Elsass und BeNeLux-Staaten

Herbstferien 2009

(04.10.2009 – 14.10.2009)

Die Planung für die Tour in den Herbstferien 2009 gestaltete sich etwas schwierig. Es war uns einfach nicht möglich, uns auf ein Ziel zu einigen. Einerseits sollte es Sonne sein, was für die Toskana sprach, anderseits wollten wir mal wieder etwas Neues sehen, wodurch die Region Elsass in den Fokus geriet.
Letztlich machten wir es wetterabhängig und die Region Elsass wurde von allen favorisiert.

Am Sonntag, dem 04.10.2009 ging es dann los. Zuvor coachte ich noch beim Spiel der Sorsumer Damen gegen MTV Bockenem 48. Mit einem 3:0 Sieg im Gepäck ging es los. Erst mal die BAB 7 in Richtung Süden.
Während der Fahrt in Richtung Süden machte sich Elli schon mal Gedanken, wo wir die Nacht stehen könnten. Da es der Verkehr zuließ und das Wetter (sehr regnerisch) auch nicht gerade für Besichtigungen sprach, einigten wir uns darauf etwas südlich von Frankfurt zu finden, damit wir am nächsten Tag die Metropole nicht im Berufsverkehr passieren mussten.
Im Stellplatzführer fand Elli das Hotel Kuralpe Kreuzhof im Odenwald. Auf dem Parkplatz des Hotels stand man hier mitten in der Natur des Odenwaldes.

Nach einem Abendessen im hoteleigenen Restaurant (was die Stellplatzgebühr minderte) ging es dann ins Bett.

Am nächsten Morgen war strahlender Sonnenschein.
Nach dem Frühstück ging es erst mal zur Siegfried Quelle am Felsenmeer bei Reichenbach.

Danach folgten wir der Nibelungenstraße bis an den Neckar,
dem wir dann bis Heilbronn folgten, wo wir uns auf den städtischen Stellplatz Neckarhalde stellten und einen der letzten Stromanschlüsse belegen konnten.
Da wir hier bereits am frühen Nachmittag ankamen, stand eine Stadtbesichtigung für den Nachmittag auf dem Programm. Leider gibt Heilbronn nicht allzu viel her. Nach einem Gang am Neckarufer entlang, fanden wir uns nach kurzer Zeit in der Fußgängerzone wieder.
Nach einem kurzen Regenguss, den wir in der Stadtgalerie absaßen, ging es zum Wohnmobil zurück. Hier setzte dann der Regen wieder ein, so dass wir den restlichen Tag im Wohnmobil verbrachten.

Nach dem Frühstück, bei dem es erstmals keine Brötchen gab, da kein Bäcker aufzutreiben war, ging es dann weiter. Wir hatten uns mittlerweile darauf geeinigt, den weiteren Streckenverlauf von Tag zu Tag zu beschließen um dem guten Wetter zu folgen. Einen derartig verregneten Tag, wie zuvor, wollten wir nicht noch einmal erleben.
Von Heilbronn ging es die knapp 25 Kilometer bis nach Sinsheim. Hier stand das Auto- und Technikmuseum auf dem Programm. Zuvor wollten wir noch den Sinsheimer Stellplatz inspizieren, um ihn eventuell für die anstehende Übernachtung zu nutzen. Nach einigem Hin und Her mit dem Navi, standen wir an dem Stellplatz, der zwar nah zum Auto- und Technikmuseum lag, aber ansonsten auch nichts zu bieten hatte.
Wir entschieden uns, erst mal den Museumsbesuch zu machen und dann weiter zu entscheiden.
Der Parkplatz des Auto- und Technikmuseum war leer, so dass wir einen guten Parkplatz für unser Mobil fanden. An der Kasse bot man uns dann an, dass wir auf dem Platz auch gerne Übernachten könnten. Mittlerweile hatten wir uns innerlich aber schon auf eine Weiterfahrt eingestellt, da das Auto- und Technikmuseum in einem reinen Industriegebiet liegt.
Das Museum selbst erfüllte unsere Erwartungen nicht. Es waren hier zwar interessante Exponate gesammelt worden, die aber größtenteils wahllos in Hallen zusammengestellt waren. Eine technische Erklärung suchte man aber vergebens. Da ist dann das Deutsche Museum in München, das wir vorher bereits einmal besucht hatten, wesentlich besser.
Highlight in Sinsheim sind sicherlich die Überschallreiseflugzeuge Concorde und  Tupolew 144, die auf einem Hallendach aufgebaut sind und zur Besichtigung freigegeben sind.

Nachdem man sich die Steigung im Flugzeug hochgearbeitet hat, kann man einen Blick ins Cockpit der Flugzeuge werfen. Danach geht es gegen den Strom der sich herauf quälenden Besucher wieder in Richtung Treppe hinab.
Abschließend kam noch einmal so etwas wie Nervenkitzel auf, als aus einer auf dem Hallendach befindlichen DC 3 eine Rutsche in den Eingangsbereich der Halle hinab führte. Tatsächlich war diese aber derart langsam, dass man Angst haben musste, stecken zu bleiben.
Nach einem Mittagssnack ging es dann endgültig weiter. Wir beschlossen bis an den Rhein zu fahren und Elli suchte uns Kehl am Rhein als Ziel aus, da es von dort nicht weit nach Strasbourg war.
Die Anfahrt verlief problemlos. Alle angekündigten Staus hatten sich bei unserem Eintreffen in Wohlgefallen aufgelöst, sodass wir zeitgerecht am Stellplatz eintrafen.
Zu unserem Erstaunen war dieser, bis auf einen Platz, voll belegt. Wir parkten dem Entsprechend auch gleich ein und konnten dann beobachten, wie noch mehrere Mobile wieder abdrehen mussten, da sie keinen Platz fanden.
Erwähnenswert sei hier noch ein Ordnungsfanatiker auf Platzsuche, der uns ansprach und bat, doch etwas dichter an anderen Mobilen zu parken, damit sein Wohnmobil noch Platz finde. Grundsätzlich wäre dies kein Problem gewesen und wir hätten seinem Wunsch entsprochen. Dagegen sprach aber, dass die gesamte Reihe der geparkten Wohnmobile ihren Motor hätte anwerfen müssen, wenn sie dann alle da gewesen wären, und der ausgesprochen vermesse, ja schon befehlende und maßregelnde Tonfall, in dem das Begehren vorgetragen wurde.
Nach einem ‚abschlägigem Bescheid‘ meinerseits zog er dann auf die Norddeutschen fluchend davon.

Als nächstes stand ein Besuch des Hallenbades an, dass in der Nähe liegen sollte. Da es sich in einem Schulzentrum befand, hatten wir leichte Bedenken bezüglich der allgemeinen Nutzung. Eine kurze Frage an eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes und ein Telefonat brachte dann Klarheit.
Bei unserem Eintreffen stellten wir dann fest, dass auch noch Warmbadetag war. Der einzige der Probleme beim Eintritt hatte, war Sönke. In diesem Bad waren Shorts nicht erlaubt. Ersatzweise bot man den Kauf einer Badehose für knapp 4 Euro an. Nachdem dies erledigt war, konnten wir endlich das Schwimmbad nutzen.
Nach dem Schwimmbadbesuch bummelten wir noch kurz ins Stadtzentrum.
Für den Hinweg wählten wir die nahe Rheinpromenade. Sönke nahm seinen Roller mit und fragte immer nur, wann wir denn nun nach Frankreich fahren. Nachdem wir es ihm mehrfach erfolglos erläutert hatten, boten wir ihm an, über die nahe Rheinbrücke doch selbst rüber zu fahren. Dieses Angebot nahm er dann auch prompt an und war weg.
Nach einer kurzen Stippvisite auf der französischen Rheinseite kam er wieder zurück und es ging weiter in die City.
Hier informierten wir uns zunächst ausgiebig über die bestehende Busverbindung nach Strasbourg und kauften auch gleich die erforderlichen Fahrkarten.
Nach dem Bummel durch die recht übersichtliche Fußgängerzone gönnten wir uns noch ein Getränk auf dem Marktplatz. Das erwies sich als vorteilhaft, da es anfing zu regnen und wir so geschützt den Schauer abwarten konnten.
Als es dann zum Wohnmobil zurückging, wählten wir den Weg am Krankenhaus entlang. Leider war da gerade eine Baustelle und ein Bauzaun verhinderte den Zugang zu dem angrenzenden Parkgelände. Da wir nicht bereit waren einen Umweg in Kauf zu nehmen, überkletterten wir kurzerhand den Zaun und setzten unseren Weg fort.
Den Abend verbrachten wir dann im Wohnmobil.
Hier versetzte uns Sönke noch einmal in Aufregung als er das Tierabwehrspray (Pfefferspray) fand und damit herumspielte. Er setzte einen kurzen Strahl in den Vorhang und zog sich dann zurück. Erst als es uns in den Augen brannte, bekamen wir mit, was er gemacht hatte. Schnell lüfteten wir das Wohnmobil und nahmen den Vorhang ab. Nach einer kurzen Zeit ging es dann wieder, so dass wir dann ins Bett gehen konnten.

Am nächsten Morgen standen wir gegen 08.00 Uhr auf und ich besorgte Brötchen aus einem nahen Kiosk.
Nach dem Frühstück ging es dann gleich zum Bus und wir fuhren über den Rhein nach Strasbourg.
Unmittelbar hinter dem Rhein mussten wir umsteigen und es ging mit der Tram weiter. Die führte uns direkt in die Innenstadt und nach einem kurzen Bummel durch einen Teil der Fußgängerzone standen wir schon vor dem Straßburger Münster.

Nach der Besichtigung dieses imposanten Bauwerks ging es über den Spanferkelmarkt zum Ill-Ufer herunter. An diesem bummelten wir entlang, bis wir in das Viertel Little France gelangte.

In der Kulisse der alten Häuser des alten Gerberviertels gönnten wir uns in einem Straßencafe einen Kaffee, der uns mit knapp 3 € auch noch erschwinglich erschien.
Nun ging es noch zu den alten Wehranlagen und danach über die kleinen Gassen zurück in Richtung Innenstadt. Hier folgten wir dann der Rue de 22 Novembre bis zum Place Kleber.
Dort angekommen stellte sich bei uns auch langsam Hunger ein. Wir suchten uns eine Brasserie, wo wir Baguettes und Getränke kauften. Diese genossen wir dann in der Fußgängerzone.

Nachdem wir uns so gestärkt hatten, bummelten wir durch die Fußgängerzone bis zum Nationaltheater.
Von dort nahmen wir die Tram um zum Europaparlament zu gelangen.
Dort angekommen stellten wir erst mal fest, dass dort alles ausgesprochen ruhig war. Man hatte das Gefühl es sei ein Sonntag und alle seien zu Hause.
Der Haupteingang mit dem Wachpersonal und den Schranken animierte uns nicht einzutreten. Stattdessen gingen wir einmal um das Gebäude herum. Hierbei wurden wir jedoch in einer Spirale auf den Parkplatz geführt und befanden uns auf einmal hinter dem Wachhäuschen.
Wir gingen dann einfach ins imposante Atrium des europäischen Parlaments.

Hier hörte unsere Besichtigung dann auch auf. Weiter kam man nicht ins Gebäude.
Nach dieser kurzen Visite ging es dann mit Tram und Bus zurück nach Kehl.
Hier angekommen kauften wir noch kurz ein und gönnten uns wiederum ein Getränk auf dem Marktplatz, bevor es zum Wohnmobil zurück ging.
Hier angekommen nutzten wir das herrliche sonnige Wetter um noch etwas in der Sonne zu sitzen.
Elli und Sönke machten dann noch eine kurzen Gang zu einem Aussichtsturm im nahen Park, den sie bestiegen und die Aussicht in die Gärten am Rheinufer genossen.

Abends am Stellplatz erreichte uns dann noch ein heftiges Gewitter.
Das hatte sich jedoch am nächsten Morgen bereits wieder verzogen. Es hatte zwar seine Spuren hinterlassen, trotzdem war es ein schöner Morgen.
Nach dem Gang zum Brötchen holen und dem Frühstück ging es wieder los.
Wir fuhren zunächst durch Strasbourg und dann über die A 4 weiter in Richtung Metz. Höhe Sarreguemines (Ausfahrt 42) fuhren wir von der Autobahn ab, um die weitere Fahrt nach Saarbrücken über Landstraßen, fortzusetzen.
Nachdem wir die 9 Euro Maut bezahlt hatten, gerieten wir auch gleich wieder in eine Demo, die an der Straße stattfand. Diesmal richtete sie sich gegen Lidl.
Gegen Mittag kamen wir dann in Saarbrücken an und besuchten das Erlebnisbad Calypso. Bis 13.00 Uhr entspannten wir uns im Bad, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.
Als nächstes Ziel hatten wir uns einen Stellplatz in Düppenweiler ausgeschaut.
Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Dillingen erreichten wir auch zeitnah Düppenweiler. Der Stellplatz im Ort selbst sagte uns nicht so zu, so dass wir erst mal weiter zum Wilscheider Hof fuhren.
Dieser lag wirklich mitten in der Natur. Die Straße endete dort auf Grund einer Baustelle und der Ort war ungefähr drei Kilometer entfernt.
Ansonsten war es ein idyllischer Stellplatz mitten im Wald auf einer Wiese. Fischteiche waren in der Nähe und man konnte von hier aus in das Wandernetz einsteigen.
Wir jedoch nutzten das sonnige Wetter und verbrachten den Nachmittag in der Sonne bei einem Wechsel zwischen Bewegungsspielen mit Sönke und Relaxen im Sonnenstuhl.
Nach einem kurzem Getränk in der Gaststätte und einem Abendessen im Wohnmobil ging es dann recht früh ins Bett.

Das war auch gut so, da die Nacht sehr früh endete. Bereits um 06.00 Uhr morgens trafen sich die Bauarbeiter direkt neben dem Wohnmobil und nahmen ihren Fuhrpark in Betrieb. Danach kehrte jedoch erst mal wieder Ruhe ein.
Gegen 08.00 Uhr besorgte Sönke dann die vorbestellten Brötchen und wir frühstückten.
Da wir unser Frischwasser bereits am Vortag wieder aufgefüllt hatten, konnte es direkt nach dem Frühstück weitergehen. Als nächstes Ziel stand das Großherzogtum Luxemburg an.
Unser Navi führte uns zunächst nach Honzrath. Hier konnten wir bewundern, wie die Anwohner kleine Räume in den Sandstein geschlagen hatten, sogenannte Felsenkeller, für die Honzrath bekannt ist.

Danach ging es bei Menzig kurz auf die Autobahn, die wir bei Schengen bereits wieder verließen.
Ab hier fuhren wir am luxemburgischen Moselufer entlang.
Die Landesstraße Nr. 10 führte uns über Remich und Rosport bis nach Echternach.
In Echternach legten wir erstmal wieder eine Pause ein und besichtigten die vermeintlich älteste Stadt Luxemburgs. Elli hatte mittlerweile den Reiseführer studiert und festgestellt, dass die St. Willibrord Basilika sehenswert ist, so dass uns unser Weg auch direkt dorthin führte.

Nach der Besichtigung der Basilika war es nur noch ein kurzer Weg zum Marktplatz mit dem sehenswerten Gerichtsgebäude, Dingstuhl oder Denzelt genannt.

Nach einem Kaffee auf dem Marktplatz ging es dann durch die kleinen Gässchen und an den restlichen Sehenswürdigkeiten vorbei zurück zum Wohnmobil.

Von Echternach ging es, über kleine Nebenstraßen, nach Larochette. Diese Stadt liegt in der Luxemburger Schweiz, auch bekannt als Müllertal, und ist für ihre Burg Fels bekannt, die hoch über der Stadt liegt.
Im Ort konnten wir keinen Parkplatz finden, so dass uns ein Aufstieg zur Burg erspart blieb. Stattdessen gelangten wir über eine kleine Straße, die keinen Begegnungsverkehr erlaubte, direkt zum Haupttor der Burganlage. Von hier aus schloss sich eine ungefähr einstündige Besichtigung der teilweise restaurierten Burganlage an.

Danach ging es über das Land weiter in Richtung in Richtung Fuussekaul. An dem dortigen Campingplatz, den wir bereits von vorherigen Trips nach Luxemburg kannten, wollten wir die Nacht verbringen.
Beim Eintreffen waren wir noch mit die Ersten an dem neu konzeptionierten Stellplatz. Dies blieb aber nicht so, da sich der Bereich immer weiter füllte. Ganz ausgelastet war er jedoch nie.

Den späten Nachmittag und den Abend verbrachten wir wiederum am Wohnmobil. Sönke nutzte das Angebot des Platzes und kämpfte sich durch das Spieleparadies.
Lediglich bezüglich seines Wunsches nach einer Partie Bowling blieben wir standhaft dagegen, da wir den Preis mit 25 € etwas überteuert empfanden.

Am nächsten Morgen schliefen wir erst mal richtig aus und kamen demnach auch etwas später als üblich los.
Am Abend zuvor hatten wir uns Amsterdam als nächstes Ziel ausgeschaut.
Wir fuhren zunächst durch die Ardennen bis ins belgische Bastogne. Kurz vor der Grenze nach Belgien nutzten wir noch einmal das günstige Bezinangebot und tankten voll.
Ab Bastogne ging es über die belgische Autobahn in Richtung Niederlande.
Gegen Mittag hatten wir die Region um Spa erreicht. Da Elli und Sönke unbedingt belgische Pommes Frites wollten, fuhren wir in Remonchamps ab.
Nach einer kurzen Odyssee durch den Ort auf der Suche nach einem Parkplatz und einer Frittenbude, stellte ich das Wohnmobil in einer Bushaltestelle ab, während Elli und Sönke sich ihre heißersehnten Pommes kauften.

Zum Essen musste ich allerdings etwas weiterfahren, da der Bus gleich kommen sollte.
Nach dem Essen ging es dann über die Autobahn weiter nach Liege. Nachdem wir uns dort durch die verwirrende Verkehrsführung gekämpft hatten, erreichten wir bei Maastricht die Niederlande. Schlagartig wechselte das Bild. Alles war sauber und ordentlich. Das Chaos hatten wir hinter uns gelassen.

Auf der weiteren Fahrt über die A 2 in Richtung Amsterdam kündigte das TMC des Navi immer wieder Verkehrsstörungen an, fand aber nie eine Ausweichroute, so dass wir direkt darauf zu hielten.
Letztlich war keiner der angekündigten Staus so schlimm, wie angesagt. Lediglich der Verkehr wurde immer dichter, je näher man Amsterdam kam.
In Amsterdam selbst ging es dann zügig voran. Der Campingplatz Zeeburg im Osten der Stadt, war schnell gefunden. Trotzdem umkreisten wir ihn erst mal, bevor wir dann letztlich die Einfahrt und die Rezeption fanden.
Hier trafen wir dann auf die nächste Überraschung. Das Office öffnete erst um 17.00 Uhr wieder. Da hätten wir dann noch über eine Stunde Zeit.
Wir nutzen dann die Zeit, um den Platz schon einmal zu besichtigen. Hierbei bemerkten wir, dass eine Nebentür des Office geöffnet war. Und tatsächlich, das Office war geöffnet und man konnte einchecken.
Nach der Platzwahl, die am heutigen Tag besonders wichtig war, da wir unbedingt TV-Empfang brauchten, erledigte Elli die Anmeldung.
Plötzlich stellten wir fest, dass wir an dem Platz keinen Strom hatten. Auch ein Mitarbeiter des Platzes konnte keine Abhilfe schaffen, so dass nur eine andere Steckdose blieb.
Danach verbrachten wir den Nachmittag vor dem Fernseher und schauten uns das WM-Qualifikationsspiel Russland-Deutschland an. Endergebnis war 1:0 Für Deutschland und wir hatten uns direkt für Südafrika 2010 qualifiziert.

Da es am Abend anfing zu regnen, verbrachten wir die restliche Zeit im Wohnmobil. Sönke nutzte die Zeit und holte seine Klarinette raus, um zu üben. Das sorgte dann doch für einige verwunderte Blicke, besonders da sich die Hunde auf dem Platz durch den Klarinettenklang angezogen fühlten.

Nach dem Frühstück sollte es am nächsten Morgen, einem Sonntag, in die Innenstadt von Amsterdam gehen.
Wir kauften noch schnell am Office Strippenkarten für uns und gingen dann zur Tram-Station. Dazu mussten wir die Halbinsel, auf der der Campingplatz lag, in Richtung Südwesten verlassen.
Von der Endhaltestelle Flevopark ging es dann mit der Linie 14 direkt in die Stadt. An der Haltestelle Dam, dem zentralen Hauptplatz Amsterdams, stiegen wir dann aus.

Von hier aus ging es erst mal zum Anne-Frank-Haus, das wir besichtigen wollten. Als wir jedoch die Warteschlange davor sahen, nahmen wir erst mal davon Abstand und schauten uns das Haus lediglich von außen an.
Also ging es wieder zurück zum Dam Square.
Hier machten sich gerade die Schauspieler bereit, die sich in ihren Kostümen den Touristen präsentierten.
Am Dam Square besuchten wir dann das dort gelegene Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud.

Der sehenswerte Besuch dauerte etwas über eine Stunde.
Nun ging es am Damrak entlang bis zum Amsterdamer Hauptbahnhof und von dort über die Gassen der Fußgängerzone weiter.

In einer der Nebenstraßen überkam uns dann der Hunger und wir entschieden uns für chinesische Gerichte vom „Wok to go“.
Hier konnte man seine Nudelgerichte in verschiedenen Schritten selbst zusammenstellen und sie wurden frisch zubereitet. Das Ganze kostete je Gericht etwa 4 Euro, war also recht günstig.

Nach dem Mittagessen folgten wir der Fußgängerzone (Nienwendik) weiter, um die weiteren Sehenswürdigkeiten anzulaufen.
Als erstes stand die ‚Magere Brücke‘ auf unserem Zettel.
Auf dem Weg dorthin ereilte uns der erste Regenschauer.
Wir nutzten diesen um in einen Souvenirshop zu gehen, wo Elli einen Eierbecher und Sönke ein Keramikhaus erstand.
Danach ging es erst mal bei leichtem Regen weiter.

Am Waterlooplein entlang ging es durch die kleinen Gassen zum Niuewmarkt.
Hier gab es erst mal einen Flohmarkt zu erkunden. Da es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, ließen wir uns hier etwas Zeit. Danach ging es noch zum Rembrandthaus und von dort wieder in Richtung Waterlooplein.
Dort angekommen waren wir mittlerweile von den vielen Fußmärschen richtig platt, so dass wir uns vor der Heimfahrt erst mal in ein Cafe setzen und ein heißes Getränk zu uns nahmen.
Als das erledigt war, fuhren wir mit der Straßenbahn zurück in Richtung Campingplatz. Auf der Rückfahrt hatten wir auch noch das Glück, das gleiche Bahnpersonal wie auf der Hinfahrt zu erwischen.

Nach dem kurzen Fußmarsch zum Campingplatz setzten wir uns dort in den Barbereich und nahmen ein kaltes Getränk zu uns.
Außerdem nutzten wir die Zeit noch, um Sönke mit Tischtennis etwas zu beschäftigen.
Nachdem wir dies alles hinter uns gebracht hatten, gingen wir duschen und machten uns dann einen gemütlichen Abend im Wohnmobil.

Die weitere Routenführung war schnell gefunden. Da die nächsten Tage das Wetter etwas besser werden sollte, wollten wir unbedingt noch ein paar Tage am Meer verbringen.
Aus den Campingführern suchten wir uns den Campingplatz Tempelhof aus, da er neben der Strandnähe auch noch ein Schwimmbad hatte.
Auf Grund der recht kurzen Anfahrt entschlossen wir uns noch etwas Sightseeing auf der Anfahrt zu machen.
Nachdem wir den Großraum Amsterdam über die Autobahn verlassen hatten, fuhren wir schnell von dieser ab, um noch etwas vom Land zu sehen.
Insbesondere Windmühlen standen auf unserem Programm, so dass wir eine entsprechende Nebenstrecke wählten.
Schnell wurden wir fündig und fanden eine Museumsanlage vor, die wir für einen geringen Obolus besichtigen konnten.

Hier wurde die Landgewinnung und die Bedeutung der Windmühlen wunderbar erklärt, so dass sich der Besuch auf jeden Fall lohnte.

Bis zum Mittag war es nicht mehr weit und Alkmaar lag auf unserem Weg, so dass wir hier eine Mittagsrast einlegen wollten.
Gesagt, getan. Schnell war ein Zentrumsnaher Parkplatz gefunden.
Die Stadt war ansehnlich, so dass sich aus dem Shoppingstopp eine Sightseeingtour entwickelte.

Eingekauft wurde nebenbei allerdings auch.

Danach ging es weiter zum Campingplatz. Der Empfang dort war ausgesprochen freundlich – wie auch das Wetter.
Schnell war ein Stellplatz gefunden und die Sitzgelegenheiten rausgeholt, um das Wetter zu genießen.
Sönke erkundete alle Möglichkeiten, die der Campingplatz ihm bot. So war er zum Beispiel zum Klettern und im Schwimmbad.
Als die Sonne dann unterging, verbrachten wir den Abend am Mobil.

Der nächste Tag war ebenfalls sehr schön.
Am späten Vormittag ging es dann zu Fuß nach Callantsoog. Hier kauften wir noch kurz ein und suchten danach den herrlichen Strand auf.

Während Sönke sich dann am Strand die Zeit vertrieb, setzten Elli und ich uns in eines der Strandcafes und genossen den Sonnenschein.
Danach ging es zu Fuß zurück zum Campingplatz, wo wir uns erst mal von den Strapazen erholen mussten, während Sönke wiederum das Schwimmbad aufsuchte.

Da sich unser Urlaub nun dem Ende nahte, planten wir die Rückfahrt.
Die führte uns über den Abschlussdeich, um Sönke dieses Bauwerk noch zu präsentieren.

Danach ging es dann über Leer und die Autobahn zurück nach Harsum.

Erste Erfahrungen mit einem Wohnmobil

Holland (Juni 1989)

Elli und ich planten unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Das Geld war knapp und die Verwandtschaft war gnädig, so dass wir uns für einen Campingurlaub mit dem Wohnmobil meiner Eltern entschlossen. Da Elli immer wieder von ihrer abgebrochenen Fahrradtour durch Holland sprach, beschlossen wir, dieses Ziel für uns auszuwählen.

Wir nahmen das Wohnmobil von meinem Vater in Empfang, nicht ohne den Hinweis ja alles heile zu lassen, und fuhren nach Hannover, um Elli’s Klamotten einzuladen. Dann ging es los. Erst einmal nach Varel zu Elli’s Eltern, wo wir uns in Dangast auf den Hof stellten. Zuvor waren wir noch zu Jörg und Christina nach Oldenburg gefahren, um die Anwesenheit für einen Besuch zu nutzen. Auf der Rückfahrt fiel mir dann bereits auf, dass das Fahrtlicht immer mal wieder kurz ausfiel. Am nächsten Morgen schaute ich noch kurz mit Klaus die Sicherungen nach, konnte aber keinen Fehler feststellen. Diesen konnte dann erst später, sehr zu meinem Leidwesen, mein Vater feststellen und beheben. Und wer hatte natürlich Schuld?

Über die Landstraße ging es von Varel aus bis zur Grenze und dann weiter nach Groningen. Den ersten längeren Stopp legten wir auf dem Abschlussdeich ein. Strahlender Sonnenschein, aber dazu auch Wind. Dies bekam Elli gleich zur spüren. Beim Öffnen der Beifahrertür wurde ihr diese durch den Wind entrissen und das Lederband, welches als Türband fungierte ging gleicht entzwei. Zunächst machten wir uns Gedanken, was bei Abgabe des Wohnmobils auf uns zukommen würde. Letztlich drängten wir es in den Hintergrund, da das Mobil gerade aus dem Winterschlaf kam und derartige Mängel immer auftreten könnten.

Erschreckend war jedoch für uns, da es sich bei dem Wohnmobil um einen Mercedes 604D in der langen Variante handelte, der selbst umgebaut wurde, dass dieser mit seinen 66 PS und 1997 ccm Hubraum lediglich über einen 40-Liter-Kraftstofftank verfügte. Bei einem Durchschnittsverbrauch von knapp 20 l / 100 km, war fast jede Tankstelle unsere und wir beschlossen, so wenig wie möglich zu fahren.

Erstes Etappenziel sollte ein gemütliches Seebad mit Strandzugang sein. Zunächst versuchten wir es in Bergen an Zee. Leider konnten wir hier keinen Campingplatz finden, so dass wir nach einem Bummel über die Strandpromenade die Küste weiter entlang fuhren. In Egmond an Zee hatten wir dann mehr Glück und konnten uns auf dem dortigen Campingplatz in Dünennähe aufstellen. Wir fuhren dann mit dem Fahrrad in den Ort, was sich in Holland auf jeden Fall anbietet, und verbrachten den Nachmittag mit Bummeln und einem Minigolf-Match, das ich klar für mich entschied. Zum Abendessen gab es dann ein Reisgericht aus der Dose.

Die darauffolgenden Tage verbrachten wir in Amsterdam. Mit dem Wohnmobil standen wir auf dem Campingplatz Gaasper Camping Amsterdam, der sich auf Grund seiner Nähe zu Innenstadt und der Metroverbindung anbot. Hier machten wir auch unsere ersten Erfahrungen mit der Strippenkaart, der Metrofahrkarte in Amsterdam.

Die Tage verbrachten wir mit Innenstadtbummel, Grachtenfahrten und Museums- und Zoobesuchen. Einmal ging es sogar in ein indisches Restaurant zum Abendessen.

Nachdem wir Amsterdam zur Genüge genossen hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Utrecht. Hier parkten wir das Wohnmobil außerhalb und fuhren mit den Fahrrädern in die wirklich sehenswerte Innenstadt. Zum Zeitvertreib machten wir noch eine Tretbootfahrt über die Grachten von Utrecht, bevor es nach Arnheim weiterging. Hier stand ein großes Freilichtmuseum mit typischen niederländischen Bauten auf unserm Programm. Die Besichtigung bei wunderbarem sonnigem Wetter genossen wir. Highlight während dieses Besuches war, das zeitgleich diverse Hundevorführungen stattfanden, die man kostenlos mit genießen konnte.

Nach dem Freilichtmuseum ging es dann weiter in Richtung Flevoland, wo wir den nächsten Stopp einlegen wollten. Während der Autobahnfahrt bemerkten wir ein wiederkehrendes Geräusch, das sich anhörte als wenn die Schweißnähte der Autobahn den Lärm verursachten. Um der Sache auf den Grund zu gehen und einen Reifenschaden, der auf Grund der Standzeit möglich wäre, auszuschließen, schauten wir bei einem kurzen Stopp nach. Wir konnten jedoch zunächst nichts feststellen.

Wieder auf der Autobahn war das Geräusch immer noch vorhanden. Nach einigen gefahrenen Kilometern bemerkte ich leichte Schläge auf der Lenkung, die sich immer mehr verschlimmerten, so dass wir die nächste Ausfahrt heraus fuhren und mitten in der Landschaft auf einer Nebenstraße hielten, um nachzuschauen.

Jetzt stand das Gefährt richtig, so dass wir die Beule an der Innenseite des vorderen rechten Reifens sehen konnten. Diese hatte sich derart groß ausgedehnt, dass sie mittlerweile gegen die Spurstange schlug. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Im Zeitalter ohne Mobiltelefone und Onlinezugang musste man sich selbst helfen. Gedanken über einen Reifenwechsel hatten wir uns vor der Abfahrt nicht gemacht. Zu unserer Erleichterung stellten wir fest, dass alle notwendigen Utensilien mit an Bord waren. Das Radkreuz fand sich in einem Staufach, der hydraulische Wagenheber unter dem Beifahrersitz und das Reserverad war unter dem Fahrzeug angebracht.

Also ging es los. Reserverad abgebaut, Radmuttern gelöst, Wagenheber angesetzt … und Schluss. Die extreme Wölbung der Fahrbahn verhinderte, dass der Wagenheber das Fahrzeug anheben konnte. Letztlich drückte sich der Stempel des Wagenhebers nur in den Unterboden. Hilfe fanden wir bei einem der wenigen Anwohner, der uns freundlicherweise Holzklötze zum Unterfüttern zur Verfügung stellte. Es war zwar eine wackelige Angelegenheit, aber es funktioniert. Das Reserverad hatte auch annähernd den richtigen Luftdruck, so dass wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Den beschädigten Reifen warfen wir erst einmal in den Innenraum, da ich ihn auf der Straße nicht wieder unterbauen wollte.

In Flevoland angekommen fanden wir schnell den Campingplatz. Da auch ein Schwimmbad dabei war, ging es erst einmal zum Schwimmen. Den Abend verbrachten wir beim Bingo im Gemeinschaftsraum des Campingplatzes. Der beschädigte Reifen, den wir unter dem Wohnmobil abgelegt hatten, geriet in Vergessenheit.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Giethorn. Bei der Abfahrt fiel uns dann auch der Reifen wieder ein. Also rein damit in den Innenraum. In Giethorn stellte sich die Campingplatzsuche etwas schwierig dar. letztlich fanden wir den Campingplatz d’Hof mitten im Naturschutzgebiet. Hier mussten wir über Holzstege zu unserem Stellplatz kommen, was mit etwas rangieren auch gelang.

Als erste Aufgabe des Tages stand für mich das Anbringen des beschädigten Reifens an der Fahrzeugunterseite auf dem Programm. In diversen Versuchen mühte ich mich allein ab und selbst Elli konnte nicht helfen, da es schwierig war den Reifen hoch zu halten und die Schrauben zu befestigen. wieder war es der Hilfe eines freundlichen Holländers zu verdanken, dass es vereint gelang.

Nun folgten noch einige erholsame Tage in Giethorn. Den nächsten Tag verbrachten wir mit relaxen und einer Bootsfahrt durch die Kanäle.

Am darauffolgenden Tag ging es zurück nach Varel. Die geliehenen Fahrräder wurden wieder im Ferienhaus untergestellt und den nächsten Tag, an dem die Rückfahrt nach Hildesheim stattfand, versüßten wir uns noch mit einem Besuch im Freizeitpark Soltau.

Abends übergaben wir dann das Wohnmobil an meinen Vater. Und, wie hätte es anders sein können, war ausschließlich ich für die Defekte verantwortlich.