenden Tag ging es dann wieder mit dem Fahrrad los. Diesmal war der Museumsort Lehde unser erklärtes Ziel. Über Leipe folgten wir dem Gurkenradweg bis zum Eingang des Museumsdorfes. Hier stellten wir die Fahrräder ab, die wir zuvor über eine Brücke tragen mussten, und machten uns an die Besichtigung des Dorfes.

Im Anschluss ging es über den Gurkenradweg und die Ringchaussee noch einmal zum Bismarckturm, wo wir die Fahrradtour bei einem Bier am Imbissstand ausklingen ließen.

Der Letzte Tag unseres Aufenthaltes war gleichzeitig unser Reisetag. Beim Verlassen des Spreewaldes wollten wir noch einmal Station in Schlepzig machen. Nach einer kurzen Autofahrt parkten wir unsere Fahrzeuge in der Nähe der der Brauerei und machten uns zu Fuß auf die Erkundung des Ortes. Wir stellten fest, dass auch hier eine Anlegestelle für die Spreewaldkähne war und entschlossen uns kurzfristig noch eine Tour mitzumachen. Die war auch recht lustig.

Nicht so lustig war das anschließende gemeinsame Essen in einer Gaststätte im Ort. Leonard hatte seinen eigenen Kopf und versuchte diesen beim Essen mit aller Gewalt durchzusetzen. Seine Eltern versuchten dagegen zu halten. Das Ergebnis ersparten wir uns.

Damit endete unser erster Aufenthalt im Spreewald und wir stellten übereinstimmend fest, dass es sich wirklich gelohnt hatte. Schöner hätte es nur sein können, wenn das Wetter beständiger schön gewesen wäre.